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Freitag, 19. April 2019

Der Reichsrat Emanuel De Geer

Emanuel De Geer wurde am 19. Oktober 1748 als Sohn eines Fabrikbesitzer geboren und entschied sich sehr früh für eine militärische Laufbahn. Im Jahr 1764 wurde er Fähnrich der Leibgarde, aber schon sieben Jahre später gab er dann seinen Dienst auf um bei der Witwenkönigin Lovisa Ulrika Kammerherr zu werden. In den kommenden Jahren hatte er mehrere diplomatische Aufträge, bis er 1786 dann von Gustav III. als Reichsrat zurück nach Stockholm gerufen wurde. Als intelligenter Politiker entdeckte er sehr bald, dass der König den Reichsrat auflösen wollte um nur einige Getreue um sich zu sammelt. Im Jahr 1787 bat er daher um seinen Abschied und konnte damit jede Konfrontation mit Gustav III. vermeiden.

Politisch nimmt Emanuel De Geer eine gewisse Sonderstellung am Hof ein, da er an keinerlei Intrigen interessiert war und daher die vermutlich einzige neutrale Person war, die dem König nahestand. Gustav III. wollte diese Neutralität zu seinen Gunsten ausnutzen, erst indem er De Geer als Diplomat nach Haag schickte, damit dieser dort die politische Tendenz ausspioniere, später um De Geer zu einer Einflussnahme bei den Verwandten des Königs zu bewegen, da das eigene Geschlecht sich als die größte Gefahr für die Macht des Königs zeigte. Beide Aufträge erfüllte De Geer auf diplomatische Weise, ohne dass er jedoch auch nur für eine der Seiten Stellung nehmen musste.

Bevor sich Emanuel De Geer, der am 19 April 1803 starb, 1787 ganz aus der Politik zurückzog, kämpfte er auch noch gegen zwei andere Punkte, die er als schädlich für Schweden betrachtete. Zum einen wollte er den Pastoratverkauf durch Adelige unterbinden, die teilweise das gleiche Pastorat gegen viel Geld an mehrere Priester verkauften, obwohl nur ein Priester das Amt auch antreten konnte, zum anderen wollte er Gustav III. dazu bewegen die königlichen Alkoholbrennereien abzuschaffen, die der König ohne Beratung im Reichstag geschaffen hatte, sondern das Alkoholbrennen allgemein wieder zulassen, jedoch den Alkohol mit einer Steuer zu belegen. In beiden Fällen konnte De Geer nur teilweise von Erfolg reden.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1819: Der schwedische Fabrikant John Lenning
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1868: Der Architekt Erik Julius Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. März 2019

Der Reichsrat Claes Ekeblad der Jüngere

Claes Ekeblad der Jüngere kam am 30. März 1708 als Sohn eines Reichsrats gleichen Namens in Elbing zur Welt und studierte ab 1719 an der Universität Uppsala um, wie sein Vater, die Beamtenlaufbahn anzustreben. Nach Abschluss seines Studiums und einer damals obligatorischen Studienreise, die Ekeblad vor allem nach Halle führte, begann er im Reichsarchiv zu arbeiten, um jedoch bereits zwei Jahre später zum Kanzleikollegium zu wechseln. Ekeblad schloss sich in dieser Zeit auch der Hutpartei an, wie sehr viele junge Adelige jener Zeit, die sich damit erhofften eine politische Karriere zu sichern.

Die Rechnung Claes Ekeblads ging auf, denn 1738 wurde er Mitglied des geheimen Ausschusses und anschließend gehörte er zu jenem Kreis, der den Krieg gegen Russland plante. Als Ekelad am Neujahrstag 1741 auch noch die Tochter von Magnus Julius De la Gardie heiratete, war dem Politiker die politische Karriere endgültig gesichert, denn 1742 wurde er am französischen Hof der Nachfolger von Carl Gustaf Tessin und hatte damit den bedeutendsten Ministerposten Schwedens im Ausland erhalten. Im Jahr 1746 war Ekeblad dann einer der jüngsten Reichsräte aller Zeiten und ein Jahr später stieg er sogar zum zweiten Mann des Rates auf.

