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Mittwoch, 16. Januar 2019

Der schwedische Künstler Ralph Bergholtz

Ralph Bergholtz wurde am 16. Januar 1908 in Göteborg geboren, machte jedoch seine künstlerische Ausbildung in den 30er Jahren in Paris. Bergholtz war ursprünglich Maler, beschäftigte sich jedoch auch mit der Bildhauerei und spezialisierte sich schließlich auf Glaskunst, insbesondere Glasmalerei. Der Künstler hatte bereits in Frankreich die moderne Glasmalerei gelernt, besuchte jedoch anschließend auch noch Ateliers in der Schweiz um die unterschiedlichsten Techniken zu vergleichen. Das Ergebnis dieser Studienreisen war jedoch, dass er letztendlich eine eigene Technik entwickelte.

In den 50er Jahren entwickelte Ralph Bergholtz, gemeinsam mit Jan Brazda, seine spezifische Technik bei der man das Glas so nahe wie möglich an den Schmelzpunkt bringt um in diesem Moment ein Reliefmuster in die Oberfläche des Glases einzulegen. Auf diese Weise bricht sich das Licht im Glas auf sehr unterschiedliche Weise und man bekommt bei der fertigen Glasmalerei das Gefühl, dass das Licht verstärkt wird und sich in alle Richtungen ausdehnt. Mit dieser Methode gelang es Bergholtz die gesamte Glaskunst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu revolutionieren.

Ab 1955 arbeitete Ralph Bergholtz in einer eigenen Glashütte bei Höganäs, in der sich sehr bald die Modernisten der schwedischen Glaskunst trafen um von den Erfahrungen und Fähigkeiten des Glaskünstlers Bergholtz zu profitieren. Als 1960 die Künstlerin Randi Fisher in die Nähe von Höganäs zog, begann eine intensive Zusammenarbeit der beiden Künstler, die auch zu einer Ehe führte und zu gemeinsamen Arbeiten mit dem Architekten Johannes Olivegren. Die Glasarbeiten in Kirchen und öffentlichen Gebäuden lassen andere Arbeiten von Bergholtz nahezu untergehen, denn der Künstler illustrierte auch mehrere Bücher über Schonen (Skåne) und ein Lehrbuch des christlichen Glaubens.


16. Januar 1703: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen
16. Januar 1814: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre
16. Januar 1818: Der schwedische Schriftsteller C. V. A. Strandberg
16. Januar 1878: Der schwedische Künstler Karl Isakson 
16. Januar 1900: Folkpartiet, die Volkspartei von der Idee bis heute
16. Januar 1900: Die liberale Sammlungspartei, die späteren Liberalen
16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan 
16. Januar 1940: Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an 
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den Autoren 
16. Januar 1992: Lotta Engberg und die Fernsehlotterie Bingolotto

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 6. Januar 2018

Der Künstler und Karikaturist Pelle Hedman

Pelle Hedman kam am 6. Januar 1861 als Per Erick Pärsson in Gimsbärke bei Borlänge als Sohn eines Landwirts zur Welt und begann mit 17 Jahren eine Kunstausbildung an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, die er anschließend an der Kunstakademie fortsetzte, bevor er seine Fähigkeiten bei einem Aufenthalt in Paris perfektionierte. Nach seiner Rückkehr aus Frankreich arbeitete Hedman für alle größeren Zeitungen Stockholms, um sich erst mit 72 Jahren zu pensionieren, ein halbes Jahr vor seinem Tod am 10. August 1933.

Pelle Hedman, der zeitweise im Künstlerkreis um Anders Zorn verkehrte, war Zeit seines Schaffens der vermutlich am häufigsten engagierte Zeichner der Stockholmer Presse, da, vor der Zeit der Fotografie, nur Künstler wie Hedman Leben in eine Zeitung oder Zeitschrift bringen konnten. Erst mit Einbruch des 20. Jahrhunderts musste Hedman daher von der Illustration vor allem zur Karikatur wechseln, was ihm hervorragend glückte, da er mit allen künstlerischen Methoden eng vertraut war.

