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Sonntag, 18. März 2018

Fredrik Ferdinand Carlson, Politiker und Geschichtswissenschaftler

Fredrik Ferdiand Carlson kam am 13. Juni 1811 als Sohn eines Juristen und Regierungspräsidenten in Alsike zur Welt und studierte, nach seiner Hochschulreife, ab 1825 Geschichte und Philosophie an der Universität Uppsala, an der er auch von 1849 bis 1876 Professor in Geschichte war, was dem Wissenschaftler auch dazu verhalf 1859 in die Svenska Akademien aufgenommen zu werden. Bedeutend für Carlson war allerdings sein Aufenthalt an der Universität in Berlin, da er sich dort, nach Beendigung seines Studiums in Uppsala, mit der modernen Quellkritik auseinandersetzte, die seine spätere Karriere in der Geschichte stark beeinflusste.

Nach Abschluss seines Studiums und seines Aufenthalts in Berlin kehrte Fredrik Ferdiand Carlson nach Stockholm zurück und akzeptierte den Dienst als Lehrer der Söhne des Königs Oscar I., was zu zahlreichen Aufenthalten im Ausland führten. Während seiner Zeit in England machte er sich in diesem Zusammenhang mit den liberalen Strömungen des Landes vertraut. Diese Erfahrungen waren dafür verantwortlich, dass Carlson später, in seiner Rolle als Staatsrat, zum einen für die Religionsfreiheit kämpfte, zum anderen aber, sehr erfolgreich, das gesamte Ausbildungssystem Schwedens reformierte. Bei sämtlichen Reformvorschlägen Carlsons bewährten sich seine Geschichtskenntnisse, da er mit Hilfe dieser Argumente eine Logik seiner Ausführungen aufzeigen konnte.

Auch wenn Fredrik Ferdinand Carlson, der am 18. März 1887 in Stockholm starb, sich als Geschichtswissenschaftler auf die Zeit der Könige Karl X. Gustav und Karl XII. spezialisiert hatte, muss seine Leistung weitaus umfassender gesehen werden, denn Carlson war der erste Geschichtswissenschaftler Schwedens, der die schwedische Geschichte nicht mehr als eigenständig betrachtete, sondern diese im Zusammenhang mit den anderen europäischen Ländern betrachtete, da der Wissenschaftler davon ausging, dass jede bedeutende Handlung eines europäischen Landes auch andere Länder beeinflussen muss.


18. März 1655: Maria Eleonora von Brandenburg, die schönste Königin Schwedens
18. März 1786: Gustaf Lundberg, der produktivste Künstler Schwedens
18. März 1862: Der schwedische Künstler Eugène Jansson
18. März 1907: Eisenbahnraub in Schweden
18. März 1915: Der erste Meereseisbrecher Schwedens: S/S Sankt Erik
18. März 1935: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
18. März 1956: Die schwedische Skilegende Ingemar Stenmark
18. März 1957: Christer Fuglesang, der erste Schwede im All
18. März 1986: Die schwedische Sängerin Lykke Li 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 12. März 2018

Der Reichsrat Gustaf Kurck

Gustaf Kurck wurde am 10. Oktober 1624 als Sohn eines Reichsrates in Järstad, dem heutigen Mjölby, geboren, verbrachte jedoch seine Kindheit überwiegend im heutigen Finnland, wo der Vater erst Stadthalte von Åbo (Turku), später vom Schloss Viborg, war und zudem als Präsident des Oberlandesgerichts in Åbo eingesetzt war. Im Jahr 1634 schrieb sich Kurck an der Universität Uppsala ein und 1642 bis 1643 noch an Universität in Leiden. Gegen Ende des 30-jährigen Krieges wurde Kurck Offizier und 1656 nahm er am Winterfeldzug des Königs Karl X. Gustav teil.

Im Jahr 1664 wurde Gustaf Kurck zum Reichsrat ernannt und drei Jahre später zum Kriegsrat und in das Kriegskollegium gewählt. In dieser Eigenschaft zeigte Kurck sehr deutlich seinen Charakter, denn er gehörte zur kleinen Gruppe der Politiker, die sich für jede nur denkbare Sparmaßnahme einsetzten, zumindest so lange es nicht ihn selbst betraf, denn trotz der angestrebten Sparmaßnahmen forderte er 1667 als Donation das Kexholm län und, als Stadthalter der Länder, die Königin Kristina unterhielt, gelang es ihm  über 20.000 Taler zu seien Gunsten zu veruntreuen, die die Königen allerdings später von ihm zurückforderte. So sparsam sich Kurck bei politischen Handlungen zeigte, so ausschweifend und gierig zeigte er sich privat.

