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Dienstag, 20. Mai 2014

Einar Bergh und die Säffle-Oper

Einar Bergh wurde am 20. Mai 1938 in Örgryte, heute ein Stadtteil Göteborgs, geboren und war im Grunde Magister in Sprachwissenschaft, interessierte sich jedoch mehr für Musik und bildete sich daher zum Opernsänger und Schauspieler aus. Seine Engagement waren selten, so dass Bergh heute sicher vergessen wäre, hätte er nicht Mitte der 60er Jahre, gemeinsam mit seinem Bruder Erik Bergh, in Stockholm die Schallplattengesellschaft und das Musiktheater Fonofon gegründet.

Die Schallplattenproduktion, die eigentlich die Theateraktivität stützen sollte, wurde ein Fiasko, da Einar Bergh vor allem Pop mit Operetteneinschlag produzierte und dafür nur ein sehr begrenztes Publikum existierte. Weitaus erfolgreicher war dagegen die ab 1970 sehr aktive Theatergesellschaft, die von den Brüdern Bergh geleitet wurde und bis zu zehn Angestellte hatte, da die humoristischen Gesangsspiele eine breite Gruppe an Interessenten fanden und die Gruppe nicht nur im Theater auftrat, sondern auch in Altersheimen und anderen privaten und kommunalen Einrichtungen.

In die Geschichte ging Einar Berg dann jedoch ein, weil Fonofon 1975 von Stockholm nach Säffle umzog, dort ein Übereinkommen mit der Stadt fand und damit den Grundstein für die Säffle-Oper (Säffleoperan) legte. Das Programm wurde sehr breit und man konnte in den 80er Jahren bis zu 300 Vorstellungen pro Jahr zählen. Die Theater-Oper unterschied sich allerdings in sehr vielen Punkten von den anderen Einrichtungen des Landes, da die Brüder Bergh grundsätzlich professionelle Schauspieler und Amateure gemeinsam auftreten liessen und den Schwerpunkt hatte junge Schauspieler auszubilden. Auch wenn Einar Bergh bereits am 15. April 1997 in Säffle starb, so lebt seine Idee in Form der Säffle-Oper fort, eine Bühne auf der immer noch Amateure gemeinsam mit Berufsschauspielern auftreten.


20. Mai 1940: Verner von Heidenstam und der Umbruch in eine neue Zeit
20. Mai 1948: Die Schiffsverbindung von Umeå nach Vasa
20. Mai 1952: Staffan Götestam und das bedeutendste Kindermuseum Schwedens
20. Mai 1964: Die schwedische Polizei wird verstaatlicht
20. Mai 2010: Das Fotomuseum Fotografiska in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 14. September 2013

Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson

Annalisa Ericson wurde am 14. September 1913 als Tochter eines Regimentsmusikers geboren und begann mit sechs Jahren an der Ballettschule der königlichen Oper in Stockholm, was zu jener Zeit bedeutete, dass sie auch auf der Bühne stehen musste. Im Laufe der Jahre wurden die Rollen Ericsons immer etwas größer und 1929 wurde sie als Tanzschülerin an der Oper angestellt. Ein Jahr später ging ihre Karriere jedoch fast zu Ende, denn die Oper feuerte sie, weil sie „zu dick“ geworden war und nicht mehr dem künstlerischen Ideal des Hauses entsprach.

Da die erhoffte Tanzkarriere für die damals 16-jährige Annalisa Ericson damit zu Ende war, bewarb sie sich an der Schauspielschule des Dramaten, wurde dort jedoch abgelehnt, was sich später jedoch als Glück zeigen sollte, denn dadurch konnte sie beim Oscarsteatern eine Schauspielausbildung machen. Neben dem Theater arbeitete die Künstlerin auch als Statistin für SF (Svensk Filmindustri), was ihr 1932 die Hauptrolle als Anna im Film Värmlänningarna einbrachte. Obwohl Ericson im Film nicht selbst sang, wurde sie von der Kritik für ihre Stimme gelobt und ihr Name wurde als hervorragende Schauspielerin mit mehreren Talenten in ganz Schweden bekannt.

Rund 80 Jahre lang nahm Annalisa Ericson dann einen der bedeutendsten Plätze auf mehreren Bühnen Schwedens ein, wobei sie durch ihre Tanzkenntnisse auch Rollen bekam, die eine sehr ohe Anforderung an eine Schauspielerin stellten. Ericson spielte in dieser Zeit in einigen der bekanntesten Revuen, in Operetten und tingelte im Sommer mit Theatergruppen durch Schweden. Auch wenn Ericson dreimal verheiratet war, so kam die Familie immer erst nach der Kunst. Der Name Annalisa Ericson wird noch heute mit den Revuen von Kar de Mumma und von Ernst Rolf, sowie mit einigen Filmen von Nils Poppe und dem Film Sommarlek von Ingmar Bergman. Auch wenn Annalisa Ericson noch mit 85 Jahren erstmals vom Dramaten engagiert wurde, so entstanden ihre bedeutendsten Werke vor allem zwischen den 30er und Beginn der 60er Jahre.


