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Donnerstag, 20. März 2014

Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström

Joakim Thåström, oft Pimme genannt, wurde am 20. März 1957 geboren und begann bereits in seiner Jugend erfolgreich Musik zu machen. Helt Sonika, die erste Band, die er gemeinsam mit einigen Freunden gegründet hatte, spielte in Jugendklubs, auf Festivals und war in Stockholm bald ein Begriff. Auf dem Höhepunkt stießen zwei weitere Musiker zur Gruppe und die Band wurde in The Haters umbenannt, allerdings nur für drei Tage, denn die Punkgruppe wählte dann den neuen Namen Ebba Grön, nach einem Polizeikode, der bei einer Terroristenjagd benutzt worden war.

Als die Blütezeit des Punk und der Gruppe Ebba Grön zu Ende ging, entschied sich Joakim Thåström und seine Freude die Band aufzulösen und sie schufen Rymdimperiet, eine Gruppe, die nach der Veröffentlichung von drei Singles den Namen Imperiet annahm. Wie schon Ebba Grön, entwickelte sich Imperiet zu einer schwedischen Kultband, die Punk mit Elektronik verband, jedoch trotz seines Erfolges nur bis 1988 bestand. Thåström suchte danach eine neue Richtung und der Gitarrist und Sänger wechselte das Land und begann in Holland mit Peace, Love and Pitbulls eine englischsprachige Karriere, die Schweden kaum erreichte, Thåström jedoch in anderen europäischen Ländern bekannt machte. 2003 kehrte Thåström mit der Gruppe Sällskåpet, die noch heute aktiv ist, jedoch zurück zur schwedischen Sprache.

Parallel zur Arbeit mit den verschiedenen Bands arbeitete Joakim Thåström auch immer wieder an Solokarrieren, die in mehrere Epochen und musikalische Stile einzuteilen sind. Es begann mit Songs wie Alla vill till himlen und dem ersten Album Thåström im Jahre 1889, führte 1999 mit seiner zweiten Solokarriere zu Songs wie En vacker död stad und führte 2009 zu Titeln wie Långtbort und dem Album Kärlek är för dom. Das bisher letzte Album als Soloartist veröffentlichte Thåström am 15. Februar 2012 unter dem Titel Beväpna dig med vingar mit dem er im gleichen Jahr auch auf Tournee ging.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes 
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten 
20. März 1989: Der Mord von Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. Oktober 2013

Der schwedische Sänger und Musiker Lars Winnerbäck

Lars Winnerbäck wurde am 19. Oktober 1975 mit dem Familiennamen Nilsson in Stockholm geboren und gehört zu jenen Sängern und Musikern Schwedens, die sich vor allem der schwedischen Sprache bedienen. Wenn man den Sänger mit seiner ruhigen, schüchternen und zurückgezogenen Art sieht, so kann man sich kaum vorstellen, dass er seine musikalische Karriere mit der Punkband Snoddas begann, der von ihm gegründeten Band Hovet zu einem Erfolg verhalf und dass er für seine Musik mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde.

Sehr früh fühlte sich Lars Winnerbäck von der Musik angezogen, auch wenn er wenig von  den Liedern Carl Michael Bellmans hielt und sich ab der Mittelstufe dem Punk zuwand. In der Oberstufe war ihm klar, dass er Musiker werden wollte und er zeigte dies indem er sich für keines der Fächer interessierte, damit er gar nicht erst in Versuchung kam ein Studium zu beginnen. Die Ironie dabei war, dass er nach der Hochschulreife nach Kungälv ging um sich an der Nordiska Folkhögskolan einzuschreiben, der einzigen schwedischen Schule für Volkslieder.  Das Studium dort führte zu seinem Demoband 3486 ord från Lars Winnerbäck mit dem Lied Visan om frukosten.

Bereits Ende der 90er Jahre hatte sich Lars Winnerbäck von jedem musikalischen Vorbild gelöst und seinen eigenen Stil gefunden. Er wusste welche Musiker er für seine Aufnahmen und Tourneen wählen musste und er hatte ein Gefühl für Talente, die vielleicht nicht durch ihn bekannt wurden, denen er jedoch einen sehr großen Aufschwung in ihrer Karriere brachte. Mit die typischsten Beispiele sind Lieder wie Tvivel mit Lisa Ekdahl oder Om du lämmnade mig nu mit Miss Li. Winnerbäck gehört zu den wenigen Künstlern, die 2009 gleichzeitig bei Peace & Love auf drei verschiedenenen Bühnen auftrat und auf vier verschiedenen Bühnen des Hultsfredsfestivalen. Im September des Jahres kam Winnerbäcks bisher letztes Album Hosianna auf den Markt.


