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Donnerstag, 25. April 2019

Der schwedische Künstler Ewald Dahlskog

Ewald Dahlskog kam am 25. April 1894 als Sohn eines Buchdruckers in Stockholm zur Welt und machte zwischen 1905 und 1908 eine Ausbildung als Lithograf in der Zentraldruckerei der schwedischen Hautstadt. Nach Beendigung der Ausbildung machte Dahlskog eine vierjährige künstlerische Ausbildung an der Tekniska Skolan, um anschließend zwischen 1913 und 1917 an der Kunsthochschule in Stockholm zu studieren. Wie zu jener Zeit üblich, folgte dieser Ausbildung dann eine Studienreise nach Frankreich, Italien, Tunesien, Deutschland und England.

Im Jahr 1917 hatte Ewald Dahlskog seine erste Ausstellung, wobei sich seine Werke von Beginn an durch eine reiche Ornamentik auszeichneten. Die Eindrücke für seine Werke holte sich Dahlskog insbesondere bei seinen Auslandsreisen, die er als Inspirationsreisen bezeichnete. Seine Bilder, die er in Frankreich und Afrika geschaffen hatten, beeindruckten vor allem bei der ersten Ausstellung der Optimisten in der Kunsthalle Liljevalch im Jahr 1926. Innerhalb der Künstlergruppe nahm Dahlskog eine führende Rolle ein, wobei er an allen Ausstellung der Gruppe bis 1930 teilnahm.

Ewald Dahlskog zeichnte sich jedoch nicht nur als Maler aus, denn vor allem in den 20er Jahren entstanden auch Werke in anderen Bereichen, die ihn zu einem führenden Künstler jener Epoche machten. In diesem Rahmen sind insbesondere seine Intarsienarbeiten zu nennen, die man im Konzerthaus in Stockholm sehen kann. Zwischen 1926 und 1929 arbeitete Dahlskog zudem für die Glashütte Kosta und erneuerte das geschliffene Glas, das der Firma zu einem neuen Aufschwung verhalf, und Ende des Jahrzehnt schuf er Ausstellungsstücke für die Fayencefabrik Boberg in Gävle, die während der Stockholmausstellung des Jahres 1930 präsentiert wurden. Ewald Dahlskog starb am 25. September 1950 in Gävle.


25. April 1529: Der Aufruhr gegen Gustav Vasa endet in Broddetorp
25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1877: Der Künstler und Schriftsteller Ernst Norlind
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1892: Der schwedische Künstler Arvid Knöppel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. März 2019

Der Glaskünstler Knut Bergqvist

Knut Bergqvist wurde am 14. März 1873 in Blädinge zur Welt und begann spätestens im Alter von neun Jahren tageweise bei der Glashütte Kosta zu arbeiten und wurde dort mit zwölf Jahren fest angestellt. Im Jahr 1894 wurde Bergkvist bei Kosta, der Glashütte, der er bis 1914 treu blieb, Glasmeister. Um seine Kenntnisse in der Glasbläserei zu erweitern, ging Bergqvist 1901 für ein Jahr zur Glashütte White Mills in Pennsylvania. Als Bergqvist dann 1914 von Kosta zur Glashütte Orrefors wechselte, erhielt er dort freie Hände und hatte lediglich den Auftrag neue Methoden der Glasbläserei zu suchen und das Glas Orrefors zu erneuern.

Innerhalb von zwei Jahren legte Knut Bergqvist dann durch unzählige Versuche die Grundlage zur Überlagerung von verschiedenfarbigem Glas, eine Technik, die er ab 1916, als Simon Grate als Künstler nach Orrefors kam, gemeinsam mit diesem weiterentwickelte und damit das sogenannte Graalglas schuf, das Orrefors zum Weltruf verhalf. Während dann Bergqvist weiterhin die Qualität des Glas als solches verbesserte und nach neuen Techniken für die Formgebung der Gläser suchte, begann Grate zusätzlich an der Gravur von mehrschichtigem, farbigem Glas zu arbeiten. Gerade die enge Zusammenarbeit zwischen Glasbläser und Künstler führten zu dem gewünschten Ergebnis.

