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Donnerstag, 17. November 2016

Göteborg erhält die erste Wasserleitung

Als Gustav II. Adolf 1621 Göteborg gründete, so betrachtete er ausschließlich den militärischen Aspekt und er vernachlässigte dabei die Wasserversorgung der Bewohner, die sich daher mit dem Wasser der Kanäle knapp 200 Jahrelang waschen mussten und zum großen Teil auch das Trinkwasser hier entnahmen, was zu zahlreichen Krankheiten und Epidemien führte. Nur die reichste Schicht der Stadt hatte die Möglichkeit sich Wasser von einer Quelle in Kallebäck, das einige Kilometer außerhalb der Stadtmauer lag, zu holen, da die Bewohner Kallebäcks sehr schnell erkannt hatten wie wertvoll das Quellwasser für Göteborg war und verkauften es letztendlich für Wucherpreise. Der einfache Bürger konnte sich daher von diesem Wasser nicht versorgen.


Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam dann erstmals die Idee auf von der Quelle in Kallebäck eine Wasserleitung zur Stadt innerhalb der Stadtmauer, also innerhalb Wallgrabens, zu bauen. Obwohl Niclas Sahlgren der Stadt eine bedeutende Summe für den Bau der Wasserleitung als Stiftung zur Verfügung stellte, kamen erst 1780, nach dem Tode des Direktors der Ostindien-Kompanie, die Gespräche darüber wieder in Gang. Auf Initiative des Großhändlers Henry Greigh und des Kommerzienrates Daniel Petterson sammelte man dann zusätzliches Geld für das Unternehmen und 1786 konnte man mit dem Bau der Wasserleitung von Kallebäck nach Göteborg beginnen. Als die Wasserleitung ein Jahr später fertiggestellt war, war dieses Ereignis so bedeutend dass die Quelle in Kallebäck am 17. November 1787 sogar von König Gustav III. eingeweiht wurde.

Diese erste Wasserleitung erreichte zuerst die Kungsportsbron, das damals wichtigste Stadttor Göteborgs, wo auch eine Zisterne aufgestellt wurde, anschließend eine Stelle an der Domkirche und schließlich auch noch den zentralen Marktplatz, den Gustav Adolfs Torg. Der Bau dieser Rohrleitung aus Holz verursachte allerdings auch ziemliche Probleme, da der Frost eine Gefahr für die Leitungen bildete, man diese jedoch nicht ganz oberirdisch bauen konnte und das Wasser im Winter permanent in Bewegung sein musste. Als sich die Wasserleitung jedoch bewährt hatte und eines der größten Gesundheitsrisiken der Stadt beseitigt war, so spaltete sich die Bevölkerung Göteborgs sehr schnell erneut in zwei Gruppen, denn die reichste Schichte erhielt die Genehmigung auf eigene Kosten von den Verteilstellen aus eine eigene Leitung bis zu ihren Häusern zu bauen und die anderen mussten weiterhin täglich mit ihren Gefäßen zu den Wasserstellen.


17. November 1587: Louis De Geer und die schwedische Industrialisierung
17. November 1592: König Johan III., der Bauherr Schwedens
17. November 1777: Der schwedische Künstler Johan Stålbom
17. November 1785: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen 
17. November 1862: Die Feministin und Politikerin Anna Bugge
17. November 1877: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
17. November 1924: Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens
17. November 1967: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
17. November 1971: 35 Jahre Hem till byn im schwedischen Fernsehen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 7. Oktober 2016

Die Fattighusån als Kampf gegen stinkende Kanäle

Als König Gustav II. Adolf 1621 die Stadt Göteborg gründete, hatte er sich dabei für ein Kanalsystem nach holländischem Muster entschieden, denn die Lage der Stadt war aus strategischen Gründen gewählt worden, obwohl man an dieser Stelle Lehm und Schlamm fand, eine Trockenlegung also die Basis für den Bau Göteborgs war. Als die Bauherren dann den Vorschlag machten diesen Kanalsystem mit Hilfe eines weiteren Kanals, der mit einem Fluss verbunden sein sollte, mit Frischwasser zu versorgen, da das Wasser der Kanäle nicht nur zur Zubereitung von Essen und zum Waschen benutzt werden sollte, sondern auch ständig von Schiffen befahren wurde und dort auch der Abfall Göteborgs landete, weigerte sich der König, da die Staatskasse die Kriege finanzieren sollte und nicht den Luxus von Frischwasser.

Erst 1639, nach dem Tode des Königs, konnte die Diskussion über einen Kanal, der die Mölndalån, einen schiffbaren Fluss, über einen Kanal mit dem Stora Hamnkanalen und dem Wallgraben verbinden sollte, neu aufgenommen werden und ein Jahr später begann die Arbeit am 640 Meter langen Fattighusån, dem Kanal, der damals allerdings noch Gullbergs Kanal hieß. Auch wenn der Zufuhr an Frischwasser eher ein sehr beschränktes Ergebnis brachte, so stellte sich die Idee sehr bald als vorteilhaft heraus, denn dadurch war Göteborg über einen Wasserweg auch direkt mit dem Hinterland verbunden.

Als der Fattighusån am 7. Okober 1641 fertiggestellt war und eingeweiht wurde, sollten die Bewohner Göteborgs auch das Trinkwasser an diesem Kanal holen, was sich jedoch bereits im folgenden Jahrhundert als unsinnig erwies, denn entlang des Kanals entstand eine Bekleidungsindustrie mit Gerbern, was dazu führte, dass dieses Wasser ungenießbar wurde und den Bau einer Wasserleitung von einer Quelle außerhalb Göteborgs zum Zentrum nötig machte. Der Name Fattighusån für den Kanal entstand erst nach 1767, als am Kanal in einer früheren Kleidungsfabrik ein Armenhaus (fattighus) eingerichtet wurde. Ein Teil dieser Gebäude, inklusive der Kirche für die Armen, ist bis heute erhalten geblieben.


7. Oktober 1818: Gudmund Jöran Adlerbeth und die gustavianische Epoche
7. Oktober 1879: Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas
7. Oktober 1882: Der Tierschutzverband Djurens Rätt nimmt seine Arbeit auf
7. Oktober 1911: Karl Staaff wird liberaler Ministerpräsident
7. Oktober 1924: Gunnar Brusewitz, Naturerlebnisse in Wort und Bild
7. Oktober 1974: Die schwedische Sängerin Charlotte Perrelli
7. Oktober 1980: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
7. Oktober 1994: Die schwedische Komödie Svensson, Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

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