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Freitag, 29. April 2016

Der Beginn und das Ende des Smålands Folkblad

Bereits am 15. November 1901 erschien in Jönköping die erste Nummer der Lokalzeitung Smålands Folkblad, erst unregelmäßig, dann täglich, schließlich vier Tage pro Woche und ab 1919 erneut endgültig als Tageszeitung. Trotz lokalem Inhalts hatte die Zeitung, die jeweils am Nachmittag erschien, immer wieder finanzielle Probleme und lag mehrmals knapp vor dem Konkurs. Die höchste Auflage in ihrer Geschichte verzeichnete das Smålands Folkbald mit einer Auflage von 16.100 Exemplaren im Jahre 1949.

Trotz der hohen qualitativen Leistung des Smålands Folkblad gelang es der Zeitung nicht  aus den roten Zahlen zu geraten, was dazu führte, dass die Tageszeitung ab 1980 nur noch sechs Tage die Woche erschien und 1990 auf vier Ausgaben die Woche reduziert werden musste. 1991 war die Durchschnittsauflage dann auf 9700 Exemplare geschrumpft und nur ein Jahr später übernahmen Angestellte des Småland Folksblad um aus der Tageszeitung eine Wochenzeitung zu machen. Der Erfolg war jedoch gering und 2010 wurde auch diese Zeitschrift zu Grabe getragen.

Aber noch immer gab es eine Gruppe, die das Småland Folkblad wieder zum Leben erwecken wollte und mit Hilfe eines Partners, dem ETC-Verlag, erschien am 29. April 2011 erneut die am Freitag erscheinende Wochenzeitung Smålands Folkblad mit einer sozialdemokratischen Linie. Erneut scheiterte die Zeitung an den Abonnenten, denn als das Småland Folkblad im Januar 2015 immer noch an 1500 Abonnenten kratzte und 40 Abonnenten zu wenig hatte um vom Staat eine Presseunterstützung zu erhalten, verschwand die Zeitung dann erneut von den Verkaufsstellen in Jönköping und wurde kurzfristig eingestellt.


29. April 1442: Krister Nilsson und die Kalmarer Union
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die Frauenbewegung
29. April 1742: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
29. April 1805: Der Künstler Lorens Pasch der Jüngere
29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1913: Schwedischer Reißverschluss erobert die Welt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 9. Mai 2014

Der schwedische Erfinder Gustaf de Laval

Gustaf de Laval kam am 9. Mai 1845 in Orsa in Dalarna zur Welt, legte 1863 seine Hochschulreife an der Universität Uppsala ab und studierte dort anschließend drei Jahre lang Mechanik. Nachdem de Laval dann zwei Jahre lang im Kupferbergbau gearbeitet hatte, kehrte er zurück nach Uppsala und legte dort im Jahre 1872 seinen Doktor in Philosophie ab. Auch wenn Gustaf de Laval um diese Zeit bereits einige Erfindungen gemacht hatte, begann er erst anschließend geradezu unermüdlich an ständig neuen Erfindungen zu arbeiten.

Da sich Gustaf de Laval als angestellter Ingenieur in Falun unbefriedigt fühlte, ging der Erfinder 1877 ganz nach Stockholm und entwickelte sich dort zum eventuell produktivsten Erfinder Schwedens, auch wenn de Laval die Nachteile hatte, dass er auch utopische Visionen hatte, die er nie realisieren konnte und dass er keinerlei Verhältnis zu Geld hatte, was seine Tests mit den Erfindungen manchmal problematisch machte. Dennoch gelangen ihm einige der bedeutendsten Erfindungen seiner Zeit, die noch heute weiterleben. Es handelt sich dabei insbesondere um die Dampfturbine, die Milchzentrifuge und die Lavaldüse, die noch heute in der Raketentechnik angewandt wird.

Die Bedeutung von Gustaf de Laval kann man ermessen, wenn man bedenkt, dass er während seines Lebens 37 verschiedene Firmen gründete und 93 schwedische Patente besaß. Da der Erfinder jedoch unfähig war mit Geld umzugehen und er teilweise sehr teure Entwicklungen realisierte, benötigte er in seinen Unternehmen immer wieder Partner, die seine Erfindungen auch vermarkten konnten. Aber auch das half de Laval nicht bei seinen persönlichen finanziellen Schwierigkeiten, denn bei seinem Tod musste seine Ehefrau noch wegen der Erbschaft den persönlichen Konkurs anmelden.


9. Mai 1767: Der Uhrmacher Jean Fredman bleibt der Nachwelt erhalten
9. Mai 1945: Beda Hallberg und der Kampf gegen die Tuberkulose
9. Mai 1947: Penicillin in Schweden
9. Mai 2006: TV6, der Fernsehkanal für Männer bis 45

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. März 2014

Die Öresundsvarvet in Landskrona

Als der Göteborger Reeder Arthur Du Rietz zu Beginn des 20. Jahrhunderts Landskrona besuchte und hörte, dass sie Stadt seine industrielle Aktivität ausdehnen wollte, entschied er sich sehr schnell dort eine Werft aufzubauen, die später unter dem Namen Öresundsvarvet (Öresunds Werft) bekannt wurde. Als harter Geschäftsmann verstand es Rietz auch seine Bedingungen an Landskrona zu stellen, die alle erfüllt wurden. Als der Reeder am 16. Dezember 1915 seine Aktiengesellschaft eintrug, verfügte er über eine Fläche von 50.000 Quadratmetern, die zwei Meter über dem Meeresspiegel lagen, einen Anschluss an die Eisenbahn und ein 50 Meter langes Kai.

Die Öresundsvarvet entwickelte sich sehr schnell und der Dampfer Torild konnte bereits 1918 zu Wasser gelassen werden. Nach ausgedehnten zusätzlichen Bauten und elf neuen Fahrzeugen, ging die Konjunktur Schwedens jedoch rapide abwärts und am 27. März 1922 musste das Lebenswerk von Arthur Du Rietz den Konkurs beantragen. Nach einer Rekonstruktion und mehreren Eigentumswechseln ging es jedoch mit der Werft wieder nach oben. Im Jahre 1970 beschäftigte die Öresundsvarvet dann bereits 2500 Arbeiter und Angestellte zu denen in den folgenden fünf Jahren weitere 1000 Beschäftigte hinzukamen und die Werft war damit einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region geworden.

Der Schock kam dann jedoch am 11. März 1981, als die Öresundsvarvet 1807 Angestellten kündigte und damit allen klar wurde, dass sich das Unternehmen nicht mehr erholen konnte. Nie zuvor waren in Schweden so viele Angestellte auf einmal von einem Unternehmen gekündigt worden, woraus man auch ersehen kann wie bedeutend diese Katastrophe in jenen Jahren war. Im Dezember 1982 wurde die Werft schließlich für eine symbolische Krone an Landskrona Finans verkauft. Heute werden in der neu erstandenen Öresundsvarvet ausschließlich Reparationsarbeiten vorgenommen und das Unternehmen beschäftigt nur noch wenige hundert Angestellte.


11. März 1795: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär 
11. März 1849: Karl Alfred Melin, der Dichter der Schären des Södermanlands
11. März 1894: Der schwedische Fußballklub GAIS
11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden 
11. März 1918: Die spanische Grippe in Schweden 
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 8. Mai 2013

Der schwedische Staat rettet die Nordbanken (heute Nordea)

Die Nordbanken wurde durch ein Zusammenlegen der Uplandsbanken und der Sundsvallsbanken gegründet und war gerade einmal sechs Jahren lang aktiv als sie durch die schwedische Wirtschaftskrise der 90er Jahre wegen Valutaspekulationen und einer großen Menge unsicherer Kredite bereits kurz vor den Konkurs geriet. Die Rettung kam jedoch am 8. Mai 1992, als sich der schwedische Staat entschied die Bank mit 20 Milliarden Kronen zu unterstützen und damit das gesamte private Aktienkapital zu erwerben und die Bank vollständig zu übernehmen.

Diese Maßnahme war sehr umstritten, denn durch den Eingriff des Staates wurde eine einzige Bank Schwedens gestützt, was auch bedeutete, dass nur für diese Bank die Kreditwürdigkeit stieg und nahezu alle alle anderen Banken des Landes auf ihren riskanten Krediten sitzen blieben und deswegen die Besitzer der Aktien um Geld angehen mussten. Carl Bildt, der damalige Ministerpräsident, griff damit einseitig in das Wirtschaftsgeschehen ein und brachte zahlreiche Banken in eine sehr prekäre Situation um die bis dahin halbstaatliche Nordbanken, die  überwiegend aus der früheren Post- und Kreditbanken bestand, zu retten und in eine stabile Bank zu verwandelt.

Allerdings konnte auch der Aufkauf des gesamten Aktienkapitals durch den Staat die Bank nicht langfristig retten, denn als Nordbanken 1998 erneut in Schwierigkeiten geraten war, fusionierte sie mit der relativ stabilen, finnischen Merita Banken und erhielt vorübergehend den Namen Merita-Nordbanken, die im Jahre 2000 durch weitere Fusionen zum gesamtnordischen Finanzkonzern Nordea wurde, das sich um jede Art von Finanzgeschäften kümmert und bereits mehrmals in die Kritik geriet, unter anderem wegen ihrer Personalpolitik und vermuteter Geldwäsche.


8. Mai 1726: Die ersten Veterinäre Schwedens 
8. Mai 1968: Geschwindigkeitsbegrenzungen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Das Ende der klassischen, schwedischen Saab Automobile

Als sich im Dezember 2011 zeigte, dass weder der schwedische Staat sich für die Saab Automobile interessierte noch das amerikanische Unternehmen GM einen Verkauf an China zulassen würde, waren die Würfel für die drei Firmen Saab Automobile, Saab Automobile Tools und Saab Powertrain gefallen und dem Geschäftsführer Victor Muller blieb nur noch eine einzige Alternative, er musste am 19. Dezember 2011 den Konkurs beantragen und eine schwedische Legende ging zu Ende.

Das Saab Automobil unterschieden sich bereits von ihrer Geschichte vollständig von anderen Autos, denn das erste Fahrzeug, das 1947 gebaut wurde, war von 20 Flugzeugbauingenieuren unter der Leitung von Gunnar Ljungström gebaut worden. Dies zeigte sich vor allem an der Aerodynamik, dem Frontantrieb und dem quer liegenden Motor, Eigenschaften, die man heute als üblich betrachtet, zu jener Zeit jedoch eine Revolution war. Sehr viele spätere Automodelle haben Teile der Saab-Technik übernommen ohne dass man je das Saab-Zeichen auf ihnen finden wird.

Die Probleme für Saab Automobile begannen bereits in den frühen 70er Jahren, denn die Ingenieure wollten das optimale Fahrzeug schaffen und wurden dabei von der wachsenden internationalen Automobilindustrie überrollt. Die Leistung der Ingenieure zeigte sich nochmals im Jahre 1978 mit dem Saab Turbo, denn hier war es den Ingenieuren gelungen den ersten zuverlässigen Turbo Motor zu bauen, was dem Unternehmer einen gewissen Vorsprung und gute Gewinne brachte, bis die Konkurrenz technisch billigere Lösungen für einen Turbomotor entwickelt hatte. Auch wenn einige neue Modelle in den 90er Jahren die Kassen von Saab wieder etwas füllten, so war der Niedergang dennoch vorbestimmt, den vielleicht nur ein billigeres Saab-Modell hätte retten können.


19. Dezember 1893: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts
19. Dezember 1996: Die Schengener Abkommen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin