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Montag, 4. März 2019

Magnus Brahe, der erste Präsident des Oberlandesgerichts

Magnus Brahe kam am 25. September 1564 auf Tynnelsö zur Welt und wurde ausschließlich zu Hause durch Privatlehrer unterrichtet. Seine Kenntnisse über andere Länder und ausländische Politik gewann Brahe vor allem durch seine zahlreichen Auslandsreisen, die er teilweise auch als Kammerherr des Königs Sigismund I. unternahm. Als sich das Verhältnis zwischen Sigismund und Herzog Karl verschlechterte, schlug sich Brahe, nach einigem Zögern, auf die Seiten von Herzog Karl, was wiederum dazu führte, dass er von beiden Seiten als Verhandlungspartner akzeptiert wurde, aber auch dazu, dass Brahe das Schloss Visingsborg erhielt.

Magnus Brahe gehörte nach seinem Verhandlungsgeschick, zum engsten Kreis um König Karl IX., so dass Brahe an allen wichtigen Ereignissen des Königshauses teilnahm und sich einen hohen Status schaffen konnte. Von Vorteil war dabei, dass sowohl Karl IX. als auch Brahe den Adelsstand als die wichtigste Gruppe im Reichstag betrachteten, gleichzeitig aber mehr zu individuellen Entscheidungen neigten. Die einzige etwas negative Entscheidung für Brahe war, dass ihn der König auch zum Regierungspräsidenten des Småland machte, also jenem Teil Schwedens, der sich am meisten gegen Dänemark verteidigen musste.

Gerade das Småland sollte für Magnus Brahe einige Probleme mit sich bringen, denn der folgende König, Gustav II. Adolf, beauftragte Brahe damit das Småland gegen die geplanten Angriffe des dänischen Befehlshabers Gert Rantzaus zu verteidigen, und dies mit Hilfe des gewöhnlichen Volkes. Auch wenn Brahe das Vordringen nur teilweise verhindern konnte, beauftragte ihn Gustav II. Adolf später auch Stockholm zu verteidigen und er machte Brahe zum obersten Richter des Oberlandgerichtes, eine der bedeutendsten Entscheidungen in der schwedischen Geschichte, denn Brahe schuf damit ein unabhängiges Rechtssystem, das Staat und Bürger respektierte. Magnus Brahe starb am 4. März 1633 als wohlhabender Mann auf seinem Gut.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1799: Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer 
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. Februar 2018

Der Reichsrat Axel Oxenstierna af Södermöre

Auch wenn Axel Oxenstierna vor allem dafür bekannt wurde, dass er am 20. Februar 1636 das Postwesen in Schweden gründete, so handelt es sich bei diesem Politiker, der am 16. Juli 1583 auf Gut Fånö in Löt geboren wurde, nicht nur um einen eifrigen Beamten, sondern um einen Mann, den man unter die mächtigsten, politischen Hintergrundfiguren Schwedens sehen muss. Oxenstierna teilte Schweden in Regierungsbezirke (Län) ein, die im Großen und Ganzen noch heute auf die gleiche Weise existieren und er schuf zahlreiche Gesetz Schwedens, die ebenfalls noch heute eine gewisse Bedeutung haben. Oxenstierna war jedoch unter Karl IX. auch Reichsrat und vertrat diesen daher immer dann, wenn sich der König nicht in Schweden befand.

Axel Oxenstierna wurde auch einer der engsten Vertrauten des Königs Gustav II. Adolf, was sich bereits dadurch ausdrückte, dass er dessen Hochzeit mit Maria Eleonora von Brandenburg organisierte und beim Krieg mit Polen und Russland die gesamte Verantwortung für die Versorgung der Truppen und der Marine trug, und bei allen wichtigen Verhandlungen Schweden vertrat. Während des 30-jährigen Krieges wurde Oxenstierna der Assistent des Königs und plante die Schlachtzüge, ohne indes je selbst in die feindlichen Handlungen einzugreifen. Auf Grund seiner Stellung übernahm er, nach dem Tod des Königs als Vormund der künftigen Königin Christina die Regierung Schwedens.

Das Verhältnis zwischen Königin Christina, auch Kristina geschrieben, und Axel Oxenstierna schien ziemlich gespannt, denn der Politiker wollte Christinas Abdankung verhindern, vermutlich weil er dadurch mehr Einfluss behalten konnte, aber er konnte die Königin nicht umstimmen. Auch der Folgekönig Karl X. Gustav schenkte Oxenstierna großes Vertrauen, was jedoch die Geschichte nicht mehr beeinflusste, denn Oxenstierna starb am 28. August 1654, nur wenige Monate nachdem der König die Macht ergriffen hatte. Von seiner aktiven Tätigkeit zeugen die von Oxenstierna hinterlassenen Dokumente, die nicht weniger als 500 Bände ausmachen, die heute im Reichsarchiv aufbewahrt werden.


20. Februar 1513: Johan II. von Schweden, König für vier Jahre
20. Februar 1636: Die Entwicklung der schwedischen Post
20. Februar 1816: Anders Jönsson und die schwedische Textilindustrie
20. Februar 1856: Carl David Skogman und wie Wirtschaftspolitik Schwedens
20. Februar 1866: Der schwedische Architekt Carl Westman
20. Februar 1903: Der schwedische Maler Gotthard Werner
20. Februar 1916: Klas Pontus Arnoldson, Träger des Friedensnobelpreises
20. Februar 1917: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale
20. Februar 1955: Klas Östergren, das exzentrische literarische Genie
20. Februar 1988: Die schwedische Künstlerin Idun Lovén 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Dezember 2016

Der Bauherr und Industrielle Willem de Besche

Willem de Besche kam am 3. Dezember 1573 als Sohn eines Architekten und Kaufmanns im belgischen Liège (Lüttich) zur Welt und ging im Alter von 22 Jahren nach  Schweden und ließ sich in Nyköping nieder. Der Grund für den Umzug war ein Auftrag als Baumeister für das Schloss Nyköping, das de Besche ab 1604 erbaute. Im Jahre 1610 wurde aus dem Baumeister dann der Inspektor einer Eisenhütte bei Nyköping, da Karl IX. die Eisengewinnung im Södermanland um diese Zeit massiv ausbauen wollte und dabei gleichzeitig Techniken aus anderen Ländern einführen wollte, zum anderen auch neue Städte entstehen sollten.