Im Jahr 1929 verließ Knut Bergqvist dann Orrefors um Teilhaber der Glashütte Lindefors zu werden, die jedoch bereits zwei Jahre später schließen musste. Bergkvist wechselte zur Glashütte Eda, die 1933 ebenfalls schließen musste, was dazu führte, dass Bergqvist, gemeinsam mit Edvard Strömberg, die Strömbergshütte gründete und bei der der Glasbläsermeister bis zum Direktor der Hütte aufstieg. Knut Bergqvist, der am 19. Mai 1953 starb, gehört zu jenen Personen, die in Schweden am längsten als Glasbläsermeister aktiv waren, nämlich von seinem 21. Lebensjahr bis zu seinem 74. Jahr.


14. März 1707: Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre
14. März 1709: Sten Carl Bielke, Wissenschaftler und Politiker
14. März 1807: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
14. März 1812: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin
14. März 1816: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus
14. März 1819: Der schwedische Physiker Erik Edlund
14. März 1848: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
14. März 1886: Die Textilkünstlerin und Innenausstatterin Elsa Gullberg
14. März 1907: Der nordschwedische Schriftsteller Björn-Erik Höijer
14. März 1918: Eva Andén, die erste Anwältin Schwedens
14. März 1922: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
14. März 1933: Axel Jungstedt, Künstler und Kunstprofessor

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 16. Januar 2019

Der schwedische Künstler Ralph Bergholtz

Ralph Bergholtz wurde am 16. Januar 1908 in Göteborg geboren, machte jedoch seine künstlerische Ausbildung in den 30er Jahren in Paris. Bergholtz war ursprünglich Maler, beschäftigte sich jedoch auch mit der Bildhauerei und spezialisierte sich schließlich auf Glaskunst, insbesondere Glasmalerei. Der Künstler hatte bereits in Frankreich die moderne Glasmalerei gelernt, besuchte jedoch anschließend auch noch Ateliers in der Schweiz um die unterschiedlichsten Techniken zu vergleichen. Das Ergebnis dieser Studienreisen war jedoch, dass er letztendlich eine eigene Technik entwickelte.

In den 50er Jahren entwickelte Ralph Bergholtz, gemeinsam mit Jan Brazda, seine spezifische Technik bei der man das Glas so nahe wie möglich an den Schmelzpunkt bringt um in diesem Moment ein Reliefmuster in die Oberfläche des Glases einzulegen. Auf diese Weise bricht sich das Licht im Glas auf sehr unterschiedliche Weise und man bekommt bei der fertigen Glasmalerei das Gefühl, dass das Licht verstärkt wird und sich in alle Richtungen ausdehnt. Mit dieser Methode gelang es Bergholtz die gesamte Glaskunst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu revolutionieren.

Ab 1955 arbeitete Ralph Bergholtz in einer eigenen Glashütte bei Höganäs, in der sich sehr bald die Modernisten der schwedischen Glaskunst trafen um von den Erfahrungen und Fähigkeiten des Glaskünstlers Bergholtz zu profitieren. Als 1960 die Künstlerin Randi Fisher in die Nähe von Höganäs zog, begann eine intensive Zusammenarbeit der beiden Künstler, die auch zu einer Ehe führte und zu gemeinsamen Arbeiten mit dem Architekten Johannes Olivegren. Die Glasarbeiten in Kirchen und öffentlichen Gebäuden lassen andere Arbeiten von Bergholtz nahezu untergehen, denn der Künstler illustrierte auch mehrere Bücher über Schonen (Skåne) und ein Lehrbuch des christlichen Glaubens.


16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1818: Der schwedische Schriftsteller C. V. A. Strandberg
16. Januar 1878: Der schwedische Künstler Karl Isakson 
16. Januar 1900: Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute
16. Januar 1900: Die liberale Sammlungspartei, die späteren Liberalen
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan 
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den Autoren 
16. Januar 1992: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. März 2018

Die Glaskünstlerin Ingeborg Lundin

Ingeborg Lundin wurde am 30. März 1921 als Tochter eines Dekorationsmalers in Växjö geboren und zog mit der Familie noch als Kleinkind in die USA. Als die Mutter nur wenige Jahre später starb und sich der Vater erneut verheiratete, wurde Lundin zu einer Tante nach Schweden zurückgeschickt und wuchs daher in Vretstorp in Närke auf. Als Lundin die Grundschule beendet hatte, zog sie nach Stockholm und besuchte die Abendkurse am Konstfack, mit dem Ziel Zeichenlehrerin zu werden. Während des Studiums versorgte sich die spätere Glaskünstlerin mit verschiedenen Arbeiten und anschließend arbeitete sie in einigen Schulen Stockholms als Zeichenlehrerin.