Dass Claes Ekeblad, der am 9. Oktober 1771 starb, trotz seiner zahlreichen Beziehungen keine bedeutende Rolle in der Geschichte Schwedens spielte, lag daran, dass ihm jede politische Weitsicht fehlte und er sich mehr auf eine aggressive Außenpolitik verließ, ohne indes hier die notwendigen Schritte zu leisten. Dieses Verhalten kann auch damit in Verbindung gebracht werden, dass Ekeblad mehr auf Grund seiner Beziehungen Karriere machte als durch tatsächliche Leistungen, aber auch damit, dass der Politiker Wissenschaft und Politik verknüpfte, ihm aber auch in der Wissenschaft weitgehend die nötigen Kenntnisse fehlten um langsichtige Entscheidungen fällen zu können.


30. März 1796: Johan Simmingsköld, ein homosexueller Schriftsteller im 18. Jahrhundert
30. März 1798: Torsten Rudenschöld, der Gründer der schwedischen Volksschule
30. März 1808: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
30. März 1858: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
30. März 1870: Axel Herrlin, Philosoph, Psychologe und Pädagoge
30. März 1888: Die Schauspielerin Anna Q. Nilsson
30. März 1920: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
30. März 1921: Die Glaskünstlerin Ingeborg Lundin
30. März 1926: Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea
30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1944: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. März 2018

Der Reichsmarschall Samuel Åkerhielm

Samuel Åkerhielm kam am 14. Dezember 1684 in Stockholm als Sohn eines Diplomaten zur Welt und schrieb sich nach Privatunterricht 1698 an der Universität Åbo (Turku) ein, wechselte 1702 zur Universität Uppsala und reiste 1705 nach London um dort das Staatsleben zu studieren und sich an der Universität Oxford einzuschreiben. Nur zwei Jahre später wurde Åkerhielm jedoch zurück nach Stockholm gerufen um in Frankreich und den Niederlanden als Kurier zwischen Carl Gyllenborg und Karl XII. zu dienen, der sich um diese Zeit in Sachsen aufhielt. Auf diese Weise wurde Åkerhielm auch der Vertraute des Königs.

Im Jahr 1717 wurde Samuel Åkerhielm an der königlichen Kanzlei angestellt, 1723 wurde er Staatssekretär für Verteidigungsfragen und er schloss sich der Holsteinschen Partei an, in der Hoffnung dort eine politische Karriere zu machen. Als diese jedoch bereits 1727 aufgelöst wurde, landete Åkerhielm als Präsident des Oberlandesgerichts in Åbo (Turku), dem heutigen Finnland. Åkerhielm nahm auch in dieser Zeit an den Reichstagen teil und schloss sich 1734 den neu gegründeten Hüten (Hattarna) an, erneut um eine politische Karriere zu beginnen. Da Åkerhielm jedoch stark für die Friedenspolitik eintrat, musste er letztendlich die kriegsfreundlichen Hatterna verlassen, mit der Aufforderung nie wieder Politik zu betreiben.

Während des Reichstags 1751/52 änderten die regierenden Hatterna das Urteil gegen Samuel Åkerhielm etwas und verliehen ihm zumindest eine Pension als Reichsrat. Als dann 1765 die Mützen (Mössarna) die Regierung übernahmen, schloss sich Åkerhielm dieser Partei an, wollte jedoch, wegen seines hohen Alters, das ihm angebotene Amt als Reichsrat nicht mehr annehmen. Am 11. März 1768, nur ein Jahr später, starb Åkerhielm dann auf seinem Gut Margretelund in Österåker. Dass Samuel Åkerhiel, trotz seiner Beziehungen und Leistungen, keine politische Karriere machte, hing vermutlich damit zusammen, dass er als Mann bekannt war, der keine Kompromisse kannte, sondern grundsätzlich seine eigene Meinung durchsetzen wollte.