Ab 1604 hatte Willem de Besche dann zwei Aufgaben gleichzeitig, denn er folgte seinem Schwiegervater Peter Dionysius als Schlossbaumeister und er hatte die Aufgabe die Eisenwerke des Königs auszubauen und zu modernisieren. Sechs Jahre später hatte de Besche bereits acht Eisenhütten zu überwachen, wobei er dabei feststellte dass es es für die notwendigen Verbesserung der Leistung von Hochöfen in Schweden keine Arbeiter gab. Karl IX. erlaubte ihm daher die Fachkräfte aus Deutschland, Frankreich und Belgien zu holen, denen, unter anderem, auch unmittelbar die schwedische Staatsangehörigkeit verliehen wurde ohne dass sie die ursprüngliche Staatsbürgerschaft ablegen mussten. Auf diese Weise gelang es de Besche in Schweden sehr moderne Eisenhütten aufzuauen.

Bereits sehr früh hatte Willem de Besche auch begonnen, mit Zustimmung des Königs, ein eigenes Eisenwerk aufzubauen, auch wenn diese eigene Aktivität erst wirklich in Gang kam als er seinen Landsmann Louis de Geer kennenlernte, denn mit Hilfe von de Geers Geld erhielt de Besche von Gustav II. Adolf die Privilegien das Eisenwerk in Finspan zu betreiben. Während de Besche hierbei vor allem die Techniken erneuerte, agierte de Geer, der um diese Zeit noch kein schwedischer Staatsbürger war, als Kaufmann, denn dieser erkannte den immensen Waffenbedarf des Königs und gemeinsam errichteten die beiden daher die bedeutendste Waffenfabrik Schwedens, wobei die Waffen natürlich auch teilweise in den vom König genehmigten Export gingen. Als Willem de Besche am 10. Februar 1629 in Finspån starb, hatte er nahezu das gesamte Hüttenwesen Schwedens revolutioniert und Schweden zu einem Exportland von Eisen gemacht.


3. Dezember 1864: Die schwedische Künstlerin Anna Boberg
3. Dezember 1886: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
3. Dezember 1890: Die Upsala Nya Tidning erscheint zum ersten Mal
3. Dezember 1907: Der schwedische Künstler Bror Marklund
3. Dezember 1911: Die erste Kinder- und Jugendbibliothek in Schweden
3. Dezember 2003: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. November 2016

Göteborg erhält die erste Wasserleitung

Als Gustav II. Adolf 1621 Göteborg gründete, so betrachtete er ausschließlich den militärischen Aspekt und er vernachlässigte dabei die Wasserversorgung der Bewohner, die sich daher mit dem Wasser der Kanäle knapp 200 Jahrelang waschen mussten und zum großen Teil auch das Trinkwasser hier entnahmen, was zu zahlreichen Krankheiten und Epidemien führte. Nur die reichste Schicht der Stadt hatte die Möglichkeit sich Wasser von einer Quelle in Kallebäck, das einige Kilometer außerhalb der Stadtmauer lag, zu holen, da die Bewohner Kallebäcks sehr schnell erkannt hatten wie wertvoll das Quellwasser für Göteborg war und verkauften es letztendlich für Wucherpreise. Der einfache Bürger konnte sich daher von diesem Wasser nicht versorgen.


Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam dann erstmals die Idee auf von der Quelle in Kallebäck eine Wasserleitung zur Stadt innerhalb der Stadtmauer, also innerhalb Wallgrabens, zu bauen. Obwohl Niclas Sahlgren der Stadt eine bedeutende Summe für den Bau der Wasserleitung als Stiftung zur Verfügung stellte, kamen erst 1780, nach dem Tode des Direktors der Ostindien-Kompanie, die Gespräche darüber wieder in Gang. Auf Initiative des Großhändlers Henry Greigh und des Kommerzienrates Daniel Petterson sammelte man dann zusätzliches Geld für das Unternehmen und 1786 konnte man mit dem Bau der Wasserleitung von Kallebäck nach Göteborg beginnen. Als die Wasserleitung ein Jahr später fertiggestellt war, war dieses Ereignis so bedeutend dass die Quelle in Kallebäck am 17. November 1787 sogar von König Gustav III. eingeweiht wurde.

Diese erste Wasserleitung erreichte zuerst die Kungsportsbron, das damals wichtigste Stadttor Göteborgs, wo auch eine Zisterne aufgestellt wurde, anschließend eine Stelle an der Domkirche und schließlich auch noch den zentralen Marktplatz, den Gustav Adolfs Torg. Der Bau dieser Rohrleitung aus Holz verursachte allerdings auch ziemliche Probleme, da der Frost eine Gefahr für die Leitungen bildete, man diese jedoch nicht ganz oberirdisch bauen konnte und das Wasser im Winter permanent in Bewegung sein musste. Als sich die Wasserleitung jedoch bewährt hatte und eines der größten Gesundheitsrisiken der Stadt beseitigt war, so spaltete sich die Bevölkerung Göteborgs sehr schnell erneut in zwei Gruppen, denn die reichste Schichte erhielt die Genehmigung auf eigene Kosten von den Verteilstellen aus eine eigene Leitung bis zu ihren Häusern zu bauen und die anderen mussten weiterhin täglich mit ihren Gefäßen zu den Wasserstellen.