Die Macht und der Einfluss von Gustaf Kurck verschwanden als König Karl XI. im Jahr 1672 die Macht über das Land übernahm und dabei auch die Machenschaften innerhalb des Reichsrates aufdeckte. Die Folge davon war, dass Gustaf Kurck, wie auch sein Bruder Knut Kurck und Magnus Gabriel De la Gardie erst den Einfluss, dass auch ihre Güter weitgehend verloren und 1682 schließlich gezwungen wurden den Reichsrat zu verlassen. Kurck, der sich auf Grund seiner Machenschaften zu einem der reichsten Adeligen Schwedens entwickelt hatte, durfte nur das Gut Ållonö behalten, wo er auch am 12. März 1689 starb.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1610: Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
12. März 1864: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens
12. März 1899: Das Musik- und Theatermuseum in Stockholm
12. März 1912: Sixten Sason und die Saab-Modelle
12. März 1929: Der Sänger und Musiker Owe Thörnqvist
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
12. März 1995: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. Februar 2018

Der Reichsrat Axel Oxenstierna af Södermöre

Auch wenn Axel Oxenstierna vor allem dafür bekannt wurde, dass er am 20. Februar 1636 das Postwesen in Schweden gründete, so handelt es sich bei diesem Politiker, der am 16. Juli 1583 auf Gut Fånö in Löt geboren wurde, nicht nur um einen eifrigen Beamten, sondern um einen Mann, den man unter die mächtigsten, politischen Hintergrundfiguren Schwedens sehen muss. Oxenstierna teilte Schweden in Regierungsbezirke (Län) ein, die im Großen und Ganzen noch heute auf die gleiche Weise existieren und er schuf zahlreiche Gesetz Schwedens, die ebenfalls noch heute eine gewisse Bedeutung haben. Oxenstierna war jedoch unter Karl IX. auch Reichsrat und vertrat diesen daher immer dann, wenn sich der König nicht in Schweden befand.

Axel Oxenstierna wurde auch einer der engsten Vertrauten des Königs Gustav II. Adolf, was sich bereits dadurch ausdrückte, dass er dessen Hochzeit mit Maria Eleonora von Brandenburg organisierte und beim Krieg mit Polen und Russland die gesamte Verantwortung für die Versorgung der Truppen und der Marine trug, und bei allen wichtigen Verhandlungen Schweden vertrat. Während des 30-jährigen Krieges wurde Oxenstierna der Assistent des Königs und plante die Schlachtzüge, ohne indes je selbst in die feindlichen Handlungen einzugreifen. Auf Grund seiner Stellung übernahm er, nach dem Tod des Königs als Vormund der künftigen Königin Christina die Regierung Schwedens.

Das Verhältnis zwischen Königin Christina, auch Kristina geschrieben, und Axel Oxenstierna schien ziemlich gespannt, denn der Politiker wollte Christinas Abdankung verhindern, vermutlich weil er dadurch mehr Einfluss behalten konnte, aber er konnte die Königin nicht umstimmen. Auch der Folgekönig Karl X. Gustav schenkte Oxenstierna großes Vertrauen, was jedoch die Geschichte nicht mehr beeinflusste, denn Oxenstierna starb am 28. August 1654, nur wenige Monate nachdem der König die Macht ergriffen hatte. Von seiner aktiven Tätigkeit zeugen die von Oxenstierna hinterlassenen Dokumente, die nicht weniger als 500 Bände ausmachen, die heute im Reichsarchiv aufbewahrt werden.