Als die Glashütte Orrefors dann im Jahr 1947 einen Glasdesigner suchten, meldete sich Ingeborg Lundin unmittelbar, was mit einem Umzug ins Småland endete und dazu führte, dass Lundin eine der ersten weiblichen Designer wurde, die das Glas des Unternehmens neu gestalteten. Lundin hatte zu Beginn ein doppeltes Problem, nämlich Frau zu sein, und nichts vom Glasblasen zu verstehen, daher hatte sie es auch schwer im ersten Jahr in Orrefors ihre Ideen umzusetzen. Dank eines Glasbläsers, der ihr dabei half ihre Ideen zu verwirklichen, gelnag es Lundin dann 1948 ihre ersten gravierten Gläser in der Nordiska Kompaniet in Stockholm auszustellen, was der Beginn einer bedeutenden Karriere als Glaskünstlerin war.

Nach dem Lunningpreis im Jahr 1954 und einer Goldmedaille in Milan im Jahr 1957 gehörte Ingeborg Lundin, die am 26. Juli 1992 starb, zu den bedeutendsten Glaskünstlerin weltweit, wobei Lundin natürlich nicht nur Gebrauchsglas und Kunstglas schuf, sondern für Orrefors auch Glasservice schuf, die alle ihre persönliche künstlerische Linie trugen. Nach dem Tod des Künstlers Edvin Öhrström übernahm Lundin auch seine Aufgabe Glas in der Ariel-Technik herzustellen, also auch mit farbigem Glas zu arbeiten. Der Künstlerin gelang dieser Übergang auf einzigartige Weise, denn gelang der Künstlerin den Werken einen persönlichen Stempel aufzudrücken. Auf Grund der Krise Anfang der 70er Jahre musste Lundin 1971 Orrefors jedoch verlassen, und es sollte bis 1990 dauern bis die Künstlerin dann erneut in einer Glashütte Arbeit fand.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1798: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
30. März 1870: Axel Herrlin, Philosoph, Psychologe und Pädagoge
30. März 1888: Die Schauspielerin Anna Q. Nilsson
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. März 2018

Der Designer und Künstler Edvin Ollers

Edvin Oller kam am 28. März 1888 als Edvin Olsson als Sohn eines Buchbinders in Norrtälje zur Welt und begann mit 17 Jahren eine Ausbildung an der höheren kunstindustriellen Schule in Stockholm. Im Jahr 1909 schrieb sich Ollers dann ein weiteres Jahr an der heutigen Kunsthochschule Valand in Göteborg ein um anschließend als Lehrer in der Kunstausbildung in Stockholm zu arbeiten, was ihm jedoch genügend Freizeit ließ um auch einer künstlerischen Aktivität nachgehen zu können und dazu führte, dass er sich ab 1916 intensiver um Kunst und Design kümmerte.

Die Chance für Edvin Oller kam mit der Hemutställningen 1917 in der Kunsthalle Liljevalch in Stockholm, die vom Verband für Kunsthandwerker organisiert wurde. Da auch die Glashütten Schwedens dort neue Produkte vorstellen wollten und Oller bereits einige Ideen hatte, suchte er nach einer künstlerischen Anstellung in den Glashütten, was jedoch nicht so einfach war, da Simon Gate bereits von Orrefors damit beauftragt worden war und Wilhelm Kåge bei Gustavsberg aktiv war. Dank der Vermittlung durch Elsa Gullberg gelang es Ollers dann jedoch bei der Glashütte Kosta beschäftigt zu werden.

Auch wenn Edvin Oller dann nur ein Jahr lang bei Kosta beschäftigt war, zeigte sich schon in dieser kurzen Zeit die Fähigkeit des Künstlers, denn Ollers präsentierte hier Glaskunst, die sich durch einfache Formen heraushob, gleichzeitig aber auch praktisch anwendbar war und zudem preisgünstig erworben werden konnte. Die grüne Farbe der Gläser schuf er indem er dem Glas geriebene Splitter von Schuhcremedosen beimischte. Diese kreativen Eigenschaften halfen Edvin Oller, der am 2. Dezember 1959 in Stockholm starb, später nicht nur in mehreren Glashütten aktiv zu werden, sondern ermöglichtem ihm auch in mehreren kunsthandwerklichen Richtung seine Fähigkeit als Designer zu zeigen.


28. März 1760: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
28. März 1800: Der Kunstsammler Axel Bielke af Åkerö
28. März 1882: Eigil Schwab, Künstler, Illustrator und Karikaturist
28. März 1893: Der schwedische Architekt Gustaf Clason 
28. März 1922: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson, eine schwedische Schriftstellerin
28. März 1953: Der erste Roman Tjärdalen von Sara Lidman wird ein Erfolg
28. März 1962: Joakim Lindengren, Kapten Stofil und Faktum

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 10. März 2018

Der Glaskünstler Simon Gate

Simon Gate wurde am 10. März 1883 als Sohn eines Landwirts in Södra Fågelås geboren und besuchte von 1902 bis 1905 die höhere kunstindustrielle Schule in Stockholm, um jedoch an anschließend noch ein vierjähriges Studium an der Kunsthochschule zu absolvieren. Nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1909 arbeitete Gate insbesondere als Porträtmalerei und Buchillustrator. Erst als Gate 1916 von der Glashütte Orrefors angestellt wurde um künstlerisches Glas zu schaffen, sollte der Künstler dann tatsächlich seinen Weg finden.

Bei Orrefors hatte Simon Grate den Auftrag den Gläsern eine künstlerische Form zu geben, wobei Orrefors diesen Schritt auch gut vorbereitet hatte, denn bereits im kommenden Jahr sollte bei der Nordiska Kompaniet (NK) eine Ausstellung mit den neuen Produkten erfolgen, auch wenn Grate bis dahin nur eine kleine Kollektion seiner Gläser hatte und die meisten seiner Pläne nur als Skizzen vorlagen. Für diese erste Kollektion hatte Grate, gemeinsam mit dem Glasbläsermeister Knut Bergqvist, eine neue Technik entwickelt bei der verschiedenfarbige Glasschichten sich überlagerten und zudem verschiedene Figuren im geblasenen Glas integriert wurden. Diese Gläser wurden von Orrefors als Graalgläser vermarktet und werden heute von Sammlern geradezu zu Phantasiepreisen erworben.

In den 20er Jahren kam dann die Glanzzeit Simon Grates, als er, gemeinsam mit Edward Hald, die Glasgravur bei Orrefors einführte, was mit gewissen Problemen verbunden war, da man die Graveure erst ausbilden musste um künstlerische Werke zu schaffen, wobei die sehr dünnwandigen Gläser der Zeit nur durch eine hochqualitative Gravur ihren Wert erhielten. Bereits bei der Stockholmausstellung des Jahres 1930 sieht man dann die dritte Phase des Künstlers, der nun zu dickwandigem Glas greift, das auch die Glasskulptur ermöglicht, wobei Grate in diesem Jahrzehnt auch zahlreiche Monumentalwerke aus Glas herstellte, unter anderem für das Konzerthaus in Göteborg. Simon Grate, der am 11. Mai 1945 in Hälleberga starb, gilt als jener Glaskünstler, der die Glashütte Orrefors zu seiner  ersten Glanzperiode brachte.


10. März 1383: Der schwedische Erzbischof Birger Gregersson
10. März 1222: Johan Sverkersson, der letzte König eines Geschlechtes
10. März 1724: Urban Hjärne und die schwedischen Hexenprozesse
10. März 1776: Der schwedische Kaufmann Niclas Sahlgren
10. März 1880: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
10. März 1911: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden
10. März 1940: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern
10. März 1997: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
10. März 2002: Erik Lönnroth revolutioniert das geschichtliche Denken
10. März 2013: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 12. Januar 2018

Die schwedische Künstlerin und Keramikerin Hildur Haggård

Hildur Haggård kam am 12. Januar 1885 als Tochter eines Reichstagspolitikers in Björsäter zur Welt und hatte das Glück in einer wohlhabenden und offenen Familie geboren zu werden, denn bereits ihr Großvater hatte sich dadurch ausgezeichnet, dass er das Erbrecht für Frauen durchsetzte. Haggård erhielt daher nicht nur eine gute Bildung, sondern auch die Möglichkeit erst an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, und anschließend an der höheren kunstindustriellen Schule eine künstlerische Ausbildung zu machen.

Nach dem Ende ihrer Ausbildung machte Hildur Haggård zahlreiche Studienreisen, insbesondere nach Paris, Italien und England um sich intensiv mit der Bildhauerei auseinanderzusetzen, unter anderem bei einem Schüler von Auguste Rodin. Gegen 1920 erhielt Haggård dann ihre erste Anstellung bei der S:t Eriks Lervarufabrik in Uppsala um 1936 als Künstlerin zur Ekenäs Glashütte zu wechseln und drei Jahre später ein eigenes Atelier in Stockholm aufzubauen, was ihr weitaus mehr Freiheit bei ihrem künstlerischen Schaffen gewährte.

Hildur Haggård, die am 29. Dezember 1958 in Stockholm starb, hatte ab 1923 regelmäßig Ausstellungen, 2016 eine Gedenkausstellung in Mariestad und im Winter 2015/2016 waren einige Werke in der Ausstellung „Weibliche Pioniere“ im Nationalmuseum zu sehen. Haggård war eine sehr vielseitige Künstlerin, die Altartafeln, öffentliche Skulpturen und Portraitskulpturen hinterlassen hat. Dass die Künstlerin auch zahlreiche Muster für Kachelöfen entwarf und für die Dekoration von damals modernen Teetischen verantwortlich war, ist heute nahezu unbekannt.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1875: Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt 
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates
12. Januar 1979: Massenmord im Östra Sjukhus in Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Juni 2016

Die Künstlerin und Designerin Signe Persson-Melin

Signe Persson-Melin, eigentlich Signe Harriet Melin, kam am 19. Juni 1925 in Tomelilla zur Welt und interessierte sich sehr früh für kunsthandwerkliches Schaffen. So brach die Künstlerin auch die Schule ab um in einer Keramikfabrik in Lomma zu arbeiten und das Töpfern zu erlernen. Zwischen 1946 und 1948 besuchte Persson-Melin dann die Schule für Kunsthandwerk in Kopenhagen um anschließend ein weiteres Jahr am Konstfack in Stockholm Keramik und Glas zu studieren, die beiden Bereiche in denen die Künstlerin auch bekannt werden sollte.

Signe Persson-Melin richtete sich 1950 ein Atelier in Malmö ein und arbeitete die ersten Jahre insbesondere mit Keramik, wobei sie zeitweise auch fest für die Keramikfabrik in Höganäs arbeitete. Der Durchbruch kam für die Künstlerin bereits 1955 bei der internationalen Ausstellung H55 in Helsingborg, wo Persson-Melin ihre weltbekannten Kräuterdosen aus Ton mit Zinnglasur vorstellte, die sich mittlerweile zu einem wertvollen Sammelobjekt entwickelten, auch wenn diese zu Beginn nur für den gehobenen Haushalt bestimmt waren und durch ihr einfaches Design und die praktische Anwendung überzeugten.

In den 60er Jahren ging Signe Persson-Melin auch immer mehr zum Glasdesign über, was dazu führte, dass sie 1967 von der Glashütte Boda als Designerin angestellt wurde. Ihre erste Präsentation bei Boda waren Bier- Wein- und Schnapsgläser unter dem Namen Ruben, die heute ebenfalls beliebte Sammlerobjekte sind. Persson-Melin zeichnete sich durch ihr sehr einfaches Design aus, das in jeden Haushalt passte und dennoch ein sehr individuelles Aussehen hatte. Die Künstlerin, die 1885 die erste Professorin Schwedens für Glas und Design wurde, schuf noch 2014, kurz vor ihrem 90. Geburtstag, ein neues Teeservice für Rörstrand und gilt als die bedeutendste Glaskünstlerin Schwedens.