17. November 1587: Louis De Geer und die schwedische Industrialisierung
17. November 1592: König Johan III., der Bauherr Schwedens
17. November 1777: Der schwedische Künstler Johan Stålbom
17. November 1785: Julia Nyberg und die philanthropischen Balladen 
17. November 1862: Die Feministin und Politikerin Anna Bugge
17. November 1877: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
17. November 1924: Maj-Briht Bergström-Walan, die erste Sexologin Schwedens
17. November 1967: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
17. November 1971: 35 Jahre Hem till byn im schwedischen Fernsehen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. November 2016

Der Gustav Adolfsdagen in Schweden

Nur einigen wenigen Königen Schwedens ist es gelungen so lebendig in den Köpfen der schwedische Bevölkerung zu bleiben wie Gustav Vasa und Gustav II. Adolf, denn um beide legendären Könige wurde geradezu ein Kult geschaffen, den Nicht-Schweden nur schwer nachvollziehen können. Gustav II. Adolf, der am 6. November 1632 bei der Schlacht in Lützen getötet wurde, erhielt nicht nur einen eigenen Jahrestag an dem auch die schwedische Flagge gehisst wird, sondern an seinem Todestag, und nur an diesem Tag, wird auch in fast ganz Schweden ein Backwerk mit seiner Silhouette verkauft, das an diesem Tag sicher eine Million mal über den Ladentisch der Konditoreien geht.


Der Gustav Adolfsdagen wurde in Schweden am 6. November 1832 erstmals gefeiert, da sich der Todestag zum 200. mal jährte. Sicher kann man sich fragen, warum gerade ein König, der in ganz Europa Schrecken verbreitete, diese große Ehre bekam, aber um dies zu verstehen, muss man nur die Kulturgeschichte Schwedens des 19. Jahrhunderts betrachten, denn in diesem Jahrhundert sah sich Schweden als Großmacht und Großreich, das seinen Ausgangspunkt bei den Wikingern und den alten nordischen Göttern suchte. Gustav II. Adolf war genau in diesem Bestreben sehr aktiv gewesen und im 19. Jahrhundert wollte man nichts mehr als diese Zeit wieder neu aufleben lassen, was sogar zu einem eigenen architektonischen Stil in Schweden führte.

Der Gustav Adolfsdagen wird insbesondere in Göteborg und Uppsala sehr groß begangen, denn Gustav II. Adolf hatte Göteborg gegründet und der Universität Uppsala sehr bedeutende Summen geschenkt, aber auch in Stockholm, und selbst in Finnland, und in nahezu allen Städten Schwedens denkt man an diesem Tag an den König. Während man an der gehissten Flagge vielleicht noch unbemerkt vorbeigehen kann, so kann man das Backwerk Gustav Adolfsbakelse auf keinen Fall übersehen, denn auch wenn das Gebäck Anfang des 20. Jahrhundert in Göteborg erstmals verkauft wurde, so findet man heute eine der Versionen in ganz Schweden. Und jedes Backwerk ist mit einer Silhouette des Königs in Schokolade oder Marzipan verziert.


6. November 1632: Gustav II. Adolf, König von Schweden
6. November 1853: Der schwedische Philosoph Samuel Grubbe
6. November 1894: Der schwedische Künstler Axel Fridell
6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 1926: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
6. November 1962: Örnulf Tigerstedt und die rechte schwedische Literatur Finnlands
6. November 1964: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 7. Oktober 2016

Die Fattighusån als Kampf gegen stinkende Kanäle

Als König Gustav II. Adolf 1621 die Stadt Göteborg gründete, hatte er sich dabei für ein Kanalsystem nach holländischem Muster entschieden, denn die Lage der Stadt war aus strategischen Gründen gewählt worden, obwohl man an dieser Stelle Lehm und Schlamm fand, eine Trockenlegung also die Basis für den Bau Göteborgs war. Als die Bauherren dann den Vorschlag machten diesen Kanalsystem mit Hilfe eines weiteren Kanals, der mit einem Fluss verbunden sein sollte, mit Frischwasser zu versorgen, da das Wasser der Kanäle nicht nur zur Zubereitung von Essen und zum Waschen benutzt werden sollte, sondern auch ständig von Schiffen befahren wurde und dort auch der Abfall Göteborgs landete, weigerte sich der König, da die Staatskasse die Kriege finanzieren sollte und nicht den Luxus von Frischwasser.

Erst 1639, nach dem Tode des Königs, konnte die Diskussion über einen Kanal, der die Mölndalån, einen schiffbaren Fluss, über einen Kanal mit dem Stora Hamnkanalen und dem Wallgraben verbinden sollte, neu aufgenommen werden und ein Jahr später begann die Arbeit am 640 Meter langen Fattighusån, dem Kanal, der damals allerdings noch Gullbergs Kanal hieß. Auch wenn der Zufuhr an Frischwasser eher ein sehr beschränktes Ergebnis brachte, so stellte sich die Idee sehr bald als vorteilhaft heraus, denn dadurch war Göteborg über einen Wasserweg auch direkt mit dem Hinterland verbunden.

Als der Fattighusån am 7. Okober 1641 fertiggestellt war und eingeweiht wurde, sollten die Bewohner Göteborgs auch das Trinkwasser an diesem Kanal holen, was sich jedoch bereits im folgenden Jahrhundert als unsinnig erwies, denn entlang des Kanals entstand eine Bekleidungsindustrie mit Gerbern, was dazu führte, dass dieses Wasser ungenießbar wurde und den Bau einer Wasserleitung von einer Quelle außerhalb Göteborgs zum Zentrum nötig machte. Der Name Fattighusån für den Kanal entstand erst nach 1767, als am Kanal in einer früheren Kleidungsfabrik ein Armenhaus (fattighus) eingerichtet wurde. Ein Teil dieser Gebäude, inklusive der Kirche für die Armen, ist bis heute erhalten geblieben.