14. September 1933: Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen 
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. April 2013

Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius

Als Oskar Textorius am 8. April 1864 in einer kinderreichen Familie in Kristianstad zur Welt kam, dachte niemand, dass der Junge einst zu den bedeutendsten Schauspielern und Regisseuren Schwedens gehören sollte und selbst als Textorius nach nur wenigen Schuljahren nach Stockholm ging, gehörte das Schauspiel nicht in die Welt des späteren Künstlers, denn er begann in der schwedischen Hauptstadt eine Ausbildung als Hersteller von Farben. Erst nach dieser Ausbildung näherte sich Textorius der Welt der Bühne.

Seinen ersten Auftritt als Schauspieler hatte Oskar Textorius im Jahre 1887. Da er auf der Bühne überzeugte, wurde er in den kommenden Jahren von verschiedenen Theatergesellschaften engagiert und bis 1893 war Textorius daher nahezu ständig auf Tourneen durch Schweden. In diesem Jahr kam dann jedoch sein erstes festes Engagement am Folkteatern in Stockholm, wo er bis 1899 blieb. Von 1899 bis 1906 führte Textorius dann seine eigene Theatergesellschaft und spezialisierte sich auf die Operette, was dazu führte, dass seine Truppe ständig ausgebucht war. 1906 gab der Schauspieler seine Gesellschaft jedoch wieder auf um sich wieder mehr der Kunst auf der Bühne widmen zu können und arbeitete erneut für andere Theatergesellschaften Stockholms.

Der wahre Durchbruch kam für Oskar Textorius dann im Jahre 1911, als der Schauspieler vom Oscarsteatern engagiert wurde und dort der Operette zum Erfolg verhalf. Nach seinem siebenjährigen Engagement am Stockholmer Oscarsteatern standen Textorius die Bühnen Skandinaviens offen. Er arbeitete am Scakateatern in Kopenhagen und wurde 1918 künstlerischer Leiter des Stora Teatern in Göteborg. Mit seiner dritten Frau, der Schauspielerin Ester Pettersson unterbrach der Schauspieler dann jedoch dieses Karriere wieder um einige Jahre lang erneut mit einer eigenen Theatergruppe durch die Folksparks Schwedens zu ziehen. Erst 1937 kehrte er wieder als künstlerischer Leiter an das Stora Teatern zurück wo er bis zu seinem Tod ein Jahr später arbeitete. Auch wenn der Schauspieler am 20. April 1938 in Göteborg starb, so wurde seine Leiche anschließend in Stockholm beigesetzt.


8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika

Copyright: Herbert Kårlin

Vetenskapsfestivalen Göteborg 2013

Mittwoch, 6. März 2013

Eva Bysing aus Bysingsberg im Västmanland

Als Eva Bysing am 6. März 1943 in Bysingsberg bei Västerås geboren wurde, erhielt sie den Namen Eva Birgitta Eriksson, der jedoch, im Gegensatz zur kleinen Ansiedlung Bysingsberg, heute nahezu unbekannt ist, nicht zuletzt durch das Lied I Bysingsberg, das einer der Erfolge der Sängerin und Schauspielerin wurde, neben ihrem größten Schallplattenerfolg Ärtiga Märta aus dem Jahr 1969, das auch noch heute nicht vergessen ist.

Die Karriere von Eva Bysing begann am 15. Oktober 1966, als sie Gastgeberin in Hylands hörna wurde, auf Empfehlung von Thore Skogman, der Eva Eriksson nicht nur entdeckt hatte, sondern für sie auch die Schallplattenerfolge schrieb und 1972 gemeinsam mit ihr eine Show für das Berns in Stockholm schuf, die einen so großen Erfolg zeigte, dass sie anschließend auch ins Kronprinsen nach Malmö kam.

Allerdings wurde Eva Bysing, trotz der Erfolge, nicht als Schlagersängerin bekannt, denn in den 70er Jahren wurde sie vom Reichstheater in Stockholm engagiert und spielte in mehreren Operetten und Musicals die Hauptrolle, unter anderem in „Die lustige Witwe“ und in Annie get your gun. In den Folgejahren kamen zu den Bühnenauftritten Rollen in Fernsehspielen und in Filmen, wo sie meist eine nicht sehr ernste Rolle spielte. Die letzten Jahre wurde es um Eva Bysing etwas ruhiger, aber noch immer kann man sie zeitweise als Sängerin in der Band ihres Mannes Bent-Arne Wallin erleben.


6. März 1850: Victoria Benedictsson und der Weg der weiblichen Befreiung
6. März 1850: Victoria Maria Benedictsson, ein Selbstmord ohne Antwort
6. März 1962: Piratensender vor der schwedischen Küste 

Copyright: Herbert Kårlin