Pelle Hedman hatte auch in der Stadt seine Kindheit auf dem Bauernhof nicht vergessen, denn zahlreiche seiner Zeichnungen und Illustrationen schildern sehr deutlich das ländliche Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein Erfolg lag jedoch nicht nur an den beeindruckenden Zeichnungen und Malereien, die das Leben der Bevölkerung schilderten, sondern der Künstler wagte sich, vor allem bei seinen Karikaturen, die Grenzen der offiziellen Darstellungen zu sprengen. Bereits 1895 veröffentlichte Hedman eine Zeichnung bei der sich der König Oscar II. und sein Gast, Senator Liss Olof Larsson, von hinten zeigen, sich also vom Künstler abwenden.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens
6. Januar 1852: Der schwedische Künstler Carl Kylberg
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 18. April 2017

Die Künstlerin Gisela Trapp

Gisela Trapp kam am 18. April 1873 als Gisela Henckel, als Tochter eines Schiffsreeders, in Helsingborg zur Welt und begann sich bereits sehr früh zur Künstlerin auszubilden, unter anderem als Privatschülerin beim dänischen Maler Niels Pedersen in Kopenhagen, wobei sich Trapp vor allem auf Tier- und Naturmotive setzte. Bereits gegen 1895 begann Trapp dann mehrere Werke von Eva Wigström zu illustrieren, einer Schriftstellerin, die in Helsingborg in den gleichen Kreisen verkehrte wie die Familie Henckel.

Über Eva Wigström kam Gisela Trapp auch in Kontakt mit dem Verlag  Svensk Läraretidnings förlag, was dazu führte, dass Trapp etwa 20 Bände der Kinderbuchserie Saga illustrierte. Der Erfolg dieser Serie brachte der Künstlerin dann zahlreiche weitere Illustrationsaufträge mehrerer Verlage, anfangs vor allem für Kinder und Jugendbücher, später dann vor allem für katholische Publikationen. Nach einem Aufenthalt in der Künstlerkolonie in Arild und weiterem Kunstunterricht bei Elisabeth Keyser verwirklichte  Trapp auch zahlreiche Gemälde, die sie in mehreren Ausstellungen präsentierte.

Der große Wandel kam für  Gisela Trapp dann zwischen 1910 und 1920, als die Künstlerin plötzlich zum katholischen Glauben übertrat, da sie in den Folgejahren nahezu ausschließlich katholische Motive malte, was auch auf Kosten des Humors ging, den man in ihren frühen Illustrationen und Gemälden finden konnte. Im Jahr 1923 schenkte Gisela Trapp, die am 2. Mai 1958 starb, gemeinsam mit ihrer Schwester, Helsingborg ein Grundstück zur Errichtung einer katholischen Kirche, wobei die Mutter dann auch den Bau finanzierte. Trapp dekorierte nicht nur diese Kirche, sondern zwischen 1923 und ihrem Tod sämtliche neu errichteten katholischen Kirchen Schwedens. Nach ihrem Tod hinterließ die Künstlerin ihr gesamtes Eigentum der katholischen Kirche.


18. April 1589: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
18. April 1647: Der Künstler und Heraldiker Elias Brenner
18. April 1676: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
18. April 1759: Thomas Thorild, der revolutionäre Schriftsteller des 18. Jahrhunderts
18. April 1854: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen des 19. Jahrhunderts
18. April 1896: Der Literaturwissenschaftler Henry Olsson
18. April 1896: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte
18. April 1897: Der schwedische Skiläufer Per-Erik Hedlund
18. April 1962: Jan Björklund, der Kultusminister mit militärischem Hintergrund
18. April 1965: Der Priester, der sich für die Homosexualität einsetzt