7. Oktober 1818: Gudmund Jöran Adlerbeth und die gustavianische Epoche
7. Oktober 1879: Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas
7. Oktober 1882: Der Tierschutzverband Djurens Rätt nimmt seine Arbeit auf
7. Oktober 1911: Karl Staaff wird liberaler Ministerpräsident
7. Oktober 1924: Gunnar Brusewitz, Naturerlebnisse in Wort und Bild
7. Oktober 1974: Die schwedische Sängerin Charlotte Perrelli
7. Oktober 1980: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
7. Oktober 1994: Die schwedische Komödie Svensson, Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 2. Oktober 2016

Entstehung und Entwicklung der Universität Göteborg

Der Gedanke zur Gründung einer Universität in Göteborg entstand bereits wenige Jahre nach der Gründung der Stadt durch Gustav II. Adolf, aber nach dem Frieden von Roskilde gewann Lund das Rennen und die Universität Lund wurde zur Universität des Reiches der Goten ernannt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann die Diskussion zur Gründung einer Universität Göteborg geboren, und dank zahlreicher Stiftungen konnte dann am 15. September 1891 eine philosophische Hochschule in Göteborg geschaffen werden in der man fünf verschiedene Fächer studieren konnte. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde diese Hochschule ausschließlich über Stiftungen finanziert und erst ab Ende des Krieges wurden dann auch staatliche Mittel eingesetzt um die Hochschule wachsen zu lassen.

Der Weg von der Hochschule Göteborg zur Universität Göteborg sollte jedoch sehr lang werden, denn um sich Universität nennen zu dürfen, muss eine Hochschule in Schweden über mindestens zwei Fakultäten verfügen. Die Chance kam für Göteborg daher mit der Gründung einer Medizinischen Hochschule im Jahre 1945, der heutigen Sahlgrenska Akademien. Als sich nämlich die beiden Hochschulen 1954 zusammenschlossen, konnte am 2. Oktober 1954 die staatliche Universität Göteborg eingeweiht werden. Im Lauf der Jahre bildeten sich durch weitere Zusammenschlüsse zusätzliche Fakultäten, wodurch Göteborg seinen Ruf als Universitätsstadt international ausbauen konnte.

Heute gehört die Universität Göteborg zu den 200 weltweit besten Universitäten weltweit und zählt mit seinen mittlerweile acht Fakultäten insgesamt 37.000 Studenten und rund 6000 Angestellten. Bereits während der Grundausbildung arbeiten viele der Studenten eng mit der Forschung zusammen, da man dadurch hofft diese im Anschluss an ihr Studium für die Forschung zu gewinnen. Bedeutend für die Universität Göteborg war auch, dass im Jahr 2000 ihrem Professor Arvid Carlsson der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde, die höchste Anerkennung, die einem Wissenschaftler zuteil werden kann.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1973: Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson
2. Oktober 2008: Der samische Künstler Lars Pirak 

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 21. April 2016

Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske

Als Torsten Stålhandske am 21. April 1644 starb, konnte er den Sieg seiner Kavallerie in Jylland nicht mehr erleben, denn noch während der Kämpfe erkrankte der Befehlshaber sehr schwer und starb im dänischen Haderslev. Um diese Zeit war Stålhandske bereits General der Kavallerie und hatte sich insbesondere während des 30-jährigen Krieges als ausgezeichneter Feldherr hervorgehoben. Der Feldherr Stålhandske hatte schon vor seinem Tode bestimmt, dass seine Bibliothek von 900 Büchern, die er sich als Kriegsbeute beim Bischof in Århus einverleibt hatte, nach seinem Tod der Akademie im finnischen Åbo (Turku) übergeben werden sollte, wo jedoch die Sammlung, bis auf zehn Bände, 1827 einem Brand zum Opfer fielen.

Torsten Stålhandske war am 1. September 1593 auf Gut Hummelsund im finnischen Burgå (Porvoo) zur Welt gekommen ud hatte sich von Beginn an für eine militärische Karriere entschieden. Bereits im Alter von 17 Jahren kämpfte er, an der Seite von Patrick Ruthven, in Russland und vier Jahre Jahre später reiste er mit diesem nach Schottland um dort Legosoldaten für das schwedische Heer zu werben. Der Aufstieg kam für Stålhandske 1920, als er sich zur Leibgarde meldete und damit die Aufmerksamkeit Gustav II. Adolfs auf sich ziehen konnte, denn 1626 folgte er diesem nach Preußen, wurde bald zum Oberleutnant ernannt und im Dreißigjährigen Krieg führte der die finnische Kavallerie an und errang mit ihr bedeutende Siege.

Torsten Stålhandske gehört zu jenen Personen der schwedischen Geschichte über deren Privatleben, außer seiner Ehe mit Kristina Horn im Jahre 1943, kaum etwa bekannt ist, zumal sich sein Leben überwiegend auf Kriegsschauplätzen abspielte. Seine Siege sind indes dokumentiert, was sich auch an seinem enormen Aufstieg zeigte, denn 1643 wurde Stålhandske zum General und obersten Befehlshaber der Kavallerie in Deutschland ernannt, da man davon ausging, dass nur er Schweden zum Sieg verhelfen könne. Nach schriftlichen Quellen war Stålhandske im Verhältnis sehr klein, hatte jedoch eine nahezu unmenschliche Kraft und ein enormes Aushaltevermögen.


21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. Dezember 2015

Der schwedische Künstler Bengt Erland Fogelberg

Bengt Erland Fogelberg starb am 22. Dezember 1854 in Triest in Italien, dem Land, das er als seine Wahlheimat gewählt hatte, obwohl er kaum Berührungspunkte mit er Künstlerkolonie in Rom hatte und seine bedeutendsten Kunstwerke in Schweden zu finden sind. Fogelberg galt als zurückgezogener Einzelgänger in der Kunst, dem es jedoch gelungen war das griechische und römische Kunstideal mit der nordischen Mythologie zu verknüpfen, was sich sehr deutlich bei seinen Skulpturen der nordischen Götter zeigt, die in den größten Museen Schwedens zu finden sind.

Bengt Erland Fogelberg war am 8. August 1786 in Göteborg als Sohn eines Messinggießers zur Welt gekommen und schrieb sich 1804 in der Kunstakademie in Stockholm ein. Nach einem Jahr erwarb er dort den Gesellenbrief als Ziselierer. In der Zwischenzeit fühlte sich Fogelberg jedoch bereits mehr von der Skulptur angezogen und setzte daher sei Studium in diesem Bereich weitere sechs Jahre fort, wobei er in dieser Zeit dreimal hintereinander den Preis für den besten Nachwuchskünstler gewann und sich bereits den Ruf eines überragenden Künstlers gemacht hatte.

Im Jahre 1819 erhielt Bengt Erland Fogelberg von der Kunstakademie ein Reisestipendium das ihn erst nach Paris und, zwei Jahre später, nach Rom führte. Auch wenn sich Fogelberg nun ganz der italienischen Skulpturlehre zuwandte, so waren seine Hauptthemen bis zum Ende seines Lebens mit der nordischen Mythologie verknüpft. Zu seinen Auftragsarbeiten innerhalb der Monumentalskulptur gehörten allerdings auch Statuen von Karl XIII., Birger Jarl, Karl XIV. Johan und natürlich Gustav II. Adolf, wobei allerdings die Statue des letzteren bei einem Schiffbruch versank, dann in Bremen landete und für Göteborg eine neue Statue gegossen werden musste.


22. Dezember 1775: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum Verleger
22. Dezember 1878: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
22. Dezember 1952: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
22. Dezember 1957: Der schwedisch Schwergewichtsboxer Anders Eklund
22. Dezember 1984: Jonas Erik Altberg, bekannt als Basshunter
22. Dezember 1998: Brandattentat auf das Stockholmer Kaufhaus PUB

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. August 2015

Nya Lödöse, ein Vorläufer der Stadt Göteborg

Wenn man heute durch den Göteborger Stadtteil Gamlestaden (Altstadt) geht, so findet man, außer einigen wenigen Grabsteinen, kaum noch ein Zeichen einer Altstadt, trotz seines Namens. Und nur Eingeweihte wissen heute, dass sich hier einst die Stadt Nya Lödöse befand, die am 17. August 1473 ihre Stadtrechte bekam, ursprünglich Göthaholm heißen sollte und einer der Vorläufer der heutigen Stadt Göteborg war, die um diese Zeit noch überwiegend ein Sumpfgebiet war und kaum für eine Besiedelung geeignet schien. Bei Ausgrabungen konnten keine Zeichen mehr das frühere Kloster entdeckt werden und die letzte Kirche Nya Lödöses wurde 1993 abgerissen.

Wie später auch Göteborg, so war Nya Lödöse eine Stadt, die aus strategischen Gründen entstanden war und das frühere Lödöse ersetzte, das zwar zur der Zeit der Wikinger eine große Rolle spielte, jedoch im 15. Jahrhundert den Feinden zu sehr ausgesetzt war um überleben zu können. Im Jahre 1526 entzog daher Gustav Vasa Lödöse die Stadtprivilegien und betonte, das nun Nya Lödöse als wichtige Handelsstadt befestigt werden müsse. Da die Befestigung sich jedoch verzögerte, wollte der König 1542 die neue Stadt zum Schloss Älvsborg verlegen, aber musste, auf Grund der Dackefejden, dann auf diesen Schritt vorerst verzichten.

Als Gustav Vasa denn 1547 den Umzug durchsetzen konnte und die Stadt Älvsborg zu Füssen des gleichnamigen Schlosses entstand, sollte dies jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bereits 1563 zerstörten die Dänen diese neue Stadt und die Bewohner konnten zurück nach Nya Lödöse ziehen. 1612 nahm dann der dänische König Kristian IV. auch Nya Lödöse ein und ließ die gesamte Stadt abbrennen. Erneut war eine Verlegung der Stadt geplant, wobei erst Alingsås in Diskussion stand, dann erneut Älvsborg, bis Gustav II. Adolf schließlich das heutige Zentrum Göteborgs, die Stadt innerhalb des Wallgrabens, gründete. Nur drei Jahre nachdem Göteborg die Stadtprivilegien erhalten hatte, zwang der König dann alle Bewohner aus Nya Lödöse in seine neue und stark befestigte Stadt umzuziehen. In diesem Rahmen ließ der König auch die alte Stadt abbrennen.


17. August 1605: Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen
17. August 1801: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
17. August 1850: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Literatur gegen Schundliteratur
17. August 1947: Prinz Eugen von Schweden und die Kunst
17. August 1995: Der Mord an John Hron bewegt Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. August 2015

Der schwedische Reichsmarschall Jakob De la Gardie

Als Jakob De la Gardie am 12. August 1652 im Alter von 69 Jahren in Stockholm starb, ging er als einer der bedeutendsten Kriegsherren Schwedens in die Geschichte ein, obwohl seine Erfolge auf dem Feld zu zählen waren. Bedeutend für seinen Ruf war vor allem, dass er seit seinem Eintritt ins Militär höchstes Vertrauen genoss und Gustav II. Adolf ihn 1630 zu seinem Stellvertreter in allen Verteidigungsfragen gemacht hatte. Auch nach dem Tode des Königs hatte De la Gardie die Leitung des Kriegskollegiums und war damit eine der Personen, die die Vormundschaftsregierung für Königin Kristina hatten.

Jakob De la Gardie war am 20. Juni 1583 von einem aus Frankreich stammenden Vater in Reval, dem heutigen Tallin, zur Welt gekommen und war, nachdem sein Vater 1585 ertrunken war, von seiner Großmutter mütterlicherseits im heutigen Finnland erzogen worden. Schon als Kind war es für De la Gardie klar, dass er eine militärische Laufbahn ergreifen würde, vermutlich, weil er keinerlei anstrengender Arbeit nachgehen wollte, was sein finnischer Beinahme „der Faule“ aussagt. Das Soldatenleben schien für den Jugendlichen jedoch passend, denn bereits im Alter von 18 Jahren hatte er den Grad eines Oberst erreicht. Allerdings wurde er während seines ersten Kriegseinsatzes, der Verteidigung von Wolmar, dem Valmiera des heutigen Lettland, von den Polen gefangen genommen und erst 1606 wieder aus der Gefangenschaft entlassen.

Als Kriegsherr geriet Jakob de la Gardie anschließend in das Problem, dass Schweden und Polen gleichzeitig ihren Einfluss in Russland ausbauen wollten und Karl IX. De la Gardie mit seinen Truppen nach Russland schickte um zum einen die polnischen Angreifer in Schach zu halten, zum anderen darauf hinzuwirken, dass ein Schwede zum Zar ernannt wurde. De la Gardie gelang es zwar Moskau und Nowgorod einzunehmen, aber da er auf sehr viele Legosoldaten angewiesen war, die ihn in Russland bald im Stich ließen, musste er sich zurückziehen und 1610, bei der Schlacht bei Kluschino, musste der Befehlshaber De la Gardie letztendlich kapitulieren. In den Folgeahren war der Krieger dann mehr mit Planungsaufgaben betraut als auf dem Feld zu finden.


12. August 1323: Der Frieden in Nöteborg in der schwedischen Geschichte
12. August 1763: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
12. August 1901: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
12. August 1920: Schwedische Luftfahrt und erste Luftftransporte
12. August 1925: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. April 2015

Gustav II. Adolf gründet die Stadt Sala

Auch wenn Gustav II. Adolf vor allem für die Gründung seiner befestigen Küstenstädte bekannt ist, so verlieh er am 15. April 1624 auch der unbefestigten Stadt Sala die Stadtrechte. Die Ursache dafür waren natürlich die Silberfunde und der Kapitalbedarf des Königs, denn der Polnische Krieg forderte hohe Summen und der bereits geplante Eingriff in den 30-jährigen Krieg sollte noch höhere Kosten verursachen. Die Silbervorkommen in Sala waren daher für den König von größter Bedeutung, zumal die Bergwerke dort bereits sehr gut ausgebaut waren.

Die Stadtgründung sollte allerdings auch bedeutende Änderungen für Sala mit sich bringen, denn wie schon in Göteborg, so hatte Gustav II. Adolf seine eigenen Ideen über die Lage der Stadt und er zwang alle Bewohner des vorherigen Grubendorfes in das heutige Sala umzuziehen und ließ die früheren Gebäude abreißen. Gleichzeitig holte der König Spezialisten aus Deutschland, die den Bergbau modernisierten sollten und er legte ein Wassersystem mit Seen an, die Gruben und Hütten mit der notwendigen Wasserenergie versorgen konnten. Die Spuren dieser Zeit sind noch heute in Sala zu sehen, auch wenn die Wohnhäuser nahezu alle den Bränden zum Opfer fielen.

Um den Abbau des Silbers so rentabel wie möglich zu machen, übernahm Gustav II. Adolf auch die Arbeitspolitik des vorhergehenden Jahrhunderts und führte daher das System des sogenannten Bergsfriden fort, was bedeutete, dass nicht nur Kriegsgefangen zur Arbeit in den Schächten herangezogen wurden, sondern Strafgefangene Asyl in Sala erhielten, was jedoch bedeutete, dass diese unter der Aufsicht von Knechten standen und ihr Leben lang im Bergwerk arbeiten mussten, was jedoch viele Straftäter den sonst  üblichen Strafen der Zeit vorzogen. Straftäter durften jedoch das Grubengebiet nie verlassen und konnten auch in keinem anderem Bergwerk eine Arbeit suchen.


15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform 
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer 
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams 
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden 
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 25. Januar 2015

Das kurze Leben des Vasaprinzen Karl Filip

Da Prinz Karl Filip, auch Carl Philip geschrieben, bereits am 25. Januar 1622 im Alter von 21 Jahren in estländischen Narva starb, hatte er in der schwedischen Geschichte selbst nur eine geringe Bedeutung, aber trotz des jungen Alters trat er unter den verschiedensten historischen Umständen auf und ist der einzige schwedische Prinz, der als Kandidat zum Zar von Russland eine ernsthafte Chance hatte gewählt zu werden. Bereits 1611 war beim König Schwedens ein russischer Bote mit diesem Angebot angekommen, denn Novgorod, das damals unter schwedischer Herrschaft stand, hatte den jungen Prinzen als zukünftigen Zaren vorgeschlagen.

Karl Filip kam am 22. April 1601 im Schloss Reval im Estland als Sohn von Karl IX. und Kristina von Holstein-Gottorp zur Welt und war damit der jüngere Bruder des späteren Königs Gustav II. Adolf. Da Karl Filip nicht als Thronfolger vorgesehen war, erhielt er vom Vater die Herzogtümer Södermanland, Närke und Värmland, die ihm die Zukunft sichern sollten. Da Karl Filip jedoch nicht mündig war, wurde seine Mutter zum Vormund ernannt, die wenig Interesse an ihm zeigte, jedoch alles für den Thronerben Gustav II. Adolf tat, da dieser in ihren Augen einer der bedeutendsten Könige Schwedens werden sollte.

Letztendlich war es auch Kristina von Holstein-Gottorp die ihrem Sohn Karl Filip nicht als Zaren sehen wollte, denn dies hätte ihn auf die gleiche Stufe gesetzt wie den Erstgeborenen. Sie verhinderte daher auch einen Teil er Verhandlungen und machte ihrem jüngsten Sohn selbst die Herzogtümer streitig und wollte diese für Gustav II. Adolf zurückholen, denn immerhin handelte es sich dabei um bedeutende Industriegebiete, die die Staatskasse füllen konnten und für die kommenden Kriege von Interesse waren. Im September 1621 konnte sich Karl Filip noch über den schwedischen Sieg in Riga freuen, da dies seinen Ruf aufwertete, aber bereits wenig später erkrankte er, wurde zur Pflege nach Narva geschickt, und starb dort im folgenden Januar.


25. Januar 1757: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur 
25. Januar 1880: Torsten Fogelqvist und die Begegnung mit der Arbeiterbewegung 
25. Januar 1922: Die Volksbefragung kommt als politisches Instrument nach Schweden 
25. Januar 1931: Der schwedische Musiker Stikkan Anderson kommt zur Welt 
25. Januar 1946: Schweden liefert Kriegsflüchtlinge an die Sowjetunion aus
25. Januar 1956: Der berühmte Alkoholhändler Ivan Bratt stirbt in Bettna
25. Januar 1957: Skogsmulle bringt Kindern die Natur näher
25. Januar 1957: Die ersten Massenimpfungen gegen Polio in Schweden
25. Januar 1967: Das U-Boot HMS Sjöormen wird zu Wasser gelassen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 9. Januar 2015

Die neue schwedische Kupferkompanie

Bereits ab 1580 hatte der schwedische König in Bergslagen den Handel mit Eisen und Kupfer reglementiert und die Aufkäufer der Ware bestimmt. Allerdings musste diese ersten Bestimmungen auf Grund der Kriege und der schlechten finanziellen Lage Schwedens sehr bald wieder aufgehoben werden und erst Gustav II. Adolf legte dann am 21. Dezember 1619 erneut klare Regeln über den schwedischen Handel mit Kupfer fest. Um den gewinnträchtigen Handel mit der Ware in festen Händen zu behalten, gründete der König daher die sogenannte äldre kopparkompaniet, die ältere Kupferkompanie.

Diese Handelsgesellschaft, die auch Waren, insbesondere Waffen, nach Stockholm importierte, stand jedoch ebenfalls auf schlechten Beinen, da das Kapital der Kompanie unzureichend war und als Kupfer dann auch noch an Wert verlor, musste diese erste Kupferkompanie 1628 wieder aufgelöst werden. Der König musste die gesamten Schulden übernehmen, konnte jedoch die Gläubiger nicht bezahlen und vergab daher Güter an sie mit Hilfe deren sie dann wieder an ihre Einlagen kamen, und teilweise auch einen hohen Gewinn machen konnten.

Natürlich war damit die Idee einer Kupferkompanie nicht begraben, denn als die schwedische Krone 1635 ein holländisches Unternehmen fand, das am Import von schwedischem Kupfer interessiert war, entstand am 9. Januar 1636 die neue Kupferkompanie. Im Vertrag wurde sowohl die Menge des jährlich zu importierenden Kupfers und dessen Preis festgelegt. Aber obwohl der König dieses Mal sogar die Einlagen, die die Oberstatthalter und Kollegienmitglieder leisten mussten, festlegte, kam dieses Handelsunternehmen nur sehr schleppend in Gang, denn Kupfer hatte nicht mehr  die Bedeutung von früher und die Wahl von Arvika als Handelsplatz zeigte sich geradezu als schädlich. Drei Jahre lang konnte die Handelskompanie dennoch aufrecht gehalten werden bis die Teilhaber im Jahre 1638 die Auflösung der Gesellschaft forderten. Ab 1. Januar 1693 wurde dann der Kupferhandel in Schweden frei gegeben, da das Königshaus und die reiche Schicht Schwedens keine finanzielle Zukunft in diesem Handel sahen.


9. Januar 1202: Birger Brosa unter Knut Eriksson und Sverker den yngre 
9. Januar 1811: Desideria von Schweden, eine Kaufmannstochter wird Königin 
9. Januar 1897: Die schwedische Künstlerin Tyra Lundgren 
9. Januar 1900: Der Lorensbergs Cirkus in Göteborg brennt
9. Januar 1939: Annette Kullenberg, die Schriftstellerin mit der spitzen Zunge 
9. Januar 1954: Der Frachtdampfer Nedjan sinkt bei Eggegrund 
9. Januar 1969: Moderaterna, von extrem rechts zur Mitte

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 12. September 2014

Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern

Als Per Brahe am 12. September 1680 auf Schloss Bogesund im Uppland starb, hinterließ er ein Erbe, das ihn sowohl in Finnland als auch in Schweden unsterblich machte, obwohl er nur sehr kurze Zeit an Kriegsaktivitäten Gustav II. Adolfs beteiligt war, und dies nur als Kammerherr des Königs. Vor allem seinen Einfluss in Finnland verdankte Brahe allerdings seinem Widersacher Gabriel Gustafsson Oxenstierna, denn damit die beiden nicht, gemeinsam in Stockholm, die Politik des Landes schwächen konnten, wurde Per Brahe als Generalgouverneur über Finnland eingesetzt.

Als Per Brahe, der am 18. Februar 1602 auf Schloss Rydbyholmen geboren worden war, im Alter von 35 Jahren die Macht über Finnland erhielt, gründete er dort mehrere Städte, unter anderem Tavastehus (heute Hämeenlinna), Kristinestad (heute Kristiinankaupunki) und Veckelax Nystad (heute Hamina). Brahe verdankt man auch die strategisch günstige Lage von Helsingfors (Helsinki), die Gründung der Königlichen Akademie in Åbo (Turku) und die Einrichtung der ersten Grundschule auf finnischem Raum. Brahe dachte als Gouverneur Finnlands vor allem an eine wirtschaftliche Zukunft des Landes, das damit eine bedeutende Stütze Schwedens wurde.

Aber auch in Schweden hinterließ Per Brahe der Jüngere seine Spuren, denn als er 1633 die Grafschaft Visingsborg erbte, baute er das Schloss Västanå um und errichtete das Schloss Visingsborg und das Brahehus, die gemeinsam ein Dreieck bildetet in dessen Zentrum Brahe die Stadt Gränna, damals noch Brahe-Grenna, gründete. Auch hier dachte Brahe an die Zukunft des Ortes und den Fortschritt auf Visingsö, denn der Politiker schuf dort eine Papierfabrik, eine Waffenfabrik und eine Druckerei, neben anderen kleineren Industrien. Da Brahe Bildung sehr wichtig war, schuf er 1636 auf Visingsö auch eine Schule, was von der Kirche stark bekämpft wurde, die um diese Zeit  nahezu die gesamte Bildung des Landes in Händen hatte.


12. September 1745: Ostindiefararen Götheborg, Pier 4 in Göteborg
12. September 1818: Aurora von Qvanten, die vergessene Schriftstellerin
12. September 1921: Die ersten freien Parlamentswahlen in Schweden
12. September 1984: Die schwedische Sängerin Petra Marklund
12. September 1988: Die schwedische Sängerin Amanda Jenssen
12. September 1997: Stikkan Anderson, Musik für die schwedische Gruppe Abba

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. September 2014

Die Schlacht bei Breitenfeld und der schwedische Sieg

Kaum eine Schlacht hat die Geschichte mehr verändert als die Schlacht bei Breitenberg während des Dreißigjährigen Krieges, da der 7. September 1631 die bis dahin übliche Kriegsführung in Frage stellte und der klassischen römischen Kampfform ein Ende bereitete. Der schwedische König Gustav II. Adolf machte sich an diesem Tag als Stratege unsterblich und leitete mit seinem Sieg die Großmachtzeit Schwedens ein. Er beeinflusste dabei zudem die nord-südliche Trennung von Protestantismus und Katholizismus in Deutschland.

Gustav II. Adolf war im Jahre 1630 mit seinen Soldaten in Deutschland ans Land gegangen, da er Kaiser Ferdinand II. davon abhalten wollte den Katholizismus in Norddeutschland durchzusetzen, er wollte jede Gefahr auf einen Krieg auf schwedischem Boden verhindern und er hoffte durch Zölle an den deutschen Flussmündungen die schwedischen Staatskassen zu füllen. Auch wenn der König bei seinem Kampf gegen den Kaiser die sächsische Armee an seiner Seite hatte, so war das Unternehmen ein gewisses Risiko, denn das deutsche Militär galt bis zum 7. September 1631 als unbesiegbar.

Dass Gustav II. Adolf die Schlacht bei Breitenfeld gewann, lag im Grunde nur daran, dass er seine Armee mobil gestaltete, die sich schnell deplatzieren konnte und sich daher in der Lage war sich jeder Situation anpassen, während die kaiserliche Armee Schwadronen einsetze, die sich nur schwer einer Änderung anpassen konnten. Aus diesem Grund war am Abend des gleichen Tages die deutsche Armee besiegt und Gustav II. Adolf wurde damit in ganz Europa als der ideale Feldherr betrachtet. Bei der Fortsetzung des Dreißigjährigen Krieges griff nun auch Ferdinand II. zur „schwedischen Kriegsführung“, die bis heute das militärische Denken beeinflusst, da man heute davon ausgeht, dass sich jede Kriegsführung so schnell wie möglich an veränderte Situationen anpassen können muss.


7. September 1450: Katarina Karlsdotter wird die Königin Schwedens
7. September 1520: Die Eroberung Stockholms durch Kristian II.
7. September 1620: Söderhamn wird zur Stadt erhoben
7. September 1661: Gunno Dahlstierna, Mundart in der schwedischen Literatur
7. September 1888: Märta Lindqvist, Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin
7. September 1909: John Wigforss, vom Bohème-Revolutionär zum Konservatismus

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 23. August 2014

Nils Ahnlund und die schwedische Geschichte

Nils Ahnlund wurde am 23. August 1889 als ältester Sohn eines Propst in Uppsala geboren, der damals eine Professur in Moralphilosophie an der Universität Uppsala hatte, wenige Jahre später jedoch zum Propst in Umeå ernannt wurde. Erst nach seiner Hochschulreife im Jahre 1908 in Umeå kehrte Ahnlund daher nach Uppsala zurück um dort bei Harald Hjärne Geschichtswissenschaft zu studieren. Bereits um diese Zeit beschäftigte sich der Wissenschaftler vor allem mit der schwedischen Großmachtzeit wobei er eine Disputationsarbeit über Gustav II. Adolf vorlegte.

Nach Abschluss seines Studiums legte Nils Ahnlund jedoch seine wissenschaftliche Karriere erst einmal auf Eis und begann als politischer Journalist beim Svenska Dagbladet zu arbeiten. Erst 1923 nahm Ahnlund dann seine akademische Laufbahn wieder auf und begann als Dozent an der Stockholmer Hochschule zu arbeiten, was ihm dann fünf Jahre die erste Professur in Geschichte an der gleichen Hochschule einbrachte. Der Geschichtswissenschaftler gab jedoch die publizistische Tätigkeit nicht ganz auf und, vor allem während des Zweiten Weltkriegs, griff er häufig in die Debatte ein und zeigte sich dabei deutlich als Nationalist, der Schweden eine besondere Rolle innerhalb der europäischen Geschichte gab und dabei an die Idee der schwedischen Großmacht anknüpfte.

Nils Ahnlund gehörte auf der einen Seite zur Gruppe der Wissenschaftler, die auf eine wissenschaftliche Anerkennung großen Wert legten und daher in den verschiedensten Vereinigungen aktiv war und dem es wichtig war Mitglied in der Vitterhetsakademien, der Vetenskapsakademien und der Svenska Akademien zu werden, was ihm nicht zuletzt auch dadurch gelang, dass er die Rolle des Norden innerhalb der Geschichte immer wieder in den Vordergrund stellte. Auf der anderen Seite wollte Ahnlund seine Meinung auch unter dem Volk so weit wie möglich verbreiten. Der Wissenschaftler popularisierte daher seine Themen und verbreitete seine geschichtliche Warte in zahlreichen Zeitschriften und im Rundfunk, was in gewisser Weise auch das nationalistische Denken im Schweden der 40er und 50er Jahre stärkte.


23. August 1521: Kristian II, König Schwedens für ein Jahr
23. August 1834: Der ungewöhnliche Aufstieg von Anders Fredrik Brander
23. August 1834: Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler
23. August 1923: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik
23. August 1931: Lars Görling, eine Kultfigur Schwedens
23. August 1973: Geiseldrama in der Kreditbanken in Stockholm
23. August 2010: Der schwedische Künstler Elis Aidanpää

Copyright: Herbert Kårlin