Posts mit dem Label Gottesdienst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gottesdienst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 25. Dezember 2012

Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden

Obwohl auch in Schweden der 25. Dezember in Erinnerung an die Geburt von Jesus ein Feiertag ist, so hat dieser Tag heute kaum noch eine Bedeutung im schwedischen Raum. Immer häufiger wird dieser Tag nun dazu benutzt nahe Verwandte zu besuchen, die am Julaftonen nicht beim gemeinsamen Fest anwesend sein konnten. Dabei war dies nicht immer so, denn noch im 17. Jahrhundert war der erste Weihnachtstag der wichtigste Feiertag des Jahres, wobei man damals nicht einen oder zwei Tage frei hatte, sondern vier Feiertage in den Kalendern eingetragen waren.

Das bedeutendste Ereignis, das noch heute mit dem ersten Weihnachtstag verbunden wird, ist die Julottan, der Gottesdienst am frühen Morgen, der ursprünglich immer mit dem Lied Var hälsad, sköna morgonstund eingeleitet wurde. In einigen Kirchen, so der Täby Kyrka in der Nähe Stockholms, ist dieser Gottesdienst noch heute so stark besucht, dass die Messe dreimal gehalten werden muss, nämlich um fünf Uhr morgens, um sieben Uhr und meist noch einmal um neun Uhr.

Der Begriff Otta kommt aus dem Altschwedischen und bedeutet soviel wie Nacht. Später bezeichnete man damit den Moment bevor das erste Licht des Tages erscheint. Dies erklärt auch, warum die Messe der Julottan vor 1686 normalerweise um vier Uhr morgens gehalten wurde und mit dem Kirchengesetz von 1686 auf sechs Uhr festgelegt wurde. Heute gibt es nur noch sehr wenige Kirchen, die morgens um vier Uhr die Julottan halten. Eine dieser Ausnahmen ist die Älmeboda kyrka im Småland.


25. Dezember: Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan
25. Dezember 1847: Carl Gustaf von Brinkman, der Dichter deutscher Seele

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 12. Januar 2012

Religiöse Treffen werden in Schweden verboten

Am 12. Januar 1726 wurde, unter Fredrik I., jede Art von Gottesdienst verboten, der nicht von der staatlichen Kirche abgehalten wurde. Davon besonders betroffen waren die sogenannten Bönemöten in den Wohnungen der Gläubigen, die während der letzten Jahre immer häufiger geworden waren. Nur noch innerhalb der Familie durften Andachten im Hause gehalten werden und jedes Zuwiderhandeln führte sehr strenge Strafen nach sich.

Nach der damaligen Meinung in Schweden war die Einheit der Religion die Voraussetzung dafür, dass die Gesellschaft auch Bestand hatte und religiöse Zwiste wurden als die Ursache für den Niedergang jeder Gesellschaft betrachtet. Das Konventikelplakatet, wie das neue Gesetz hieß, richtete sich gegen alle Freikirchen, aber insbesondere gegen die Bewegung der Pietisten, die die Lehre Luthers in Frage stellten. Als Hauptvertreter und Verbreiter dieser Richtung in Schweden gilt der deutsche Mediziner und Prediger Johann Konrad Dippel, der 1728 wegen seiner Lehre aus Schweden ausgewiesen wurde.

Das Konventikelplakat stärkte jedoch die schwedische Staatskirche so sehr, dass sie die Bevölkerung Schwedens in eine starke kirchliche Abhängigkeit stürzte, eine extreme Unterwerfung, in der die freie Meinung des Einzelnen nichts mehr zu suchen hatte. Die erste große Emigrationswelle Mitte des 19. Jahrhunderts wurde gerade durch diese Macht der Kirche ausgelöst von der sich vor allem die Landbevölkerung befreien wollte. Erst als sich Schweden zu entvölkern drohte, wurde das Gesetz dann am 26. Oktober 1858 in eine etwas mildere Bestimmung verwandelt.

12. Januar 1959: Die drei Karrieren des schwedischen Musikers Per Gessle

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. Dezember 2011

Julottan, ein alter Brauch der Svenska Kyrkan

Wenn man nach dem Ursprung des Wortes Julottan sucht, so entdeckt man dass dieser Begriff in Schweden bereits im 13. Jahrhundert angewendet wurde und den Weihnachtsgottesdienst bezeichnete. Im Jahre 1686 taucht dieser Begriff dann auch im Kirchengesetz auf, mit dem Hinweis, dass die Julottan, die traditionelle Morgenmesse am Weihnachtstag, dem 25. Dezember, jeden Jahr morgens um sechs Uhr gefeiert werden musste, ein Brauch, der auf die alten Gesetze der Westgoten zurückgeht. Diese Frühmesse, die noch heute in ganz Schweden gefeiert wird, gehört immer noch zu den meist besuchten Gottesdiensten des Jahres.

Auch wenn heute viele Kirchen in Schweden die Julottan durch die Julbönen, eine Messe am Nachmittag des Heiligen Abends, und die Mitternachtsmesse (Julnattsmässan) ersetzen, so bleibt die Julottan nach wie vor der traditionell wichtigste Gottesdienst zur Weihnachtszeit. Heute finden die frühesten Julottan in der Regel bereits morgens um vier Uhr statt und die spätesten um zehn Uhr, was vom Wort her allerdings unlogisch ist, da Ottan der Moment des Tages bezeichnet an dem die Nacht dem Morgen Platz macht. In vielen Kirchen Schwedens tritt an diesem Morgen einer der bekannteren Chöre auf, wobei der Gottesdienst seit 1819 mit dem Psalm Var hälsad, sköna morgonstund eingeleitet wird, was in den letzten Jahren leider etwas verloren geht.

Trotz der frühen Morgenstunden sind die Kirchen während der Julottan in der Regel nach wie vor ziemlich gefüllt, wobei früher grundsätzlich alle Landbewohner zur Julottan gingen, oder mit geschmückten Wagen zur Kirche fuhren, und nur jeweils eine Person im Haus zurückblieb, da jemand das Feuer unterhalten musste und das Frühstück vorzubereiten hatte. Es war daher auch logisch, dass der Weihnachtstag ein Tag war, an dem sich alle zu Hause hielten und man aus vielen Häusern kaum einen Ton vernehmen konnte.

25. Dezember: Die Bedeutung des Weihnachtstags in Schweden
25. Dezember 1740: Christoffer Bogislaus Zibet, geboren zur falschen Zeit 

Copyright: Herbert Kårlin