11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär Schwedens
11. März 1849: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
11. März 1884: Lewi Pethrus, eine bedeutender Führer der Pfingstbewegung
11. März 1894: Der schwedische Fußballklub GAIS
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg
11. März 1960: Der schwedische Sänger Tommy Nilsson
11. März 1981: Die Öresundsvarvet in Landskrona

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 17. Februar 2017

Der Ritter, Jurist und Reichsrat Karl Ulfsson till Tofta

Karl Ulfsson till Tofta wurde am 17. Februar 1410 im Alter von etwa 90 Jahren im Kloster Vadstena begraben. Auch wenn sein Alter durch verschiedene Dokumente glaubhaft ist, so ist weder das Geburtsdatum, noch das Sterbedatum des Reichsrats Ulfsson till Tofta bekannt. Wenige Jahre vor seinem Tod unterzeichnete der Ritter noch im Auftrag des Königs Albrecht von Mecklenburg das Dokument das die Kalmarer Union einleitete, die knapp 126 Jahre lang die drei nordischen Reiche Schweden, Norwegen und Dänemark politisch miteinander verknüpfte.

Der Ritter Karl Ulfsson till Tofta wurde vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts als Sohn eines Reichsrats geboren und gehörte zu den wenigen Personen seiner Epoche die schreiben und lesen konnten. Diesem Umstand verdankte er es auch in Paris Jura studieren zu können, bevor er in Schweden im näheren Kreis des Hofes zu arbeiten begann. Sein wahrer Aufstieg begann jedoch erst nachdem Ulfsson till Tofta nach einer politischen Affäre des Landes verwiesen worden war und sich deswegen nach Mecklenburg begab und zur Gruppe gehörte, die Albrecht von Mecklenburg zur Krone Schwedens verhalf.

Zum Dank für seine Dienst wurde Karl Ulfsson till Tofta vom König 1364 zum Marschall und zum Vogt Stockholms ernannt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts war der Ritter nicht nur zusätzlich der Oberste Richter im Uppland geworden, sondern er nahm auch an nahezu allen wichtigen Treffen der Zeit teil, unter anderem beim Treffen in Nyköping im Jahre 1396 (Nyköpings Recess) bei dem die Grundlage für die Kalmarer Union geschaffen wurde und Teile des schwedischen Reiches neu verteilt wurden. Auch der Königin wurde bei dieser Gelegenheit ihre Morgengabe wieder zugesprochen.


17. Februar 1347: Die Geschichte der Kupfergruben in Falun
17. Februar 1753: Schweden greift zum Gregorianischen Kalender
17. Februar 1859: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes
17. Februar 1893: Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens
17. Februar 1931: Hitler und Goebbels erhalten in Stockholm Redeverbot
17. Februar 1973: Die schwedische Sängerin Shirley Clamp
17. Februar 1992: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Der Reichsrat und Kanzleipräsident Karl Vilhelm von Düben

Trotz seiner Beziehungen, seinem hohen Stand und theoretischem Einfluss als Reichsrat und Kanzleipräsidenten spielte Karl Vilhelm von Düben als er am 29. Dezember 1790 in Stockholm starb, keine bedeutende Rolle in der schwedischen Politik. Die Ursache dafür kann man beim Günstling des Königs Gustav III. vor allem darin finden, dass von Düben jeden Konflikt scheute und durch Diplomatie seine hohe Stellung behalten wollte. Sobald eine kritische Situation auftauchte, die von Düben die Karriere kosten konnte, nahm er nur noch eine Gastrolle ein und ließ andere Politiker seiner Zeit handeln.

