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Sonntag, 18. September 2016

Der samische Dichter Anders Fjellner

Anders Fjellner kam am 18. September 1795 in einer Familie von Rentierhaltern in Rödfjället im Härjedalen zur Welt. Als Fjellner neun Jahre alt war, starb ein Vater und er wurde von Verwandten aufgenommen, die ihm eine „bessere“ Erziehung und Bildung bieten wollten und den Jungen daher in die Schule nach Östersund schickten. Dort entschied sich der spätere Dichter auch seinen ursprünglichen Familiennamen Jonsson gegen Fjellner zu tauschen. Nach der Grundschule in Östersund besuchte Fjellner das Gymnasium in Härnösand und 1818 schrieb er sich an der Universität Uppsala ein um dort Theologie zu studieren.

Bereits im ersten Jahr in Uppsala gab Anders Fjellner eine erste Sammlung an finnischen Volksgedichten heraus und begann sich mit samischer und finnischer Dichtung zu beschäftigen, was gleichzeitig bedeutete, dass er neben dem Südsamischen, das er in seiner Kindheit gelernt hatte, auch Nordsamisch und Finnisch lernte, da für Fjellner die gesamte samische Dichtung und Tradition eine gewisse logische Einheit bildeten. Nach seiner Priesterweihe im Jahre 1821 ging Fjellner als Priester nach Jukkasjärvi um die Samen ganz zum protestantischen Glauben zu bringen. Als gebürtiger Same hatte Fjellner auch sehr guten Kontakt zur samischen Bevölkerung, wurde jedoch weniger von den schwedischen Siedlern geschätzt, die vorgezogen hätten einen autoritären schwedischen Priester zu erhalten.

Auch wenn Anders Fjellner eine sehr persönliche Dichtkunst pflegte, die sich mehr dem finnischen Epos Kalevala nähert und wenig mit der akademischen schwedischen Dichtung zu tun hat, und seine Werke nur in übersetzter oder später von Literaturwissenschaftler aufgezeichneten Form existieren, so hat sein Gedicht Solens söner (Päiven pardne) selbst die samische Flagge mit inspiriert. Die Dichtkunst von Anders Fjellner ist in der Literaturwissenschaft bis heute umstritten, da der Dichter sich vor allem aus den samischen Gesängen beeinflussen ließ und dabei auch die verschiedenen samischen Sprachen mit Finnisch mischte, was für eine Seite die Kunst Fjellners ausmacht, für klassische Literaturwissenschaftler jedoch ohne die Regeln der Poesie geschrieben wurde. Für die samische Bevölkerung spielt dies indes keine Rolle, da unter ihnen der Kontakt mit andren Sprachen und auch die Sprachmischung sogar das Verständnis der Gedichte vergrößert und dabei die samische Einheit zeigt.


18. September 1197: Petrus, der dritte Erzbischof Schwedens
18. September 1784: Georg Haupt, der Designer der gustavianischen Möbel
18. September 1786: Leonard Fredrik Rääf im Kampf gegen Neuerungen
18. September 1872: Karl XV., König von Schweden
18. September 1905: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar
18. September 1910: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
18. September 1924: HSB und der schwedische Wohnungsmarkt
18. September 1928: Sigrid Kahle und die Welt des Islam
18. September 1961: Dag Hammarskjöld, eine schwedische Legende
18. September 2008: Bekämpfung der Dyskalkulie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 15. August 2015

Die Nationalflagge der Samen

Auch wenn die Samen über keinen eigenen Staat verfügen, sondern mittlerweile lediglich als Volksgruppe anerkannt werden, so verfügen sie seit dem 15. August 1986 über eine eigene Flagge, die offiziell elfmal im Jahr gehisst wird um besondere Ereignisse in der Geschichte der samischen Geschichte hervorzuheben. Aber noch heute ist dieses Ereignis nur in wenigen Orten im Norden zu beobachten, denn sobald man sich von den Dörfern der Samen entfernt, spricht man nur sehr wenig über die Samen, da die Geschichte in diesem Fall weder für Finnland, noch für Norwegen, Schweden oder auch Russland sehr glorreich aussieht, was sich bereits an dem früher üblichen Ausdruck Lappen, statt Samen, sehr deutlich zeigte.


Die Flagge der Samen wurde von Astrid Båhl gezeichnet, wobei diese bei der Wahl der Farben sowohl auf die traditionellen Farben der samischen Kleidung zurückgriff, als auch auf die Symbole des Volkes und sich zudem vom Gedicht Paiven parneh (Die Kinder der Sonne) des samischen Dichters Anders Fjellner inspirieren ließ. In der Flagge der Samen findet man alle Elemente, die das Leben symbolisieren, die Gewächse, das Wasser, das Feuer und die Sonne. Keine Flagge der anerkannten Staaten beinhaltet eine so starke Aussage wie diese Flagge, die jedoch zu den am wenigsten bekannten Flaggen weltweit gehört.

Während die Entscheidung über die samische Flagge bereits 1986, während der Konferenz des samischen Volkes in Åre, fiel, konnte der Nationaltag der Samen erst ab dem 6. Februar 1992 gefeiert werden, denn über diesen wurde erst während der 15. Konferenz der Samen in Helsingfors (Helsinki) entschieden. Als die wichtigsten Flaggentage der Samen gelten daher natürlich der 6. Februar und der 15. August jeden Jahres, von Mittsommer abgesehen, das nicht nur für die Schweden einer der wichtigsten Tage  des Jahres ist, sondern seit ältester Zeit den wichtigste Feiertag der Samen ausmacht.


15. August 1247: Sigtuna, die Dominikaner und die Mariakyrkan
15. August 1794: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
15. August 1901: Der Vorname Estelle und Prinzessin Estelle von Schweden
15. August 1954: Stieg Larsson, der Erfolg kam nach seinem Tod
15. August 1982: Der schwedische Biochemiker Hugo Theorell
15. August 2004: Sune Bergström und der Nobelpreis in Medizin
15. August 2011: Sif Ruud, noch mit 85 auf der Bühne des Dramaten

Copyright: Herbert Kårlin

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