Sonntag, 24. November 2013

Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt

Am 24. November 1944 wurde die Fähre S/S Hansa während ihrer Passage von Nynäshamn nach Visby von einem russischen Torpedo getroffen und sank nach einer Explosion in nur wenigen Minuten. Unter den 86 Personen, die sich in dieser Nacht an Bord befanden, konnten nur zwei gerettet werden. Wenn man die Menge der Toten rechnet, so war dies die größte Seekatastrophe Schwedens zwischen dem 17. Jahrhundert und dem Untergang der Estonia am 28. September 1994.

Nach dem Untergang tauchten sehr viele Fragen zum Schicksal der S/S Hansa auf, die jedoch alle sehr lange unbeantwortet blieben, denn das Wrack der Fähre wurde erst 1988 gefunden, der Grund der Beschießung wurde von der schwedischen Verteidigung geheim gehalten und was mit den 23 während des Zweiten Weltkriegs versenkten schwedischen Fahrzeuge geschah erklärte der deutsche Forscher Dr. Jürgen Rohwer erst im Februar 1964, der auch aufdeckte, dass die S/S Hansa vom russischen U-Boot K-51 versenkt worden war.

Die Katastrophe der S/S Hansa war indes vorprogrammiert, da Schweden mit Deutschland zahlreiche Abkommen geschlossen hatte, unter anderem Eisenerz lieferte, aber auch, bei einer notwendigen Evakuation, für den Transport von deutschen Soldaten aus Finnland und dem Baltikum zuständig war. Die versenkte S/S Hansa hatte zudem 2500 Kilogramm Sprengstoff an Bord, obwohl bei Passagiertransporten nur maximal 500 Kilogramm zulässig waren. All diese Voraussetzungen machten das schwedische Schiff zu einem Feind Russlands und legalisierte daher während des Krieges den Abschuss der Fähre, deren Auftrag in dieser Nacht nie aufgedeckt wurde.


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Copyright: Herbert Kårlin

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