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. März 2016

Die Schriftstellerin und Künstlerin Tyra Kleen

Tyra Kleen kam am 29. März 1874 als Tochter des Diplomaten und juristischen Schriftstellers Richard Kleen in Stockholm zur Welt und erhielt eine für diese Zeit sehr gute Ausbildung. Im Gegensatz zu den meisten schwedischen Künstlerin begann Kleen jedoch ihre künstlerische Ausbildung nicht in Stockholm oder Kopenhagen, sondern in Karlsruhe und studierte von 1892 bis 1893 an der Kunstakademie in München. Anschließend setzte Kleen ihre Studien an der Académie Delecluse, Académie Colarossi und andern Einrichtungen in Paris fort. Aus dieser Zeit stammen auch ihre Landschaften und die französischen Cafémilieus, die man heute kaum mit ihren späteren Werken in Verbindung bringt.

Tyra Kleen hatte 1896 auch ihre erste Ausstellung in Paris und illustrierte in der französischen Hauptstadt das Buch Drömmar der südafrikanischen Schriftstellerin Olive Schreiner. Bei dieser erster Arbeit als Illustratorin zeigte sich bereits das Hauptinteresse Kleens, denn trotz einer gediegenen Ausbildung als Malerin zeigte sie bei Zeichnungen, Kunststichen und Lithografien ihre wahre Stärke, die in jener Zeit auch für die Illustration von Büchern von größter Bedeutung waren. Tyre Kleen scheint während ihres Lebens ständig nach neuen Anregungen gesucht zu haben, denn nach Paris ging sie 1897 nach Rom, zehn Jahre später nach Berlin, zurück nach Paris und 1910 brach die Künstlerin schließlich nach Indien, Ceylon und Bali auf.

Tuyra Kleen ließ sich von Asien geradezu gefangen nehmen. Dort entstanden auch die bedeutendsten Werke der Künstlerin, denn noch bevor Ceylon, Indien oder Bali breite Schichten Europas ansprachen, hielt Kleen in ihren Werken bereits das dortigen Leben fest, wobei sie dort sogar eine Tanzausbildung machte um sich besser in die Denkweise der Bevölkerung und deren Geschichte versetzen zu können. Nach ihrer Rückkehr nach Schweden stellte Tyra Kleen 1922 dann einen Teil ihrer Werke und Kunsthandwerk aus Ceylon und Bali in der Kunsthalle Liljevalch aus, was der Beginn eines „Javafiebers“ in Schweden wurde. Bei ihrem Tod am 17. September 1951 vermachte Kleen ihre Villa auf Lidingö und ihre gesamten Kunstwerke dem Riddarhuset in Stockholm, unter der Voraussetzung, dass ihr Vermächtnis erst 50 Jahre nach ihrem Tod geöffnet werde. Heute findet man die Gesamtsammlung Tyra Kleens im Gut Valinge in Jönåker, dem Heimatgut der Künstlerin.


29. März 1638: Die Kolonie Neues Schweden (Nya Sverige)
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens
29. März 1772: Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens
29. März 1792: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
29. März 1828: Der schwedische Künstler Edward Bergh
29. März 1832: Carl Rupert Nyblom, von der Romantik zum Realismus
29. März 1965: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
29. März 1968: Der Tingstadstunnel, ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 3. Juli 2015

Gunilla Bergström und der kleine Willi Wiberg

Gunilla Bergström kam am 3. Juli 1942 in Göteborg zur Welt und wuchs nach der Scheidung der Eltern in zwei kulturell völlig unterschiedlichen Familien auf, denn die Mutter führe ein sehr bürgerliches Lehrerleben und der Vater heiratete eine dänische Künstlerin mit der er ein sehr kreatives und ungewöhnliches Leben führte. Vor allem der Vater sollte Bergström nachhaltig beeinflussen und in gewisser Weise auch den Grundstein für die Kinderbuchfigur Willi Wiberg legen, der in Schweden unter dem Namen Alfons Åberg bekannt ist.