19. Oktober 1072: Der deutsche Bischof Egino stirbt in Lund 
19. Oktober 1979: Homosexualität keine Krankheit mehr in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. September 2013

Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert

Bereits als die schwedische Punkband Ebba Grön zu Beginn der 80er Jahre auf ihrem Höhepunkt angekommen war, hatte Joakim Thåström und Stry Terrarie eine Gruppe gegründet, die unter dem Namen Rymdimperiet eine Parallelkarriere begann. Schon 1981 erschien die erste Single Vad Pojkar vill ha der Gruppe, die erstaunlicherweise in dieser geänderten Version weitaus mehr Erfolg hatte als die Aufnahme von Ebbe Grön, die in beiden Formationen von Thåström gesungen wurde und bei Rymdimperiet als etwas melodiöser bezeichnet wird.

Erst als sich Ebba Grön im Jahre 1983 auflöste, entschied sich Joakim Thåström aus Rymdimperiet eine permanente Band zu machen, die dann den Namen Imperiet erhielt. Das erste Album der Gruppe, in der auch einige Musiker von Ebba Grön mitspielten, enthielt nahezu ausschließlich Neubearbeitungen von Ebba Grön Songs, aber auch Stücke, die Ebba Grön noch geplant hatte, aber dann nicht mehr auf Platte gepresst worden waren. Erst 1984 erschien dann das Album „Imperiet“ mit dem vollkommen eigenen Sång Du ska va president, der vermutlich bekannteste Hit der Gruppe, der ihr auch den absoluten Durchbruch brachte.

Zwischen 1985 und 1988 veröffentlichte Imperiet regelmäßig Alben, wobei sich nur für den Song Fred Mikael Wiehe und Björn Afzelius der Gruppe anschlossen und Thåström beim Album Märk hur vår skugga Texte von Carl Michael Bellman und Evert Taube mit zeitnaher Musik unterlegte. Nach dem größten Verkaufserfolg von Imperiet, dem Album Synd, wollte die Gruppe eine internationale Karriere beginnen, was zwar 1988 noch zu einer Tournee durch die USA, Mexiko, Nicaragua und Kuba führte, ohne dass die Gruppe jedoch sonderlich bemerkt wurde. Bereits am 11. September 1988 gab Imperiet dann im Stockholmer Ritz sein Abschiedskonzert. Wenig später erschien dann noch ihr Doppelalbum Studio/Live.


11. September 1380: Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. August 2013

Freddie Wadling, vom Punk zur Ballade

Freddie Wadling wurde am 2. August 1951 in Göteborg geboren, ein Musiker, der seit 1970 seinen eigenen Weg geht, der vielleicht etwas abseits der üblichen Musikkategorien führt, aber ihm gerade dadurch zu einer Anerkennung half, die wenigen Musikern zuteil wurde, denn Wadling gehört zu den wenigen Musikern Schwedens denen für ihre Leistungen die staatliche Einkommensgarantie für Künstler gewährt wurde. Seine außerordentliche Karriere ging jedoch an der Mehrheit der Schweden unbemerkt vorbei.

Der Musiker Freddie Wadling machte zu Beginn der 70er Jahre die Bekanntschaft mit der Punkbewegung und begann in dieser Zeit mit den verschiedensten Gruppen aufzutreten, wobei er dabei in der Regel Bassgitarre spielte, jedoch auch als Sänger auftrat. Innerhalb dieser Bewegung kam ihm sogar ein Problem wegen dem er in der Schule gemobbt wurde, zu Gute, denn Wadling begann bereits als Kind seine Haare zu verlieren. In den 80er Jahren spielte Wadling in der schwedischen Kultband Cortex und gründete mit Henryk Lipp das Duo Blue for two, das vor allem in der alternativen Szene des Landes bekannt wurde.

Ab den 90er Jahren nahm Freddie Wadling dann auch einige Soloalben im Stil von Jag är monstret auf, ein Album, bei dem auch Per Gessle mitwirkte. An seiner Seite findet man ab dieser Zeit auch andere schwedische Künstler wie Helene Sjöholm, Sofia Karlsson, Louise Hoffsten und andere Musiker, die in der schwedischen Musikszene eine bedeutende Rolle spielen. Mit With A License To Kill, einer sehr eigenwilligen James-Bond Version erschien im Jahre 2011 das letzte Album Wadlings, denn er verlor anschließend nicht nur seine Stimme, sondern erkrankte so stark, dass er mittlerweile nahezu seine gesamte Kraft verloren hat und die meiste Zeit nur noch liegt.