20. Februar 1513: Johan II. von Schweden, König für vier Jahre
20. Februar 1636: Die Entwicklung der schwedischen Post
20. Februar 1816: Anders Jönsson und die schwedische Textilindustrie
20. Februar 1856: Carl David Skogman und wie Wirtschaftspolitik Schwedens
20. Februar 1866: Der schwedische Architekt Carl Westman
20. Februar 1903: Der schwedische Maler Gotthard Werner
20. Februar 1916: Klas Pontus Arnoldson, Träger des Friedensnobelpreises
20. Februar 1917: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale
20. Februar 1955: Klas Östergren, das exzentrische literarische Genie
20. Februar 1988: Die schwedische Künstlerin Idun Lovén 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 30. Januar 2016

Über das Eis und den Großen Belt zum Frieden von Roskilde

Nach dem Frieden in Brömsebro hatte Dänemark nur eines im Sinne, seine an Schweden verlorenen Gebiete zurückzuerobern, aber da Schweden immer stärker wurde, wartete Dänemark auf einen günstigen Moment, der sich ab 1657 zeigte, denn Schweden hatte an mehreren Fronten zu kämpfen und wenn sich auch Österreich in den Krieg einschalten sollte, so war von dänischer Seite ein Angriff denkbar. Allerdings hatte auch Karl X. Gustav dieses Problem erkannt und wollte Dänemark noch rechtzeitig in seine Schranken weisen, und er wartete ebenfalls auf einen günstigen Moment, denn auch wenn es ihm noch 1657 gelungen war Fredriksodde einzunehmen, so war die Gefahr nur gebannt wenn er auch Fünen und Seeland einnehmen konnte, die der Weg zu ganz Dänemark waren.

Danach kam jedoch der Winter, die Flotte war damit nicht mehr einzusetzen und um Dänemark einzunehmen, hatte Karl X. Gustav nur eine Chance, möglichst unbemerkt über das Wasser nach Dänemark zu gelangen und den Feind zu überrumpeln. Und hierfür gab es nur eine einzige Chance, nämlich über da Eis zu kommen. Als am 30. Januar 1658 das Eis endlich dick genug war, machte sich die Armee des schwedischen Königs auf den Weg über den kleinen Belt und gelangte mit relativ geringen Verlusten nach Fyn (Fünen). Die Überraschung war gelungen und die Dänen auf Fyn mussten sich nach kurzen Kämpfen ergeben. Aber noch war der Große Belt ein Hindernis, zumal das Eis hier weitaus weniger trug als jenes über den Kleinen Belt.

Am 5. Februar 1658 war es dann endlich so weit dass auch das Eis über den Großen Belt, zumindest an einer strategisch interessanten Stelle, dick genug war um Fußsoldaten und Reiterheer den Weg nach Själland (Seeland) zu ermöglichen. Diese Taktik des schwedischen Königs machte es dem dänischen Heer unmöglich sich vorzubereiten und schon am 13. Februar des gleichen Jahres standen die Schweden vor Kopenhagen und Dänemark musste kapitulieren und Friedensverhandlungen einleiten. Dieser Weg über das Eis brachte Schweden den endgültigen Sieg, der Dänemark letztendlich ein Drittel seines Reiches kostete, und nur wenige Tage später kam es zum Frieden von Roskilde, der die heutigen Grenzen Schwedens schuf.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. September 2015

Karlshamn wird zur Stadt ernannt

Karlshamn hatte zwar bereits vor dem Frieden von Roskilde wegen seinem Meereszugang eine gewissen Bedeutung, aber der Ort selbst bestand unter dänischer Zeit fast ausschließlich aus Bauern und trug noch den Namen Bodekull. Auf Grund seiner strategischen Lage entschied sich Karl X. Gustav jedoch nach dem Friedensschluss Bodekull zu einer befestigten Stadt zu machen und hier auch einen Marinestützpunkt aufzubauen. Bereits am 15. September 1664 entschied daher der Reichstag Bodekull die Stadtrechte zu verleihen und dabei zwei Orte zu vereinen und gleichzeitig die neue Stadt auszubauen und zu befestigen.