Carl Wilhelm von Düben war am 2. Februar 1724 als Sohn eines Reichsrates und Hofkanzlers zur Welt gekommen was ihm den Weg in die Politik öffnete. Mit Hilfe des Erzbischofs Jöns Steuchius, eines Verwandten, begann von Düben 1732 ein Studium an der Universität Uppsala, das er mit dem Kanzleiexamen abschloss. Nach seinem Studium wurde von Düben in der königlichen Kanzlei beschäftigt, was ihn, nach einem längeren Aufenthalt in Berlin, zum Kammerherren der Königin Lovisa Ulrika führte, die ihn später zum persönlichen Sekretär und schließlich zum Oberkammerherr ernannte. 1763 wurde von Düben als Diplomat an den russischen Hof gesandt und sechs Jahre später erhielt die Ernennung zum Hofkanzler und wurde schließlich Kanzleipräsident.

Die wichtigste politische Zeit Carl Wilhelm von Döbens fiel in die Zeit als er einer der engsten Vertrauten der Königin Lovisa Ulrika war, zumal er während des Krieges in Pommern ihre heimliche Korrespondenz erledigte und dabei auch die Politik des Hofes beeinflusste. Diese Rolle nahm ein internationales Niveau an als von Döben als Vertreter des königlichen Hofes nach Russland geschickt wurde, da er in diesen Jahren dem russischen Kaiser gegenüber einerseits die offiziellen Aufgaben Schwedens wahrnahm, als Vertrauter des Hofes jedoch auch inoffiziell agierte und sich damit den persönlichen Interessen des schwedischen Königshaus besonders widmete. Da es hierüber keinerlei Dokumente gibt, kann man die Rückschlüsse zu einigen Ereignissen nur aus verschiedenen geschichtlichen Zusammenhängen schließen.


29. Dezember 1776: Der schwedische Diplomat Gustaf af Wetterstedt
29. Dezember 1905: Der schwedische Erfinder Martin Wiberg
29. Dezember 1949: Die schwedische Künstlerin Hanna Pauli
29. Dezember 1980: Der schwedische Künstler Axel Nilsson
29. Dezember 1999: Das Museum Tre Kronor in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 31. März 2015

Anders Johan von Höpken und der Weg zur Macht

Anders Johan von Höpken wurde am 31. März 1712 als Sohn eines Freiherrn in Stockholm geboren und studierte von 1728 bis 1730 an der Universität Uppsala, auch wenn er in diesen Jahren bereits in der königlichen Kanzlei beschäftigt war. 1730 wurde er als Attaché nach London geschickt und weitere zwei Jahre später unternahm er noch eine zweijährige Studienreise durch Holland, Frankreich, Italien und Deutschland, bevor er dann tatsächlich seine Arbeitsstelle in der Kanzlei antrat. Hier blieb von Höpken das Glück treu und als 1738 die ihm nahestehende Hutpartei die Macht im Reichstag übernahm, wurde der 26-Jährige unmittelbar Mitglied des geheimen Ausschusses.

Anders Johan von Höpken verstand es sich unentbehrlich zu machen und konnte damit die Stufen der Macht ohne Probleme erklimmen. Als Carl Gustaf Tessin daher 1752 sein Amt als Kanzleipräsident ablegte, wurde von Höpken sein Nachfolger und damit einer der einflussreichsten und mächtigsten Männer des Landes. Mit dem Ausbruch des Siebenjährigen Krieges baten Frankreich und Österreich Schweden am Krieg teilzunehmen und von Höpken sah nun die Chance Schweden wieder in eine Großmacht zu verwandeln, da ihm die Verbündeten bei einem Gewinn Preußen zusagten, was für von Höpken eine leichte Beute schien.

Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass Preußen weitaus stärker als gedacht war und schließlich war ein Verlust Schwedens kaum noch aufzuhalten. In dieser Zeit versuchte sich Anders Johan von Höpken dadurch zu retten, dass er selbst in das Kriegsgeschehen eingriff und persönlich Befehle erteilte. Diese Haltung führte jedoch nur dazu, dass die Hutpartei von Höpken loswerden wollte um dadurch den unsinnigen Krieg beenden zu können. Von Höpken betrachtete dies als Verrat und begann mit der Partei der Mützen zusammenzuarbeiten, auch wenn ihn das nicht lange retten konnte, denn 1761 musste er seine Ämter als Kanzleipräsident und Reichsrat ablegen. Anders Johan von Höpken starb am 9. Mai 1789 im Alter von 77 Jahren.