Nach ihrer Hochschulreife studierte Gunilla Bergström Journalistik und arbeitete, nach ihrem Examen im Jahre 1966, als Journalistin für die Dagens Nyheter und das Aftonbladet, die beide in Stockholm sitzen. Ihr erster, allerdings kaum beachteter Roman Mia flyttar erschien 1971. Nur ein Jahr später erschien dann der erste Band mit Willi Wiberg als Hauptfigur, das Buch God Natt Alfons Åberg, das unmittelbar Erfolg hatte und bis heute, gemeinsam mit den Folgebänden, einen damals ungeahnten Erfolg aufweist, denn die Bücher Bergströms liegen beim Bibliotheksverleih auf Platz zwei, unmittelbar nach den Büchern von Astrid Lindgren.

Gunilla Bergström, die sowohl als Illustratorin als auch als Autorin an ihren Büchern arbeitet, war eine der ersten Illustratorinnen Schwedens, die bei ihren Illustrationen auch die Collage benutzten und nicht vor Tabuthemen wie Scheidung oder Behinderung zurückschreckten und damit einen völlig neuen Kinderbuchstil in Schweden schufen. Vielleicht kam der Erfolg für Gunilla Bergström auch deswegen, weil sie gewisse Probleme in ihren Büchern nicht erfinden musste, denn, wie sie selbst vor wenigen Jahren erstmals erzählte, kämpfte sie ihr Leben mit ihrer bipolären Krankheit und die jüngste Tochter leidet unter Autismus und einer Entwicklungsstörung. Auch wenn Bergström Kinderbücher schreibt, so fehlt ihnen nicht ein gewisser Teil an einer Autobiografie.


3. Juli 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juli 1746: Die schwedische Königin Sofia Magdalena von Dänemark
3. Juli 1811: William Chalmers, Gründer der Technischen Hochschule in Göteborg
3. Juli 1976: Hjalmar Bergman, ein Leben im Zweifel und der Unsicherheit
3. Juli 1988: Der Åmselemord und ein Fahrraddiebstahl
3. Juli 1992: Die schwedische Sängerin Molly Sandén

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. August 2014

Harald Gripe und das schwedische Papiertheater

Harald Gripe kam am 4. August 1921 in Stockholm zur Welt und war bereits als Sechsjähriger vom Papiertheater (Modellteater) begeistert, auch wenn ihm zu Beginn der ältere Bruder beim Ausschneiden der Figuren und dem Zusammenkleben des Theaters und der Kulisse helfen musste. Jedes Jahr zu Weihnachten präsentierten die beiden Brüder das dazugehörige Theaterstück, das Allers Familjejournal parallel zum Papiertheater veröffentlichte. Gripe begnügte sich jedoch nicht nur mit dem Theater, sondern sammelte auch über Jahre hinweg alle anderen Papierbauten, die die Zeitschrift in der Kinderbeilage veröffentlichte.

Während seiner Schulzeit näherte sich Harald Gripe immer mehr dem Theater, wenn auch nur hinter der Bühne, denn für die Schulvorführungen wurde er im Laufe der Zeit für das gesamte Dekor verantwortlich und als das Dramaten im Jahre 1937 einen Dekor-Wettbewerb für Schüler ausschrieb, gewann Gripe die Ausscheidung und sein Vorschlag diente als Vorlage für ein Weihnachtsstück. Der Zweite Weltkrieg unterbrach dann jedoch seine Arbeit als Szenograph und Gripe wandte sich nun der Kunst zu.

Nach dem Besuch einiger Malereischulen und einer Ausbildung an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, begann Harald Gripe zu malen, lernte seine Frau kennen und als Maria Gripe dann 1954 ihr erstes Buch veröffentlichte, wurde Gripe der bedeutendste Illustrator ihrer Bücher. Aber trotz der regelmäßigen Arbeit als Illustrator, hatte Harald Gripe das Papiertheater nicht vergessen und baute seine Sammlung weiterhin aus. Einige der schönsten Arbeiten hatte der Künstler sogar in seinem Arbeitszimmer aufgebaut. Kurz vor seinem Tod am 1. Juli 1992 schenkte Gripe seine Sammlung seiner Wahlheimat Nyköping wo man daher seit 1997 das einzige Papiertheatermuseum (Modellteatermuseum) Schwedens finden kann, das heute oft noch als Gripes Modellteatermuseum bezeichnet wird.