Im Jahre 1666 legte der König dann Bodekull und Bodestorp endgültig zusammen, entschied die neue Stadt unmittelbar zu befestigen und gab ihr den Namen Karlshamn. Erst zwei Jahre später sollte auch der Privilegienbrief mit den Stadtrechten folgen, den jedoch Königin Hedvig Eleonora ausstellte, die Witwe von Karl X. Gustav. Der damalige Staatsarchitekt Erik Dahlbergh zeichnete anschließend den Stadtplan und plante auch das Kastell, das jedoch erst ab 1675 angelegt wurde, als Karlshamn bereits sämtliche Handelsrechte besaß. Allerdings sollte die Entwicklung der neuen Stadt noch etwas auf sich warten lassen, denn 1678 wurde Karlshamn von den Dänen verwüstet und schon 1710 erneut in Brand gesetzt. Anschließend kam die Pest, die die Hälfte der Bevölkerung tötete und 1763 fiel ein großer Teil der jungen Stadt erneut den Flammen zum Opfer.

Als die Pest in Karlshamn zu Beginn des 18. Jahrhundert überwunden war, begann die wirtschaftliche Entwicklung, denn ab 1740 entwickelten sich hier Handel, Seefahrt und vor allem Industrie. Nur 20 Jahre später fand man in Karlshamn eine Werft und jede Art von Industrie, was die Stadt zu einem Zentrum Blekinges machte, aber seine Spuren auch in großen Teilen des Smålands hinterließ. Während der Kontinentalsperre entwickelte sich Karlshamn dann auch zu einem wichtigen Handelszentrum, das britische Waren nach Deutschland verschiffte. In dieser Zeit entstanden die großen Handelshäuser der Stadt, was man heute als die Glanzperiode Karlshamns betrachtet. Den nächsten Schritt sollte Karlshamn erst wieder Ende des 19. Jahrhunderts mit der Ankunft der Eisenbahn machen.


15. September 1907: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
15. September 1969: Die Karriere von Åke Grönberg
15. September 1972: Flugzeugentführung in Schweden
15. September 1973: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie
15. September 1973: Daniel Westling wird Prinz Daniel Westling Bernadotte
15. September 1975: Der Name Arla wird in Schweden geboren
15. September 1990: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna

Auch wenn Erik Axelsson Oxenstierna bereits am 23. Oktober 1656 im Alter von 32 Jahren in Preußen starb, spielte er einige wenige Jahre lang eine der wichtigsten Rollen Schwedens, da er als engster Vertrauter des Königs Karl X. Gustav nicht nur außerordentliche diplomatische Ergebnisse vorweisen konnte, sondern, als eine der vermögendsten Personen Schwedens Karl X. Gustav bedeutende Summen lieh für die er widerum mehrere Ländereien in den eroberten Gebieten als Pfand erhielt, das jedoch nie eingelöst wurde.

Erik Axelsson Oxenstierna war am 13. Februar 1624 auf Gut Fiholm im Södermanland zur Welt gekommen und hatte nach seinen Studien an der Universität Uppsala und einem Auslandsaufenthalt die besten Voraussetzungen dafür unmittelbar Karriere zu machen. Das Problem war lediglich, dass Königin Kristina in dieser Zeit volljährig wurde und die Macht ergriff. Auf Grund einiger Auseinandersetzungen zwischen seinem Vater, Axel Oxenstierna, und Kristina war auch der Sohn Kristina ein Dorn im Auge. Um ihn, in allen Ehren, vom Hof und der Macht zu verweisen, schickte sie Erik Axelsson Oxenstierna daher als Gouverneur nach Reval. In dieser Aufgabe renovierte Oxenstierna die Kirche Estlands und erneuerte das gesamte Rechtssystem, was ihm in der Fremde ein hohes Ansehen brachte.

Erst nachdem Erik Axelsson Oxenstierna 1651 zum Reichsrat ernannt worden war, kehrte er 1652 zurück nach Schweden und wurde an die Spitze des von seinem Vater neu gegründeten Kammerkollegiums gesetzt. Als Kristina dann 1654 die Macht an Karl X. Gustav abgab, wurde Oxenstierna der Vertraute des Königs, folgte im Amt seinem Vater als oberster Richter Nordschwedens und begleitete 1655 den König auf seinem Feldzug, wobei der König den Säbel in der Hand hielt und Oxenstierna die Diplomatie in die Hände nahm. Noch vor seinem Tod gelang es ihm dabei einige sehr vorteilhafte Verträge für die scwedishe Krone abzuschließen. Als plötzliche Todesursache des Politikers gilt der Genuss von verdorbenem Essen oder unreinem Wasser.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt
23. Oktober 2009: Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 26. Juni 2014