31. März 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg 
31. März 1891: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman 
31. März 1897: Erik af Edholm wird Chef der Königlichen Oper und des Dramaten 
31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang 
31. März 1914: Maria Lang, die vergessene Krimiautorin 
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson 
31. März 1945: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus 
31. März 1977: Kista Einkaufszentrum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna

Auch wenn Erik Axelsson Oxenstierna bereits am 23. Oktober 1656 im Alter von 32 Jahren in Preußen starb, spielte er einige wenige Jahre lang eine der wichtigsten Rollen Schwedens, da er als engster Vertrauter des Königs Karl X. Gustav nicht nur außerordentliche diplomatische Ergebnisse vorweisen konnte, sondern, als eine der vermögendsten Personen Schwedens Karl X. Gustav bedeutende Summen lieh für die er widerum mehrere Ländereien in den eroberten Gebieten als Pfand erhielt, das jedoch nie eingelöst wurde.

Erik Axelsson Oxenstierna war am 13. Februar 1624 auf Gut Fiholm im Södermanland zur Welt gekommen und hatte nach seinen Studien an der Universität Uppsala und einem Auslandsaufenthalt die besten Voraussetzungen dafür unmittelbar Karriere zu machen. Das Problem war lediglich, dass Königin Kristina in dieser Zeit volljährig wurde und die Macht ergriff. Auf Grund einiger Auseinandersetzungen zwischen seinem Vater, Axel Oxenstierna, und Kristina war auch der Sohn Kristina ein Dorn im Auge. Um ihn, in allen Ehren, vom Hof und der Macht zu verweisen, schickte sie Erik Axelsson Oxenstierna daher als Gouverneur nach Reval. In dieser Aufgabe renovierte Oxenstierna die Kirche Estlands und erneuerte das gesamte Rechtssystem, was ihm in der Fremde ein hohes Ansehen brachte.

Erst nachdem Erik Axelsson Oxenstierna 1651 zum Reichsrat ernannt worden war, kehrte er 1652 zurück nach Schweden und wurde an die Spitze des von seinem Vater neu gegründeten Kammerkollegiums gesetzt. Als Kristina dann 1654 die Macht an Karl X. Gustav abgab, wurde Oxenstierna der Vertraute des Königs, folgte im Amt seinem Vater als oberster Richter Nordschwedens und begleitete 1655 den König auf seinem Feldzug, wobei der König den Säbel in der Hand hielt und Oxenstierna die Diplomatie in die Hände nahm. Noch vor seinem Tod gelang es ihm dabei einige sehr vorteilhafte Verträge für die scwedishe Krone abzuschließen. Als plötzliche Todesursache des Politikers gilt der Genuss von verdorbenem Essen oder unreinem Wasser.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt
23. Oktober 2009: Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 28. Juni 2014

Ritter Peder Banér, Reichsrat und Kammerherr

Peder Banér, oft auch Per Banér geschrieben, kommt am 28. Juni 1588 in Djursholm zur Welt und erhält, auf Grund der schwierigen finanziellen Lage seiner Eltern, nur eine grundlegende Ausbildung, die unter dem Niveau eines Sohnes eines Reichsrats liegt. Da Banér jedoch intelligent ist, gelingt es ihm gegen 1607 dennoch an den schwedischen Hof zu kommen und konnte Gustav II. Adolf 1612 auf seinem Feldzug nach Skåne begleiten. Da es Banér am 12. Februar 2012 bei der Schlacht in Vittsjö gelang den König vom Ertrinken zu retten, erhob ihn dieser nur ein Jahr später zum Kammerherren und belohnte ihn damit, dass er einen Teil des früheren Besitzes seines Vaters zurückerhielt.