4. August 1823: Der schwedische Politiker Pehr von Ehrenheim
4. August 1892: Der schwedische Erfinder Bo Kalling 
4. August 1912: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held 
4. August 1965: Fredrik Reinfeldt, Ministerpräsident Schwedens 
4. August 1979: Der Stockholm Marathon wird zum Erfolg

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. März 2014

Johan Wilhelm Palmstruch, vom Soldaten zum Künstler

Johan Wilhelm Palmstruch wurde am 3. März 1770 geboren und solle nach dem Willen seines Vaters, einem Major, die militärische Karriere einschlagen. Bereits mit elf Jahren wurde Palmstruch daher Fähnrich im Regiment. Da der Junge jedoch die Marine bevorzugte, wurde er 1786 versetzt, nahm dadurch an den Seeschlachten bei Svensksund teil, kam nach Marokko und wurde auf Grund seines Mutes und seiner Leistungen schließlich Kapitän und Rittmeister. 1798 nahm Palmstruch jedoch plötzlich Abschied von der Marine.

Nachdem Johan Wilhelm Palmstruch ein Jahr lang als Lehrer gearbeitet hatte, entschied sich der ehemalige Militär der Landwirtschaft zu widmen. Durch diese Tätigkeit fand Palmstruch dann seine wahre Neigung, die ihn auch in die Geschichte Schwedens eingehen ließ, denn aus dem Kriegsherr wurde ein Liebhaber der Natur, der versuchte die Pflanzenwelt seiner Umgebung mit den kleinsten Details festzuhalten und zeichnete sämtliche Pflanzen, die man heute in seinem noch heute bekannten Werk Svensk Botanik finden kann.

Anfangs begnügte sich Johan Wilhelm Palmstruch mit dem Zeichnen und Major Carl Wilhelm Venus sorgte für die Stiche, aber bald hatte Palmstruch selbst den Kupferstich erlernt und übernahm auch diese Arbeit. Sehr bald erhielt der Künstler dann auch den Auftrag die Tiere für das Werk Svensk zoologi zu zeichnen. Aber auch wenn sich der Künstler extrem produktiv zeigte, so konnte er die beiden Werke nicht bis zu seinem Tod am 30. August 1811 beenden, denn von der botanischen Serie waren nur sieben Bände fertig gestellt und von der Zoologie neun Bände. Beide Werke wurden erst später von Gustaf Johan Billberg im Auftrag der Vetenskapsakademin beendet.


3. März 1538: Svante Sture heiratet Märta Eriksdotter Lejonhufvud
3. März 1813: Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung 
3. März 1906: Artur Lundkvist auf der Suche nach einer neuen Sprache
3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden 
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Der Illustrator und Kinderbuchautor Ulf Löfgren

Als Ulf Löfgren am 10. Oktober 2011, drei Tage bevor er 80 Jahre alt geworden wäre, starb, hinterließ er einen Schatz besonderer Art, nämlich didaktisch durchdachte Kinderbücher, die vor allem ab den 80er Jahren nahezu die ganze Welt erobert hatten. Löfgrens Serie Ludde, dessen Hauptfigur in Deutschland unter Hansjoachim Möhrenbach bekannt wurde, hatte vor allem deshalb Erfolg, weil sie Kinder bis zu drei Jahren spielerisch an den richtigen Sprachgebrauch führte. In Schweden wurde die gesamte Buchserie etwas modernisiert, der Zeit angepasst und weiterhin herausgegeben.

Ulf Löfgren studierte ursprünglich Kunstgeschichte und Literaturgeschichte in Uppsala, ein Studium, das er 1957 mit einer Kandidatur beendete. Erst anschließend ging der Illustrator und Kinderbuchautor seinen Neigungen nach und studierte Graphik und Design. Bereits 1959 begann Löfgren dann Bücher zu illustrieren, wobei er für die Illustrationen des Buches Barnen i djungeln von Leif Krantz schon ein Jahr später die begehrte Elsa Beskow Plakette erhielt, die erste seiner zahlreichen Auszeichnungen, die in den kommenden Jahren folgen sollten.

Während der ersten zehn Jahre illustrierte Ulf Löfgren jede Art von Büchern und schuf zahlreiche Buchumschläge. Erst in den 60er Jahren ging der Illustrator mehr und mehr auf Kinderbücher über und begann auch selbst Kinderbücher zu schreiben, die er alle auch selbst illustrierte. In diesem Jahrzehnt entwickelte Löfgren auch seinen persönlichen Zeichenstil, eine Art Modernisierung der alten schwedischen Kurbitsmalerei. Seine Bilder zeichnen sich vor allem durch seine zahlreichen Details aus, die es Kindern ermöglichen immer wieder etwas Neues zu entdecken. Bei seinen Texten lobt man Löfgren vor allem für sein Einfühlungsvermögen und das Schildern von kindlichen Gefühlen.


10. Oktober 1625: Erik Dahlbergh und die schwedischen Festungen 
10. Oktober 1877: Peter Wieselgren und die schwedische Abstinenzbewegung

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. Juni 2013

Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle

Eine Weihnachtskarte von Jenny Nyström

Jenny Nyström wurde am 13. Juni 1854 in Kalmar geboren, wuchs jedoch in Göteborg auf, wo sie ab 1865 Zeichnen und Malen lernte. Auf Grund ihrer schnellen Fortschritte konnte Nyström bereits als 15-jährige ihre ersten Ölgemälde malen. Zwischen 1873 und 1881 besuchte die Künstlerin die Kunstakademie in Stockholm und zeichnete sich dort dadurch aus, dass sie die erste Frau wurde, die je einen Wettbewerb der Konstakademien gewann und damit um ein Stipendium für die Weiterbildung in Paris ansuchen konnte. Schon 1884 stellte Nyman dann ihre ersten Bilder im Salon de Paris aus, der bedeutendsten Kunstausstellung jener Zeit.

Noch bevor Jenny Nyström jedoch ihre künstlerische Ausbildung in Paris fortsetzte, kam sie auf die Idee Viktor Rydbergs Erzählung Lille Viggs äventyr på julafton zu illustrieren. Als der Schriftsteller die Zeichnungen sah, war er so davon begeistert, dass er Bonnier vorschlug das Buch mit den Zeichnungen der Künstlerin zu veröffentlichen. Bonnier lehnte ab und das Buch erschien daher bei SA Hedlund Publishing im Jahre 1871, ein Buch, das noch heute zu den Weihnachtklassikern Schwedens gehört.

Besonders die Zeichnungen Jenny Nyströms zu Rydbergs Gedicht Tomten sollten die Zukunft der Künstlerin maßgeblich beeinflussen, denn mit diesen Zeichnungen gab sie den schwedischen Weihnachtstrollen ein Gesicht, das für immer mit diesen Weihnachtswichteln Schwedens verbunden werden sollte. Als Jenny Nyström aus Paris zurück war, war sie eine bedeutende Künstlerin, die allerdings immer mehr Aufträge für Weihnachtskarten, Buchumschläge und Illustrationen bekam, denn ihre weihnachtlichen Figuren hatten während ihrer Abwesenheit bereits ganz Schweden erobert.


13. Juni 1901: Tage Erlander und der schwedische Sozialismus
13. Juni 1951: Stellan Skarsgård, anerkannter Schauspieler ohne Ausbildung

Copyright: Herbert Kårlin