Knut Kurck und der Widerstand gegen die Macht des Königs

Als Knut Kurck am 26. Juni 1690 (einige Quellen nennen auch den 26. Juli 1690 als Todestag) auf Hedensö im Södermanland starb, hatte er alle Ehre und nahezu alle seine Güter verloren, da er sich in seiner Eigenschaft als Ratsherr dafür einsetzte die Königsmacht zu beschränken, aber gleichzeitig dem Adel einen Teil seiner Rechte zu nehmen, da er als Gegner von Magnus Gabriel De la Gardie, der Überzeugung war, dass die Ratsherren eine Pufferzone zwischen König und Adel bilden müssen damit keine der beiden Gruppen seine Macht einseitig ausnutzen könne, eine Meinung, die letztendlich dazu führte, dass ihm der König das Vertrauen entsagte und der Adel sich gegen ihn stellte.

Knut Kurck erhielt, gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Gustaf Kurck, seine Bildung an der Akademie in Uppsala (Universitt Up
psala). Im Alter von 20 Jahren begab er sich dann auf eine Studienreise nach Utrecht und Leiden, was zwar zu einer guten Bildung führte, aber auch dazu, dass die beiden Brüder ihr gesamtes Kapital verschleuderten. Als Kurck dann nach Schweden zurückkehrte, lebte er erst bei seinem Vater auf Hedensö, bis ihm Axel Oxenstierena 1651 dazu verhalf vom König die Verwaltung der Region Västmanland angetragen zu bekommen. Nur ein Jahr später ernannte ihn Karl X. Gustav zum Reichsrat und zusätzlich wurde Kurck als Assessor im Kammerkollegium aufgenommen, dessen Präsident er auch drei Jahre später wurde. Kurck behielt die Gunst des Königs bis 1680, als er sich weigerte ein Papier zu unterschreiben das die Rechte des Reichsrates festlegte.

Bereits ab 1668 hatte Knut Kurck allerdings eine Allianz mit Gustav Bonde, Sten Bielke und anderen Kritikern der Königsmacht zusammengeschlossen um den Reichskanzler De la Gardie zu entmachten, den die Gruppe als ihren größten Feind sah, da dieser sich für eine Allianz mit Frankreich einsetzte und die Macht des Königs ausdehnen wollte. Kurck konnte, trotz seiner für die Zeit revolutionären Gedanken, einen Teil seine Macht noch bis 1681 behalten, wurde dann jedoch mit sieben weiteren Oppositionellen von seinem Amt enthoben und Karl XI. wurde in seiner ausgedehnten Machtposition bestätigt.


26. Juni 1939: Der Göteborg-Kolorist Ivan Ivarson
26. Juni 1942: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichter Schwedens 
26. Juni 1959: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht 
26. Juni 1977: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe 
26. Juni 1987: Göteborger Humor in Film und Theater

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. Juni 2014

Der schwedische Feldherr Carl Gustaf Wrangel

Als Carl Gustaf Wrangel af Salmis am 25. Juni 1676 im Alter von 62 Jahren auf Schloss Spyker auf Rügen starb, war sein Ruf als Feldherr, nach dem Debakel während der Schlacht bei Fehrbellin, sehr angeschlagen, seine Krankheit machte ihm zu schaffen und von seinem früheren Einfluss zeugte im Grunde nur noch sein Schloss Skokloster, das nach seinem Tod seine älteste Tochter Margareta Juliana Wrangel erbte, ein Schloss, das man als Symbol der einstigen Großmacht Schwedens bezeichnen kann.

Carl Gustaf Wrangel folgte bereits als 14-Jähriger seinem Vater während des Polnisch-Schwedischen Krieges unter Gustav II. Adolf nach Preußen und nahm, nach einigen Bildungsreisen nach Leiden und Paris, als junger Offizier auch an der Schlacht bei Lützen im Jahr 1632 teil bei der der schwedische König getötet wurde. Wrangel spielte während des Dreißigjährigen Krieges jedoch erst ab 1638 eine Rolle, nämlich als er zum Generalmajor ernannt wurde. In die Geschichte ging der Kriegsherr Wrangel dann 1644 ein, als er bei der Schlacht bei Femern die dänische Flotte besiegte und er anschließend, in der Endphase des Dreißigjährigen Krieges, den Befehl über die schwedischen Truppen übernahm.