2. August: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins
2. August 1794: Kaffee wird in Schweden verboten

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. Juni 2013

Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt wurde am 20. Juni 1961 als Karin Johanna Grytt in Stockholm geboren und begann ihre musikalische Karriere mit 18 Jahren als Sängerin und Gitarrist der Band Tant Strul, einer Gruppe, die sich zwar bereits 1985 auflöste, sich aber immer wieder einem zusammenfindet um ein Konzert zu geben oder um zu einer Tournee aufzubrechen. Zu den letzten alten/neuen Hits der Gruppe gehört auch Dunka varmt, einer der typischen Texte, die nahezu immer von Kajsa stammen.

Als sich Tant Strul aufgelöst hatte, bildete Kajsa, gemeinsam mit Malena Jönsson, einem anderen Mitglied der früheren Punkband das Duo Kajsa och Malena, was zu zwei Alben führte die musikalisch nirgends so richtig einzuordnen sind, da Kajsa Grytt hier vor allem Edith Piaf interpretierte, meist begleitet von Gitarre und Piano. Auch bei dieser Konstellation zeigte sich sehr deutlich, dass Kajsa einen völlig eigenen Weg in der Musik sucht, was ihr bisher auch immer sehr gute Kritiken einbrachte.


Ab 1990 arbeitete Kajsa Grytt mehr und mehr an einer Solokarriere, die ihren Höhepunkt im Jahre 2003 erreichte, als die Künstlerin begann mit Jari Haapalainen zu arbeiten, der auch ihre letzten beiden Alben produzierte. Eine besondere Aufmerksamkeit erreichte Kajsa dann 2003 mit ihrem Album Brott & straff, für die sie einige Strafgefangene bat ihr die Texte für die Lieder zu schreiben und auf der sie, gemeinsam mit Joakim Thåström den Song Bara vi står ut präsentiert. Im Jahre 2011 erschien dann nicht nur ihr sechstes Soloalbum En kvinna under påverkan, sondern auch ihre Autobiographie Boken om mig själv.

20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film 

Copyright: Herbert Kårlin 

Sonntag, 6. Januar 2013

Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens

Am 6. Januar 1912 wurde Johnny Bode in Falköping geboren, ein Komponist und Sänger, der als unmoralischer Mythoman, als enfant terrible und erster Punkmusiker Schwedens in die Geschichte einging, seinen Kultstatus allerdings erst nach seinem Tod bekam, nicht zuletzt wegen seiner Platte Bordellmammas visor, die bereits 1968 erschien, aber noch 1995 als CD geprägt wurde, da sie ein Meilenstein der schwedischen Musikgeschichte ist.

Johnny Bode begann seine musikalische Karriere mit 17 Jahren und schrieb und sang hunderte von Titeln, was nahezu als Wunder betrachtet wurde, da er durch seine Art, sein unmögliches Auftreten in der Gesellschaft und seine Lügen seine Karriere mehrmals zerstörte und immer wieder neu aufbaute. Egal was Johnny Bode an Geld einnahm, es verschwand bei Vergnügen und in Kneipen. Wenn er Geld hatte, war er freizügig, war er pleite, so kannte er jede Hintertür und jeden Trick, dass andere für ihn bezahlen mussten.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war Johnny Bode fasziniert vom Nazismus und ging soweit, dass er sich in Finnland vom deutschen Heer anwerben lies, was jedoch nur dazu führte, dass er, wegen seiner persönlichen Art, sehr bald wieder entlassen wurde, da er sich selbst dort unmöglich gemacht hatte. Als er 1942 zurück nach Schweden kam um eine neue Karriere aufzubauen, hatte er nicht damit gerechnet, dass die kulturelle Elite kein Verständnis für die Machenschaft Hitlers hatte und er gelangte auf die schwarze Liste, auch bei seinen früheren Freunden des Nachtlebens.

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, versuchte Johnny Bode eine neue Karriere, was sich jedoch als relativ schwierig erwies, da niemand ihm einen Vertrag geben wollte. Also wechselte Johnny seine Pseudonyme, die er jedoch immer nur so lange benutzen konnte bis die Presse herausfand wer hinter dem Namen stand. Mit wenig Erfolg versuchte er die Gedichte von Nils Ferlin zu vertonen und vorzutragen, mit größerem Erfolg gelang es ihm die Filmmusik für den ersten Film Åsa-Nisse zu schreiben und selbst Lapp-Lisa sang einige seiner religiösen Lieder. Johnny Bode starb am 25. Juli 1983 arm und vereinsamt in Malmö.


6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator

Copyright: Herbert Kårlin