19. Juni 1652: Louis De Geer, der Wegbereiter der schwedischen Industrialisierung
19. Juni 1865: Der schwedische Landschaftsmaler Nils Andersson
19. Juni 1904: Lars Madsén und das Leben auf dem Lande
19. Juni 1918: Gunnel Vallquist und die moderne katholische Literatur Schwedens
19. Juni 1957: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK
19. Juni 1976: Königliche Hochzeiten in Schweden
19. Juni 2005: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
19. Juni 2010: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. März 2016

Die schwedische Künstlerin Ulrica Vallien

Ulrica Vallien kam am 24. März 1938 als Ulrica Hydman in Stockholm zur Welt und nahm bei ihrer Ehe mit dem Künstler Bertil Vallien auch dessen Nachnamen an. Vallien studierte am Konstfack Keramik und Glaskunst und lernte dort auch ihren Ehemann kennen, da beide die gleichen Interessen hatten. Nach Abschluss des Studiums im Jahre 1961 machten die beiden eine gemeinsame zweijährige Studienreise nach Mexiko und in die USA um dort mit Keramik zu arbeiten. Als Bertil Vallien anschließend einen Arbeitsplatz in der Glashütte Åfors angeboten bekam, heirateten die beiden und zogen nach Åfors.

Ulrica Vallien war um diese Zeit eine Künstlerin, die nicht nur mit Keramik und Glas arbeitete, sondern auch in der Textilkunst und der Malerei aktiv war, hatte jedoch mit Keramikarbeiten den größten Erfolg. Der Sprung zum Glas kam dann im Jahre 1972, allerdings mit einem Werk, das nie das Licht sah. Im Protest gegen die Diskriminierung der weiblichen Künstler im Glasbereich schuf sie eine Rattenschale, die mit schwarzen Ratten dekoriert war, also völlig anders als ihre sonst farbig leuchtende Kunst. Das Werk galt als unverkäuflich.

Immerhin wurde man durch diese Aktion auf Ulrica Vallien aufmerksam, auch wenn sie anschließend wieder zu starken Farben und verspielteren Motiven überging, die Vallien letztendlich zu einer der bekanntesten Glaskünstlerinnen und Keramikerin Schwedens machen sollten. Am bekanntesten wurden vermutlich ihre Serien Tulipa, die noch heute zu gesuchten Sammlerstücken gehören. Der Stil von Ullrica Vallien ist gewissermaßen einmalig, weswegen man ihre Werke auch mit keinen anderen Kunstwerken verwechseln kann. Dies ist vermutlich auch einer der Gründe, warum Vallien zu den 50 Künstlern weltweit gehört, die von British Airways beauftragt wurden der Fluggesellschaft ein Symbol zu geben, angefangen von der Heckflosse bis zu den Servietten und dem Briefpapier.


24. März 1381: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins
24. März 1801: Der Erfinder Immanuel Nobel der Jüngere
24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte
24. März 1948: Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose
24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden
24. März 1979: Die regionale schwedische Skånepartiet (Schonenpartei)
24. März 2005: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 17. Januar 2016

Der schwedische Glaskünstler Bertil Vallien

Bertil Vallien kam am 17. Januar 1938 in sehr einfachen Verhältnissen als Bertil Wallin in Stockholm zur Welt und wuchs in einem strengen freireligiösen Haus auf, das er jedoch bereits im Alter von 15 Jahren verließ. Nach den verschiedensten Hilfsarbeiten, unter anderem als Dekorateur im Kaufhaus PUB und als Malerlehrling bei seinem Vater, entschied sich Vallien Künstler zu werden. 1955 schrieb sich Vallien in den vorbereitenden Kursen am Konstfack ein, wo er zwei Jahre später als Student akzeptiert wurde und sich bald auf Keramik spezialisierte.

Nach Abschluss seiner Ausbildung und dem Erfolg, dass der schwedische König seine Abschlussarbeit kaufte, musste Bertil Vallien jedoch feststellen, dass die Kunst warten musste, denn die Glashütte in der Vallien angestellt wurde verlangte gut verkäufliche Gebrauchsartikel und keine Kunst. Auch bei Kosta, zu der Vallien bald wechselte, hatte das gleiche Ziel. Der Künstler war daher gezwungen über viele Jahre hinweg nahezu ausschließlich Massenartikel wie Trinkgläser oder auch Service zu schaffen und die Techniken des Glashandwerks verbessern. Erst ab Mitte der 80er Jahre sollte es Vallien wirklich gelingen parallel und erfolgreich an Kunst und Handwerk zu arbeiten.

Bertil Vallien gilt heute als einer der bedeutendsten Erneuerern der Glaskunst weltweit, dessen bedeutendstes Werk man als Flügelaltar in der Domkirche in Växjö finden kann. Dass Vallien neue Wege der Glaskunst suchte, konnte man bereits sehr früh entdecken, denn er war der Verfechter der Theorie, dass schwedisches Gebrauchsglas nur dann überleben kann, wenn es einen individuellen Touch hat und nicht auf einfache Wege industriell nachgemacht werden kann, ein Prinzip, das die Glashütte Kosta von ihm übernahm. Zum anderen unterscheidet sich Vallien von fast allen anderen Glaskünstlern dadurch, dass er Glas nicht als Reflektor von Licht betrachtet, sondern in Glas die verschiedenen Lichteinflüsse sammeln will. Nach Vallien soll Glas nicht Licht abgeben, sondern Licht aufnehmen.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
17. Januar 1909: Sven Hedin kehrt von seiner letzten Asienreise zurück 
17. Januar 1916: Die Eisenhütte Galtström bei Sundsvall
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman 
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller 
17. Januar 1945: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
17. Januar 1946: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle 
17. Januar 1983: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens
17. Januar 1994: Die schwedische Radiostation Mix Megapol 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. Juli 2015

Der schwedische Komponist Franz Berwald

Franz Adolf Berwald, der am 23. Juli 1796 in Stockholm zur Welt kam, wird heute als einer der bedeutendsten schwedischen Komponisten des 19. Jahrhunderts betrachtet, auch wenn ihm während seines Lebens der Durchbruch in der Musik nie wirklich gelang, und dies, obwohl er bereits mit fünf Jahren von seinem Vater Violinunterricht bekam und als Neunjähriger am Hofe spielen durfte. Nur ein Jahr später hatte der Junge dann in mehreren Teilen Schwedens Konzerte gegeben und seine Zukunft als Musiker schien gesichert zu sein.

Im Jahre 1810 wurde Franz Berwald Schüler von Edouard Du Puy, der ihm zwei Jahre später zur Beschäftigung als erster Violinist an der Hofkapelle verhalf, eine Anstellung, die zwar mit Ehre verbunden war, jedoch den Musiker nicht versorgen konnte. Aus diesem Grund gab Berwald die Zeitschriften Musikalisk journal und Journal de Musique heraus in denen er auch eigene Lieder und Pianowerke veröffentlichte. Es folgten Jahre in denen Berwald als freier Künstler Tourneen unternahm, um jedoch bereits 1824 als Altviolinist zur Hofkapelle zurückzukehren. Auch wenn die Bezahlung gering war, so machte Berwald dort mit der Oper Bekanntschaft und er schrieb 1828 seine erste Oper, die er Gustaf Vasa nannte.

Trotz guten Kritiken und einigen finanziellen Unterstützungen, die Franz Berwald mehrere Studienreisen, vor allem nach Deutschland, erlaubten, gelang es ihm nicht sich von der Musik ernähren zu können und die schwedische Elite der Musik sah ihn als Außenseiter. Nach einem Aufenthalt in Berlin kan Berwald dann als Krankengymnast zurück, der nicht nur über die modernsten Kenntnisse in diesem Bereich verfügte, sondern auch selbst mechanische Apparate erfand, die ihn zum bedeutendsten Krankengymnast des Landes machten. Parallel hierzu arbeitete Berwald, der am 3. April 1868 in Stockholm starb, weiterhin als Komponist, erneut ohne den Durchbruch als Musiker zu schaffen. Alle Bewerbungen, unter anderem als Hofkapellmeister, endeten mit Absagen, was wiederum dazu führte, dass Franz Berwald 1850 zum Disponent einer Glashütte wurde um überleben zu können. Erst vier Jahre vor seinem Tod wurde Berwald letztendlich in die Königliche Musikalische Akademie aufgenommen, was die erste echte Anerkennung des Künstlers wurde.

Copyright: Herbert Kårlin