Die Karriere von Peder Banér ging nun geradlinig nach oben, zumal er auch sein Wissen ausbaute. Als Gustav II. Adolf am 12. Oktober 1617 in Uppsala zum König gekrönt wurde, schlug er Banér zum Ritter und nur ein Jahr später ernannte er ihn auch zum Reichsrat. Nach der Teilnahme des Ritters am Feldzug gegen Livland ab dem Jahre 1621 wurde er zum Gouverneur in Estland ernannt. Diese Aufgabe behielt Banér bis 1626, dem Jahr, als er zum Reichskanzleirat ernannt wurde und in Stockholm mehr Nutzen brachte, da er das Vertrauen des Königs besaß und er Axel Oxenstierna, der sich viele Jahre in Deutschland aufhielt, als Direktor der Staatskanzlei vertreten konnte.

Im Jahr 1632 machte sich bei Peder Banér eine Manodepression bemerkbar, die ihn immer häufiger davon abhielt seinen Aufgaben als Vertreter von Axel Oxenstierena nachzukommen und die Klagen gegen den Reichsrat und Ritter häuften sich. Mit Erleichterung nahm man daher die Rückkehr von Oxenstierna im Jahre 1636 auf, der nun die von Königin Kristina geplanten Reformen durchführen konnte. Peder Banér zog sich nun mehr und mehr zurück, ohne jedoch seine Ämter zu verlieren, wobei er auch weiterhin an den wichtigsten Sitzungen teilnimmt.


28. Juni 1791: Freiherr Carl Sparre und Gustav III.
28. Juni 1824: Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd 
28. Juni 1896: Filmvorführungen und Kinos in Schweden 
28. Juni 2000: Nils Einar Poppe und das missglückte Drama

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. Juni 2014

Nils Adam Bielke, ein Getreuer des Königshauses

Als Nils Adam Bielke am 20. Juni 1792 starb, hatte er seinen gesamten Einfluss am königlichen Hofe verloren, war von Feinden umgeben und galt dennoch immer noch als einer der treuesten Diener von König Gustav III., auch wenn man dies auf einen blinden Autoritätsglauben und die Leibe Bielkes zum höfischen Leben zurückführt, da der ehemalige Reichsrat fast nie eine eigene Meinung vertrat und die wenigen Male als er sich gegen die Kriegsführung aussprach, kein Gehör fand.

Dabei brachte Nils Adam Bielke, der am 30. Januar 1724 zur Welt gekommen war, alle Voraussetzungen mit um einer der bedeutendsten Politiker des 18. Jahrhunderts zu werden, denn da seine Mutter starb als er gerade einmal drei Jahre alt war, wurde er von der sehr reichen Großmutter Kristina Piper erzogen und erhielt eine selbst für jene Zeit extrem gute Ausbildung, denn Bielke besuchte sieben Jahre lang die Universität Lund, ein Jahr lang die Universität Uppsala und anschließend noch zwei Jahre lang die Universität Greifwalds, was ihm letztendlich auch zu einer Anstellung am Hof verhalf.

Nach einigen politischen Intrigen zu Ungunsten von Nils Adam Bielke wurde dieser im Jahre 1748 endgültig beim Hofe beschäftigt und, auf Grund seines hervorragenden höfischen Benehmens und seiner Bildung zum ständigen Begleiter des Prinzen Gustav ernannt. Dass Bielke diese Aufgabe anvertraut bekam, lag jedoch auch darin, dass er in jeder Linie die Politik des Königshauses verfolgte und daher ein idealer Fürsprecher der Hutpartei war. Auch wenn Bielke ein enger Vertrauter Adolf Fredriks und Gustav III. war und daher immer sehr früh in deren Pläne eingeweiht war und deren Politik nach Außen vertrat, ging der Reichsrat mit keinen eigenen Leistungen in die Geschichte ein.


20. Juni 1566: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1818: Königin Charlotta und Herzogin vom Södermanland
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin