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Dienstag, 30. September 2014

Der schwedische Musiker Roland Bengtsson

Roland Bengtsson wurde am 30. September 1916 in Stockholm geboren und gehört zu den vielseitigsten Musikern Schwedens, der nicht nur eine Vielzahl an Instrumenten beherrschte, sondern auch verstand ihnen jeden Ton zu entlocken. Diese Eigenschaft erlaubte es ihm sowohl klassische Musik zu komponieren und zu spielen als auch im Studio als Jazzmusiker, klassischer Gitarrist oder Lautenspieler zu arbeiten. Als Gitarrist wirkte Bengtsson auch oft in Filmen mit, aber er verweigerte auch nicht die Zusammenarbeit mit der Hauskapelle von Hylands hörna.

Roland Bengtsson hatte sich sehr früh für eine musikalische Karriere entschieden, wobei er sein Ziel dabei sehr hoch steckte. Gitarre studierte er beim spanischen Virtuosen Angel Iglesia, Kontrabass beim ersten Bassisten der schwedischen Hofkapelle und die Laute beim deutschen Lautenspieler Walter Gerwig. Den Aufenthalt bei Gerwig erlaubte ihm ein Stipendium des Königs Gustav VI. Adolf. Bengtsson war damit der erste Schwede, der für eine musikalische Leistung ein entsprechendes Stipendium erhielt.

Während Roland Bengtsson zu Beginn als freier Musiker jeden Auftrag akzeptierte, widmete er sich ab 1939 vor allem der Studioarbeit, bald auch dem Rundfunk, dem Film und dem Fernsehen. Den größten Erfolg hatte Bengtsson mit seiner Gitarrenimprovisation des mit dem Prix Italia ausgezeichneten Fernsehfilm Viggen Viggo. Als Bengtsson dann auch noch, gemeinsam mit William Clauson, beim Staatsfunk Sveriges Radio einen Gitarrenkurs präsentierte, war sein Name in ganz Schweden bekannt. Roland Bengtsson starb am 10. Juli 2005 im Alter von 88 Jahren in Farsta.


30. September 1782: Die Gustavianische Opern in Stockholm
30. September 1919: Ragnar Thoursie, ein Autor wider seinen Willen
30. September 1972: Die Ölandbrücke zwischen Småland und Öland
30. September 1984: Der schwedische Künstler Hilding Linnqvist
30. September 2002: Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 31. Dezember 2013

Die schwedische Sängerin Siw Malmkvist

Siw Malmkvist wurde am 31. Dezember 1936 in Borstahusen in der Nähe von Landskrona geboren und stand bereits als Jugendliche als Sängerin von verschiedenen Orchestern auf der Bühne. Ihr Aufstieg begann dann jedoch erst als sie mit 19 Jahren an einem Talentwettbewerb in Skåne teilnahm, den sie gewann. Da die Siegerin dieser Ausscheidung in Stockholm an einer nationalen Endausscheidung teilnehmen durfte, reiste Siw in die schwedische Hauptstadt und kam von dort ebenfalls mit dem ersten Preis und der ersten Schallplatte Tweedle Dee zurück.

Diese erste Platte sollte allerdings Siw Malmkvist noch nicht zum Erfolg verhelfen, denn erst 1959, vier Jahre später, kam mit Hylands Hörna und ihrem Lied Augustin der Durchbruch. Malmkvist hatte mit Augustin zwar das Melodifestivalen gewonnen, aber zum Eurovision Song Contest in Cannes durfte Brita Borg reisen. Erst im Jahre 1960 durfte die Sängerin dann Alla andra får varann in London präsentieren, kam dort jedoch nur auf den zehnten Platz. Ab 1959 wurde Siw Malmkvist parallel auf dem deutschen Plattenmarkt eingeführt, wo sie mit „Danke für die Blumen“ unmittelbar einen Durchbruch hatte. Malmkvist hatte in der Folgezeit gewissermaßen eine doppelte Karriere in Deutschland und in Schweden.

Auch in Dänemark begann Siw Malmkvist im Jahre 1960 eine Parallelkarriere, dort allerdings als Schauspielerin, denn sie übernahm in diesme Jahr die Hauptrolle im Film Förälskad i Köpenhamn. Dieser Erfolg führte dann auch dazu, dass sie in den Folgejahren in Revuen auftrat und die Hauptrolle im Musical Irma la douce in Finnland spielte, dem Land, in dem sie einige Jahre lang mit ihrem damaligen Mann lebte. Erst in den 90er Jahren kehrte Malmkvist dann mehr und mehr zum Schlager zurück, nahm 2004 erneut am Melodifestivalen teil und in den Jahren 2010/2011 ging sie mit Lill-Babs und Ann-Louise Hansen auf Tournee, wobei die Sängerin allerdings die jüngere Schicht nicht mehr begeistert und nur noch älteres Publikum anzieht.


31. Dezember 1966: Der Weihnachtsbock in Gävle brennt nieder 
31. Dezember 1987: Der erste private Fernsehkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Freitag, 15. November 2013

Von Anni-Frid von Abba bis zur Prinzessin Reuss

Anni-Frid Lyngstad wurde am 15. November 1945 in der Nähe des norwegischen Narvik als sogenanntes tyskerunge geboren, da sie die Tochter einer norwegischen Mutter und eines deutschen Vaters war, der während des Krieges in Norwegen stationiert war. Da ihre Mutter jedoch starb als das Mädchen gerade einmal zwei Jahre alt war, wuchs sie bei ihrer Großmutter mütterlicherseits im schwedischen Torshälla bei Eskilstuna auf. Mit 13 begann Anni-Frid dann in Tanzbands zu singen, musste jedoch noch über ihr Alter lügen, da man hierzu bereits 16 sein musste.

Im Jahre 1967 nahm Anni-Frid Lyngstad dann mit En ledig dag bei einem Talentwettbewerb teil, den sie gewann. Da der erste Preis ein Auftritt in Hylands hörna war, wurde die Sängerin gewissermaßen über Nacht in ganz Schweden bekannt. Schon zwei Jahre später nahm Lyngstad dann mit Härlig är vår jord an der schwedischen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil, kam dabei allerdings nur auf den vierten Platz. Als die Sängerin dann Benny Andersson traf, mit dem sie auch kurze Zeit verheiratet war, wurde sie ein Mitglied des Ensembles Fästfolket, das sich später in Abba verwandelte.

Unmittelbar nachdem Abba sich aufgelöst hatte, begann Anni-Frid Lyngstad eine Solokarriere, die sie 1982 mit Something's Going On einleitete. Ihre musikalische Karriere setzte bis Ende der 90er Jahre fort ohne dass Lyngstad dabei jedoch an die großen Erfolge Abbas anknüpfen konnte, denn ihr bekanntester Song blieb bis heute das Abba-Lied Fernando. Anni-Frid Lyngstad, die heute in Zermatt in der Schweiz wohnt, heiratete am 26. August 1992 in dritter Ehe den Prinzen Ruzzo Reuss von Plauen, wodurch sie offiziell den Titel Anni-Frid Prinzessin Reuss, Gräfin von Plauen erhielt. Ihr Ehemann starb jedoch bereits sieben Jahre nach der Ehe an Krebs.


15. November 1668: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
15. November 1776: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. September 2013

Lennart Hyland, eine Legende des schwedischen Fernsehens

Lennart Hyland wurde am 24. September 1919 in Tranås geboren und wurde vor allem ab den 60er Jahren als der bedeutendste Fernsehjournalist und Fernsehmoderator Schwedens betrachtet, der insbesondere mit seiner Sendung Hylands Hörna, die, mit einigen Unterbrechungen, von 1962 bis 1983 ausgestrahlt wurde die Volksmassen vor den Fernseher zog. Diese Sendung kann als die erste Talkshow Skandinaviens bezeichnet werden, auch wenn dieser Begriff in diesen Jahren noch gar nicht existierte.

Lennart Hyland begann seine journalistische Karriere im Jahre 1945 mit einem Vertrag beim damaligen Radiotjänst, der heute als die staatliche Radioanstalt Sveriges Radio (SR) bekannt ist. Eigentlich wurde er dort in Nachrichtenredaktion angestellt, was beinhaltete, dass er bisweilen auch als Sprecher einspringen musste. Schon bald brachten ihn seine Interessen und seine Leistungen dann jedoch zum Unterhaltungsprogramm und zum Sport. Zahlreiche Jahre lang teilte er die beiden Interessen und machte sich schließlich in beiden Bereichen nahezu unentbehrlich.

Als Publikumsliebling im Radio kam Lennart Hyland dann ab der Stunde Null im Jahre 1956 auch zum schwedischen Staatsfernsehen, wo er bereits 1961 mit seiner Talkshow Hylands Hörna begann, die vorher noch ausschließlich im Radio übertragen worden war. Nach dem großen Erfolg in Schweden entstanden dann unter Hyland auch vier der Sendungen für ein britisches und ein amerikanisches Publikum, was sich jedoch als Flop zeigte, da der Humor Hylands außerhalb Schwedens nicht verstanden wurde.


24. September 1888: Der Örebro Kanal, eine Attraktion in Närke 
24. September 1928: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. März 2013

Eva Bysing aus Bysingsberg im Västmanland

Als Eva Bysing am 6. März 1943 in Bysingsberg bei Västerås geboren wurde, erhielt sie den Namen Eva Birgitta Eriksson, der jedoch, im Gegensatz zur kleinen Ansiedlung Bysingsberg, heute nahezu unbekannt ist, nicht zuletzt durch das Lied I Bysingsberg, das einer der Erfolge der Sängerin und Schauspielerin wurde, neben ihrem größten Schallplattenerfolg Ärtiga Märta aus dem Jahr 1969, das auch noch heute nicht vergessen ist.

Die Karriere von Eva Bysing begann am 15. Oktober 1966, als sie Gastgeberin in Hylands hörna wurde, auf Empfehlung von Thore Skogman, der Eva Eriksson nicht nur entdeckt hatte, sondern für sie auch die Schallplattenerfolge schrieb und 1972 gemeinsam mit ihr eine Show für das Berns in Stockholm schuf, die einen so großen Erfolg zeigte, dass sie anschließend auch ins Kronprinsen nach Malmö kam.

Allerdings wurde Eva Bysing, trotz der Erfolge, nicht als Schlagersängerin bekannt, denn in den 70er Jahren wurde sie vom Reichstheater in Stockholm engagiert und spielte in mehreren Operetten und Musicals die Hauptrolle, unter anderem in „Die lustige Witwe“ und in Annie get your gun. In den Folgejahren kamen zu den Bühnenauftritten Rollen in Fernsehspielen und in Filmen, wo sie meist eine nicht sehr ernste Rolle spielte. Die letzten Jahre wurde es um Eva Bysing etwas ruhiger, aber noch immer kann man sie zeitweise als Sängerin in der Band ihres Mannes Bent-Arne Wallin erleben.


6. März 1850: Victoria Benedictsson und der Weg der weiblichen Befreiung
6. März 1850: Victoria Maria Benedictsson, ein Selbstmord ohne Antwort
6. März 1962: Piratensender vor der schwedischen Küste 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. Oktober 2011

Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen

Am 3. Oktober 1962 wurde im schwedischen Fernsehen zum ersten Mal die humoristische Talkshow „Hylands hörna“ ausgestrahlt, das vermutlich beliebteste und meist gesehene Fernsehprogramm der 60er Jahre an dem die bekanntesten Politiker und Künstler Schwedens teilnahmen und dem Publikum aktuelle Themen auf humoristische Weise näher gebracht wurden. Das ursprünglich ab 1961 im Radio gesendete Programm blieb den Fernsehzuschauern, mit einigen Unterbrechungen, bis 1983 erhalten und verursachte in ganz Schweden teils angespannte Diskussionen.

Die vielleicht bekannteste Sendung wurde am 26. Dezember 1966 ausgestrahlt, als der schwedische Schauspieler Per Oscarsson über die Judenverfolgung, die Einwanderung in Schweden und Sexualunterricht sprach und dabei gleichzeitig einen sehr gekonnten Striptease präsentierte, auch wenn er dabei die letzte Unterhose nicht mehr auszog. Die heute noch aktuellen Themen, die Per Oscarsson bei seiner Vorstellung ansprach, fand man im Striptease als schauspielerische Parabel wieder.

Hylands hörna spielte sich, im Gegensatz zu heutigen Talkshows, auf mehreren Niveaus ab. So tauchte während der ersten beiden Saisons Carl-Gustav Lindstedt als „Gubben i lådan“ in Narrenkleidern aus seiner Kiste auf um Kommentare von sich zu geben oder zu kritische Themen durch Scherze abzumildern. Im dritten Jahr tauchte dann „John Elfström als „Nutte från Aspås“ auf, der von 1949 bis 1968 neunzehn Mal Åsa-Nisse spielte, und am 7. November 1962 wurde die Sendung zu einem Happening, bei dem das Publikum schrittweise die Fernsehbühne übernahm.

3. Oktober 2001: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck 

Copyright: Herbert Kårlin