Auch nach Ende des langen Krieges bewies Carl Gustaf Wrangel seine Fähigkeiten als Kriegsherr, denn nachdem er 1657 die dänische Festung Fredriksodde eingenommen hatte, wurde er von Karl X. Gustav zum Reichsadmiral ernannt. Neben seiner Tätigkeit als Kriegsherr hatte ihn Königin Kristina bereits 1648 zum Generalgouverneur über das schwedische Pommern erhoben und im gleichen Jahr war er Kanzler der Universität Greifswald geworden. Natürlich wollt Wrangel seinen Status auch nach Außen zeigen, was sich dadurch zeigte, dass er ab 1654 das Schloss Skokloster baute und mit Kunstwerken, Waffen und Büchern aus ganz Europa ausstattete, Wertgegenständen, die noch heute täglich hunderte von Besuchern anziehen.


25. Juni 1568: Gunilla Johansdotter wird Königin gegen ihren Willen
25. Juni 1630: Gustav II. Adolf tritt in den 30-jährigen Krieg ein
25. Juni 1722: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken
25. Juni 1878: Der schwedische Künstler Erik Tryggelin
25. Juni 1888: Vier Städte Schwedens brennen am gleichen Tag
25. Juni 1917: Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports
25. Juni 1963: Der schwedische Spion Stig Wennerström

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. April 2014

Graf Magnus Gabriel De la Gardie, Dichter und Reichskanzler

Als Magnus Gabriel De la Gardie am 26. April 1686 auf Schloss Venngarn bei Sigtuna starb, war er von einem der mächtigsten Männer Schwedens, der sowohl unter Königin Kristina, als auch unter Karl X. Gustav und Karl XI. eine wichtige Rolle in der schwedischen Geschichte gespielt hatte, in die tiefste Armut und die Verachtung des Hofes gefallen. Bereits mit 25 Jahren war De la Gardie Reichsrat und als Günstling von Königin Kristina schien ihm allerdings die beste Zukunft im Reich gesichert, auch wenn bisweilen gemunkelt wurde, dass er dies einer Liebesaffäre mit der Königin zu verdanken hatte, was allerdings nie bewiesen wurde.

Magnus Gabriel De la Gardie, der am 15. Oktober 1622 in Reval, dem heutigen Tallin, geboren worden war, gilt als einer der intelligentesten Männer der schwedischen Geschichte und hatte nicht nur mit 13 Jahren ein Studium an der Universität Uppsala begonnen, sondern später auch im holländischen Leiden und in Paris studiert. Vor allem Frankreich hatte ihn sehr stark beeindruckt und dazu geführt, dass er selbst in schwedischen Krisenzeiten eine frankreichfreundliche Politik führte und damit sehr stark in die Kritik geriet. Auch wenn er seinen schnellen politischen Aufstieg der Gunst Kristinas verdankte, so wurde er von ihr 1653, nach verschiedenen Anklagen, aller Ämter enthoben um jedoch nur zwei Jahre später von Karl X. Gustav wieder mit allen Ehren eingesetzt zu werden, was vermutlich auch damit zusammenhing, dass De la Gardie mit der Schwester des Königs verheiratet war.

Während seiner Glanzzeit war Magnus Gabriel De la Gardie nicht nur einer der einflussreichsten Männer Schwedens, sondern auch einer der reichsten mit nahezu unendlichen Besitzungen, darunter etwa 30 Schlössern. Intrigen, Kriege und die Bestechung von Seiten Frankreichs brachten De la Gardie jedoch schließlich zu Fall und unter der sogenannten Reduktion unter Karl XI. musste der machtsüchtige und verschwenderische De la Gardie alle seine Güter, ausgenommen zwei Schlössern, an die Krone zurückgeben. Durch zusätzliche immense königliche Geldforderungen konnte De la Gardie allerdings auch diesen Besitz nicht halten und starb isoliert und völlig verarmt.


26. April 1824: Der Theologe und Schriftsteller Otto Myrberg
26. April 1891: Der Folkets Park in Malmö 
26. April 1893: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
26. April 1893: Axel Krook, der Meinungsmacher des 19. Jahrhunderts 
26. April 1998: Sven Olov Lindholm, der Verehrer Hitlers

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Die Gründung der schwedischen Universität Lund

Bereits im Jahre 1425 fand man in Lund eine erste Universität mit einem „studium general“, was im Grunde bedeutet, dass Lund die älteste Universität im nordischen Raum besitzt. Allerdings war diese erste Universität katholisch und wurde, wie auch jene in Uppsala, mit der Reformation im 16. Jahrhundert geschlossen. Hinzu kommt, dass Skåne, also auch Lund, bis zum Frieden von Roskilde in dänischem Besitz war, dort also alle Einrichtungen von den Gunsten der dänischen Könige abhängig waren.


Mit dem Frieden von Roskilde sollte sich dies ändern und als Karl X. Gustav unmittelbar nach dem Friedensabkommen in Lund ankam, traf er auch Bischof Peder Winstrup, der für die gesamte Ausbildung der Region zuständig war. Winstrup forderte den König auf in Lund eine Universität nach dem Modell von Uppsala einzurichten, da dies zahlreiche inländische und ausländische Studenten anziehen würde, aber auch der Integration Skånes in das schwedische Reich dienlich sei, denn gerade die Ausbildung von Priestern war wichtig, die dann in der Region den Glauben verbreiten und einen bedeutenden Einfluss auf das Denken der Bürger ausüben.

Karl X. Gustav zögerte jedoch und starb zwei Jahre später ohne eine Entscheidung gefällt zu haben. Erst die Vormundschaftsregierung seiner Nachfolgers, Karl XI. führte  dann zur Gründung der Universität Lund. Am 19. Dezember 1666 unterzeichnet dann Hedvig Eleonora, die der Vormund des jungen Königs war, alle Papiere zur Gründung der Universität und gab ihr eine, von der Stadt unabhängige, Gerichtsbarkeit. Gleich zu Beginn ihrer Aktivität hatte die Universität, die in den Folgejahren mehrmals Geld vom König forderte, vier Fakultäten, nämlich Theologie, Philosophie, Recht und Medizin. Eingeweiht wurde die Universität Lund am 28. Januar 1668, also etwas über ein Jahr nach der offiziellen Gründung.


19. Dezember 1996: Die Schengener Abkommen in Schweden 
19. Dezember 2011: Das Ende der klassischen, schwedischen Saab Automobile

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Februar 2012

Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung

Am 13. Februar 1660 stirbt der schwedische König Karl X. Gustav in der Landshövdingeresidenset in Göteborg, dem ältesten Wohnhaus, das noch heute in Göteborg existiert und bereits beim Bau im Jahre 1651 für die Machthaber der Stadt gedacht war und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder als Unterkunft für die schwedischen Könige diente. Auch Kronprinzessin Victoria übernachtet bei Besuchen in Göteborg noch in diesem mittlerweile historischen Gebäude.

John Börjessons Karl X. Gustav auf dem Stortorget in Malmö

König Karl X. Gustav war am am Weihnachtsabend des Jahres 1659 in Begleitung von Königin Hedvig Eleonora und dem gemeinsamen vierjährigen Sohn anlässlich eines Reichstages in Göteborg angekommen, der im Kronhuset abgehalten wurde, einem Gebäude, das ebenfalls noch erhalten ist. Bereits eine Woche nach Beginn des Reichstags erkrankte der König an einer Grippe, die sich dann in eine Lungenentzündung verwandelte und ihn ans Bett fesselte.

Am 13. Februar starb dann Karl X. Gustav an einer Blutvergiftung, die er sich vermutlich während der Behandlung zugezogen hatte. Allerdings hatten ihm die Ärzte auch ohne die Grippe mit folgender Lungenentzündung nur noch wenige Jahre gegeben, da der König, der am 8. November 1622 zur Welt gekommen war, schlecht, zu viel und viel zu schnell aß und bereits seit Jahren an Fettleibigkeit litt, die ihm das Atmen oft schwer machte und zu häufigen Hustenausbrüchen führte. Auch Koliken ließen ihn nächtelang in seinem Zimmer auf und ab gehen, aber eine Änderung seines Lebensstils kam für Karl X. Gustav nicht in Frage. Nach seinem Tode wurde sein vierjähriger Sohn als Karl XI. noch in Göteborg zum schwedischen König.

13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. November 2011

Karl X. Gustav, der deutsch-freundlichste König Schwedens

Am 8. November 1622 wurde der spätere König Karl X. Gustav geboren, der 1654 den schwedischen Thron bestieg und bereits sechs Jahre später in Göteborg verstarb. Während seiner kurzen Regierungszeit brachte er, als erster schwedischer Monarch der Karolinger, das Fürstenhaus Wittelsbach zurück nach Schweden, auch wenn er in diesen wenigen Jahren nahezu ausschließlich auf einem der Schlachtfelde in Polen, Deutschland oder Dänemark zu finden war.

Da die Eltern von Karl X. Gustav während des 30-jährigen Krieges nach Schweden geflohen waren, wo sie sich permanent niederließen, war der König in Schweden geboren und wurde von Reichskanzler Axel Oxenstierna auch in schwedischem Sinne erzogen. Im Elternhaus wurde jedoch überwiegend die deutsche Sprache gesprochen und vom Elternhaus übernahm Karl X. Gustav auch sehr viele deutsche Traditionen, die er zum Teil in Schweden einführte. Durch seine Herkunft war er auch bedeutend am deutschen Reich und seiner Politik interessiert, was der schwedische Adel wenig schätzte und was sich auch darin ausdrückte, dass er im Adel einen starken Widersacher fand.

Karl X. Gustav wollte Schweden, unter anderem mit der Eroberung von Dänemark und Polen, zu einem mächtigen Reich nach deutschem Vorbild machen, was er jedoch durch mehrere Niederlagen nicht erreichte. Durch die Friedensschlüsse der Vormunde seines Sohnes, dem späteren König Karl XI., konnte Karl X. Gustav jedoch, ohne das er dies plante, die heutigen, natürlichen Grenzen Schwedens schaffen. Karl X. Gustav starb am 13. Februar 1660 während des Reichstages im Göteborger Kronhuset, dem ältesten noch erhaltenen Amtsgebäude der Stadt.

8. November 1903: Die Teilnehmer der schwedischen Antarktisexpedition werden gerettet
8. November 1942: Åke Göransson erkennt seine eigenen Gemälde nicht 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Kristina wird zur Königin von Schweden gekrönt

Auch wenn Kristina von Schweden, nach ihrer vorzeitigen Mündigkeit, die Regierung Schwedens bereits am 8. Dezember 1644 übernahm, so wurde sie erst am 20. Oktober 1650 zur Königin des Landes gekrönt, in einer Situation, in der der Adel nahezu alle Macht im Lande hatte wogegen sich Priester, Bürger und vor allem Bauern immer stärker auflehnten. Ohne maßgebliche Änderungen in der Regierungspolitik riskierte das Reich in bedeutende interne Unruhen zu geraten.

Kristina von Schweden machte sich daher unmittelbar an die Regierungsgeschäfte und beschnitt sehr schnell die Macht der Oxenstierna, dem Adelsgeschlecht, das ihr größter Widersacher geworden war und für die Aufrechterhaltung des vorhergehenden Systems war. Sehr schnell gab Kristina daher ihren eigenen Günstlinge die wichtigsten Ämter, was zwar Unruhen in Schweden verhinderte, aber intern weiterhin zu Machtkämpfen führte, die sie kaum alle gewinnen konnte.

Eines der bedeutendsten Probleme Kristinas von Schweden war jedoch, dass sie nur unter der Voraussetzung Thronfolgerin von Gustav II. Adolf geworden war, dass sie sich verheiratete und einen Thronfolger zur Welt brachte. Da sie dazu nicht bereit war, war sicher, dass sie früher oder später abtreten musste und die Bestimmung eines Thronfolgers neue Probleme verursachen würde. Aber auch hier konnte Kristina ihren Willen durchsetzen, denn bereits am Krönungstag setzte sie Karl Gustav, einen einstigen Freier, als Thronfolger ein, der dann als Karl X. Gustav zum König gekrönt wurde.

20. Oktober 1914: Der schwedische Künstler Arne Jones
20. Oktober 1978: Der Tod des schwedischen Rennfahrers Gunnar Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin