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Sonntag, 20. Januar 2019

Die Konzert- und Opernsängerin Birgit Finnilä

Birgit Finnilä kam am 20. Januar 1931 in Sibbarp im Halland auf einem Bauernhof zur Welt und zeigte als Kind wenig Interesse für die Schule, auch nicht für den Gesang, so dass es sehr lange dauerte bis jemand auf ihre Alt-Kontraalt-Stimme aufmerksam wurde. Relativ spät begann Finnilä daher bei Ingalill Lindén in Göteborg eine Gesangsausbildung, die sie dann an der Royal Academy of Music in Londen vervollständigte. Nach Beendigung der Ausbildung kehrte Finnilä nach Göteborg zurück und wurde dort vom Stora Teatern engagiert.

Zwischen 1963 und 1967 trat Birgit Finnilä dann in Göteborg vor allem als Konzertsängerin auf, wurde jedoch auch für Opernaufführungen engagiert. Im Jahr 1967 spielte die Sängerin in Orfeus und wurde von der Presse für ihre Leistungen außerordentlich gelobt, aber auch für ihre Interpretationen von Bach, Bruckner und Wagner, die damals in Mode waren. Auf diese Weise gelang es Finnilä unmittelbar von einer kleinen Bühne auf die Weltbühnen in Mailand, Paris und München zu gelangen und, unter anderem, mit Solti, Karajan und Barbirolli zu arbeiten. Nahezu über Nacht war Finnilä zu einer der gefragtesten Sängerinnen weltweit geworden.

Bereits 1968 ging Birgit Finnilä auf Welttournee und besuchte auch Australien, die USA und die damalige Sowjetunion. Im Gegensatz zu Sopransängerinnen, die insbesondere auf der Opernbühne Karriere machten, wurde Finnilä vor allem für Konzerte engagiert, da hier ihre Stimme weitaus mehr zum Tragen kam als in einer Oper. In diesem Zusammenhang wurde sie auch von mehreren Schallplattenfirmen für Konzertaufnahmen unter Vertrag genommen, unter anderem für Aufnahmen von Werken Schumanns, Bachs und Vivaldis, die ohne eine gute Alt-Stimme nicht zum Leben erweckt werden können.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1741: Der Botaniker Carl von Linné der Jüngere
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
20. Januar 1863: Der schwedische Architekt Ture Stenberg 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman
20. Januar 1891: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue
20. Januar 1917: Der Künstler und Silberschmied Bertil Berggren Askenström

20. Januar 1918: Die Textilkünstlerin Ulla Schumacher Percy 
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 24. April 2018

Die Sportlerin und Sängerin Inga Gentzel

Inga Gentzel kam am 24. April 1908 als Tochter eines Kantors in Stockholm zur Welt und entdeckte den Leistungssport relativ spät, denn erst mit 18 Jahren nahm sie erstmals an einer Ausscheidung teil, die Neulinge zu sportlichen Aktivitäten bringen sollte. Gentzel lief dabei barfuß zum Sieg. Nur wenig später schloss sich die junge Frau dem Sportklub Djurgården IF an, der das Talent der Sprinterin unmittelbar erkannte und Gentzel zu den nahestehenden Internationalen weiblichen Sportspielen des Jahres 1926 in Göteborg anmeldete. Gentzel wählte eine Distanz von 1000 Metern und landete nicht nur auf dem zweiten Platz, sondern meisterte dabei einen neuen schwedischen Rekord.

Nahezu über Nacht war Inga Gentzel damit zu einem Spitzensportler aufgestiegen. Zwei Jahre später nahm die Sportlerin dann an der Olympiade in Amsterdam teil, erhielt beim 800-Meter-Lauf eine Bronzemedaille und stellte bei der gleichen Distanz auch den Weltrekord auf. Gentzel war damit die erste Schwedin, die in dieser Sparte einen Weltrekord aufstellen konnte. Insgesamt wurde Gentzel fünf Mal schwedische Meisterin im 800-Meter-Lauf eine einmal im 200-Meter-Lauf. Die Karriere der Sportlerin sollte jedoch Mitte der 30er Jahr nach einer Sportverletzung plötzlich enden.

Inga Gentzel, die am 1. Januar 1991 in Nyköping starb, gab jedoch nach Abschluss der Karriere den Sport jedoch nicht ganz auf, sondern nahm weiterhin an Orientierungs-Ausscheidungen teil und war in ihrem Sportklub aktiv. In diesen Jahren begann Gentzel jedoch eine zweite Karriere, denn zum einen trat sie als Sängerin der Gruppe Trio Rita auf, zum anderen gab sie Klavierunterricht, was ihr den Beinamen „die singende Sportlerin“ brachte. Als Läuferin hatte Inga Gentzel eine sehr eigene Technik, denn sie legte alles in den anfänglichen Spurt und lag daher zu Beginn immer in Führung, denn sie wusste, dass sie nicht die Ausdauer anderer Sportlerinnen hatte, die erst beim Schlussspurt beschleunigten.


24. April 1642: Samuel Columbus und das biblische Epos Schwedens
24. April 1771: Reichsmarschall Claes Adolph Fleming
24. April 1794: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
24. April 1830: Die schwedische Prinzessin Eugénie
24. April 1865: Die Künstlerin Anna Wengberg
24. April 1896: Örebro wird internationale Handelsstadt
24. April 1901: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
24. April 1917: Die Hungerdemonstration in Stockholm
24. April 1940: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
24. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
24. April 1957: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
24. April 1961: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen
24. April 1964: Die Torslandaverken in Göteborg
24. April 1975: Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Stockholm
24. April 1979: Die schwedische Sängerin Marie Picasso
24. April 2000: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 31. Januar 2018

Die schwedische Sängerin Elena Paparizou

Elena Paparizou, die in Schweden den Vornamen Helena trägt, kam am 31. Januar 1982 in Borås zur Welt und verbrachte nahezu ihr gesamtes Leben in Schweden, auch wenn sie gegenwärtig (2018/19) in Griechenland lebt und arbeitet. Paparizou, die auch als Fotomodell für griechische Bademode arbeitete, begann ihre musikalische Karriere im Jahre 1999, als sie mit einem Kindheitsfreund das Duo Antique gründete, das bis 2003 aktiv war, eine goldene Schallplatte für die erste Single erhielt und 2001 für Griechenland am Eurovision Song Contest teilnahm.

Ab 2003 setzte Elena Paparizou auf eine Solokarriere als Sängerin und nahm noch im gleichen Jahr ihre erste Platte in griechischer Sprache auf, die ihn Griechenland mit Gold belohnt wurde. Es folgte eine Langspielplatte, ebenfalls in Griechisch, die jedoch wenig später auch unter dem Titel My Number One in Schweden auf den Markt kam. Im Jahr 2005 setzte Paprizou dann auf eine europäische Karriere und veröffentliche nahezu gleichzeitig eine griechische und eine englische Platte, die beide sehr gut vom Publikum aufgenommen wurden.

Ab 2005 entschied sich Elena Paparizou dann endgültig für eine internationale Karriere und ihre Musik erschien in den meisten Ländern zwischen den USA, Europa und China, wobei die Sängerin dann auch erstmals eine schwedische Platte veröffentlichte. Ab 2012 konnte man Paprizou dann sehr häufig im schwedischen Fernsehen entdecken, wenn auch nicht grundsätzlich als Sängerin, sondern auch in anderen Unterhaltungssendungen. Im Jahr 2014 nahm Paparizou an den schwedischen Vorausscheidungen zum Eurovision Song Contest teil und kam bis zur Endausscheidung, wo sie jedoch auf dem vierten Platz landete.


31. Januar 1208: Die Schlacht bei Lena (Slaget vid Lena)
31. Januar 1746: Der Künstler und Spielmann Pehr Hörberg
31. Januar 1802: Nils Ericson und die schwedische Eisenbahn
31. Januar 1838: Der schwedische Dekormaler Fritz Ahlgrensson
31. Januar 1902: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden
31. Januar 1942: Die legendäre Marathonläuferin Evy Palm
31. Januar 1972: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
31. Januar 1976: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens 

31. Januar 1982: Tomas Gustafson und der Weltrekord im Eisschnelllauf

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. Januar 2018

Die schwedische Sängerin Linda Thelius

Linda Thelius, auch bekannt als Linda Rosing, kam am 21. Januar 1974 als Linda Gedin in Västerås zur Welt und führte bis zu ihrem 29. Lebensjahr ein völlig normales Leben. Die Wende kam mit ihrer Teilnahme an Big Brother im Jahr 2005, als sie in der Direktsendung Sex mit einem anderen Teilnehmer hatte. Dies brachte Linda Thelius nicht nur Schlagzeilen in den schwedischen Medien, sondern führte auch zu mehreren Modellaufträgen in Herrenzeitschriften, die Thelius mit so wenig Kleidung wie möglich abbilden wollten.

Linda Thelius nutzte ihren Bekanntheitsgrad aus und hatte bereits 2009 dann eine eigenen Datingsendung im Kanal Fünf und trat in den unterschiedlichsten Programmen auf. In der Zwischenzeit hatte Thelius sich auch als Sängerin versucht, und da sie unter dem Namen Bionda auftreten wollte, ohne allerdings mit der italienischen Gruppe La Bionda Schwierigkeiten zu bekommen, so ließ sie ihren Namen offiziell in Linda Bionda ändern. Die Karriere blieb allerdings aus und Thelius suchte nach neuen Möglichkeiten an die Öffentlichkeit zu treten.

Linda Thelius schrieb eine Autobiografie, gründete eine politische Partei und stellte sich den Parlamentswahlen des Jahres 2006. Mit 222 Stimmen gelang ihr zwar kein Einzug ins Parlament, aber sie bezeichnete dies als Anfang einer politischen Karriere, die jedoch endete, als sie ein Jahr später bei einem Pornoproduzenten einen fünfjährigen Vertrag als Schauspielerin, Produzentin und Werbegesicht nach außen erhielt. Noch im gleichen Jahr gab Thelius dann jedoch bekannt, dass dieser Vertrag nicht mehr aktuell sei und sie verschwand weitgehend von den Schlagzeilen. Seit Thelius mit dem Sänger Peter Thelius vereihratet ist, gibt es keine Schlagzeilen mehr, auch wenn das Leben an der Öffentlichkeit nicht im Koffer liegt, sondern Thelius nun festes Mitglied der Musikgruppe Basic Element ist.


21. Januar 1598: Eine späte Beerdigung für Witwenkönigin Gunilla
21. Januar 1829: Oscar II. will die Macht des Königs retten
21. Januar 1856: Die Stockholmer Stadtmission und ihre Entstehung
21. Januar 1860: Karl Staaf wird liberaler Ministerpräsident
21. Januar 1893: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichte
21. Januar 1905: Der schwedische Serienschaffer Stig Cederholm 
21. Januar 1972: Rickard Falkvinge, der Gründer der Piratenpartei
21. Januar 2002: Der Tod von Fadime Sahindal bewegt Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 10. Mai 2017

Der schwedische Sängerin Susie Päivärinta

Susie Päivärinta kam am 10. Mai 1964 als Susanne Päivärinta, als Tochter eines Musiklehrers und Klarinettisten, in Sundbyberg zur Welt und begann, nach Abschluss des Gymnasiums in Upplands Väsby, gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Lili, eine musikalische Karriere. Die Karriere war in einer rein musikalischen Familie nahezu vorbestimmt, wobei die beiden Schwestern auch bereits während der Schulzeit klassischen Gesang und Tanz gelernt hatten, und zudem mehrere Instrumente spielen konnten.

Nachdem Susie und Lili Päivärinta in mehreren Orchestern mitgewirkt hatten und ab 1984 als professionelle Chorsängerinnen gearbeitet hatten, entschieden sie sich im Folgejahr eine eigene Karriere als Duo aufzubauen. Es kam die erste Schall
platte Sommar I Natt, die sowohl in Discotheken als auch im Radio gespielt wurde, was schließlich auch zum ersten Fernsehauftritt im gleichen Jahr führte. Nach diesem Auftritt waren die Geschwister, die als Lili & Susie auftraten, in ganz Schweden bekannt und 1987 hatten sie sich zu einer Karriere in Europa und den USA hochgearbeitet. Im darauf folgenden Jahr waren Lili & Susie Päivärinta die bedeutendsten Diskothekenkünstler Schwedens.

Im Jahr 2000 lösten die beiden Schwestern das Duo auf und die beiden Sängerinnen gingen separate Wege. Während sich Lili vor allem dem Tierschutz widmete, gründete Susie Päivärinta einen Musikverlag und begann, mit großem Erfolg, Lieder für andere Sänger und Sängerinnen zu schreiben. Im Jahr 2009 kehrten die Schwestern in der schwedischen Vorausscheidung zum ESC zu einer kurzfristigen Zusammenarbeit zurück, die sie jedoch, trotz dem Erfolg ihres Beitrags Show Me Heaven nicht fortsetzten. Heute schreibt Susie Päivärinta vor allem Songs für andere Künstler, wobei sie hierbei mehr und mehr zum Countryrock tendiert.


10. Mai 1641: Der legendäre Feldmarschall Johan Banér
10. Mai 1657: Der schwedische Feldherr Gustaf Carlsson Horn
10. Mai 1742: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
10. Mai 1809: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
10. Mai 1815: Der schwedische Spielmann Anders Ljungqvist
10. Mai 1879: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
10. Mai 1952: Die schwedische Sängerin Kikki Danielsson
10. Mai 1963: Rechtsverkehr in Schweden
10. Mai 1983: Gustav Fridolin und die Grünen Schwedens
10. Mai 2006: Nils Strinning, ein Architekt wird als Designer bekannt

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 24. März 2017

Die Opernsängerin Eufrosyne Abrahamson

Eufrosyne Abrahamson kam am 24. März 1836 als Tochter einer Kaufmannsfamilie mit dem Familiennamen Leman zur Welt und begann mit sechzehn Jahren bei Julius Günther eine Ausbildung als Sängerin. 1955 kamen Abrahamsons ersten Konzerte und am 16. Mai 1855 sang die Opernsängerin als Pamina in der Zauberflöte. Noch im gleichen Jahr entschloss sich Abrahamson nach Paris zu gehen um bei Gilbert-Louis Duprez ihre Gesangsausbildung zu beenden, gleichzeitig aber auch um in den Pariser Salons und den Kirchen der französischen Hauptstadt aufzutreten.

Nach Ende ihrer Ausbildung wurde Eufrosyne Abrahamnso beim Teatre de Oriente in Madrid engagiert um dort als Elvira in Giuseppe Verdis Oper Ernani aufzutreten. Nur ein Jahr später hatte die Opernsängerin die Spitze ihrer Karriere erreicht und ging nach Wien um dort die bekanntesten lyrischen Szenen jener Zeit zu singen. Bereits am 1. April 1859, gerade einmal 23 Jahre alt, sollte Abrahamson dann in Wien ihre letzte große Gesangsrolle präsentieren, nämlich als Adalgisa in Vincezo Bellinis Oper Norma, denn im Herbst des gleichen Jahres heiratete die Opernsängerin August Abrahamson und beendete damit gleichzeitig ihre Karriere.

Während ihrer Ehe widmete sich Eufrosyne Abrahamson insbesondere der Wohltätigkeit und der Kunst, abgesehen von einigen kleineren Auftritten in Göteborg, wo sich das Ehepaar niedergelassen hatte. Auch die Wahl in die Musikalische Akademie im Jahre 1868 konnte die Sängerin nicht zur Opernbühne zurücklocken und nur ein Jahr später starb die Opernsängerin. Nach ihrem Tode vermachte der Ehemann 25.000 Kronen, was heute rund 16 Millionen Kronen entspräche, der Musikakademie. Das Geld sollte der Ausbildung von Talenten dienen.


24. März 1381: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins
24. März 1801: Der Erfinder Immanuel Nobel der Jüngere
24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte
24. März 1938: Die schwedische Künstlerin Ulrica Vallien
24. März 1948: Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose
24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden
24. März 1979: Die regionale schwedische Skånepartiet (Schonenpartei)
24. März 2005: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 5. März 2017

Die Sängerin und Musikerin Anna Öst

Als Anna Öst am 5. März 2011 im Alter von 100 Jahren in Edsbyn im Hälsingland starb, verschwand eine der letzten Sängerinnen der alten Tradition, die in ganz Schweden mit ihrer Musik Freude verbreitet hatten, heute aber nahezu vergessen sind, da Spielmannsmusik und lockere Weisen heute keine Rolle mehr im Musikgeschehen spielen. Das einzige Lied, das noch viele ältere Schweden von Öst kennen, ist das Lied Nicolina, das die Sängerin bei jedem ihrer Auftritte singen musste, aber selbst am liebsten vergessen hätte, da Öst weitaus mehr zu bieten hatte als dieses Lied.

Anna Öst, nicht zu verwechseln mit Anna Lovisa Öst, die als Lapp-Lisa bekannt wurde, kam am 15. Mai 1910 in Ovanåker als Tochter des Reichsspielmannes Jon-Erik Öst zur Welt und wuchs daher mit Musik auf. Sehr früh begann Öst auch selbst Geige und Gitarre zu lernen und sang als Jugendliche in der Missionskirche in Edsbyn, der auch die Mutter angehörte. In den 20er Jahren war Öst Mitglied der Hälsingeflickorna und spielte, unter anderem, auch in den Stimmfilmen des Godtemplaregården Geige. Obwohl Öst mit den Hälsingeflickorna im ganzen nordischen Raum unterwegs war und es sich dabei um eine der beliebtesten Musikgruppen Schwedens handelte, kam es nie zu einer Schallplatte.

Der Durchbruch als Solosängerin kam für Anna Öst jedoch in den 60er Jahren, als sie, gemeinsam mit der Gruppe Family Four Nicolina sang, denn dieses Lied entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Publikumserfolg und kam in die Svensktoppen. Nur wenige Jahre später, im Jahre 1971, bekehrte sich Öst ganz zum christlichen Glauben, schloss sich der LP-Stiftung, die von Lewi Pethrus initiiert wurde, an und sang fast ausschließlich religiöse Lieder. Als Mitglied der Stiftung begann für Anna Öst auch eine intensive Missionsarbeit, die die Sängerin selbst in die USA führte. Auf Grund ihrer Bekanntheit und ihrer Stimme waren alle Veranstaltungen an denen sie teilnahm, sehr gut besucht, so dass Öst einen sehr wichtigen Beitrag für die LP-Stiftung leistete.


5. März 1618: Prinz Johan verzichtet zweimal auf die schwedische Krone
5. März 1711: Der schwedische Künstler Carl Gustaf Pilo
5. März 1856: Die erste Dampflok zwischen Örebro und Ervalla
5. März 1864: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
5. März 1867: Carl Cederström, vom Landwirt zum Flugpionier
5. März 1922: Der Vasalauf oder Wasalauf in Schweden
5. März 1953: Katarina Frostenson und die dunkle moderne Lyrik Schwedens
5. März 1963: Die schwedische Sängerin Lotta Engberg
5. März 1963: Ludde Gentzel, der Optimist des schwedischen Radios

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 19. Januar 2017

Die schwedische Popsängerin Lena Philipsson

Lena Philipsson, oft nur Lena Ph genannt, kam am 19. Januar 1966 als Magdalena Filipsson in einer Musikerfamilie in Vetlanda im Småland zur Welt und wuchs daher wie selbstverständlich mit Musik auf, wählte dann jedoch im Gymnasium die Technische Linie und bereitete sich auf ein Architekturstudium vor. Als Philippson jedoch mit 16 Jahren einen Nachwuchswettbewerb mit einem selbst geschriebenen Song gewann, war die Architektur weitgehend gestrichen, denn die Sängerin erhielt das Angebot in einem Musical in Norrköping mitzuspielen und nahm ihre erste Single auf.

Noch hielt Lena Philipsson allerdings eine Hintertür zur Architektur offen und nach ihrer Hochschulreife begann sie in einem Architekturbüro zu arbeiten. Mit 20 kam dann jedoch die Einladung zur Teilnahme an der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest bei dem die Sängerin mit Kärleken är evig auf den zweiten Platz kam, in die Svensktoppen einzog und gewissermaßen ihre Karriere gefunden hatte. Als Philipsson ein Jahr später zur sexiesten Frau und Sven Wollter dem sexiesten Mann gewählt wurden, zeigte Lena Philipsson auch erstmals ihren Humor und trat mit Wollter im Fernsehen mit dem Song Teach Me Tiger auf. Wenig später erhielt die Sängerin einen Plattenvertrag mit der Schallplattenfirma von Bert Karlsson.

Für Lena Philipsson folgten anschließend mehrere Alben, Tourneen und Konzerte mit guten Verkaufsergebnissen und sie wurde sogar auf einer Briefmarke verewigt. Die Sängerin nahm im Jahr 2004 mit Det gör ont erneut bei der Vorausscheidung zum ESC teilnahm und vertrat mit diesem Erfolgshit Schweden. Auch wenn Philipsson mit der englischen Version It Hurts nur auf dem geteilten fünften Platz landete, so zählte sie nun zu bedeutendsten und vielseitigsten Sängerin Schwedens. Lena Philipsson, die auch Lieder für andere Musikkünstler schreibt, feierte 2011 in Stockholm 25 Jahre als Künstlerin und hatte zu dieser Gelegenheit die Show Min Drömshow geschaffen, die sie erst im Cirkus in Stockholm und anschließend im Rondo in Goteborg präsentierte. Einige ihrer Lieder begleitet die Sängerin selbst am Piano.


19. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der romantische Skalde Schwedens 
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der letzte SkaldeSchwedens 
19. Januar 1826: Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter 
19. Januar 1909: Axel Petersson, bekannt als Döderhultarn
19. Januar 1925: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon
19. Januar 1937: Die schwedische Prinzessin Birgitta von Hohenzollern
19. Januar 1943: Die HMS Älvsnabben auf großer Fahrt

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 14. Dezember 2016

Die Sängerin und Schauspielerin Anita Lindblom

Anita Lindblom kam am 14. Dezember 1937 in Hille, heute ein Stadtteil Gävles, zur Welt und begann ihre künstlerische Karriere als Balletttänzerin. Im Jahr 1956 nahm Lindblom ihre erste Single Ljuva ungkarlstid auf, die zwar kein Erfolg wurde, aber dazu führte dass sie ein Jahr später in der Revue Scalarevys das Lied När den svenska flickan kysser, kysser hon med öppen mun sang und damit in ganz Schweden bekannt wurde und bald überall im Land in Revuen auftrat, unter anderem bei Hagge Geigert in Uddevalla und Kar de Mumma im Folkan in Stockholm.

1961 kam dann der Durchbruch Anita Lindbloms als Sängerin, mit der schwedischen Version des Welthits Milord, der bis heute mit Edith Piaf verbunden wird. Im Oktober des gleichen Jahres erschien auch Lindbloms bekanntestes Lied Sånt är livet, das nicht nur zu den schwedischen Tophits gehörte, sondern auch unter dem Titel "Laß die Liebe aus dem Spiel" in die deutschen Hitparaden einzog und die Sängerin unsterblich machte, da die Rundfunkhörer Schwedens die Aufnahme zum größten Hit aller Zeiten ernannten. Letztendlich wurde das Cover Lindbloms in Europa bekannter als die Originalversion You Can Have Her von Roy Hamilton.

Bereits Ende der 60er Jahre, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, begannen dann die Probleme für Anita Lindblom, denn die Presse interessierte sich mehr für die etwas turbulente Ehe mit dem Boxer Bo Högberg und ihre Steuerschulden als ihre Arbeit als Sängerin und als Schauspielerin und Lindblom zog in ein kleines Dorf beim südfranzösischen Cannes, wo sie heute noch sehr zurückgezogen lebt. Zweimal kehrte Lindblom für ihre Arbeit kurze Zeit nach Schweden zurück, aber ihre Lebensweise schien der Presse immer noch wichtiger als ihre Leistung. Ein Versuch eine neue Karriere in den USA zu beginnen, scheiterte an einer schwedischen Umzugsfirma, die sämtliche ihrer Möbel und ihren Flügel zerstörten ohne je einen Schadenersatz zu bezahlen. Seit dieser Zeit ist Anita Lindblom auch nicht mehr nach Schweden zurückgekehrt und hält nur sehr wenige ihrer früheren Kontakte aufrecht.


14. Dezember 1503: Sten Sture der Ältere,einer der Helden Schwedens
14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens
14. Dezember 1915: Der schwedische Arzt Åke Senning
14. Dezember 1917: C. H. Hermansson und der politische Kampf in der Literatur
14. Dezember 1917: Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal
14. Dezember 1988: Christer Pettersson und der Mord an Olof Palme

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Die schwedische Sängerin Jessica Andersson

Jessica Andersson kam am 27. Oktober 1973 als Jessica Arvidsson in Stockholm zur Welt und hatte, wie sie später in ihrem Leben selbst berichtete, eine sehr instabile Kindheit, denn die Eltern waren Alkoholiker, ihre Mutter stand zusätzlich unter Drogen und mehrere späteren Partner der Mutter zeichneten sich durch Gewalt aus. Das Ergebnis war, dass Andersson schließlich im Heim landete und ihre Mutter bisweilen im Gefängnis besuchen konnte. Andersson versuchte die Geschichte geheim zu halten, aber als merkwürdige Gerücht im Internet auftauchten, schrieb sie eine Selbstbiografie, die ein neues Bild auf ihre Kindheit wirft.

Nach eigenen Aussagen wollte Jessica Andersson schon immer Sängerin werden, was sich jedoch nicht ganz einfach zeigte, denn erst die Teilnahme an der Talentshow Fame Factory im Jahre 2002 sollte Andersson ihrem Traum näher bringen, denn als Folge ihrer Teilnahme schuf Bert Karlsson das Duo Fame (Magnus Bäcklund/Jessica Andersson). Dem Duo gelang es auf Anhieb mit Give Me Your Love die Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest 2003 zu gewinnen und Andersson war über Nacht von einer Kneipenssängerin zu einer anerkannten Popsängerin Schwedens aufgestiegen. Im Folgejahr gelang es Fame mit Vindarna Vänder Oss zwar erneut ins Finale des Melodifestival zu gelangen, landete dort jedoch nur auf dem sechsten Platz.

Auch als sich Fame nach All In The Game 2006  trennte und Jessica Andersson eine Solokarriere begann, setzte sich der Erfolg fort, unter anderem mit dem Musical Little Shop of Horrors, Fernsehauftritten, Tourneen und natürlich mit der Teilnahme an mehreren Vorausscheidungen des ESC, bisher letztmals im Jahre 2015 mit Can't Hurt Me Now, wobei sie damit bei der schwedischen Endausscheidung noch den elften Platz belegte. Die Beliebtheit der Sängerin stieg mit der Veröffentlichung ihrer Selbstbiografie, die über 120.000 mal verkauft wurde, weiterhin ann und machte sie zu einer volksnahen Sängerin, die gegenwärtig allein mit ihrem Sohn in Trollhättan wohnt.


27. Oktober 1844: Klas Pontus Arnoldson, Träger des Friedensnobelpreises
27. Oktober 1857: Ernst Trygger wird Ministerpräsident Schwedens
27. Oktober 1885: Die schwedische Künstlerin Sigrid Hjertén
27. Oktober 1964: Dawit Isaak, zehn Jahre Gefangenschaft eines Journalisten
27. Oktober 1967: Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens
27. Oktober 1981: Der schwedische Sänger Salem Al Fakir
27. Oktober 2012: Die schwedische Nationalarena Friends Arena 

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 14. September 2016

Die schwedische Sängerin Sarah Dawn Finer

Sarah Dawn Finer kam am 14. September 1981 in Stockholm zur Welt, auch wenn ihr Name über ihre Eltern, die aus den USA und Großbritannien kommen, nicht an ihre schwedische Herkunft erinnert. Da die Musik in der Familie Finer immer eine große Rolle spielte, kam auch Sarah Down Finer sehr früh mit der Bühne und dem Gesang in Berührung. Im Alter von acht Jahren hatte die Sängerin eine Rolle in der Fernsehserie Maskrosbarn und mit zwölf begann sie im Gospel- und Soulchor One Voice zu singen, einer Musikgruppe, der Finer sieben Jahre lang treu blieb.

Bevor Sarah Dawn Finer ihr erstes Soloalbum veröffentlichte, trat sie mit sehr vielen bekannten Sängern und Sängerinnen Schwedens auf und sammelte Erfahrung. So stand Finer sehr früh mit Björn Skifs, Peter Sjöback, Agnetha Fältskog, Mauro Scocco und vielen anderen Künstlern auf der Bühne, bis Finer 2007 ihr Album I Remember Love veröffentlichte und mit dem Titelsong auf den vierten Platz der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest kam, Platz Eins in den Svensktoppen eroberte und mit der ausgekoppelten Singel auch eine goldene Scheibe erhielt. Ihr zweites Album mit dem Song Moving On, mit dem sie ebenfalls an der Vorausscheidung des ESC teilnahm, und das zwei Jahre später erschien, hatte den gleichen Erfolg.

Sarah Down Finer, die mittlerweile sechs Alben vorweisen kann, machte sich jedoch nicht nur als Sängerin einen Namen, sondern wirkte auch als Schauspielerin in mehreren Filmen, nahm in Magnus Ugglas Revue im Jahre 2010 teil, spielte im Musical Rent und ist als Sprecherin und Sängerin in Zeichentrickfilmen zu hören. Für ihre Rolle im Musical Jekyll & Hyde im Jahre 2008 wurde Sarah Dawn Finer als beste weibliche Hauptrolle sogar für eine Goldmaske nominiert. Finer gehört zu den Sängerinnen Schwedens, die bereit sind auch Humor zu zeigen, was auch das internationale Publikum der Sängerin bemerken konnte, als Finer während des Eurovision Song Contests des Jahres 2013 in Malmö mehrere Sketche zum Besten gab.


14. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
14. September 1730: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert 
14. September 1805: Hans Magnus Melin und die moderne Bibel Schwedens
14. September 1838: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee 
14. September 1910: Lasse Dahlquist, vom Seemann zum Sänger 
14. September 1913: Die schwedische Schauspielerin Annalisa Ericson 
14. September 1933: Der Flugzeugträger HMS Gotland wird zu Wasser gelassen
14. September 1974: Die schwedische Stiftung Contra
14. September 2003: Referendum über den Euro in Schweden
 
Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. September 2016

Die schwedische Trackslistan und die Sendung Tracks

Am 8. September 1984 präsentierte der Radiosprecher Kaj Kindvall im Kanal P3 des staatlichen Rundfunks Sveriges Radio erstmals die Sendung Tracks und damit die sogenannte Trackslistan. Die Trackslistan sollte eine Art Konkurrenz zu den Svensktoppen sein und nicht nur die besten Songs schwedischer Sänger, die zudem ihre Titel in schwedischer Sprache bieten mussten, als Hitliste präsentieren, sondern ein Spiegel des gesamten Musikgeschehens auf schwedischem Raum sein, auch wenn sich zeigen sollte, dass die Zuhörer dennoch eine Tendenz zu schwedischen Interpreten hatten.

In der Sendung Tracks, die letztmals am 5. Februar 2011 gesendet wurde, zählte man 20 Titel auf der Trackslistan und zusätzlich wurden 10 bis 15 neue Songs gespielt, die eine Chance hatten von den Hörern in die Trackslistan gewählt zu werden. Zu Beginn erfolgte die Wahl über Briefe oder Postkarten, anschließend per Telefon und schließlich über die Website. Die Zuhörer konnten die ihrer Meinung nach fünf besten Songs wählen, wobei es neben den Titel der Trackslistan und den Neuvorschlägen auch noch drei sogenannte Bubblar gab, Songs, die den Einzug in die Hitparade knapp verfehlt hatten, oder aber zu den Top-20 der Sommartoppen oder den Top-10 der DigiListan geschafft hatten.

Die Trackslistan war in Schweden so populär, dass man sie in den 90er Jahren im Jugendprogramm des staatlichen Fernsehens präsentierte, allerdings waren die Sänger und Sängerinnen nur in Form eines Fotos anwesend und der Moderator präsentierte die entsprechenden Videos. Rund zehn Jahre später kam die Trackslistan drei Jahre lang in das Normalprogramm von SVT bei dem einer der Künstler, die in der Hitliste vertreten waren, eingeladen wurde und einen Song in direkt präsentierte. Da jedoch sehr viel darüber diskutiert wurde ob diese Auftritte nicht einen bestimmten Künstler einen Vorteil brachten, wurde die Sendung wieder eingestellt.


8. September 801: Sankt Ansgar im schwedischen Birka
8. September 1622: Knut Kurck und der Widerstand gegen die Macht des Königs
8. September 1771: Die Königlich Schwedische Musikakademie 
8. September 1790: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
8. September 1841: Carl Snoilsky und die kulturelle Revolution Schwedens
8. September 1870: Nils Ericson und die schwedische Eisenbahn
8. September 1930: Mads Edvin Rydman, Poet und Filmschauspieler
8. September 1953: Der Bau der ersten Autobahn Schwedens
8. September 1960: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
8. September 1962: Wir Kinder aus Bullerbü - Alla vi barn i Bullerbyn
8. September 1966: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom
8. September 1994: Umeå stellt alle Stadtbusse auf Ethanol um

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. Juli 2016

Die iranisch-schwedische Schauspielerin Shima Niavarani

Shima Niavarani wurde am 7. Juli 1985 in Teheran geboren, verbrachte dort jedoch nur ihre ersten drei Jahre, da die Familie anschließend vom Krieg floh und über die Türkei und die Schweiz nach Schweden kam. Nach einem Aufenthalt in einem Flüchtlingslager im Jämtland ging die Familie erst nach Örnsköldsvik und anschließend nach Upplands Väsby, wo Niavarani schließlich ihre Kindheit und ihre Jugend verbrachte. Als Niavarani mit neun Jahren erstmals öffentlich auftrat und Mariah Creys Without You sang, spürte sie erstmals, dass sie nicht grundsätzlich willkommen war, denn aus dem Publikum wurde ihr ein Apfel an den Kopf geworfen. Mit etwas Ironie meinte Niavarani jedoch, dass ihr immerhin 199 der 200 Gäste keinen Apfel auf diese Weise zuwarfen.

Shima Niavarani wählte im Gymnasium die Theaterlinie und besuchte anschließend die Hochschule für Schauspiel in Stockholm. Allerdings hatte sie dann bereits mit 19 Jahren ihren Durchbruch mit ihrem Stück Autodidakt i enmansakt, bei dem die Schauspielerin gleichzeitig Regisseurin, Autorin, Komponistin, Kostümbildnerin und Beleuchterin war. Mit diesem Stück ging Niavarani über ein Jahr lang auf Tournee und sammelte dabei zahlreiche Preise, was ihr den Weg zu sämtlichen Theatern Schwedens öffnet. Niavarani spielte anschließend in Fernsehstücken und sie stand auf der Bühne des Dramaten, des Reichstheaters und anderen Bühnen dieser Größenordnung.

Shima Niavarani gilt heute als eine der Multikünstlerinnen Schwedens, die auf der Bühne und im Film die gesamte Breite zwischen dem ernsthaften Schauspiel bis zur ironischen Satire beherrscht und dabei auch noch als Sängerin auftritt, unter anderem 2014 in Allsång på Skansen, natürlich mit einem Song, der aus ihren eigenen Federn stammte. An der Seite von Gustaf Norén spielte Niavarani 2015 auch die weibliche Hauptrolle in She´s wild again tonight eine modernisierte Version von August Strindbergs Fröken Julie. Auf Grund ihrer Leistung wurde Shima Niavarani dann 2016 als beste weibliche Hauptrolle für einen Guldbagge nominiert.


7. Juli 1810: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
7. Juli 1890: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
7. Juli 1933: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
7. Juli 1976: Das Riddarfjärdssimningen, ein Schwimmwettbewerb in Stockholm
7. Juli 1997: Erik Zetterström, bekannt als Kar de Mumma 
 
Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 31. Mai 2016

Die schwedische Sängerin Anna Ternheim

Anna Ternheim kam am 31. Mai 1978 in Sollentuna zur Welt und begann im Alter von zehn Jahren zu singen und Gitarre zu spielen, allerdings mehr zur eigenen Freude. Im Gymnasium begann Ternheim dann auch mehr und mehr öffentlich aufzutreten, aber entschied sich nach der Hochschulreife dennoch gegen die Musik und begann 2003 an der KTH (Königlich Technische Hochschule) in Stockholm Architektur zu studieren. Als die Sängerin jedoch nach einem Semester einen Schallplattenvertrag angeboten bekam, änderte sie ihre Meinung, gab das Studium auf und setzte ganz auf Musik.

Im Jahre 2004 erschien Anna Ternheims erstes Album Somebody's Outside, und schlug mit mehreren Songs gleichzeitig ein. Ein Jahr später erlangte die Sängerin P3 Gold und einen Grammis, beide Preise als beste Newcomerin. Als Ternheim dann 2006 ihr nächstes Album präsentierte, Separation Road, hatte sie mit Girl Laying Down ihren ersten großen Hit und wurde für Today is a Good Day erneut mit Gold von P3 belohnt, dieses Mal als beste weibliche Künstlerin des Jahres. Es folgten weitere Preise und ihr erstes Album erschien noch im gleichen Jahr auch in Deutschland, Frankreich und zahlreichen anderen europäischen Ländern.

Nach ihrem dritten Album und ihrem bisher größten Hit What Have I Done, zog Anna Ternheim nach New York um dort neue Eindrücke zu sammeln und arbeitete an einem weiteren Album. Ternheim blieb in den USA und produzierte ihr viertes Album The Night Visitor in Nashville. 2015 begann die Sängerin an sich selbst zu zweifeln und überlegte die Musik an den Nagel zu hängen um zur Architektur zurückzukehren. Zurück in Stockholm fand Ternheim dann jedoch zurück zur Musik und es entstand ihr fünftes Album For The Young und bereitete eine Tournee für das Frühjahr 2016 vor. Anna Ternheim pendelt nun zwischen Stockholm und New York, wobei sie nicht nur als Sängerin und Musikerin einen guten Ruf hat, sondern auch als Songwriterin bereits ausgezeichnet wurde.


31. Mai 1307: Halmstad wird zur Stadt  ernannt
31. Mai 1321: Birger Magnusson kommt in Schweden an die Macht
31. Mai 1520: Gustav Vasa auf der Flucht
31. Mai 1849: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
31. Mai 1889: Unterricht für Taube in Schweden
31. Mai 1899: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte
31. Mai 1899: Olle Hedberg, der Autor der den Absprung verpasste
31. Mai 1968: Erik Lindegren und die modernistische Lyrik Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 15. April 2016

Die schwedische Sängerin Amy Diamond

Amy Diamond kam am 15. April 1992 als Amy Deasismont mit englischem Vater und schwedischer Mutter in Norrköping zur Welt und kam mit ihren Eltern im Alter von zehn Monaten nach England. Mit Viereinhalb zog die Familie jedoch zurück nach Schweden. Das erste große Hobby der späteren Sängerin war Eiskunstlauf, wo sie bis zur Silbermedaille in der regionalen Meisterschaft kam. Da Diamond jedoch gleichzeitig viel zu singen begann, musste sie bald zwischen Eiskunstlauf und Singen wählen. Ab 1999 nahm Amy Diamond dann an zahlreichen Nachwuchswettbewerbs teil und im Jahre 2004 gewann sie bei Mix Megapol den ersten Preis und durfte eine Single aufnehmen, wobei Diamond um diese Zeit bereits durch zahlreiche Fernsehauftritte in ganz Schweden bekannt war.

Der Durchbruch für Amy Diamond kam bereits ein Jahr später, als die junge Sängerin gerade einmal zwölf Jahre alt war, denn What´s in it for Me wurde in ganz Skandinavien ein Hit und wurde selbst in Polen der meist gespielte Song des Jahres. Über Monate hinweg fand man Diamonds Song in den schwedischen Toplisten. Neben der Schule, die sie später mit einer Friseurausbildung abschloss, spielte Diamond 2006 und 2007 auch kleinere Rollen für das Fernsehen und es entstanden drei Alben. Als Amy Diamond 2008 auch noch eine Weihnachtsplatte mit klassischen und neuen Weihnachtsliedern auf den Markt brachte, war die Karriere der damals 16-Jährigen nicht mehr zu bremsen.

Im Jahre 2008 nahm Amy Diamond mit Thank You an der schwedischen Vorausscheidung des Eurovision Song Contests teil, kam direkt ins Finale, aber musste sich dann mit dem achten Platz zufrieden geben. Mit It's my life, mit dem Diamond im Folgejahr erneut am Melodifestivalen, der Vorausscheidung zum ESC, teilnahm, kam sie nicht einmal ins Finale. Während die Karriere als Sängerin ab dieser Zeit relativ ruhig verlief, wurde Diamond für Ihre Hauptrolle im Film Min lilla syster des Jahres 2015 von der Presse extrem gelobt und für mehrere Filmpreise nominiert. Diamond versucht nun Musik, Film und eine Arbeit als Fernsehmoderatorin zu verbinden.


15. April 1624: Gustav II. Adolf gründet die Stadt Sala
15. April 1659: Der Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. April 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 15. März 2016

Die schwedische Sängerin Veronica Maggio

Veronica Maggio kam am 15. März 1981 mit einer schwedischen Mutter und einem italienischen Vater in Uppsala zur Welt, was ihr eine etwas ungewöhnliche Kindheit und Karriere bescherte, denn als Maggio zehn Jahre alt war, zog die Familie in die Toscana und die späteres Sängerin musste von einer schwedischen Schule in eine italienische wechseln. Dort schloss sich Maggio auch unmittelbar der lokalen Musik- und Tanzgruppe an und hatte in diesem Zusammenhang auch ihre ersten öffentlichen Auftritte.

Die Folgejahre sollten für die Sängerin nicht weniger chaotisch werden, denn ein Jahr später kehrten Mutter und Tochter zurück nach Schweden und Veronica Maggio folgte in der Schule der Musiklinie. Nach einem Zwischenaufenthalt in Österreich und ihrer folgenden Hochschulreife zog die Sängerin nach Norwegen, um jedoch bald darauf ihren Wohnort nach Göteborg zu verlegen. Als ihr Musikprojekt in der westschwedischen Stadt scheiterte, ging Maggio nach Stockholm um ein Journalistikstudium zu beginnen, das sie jedoch nie abschloss. Nach wie vor beschäftigte sich Maggio mit Musik, und als Stefan Gräslund sie auf einem Demoband hörte, nahm er mit Universial Music Kontakt auf und die Sängerin erhielt einen Vertrag. Im Jahre 2006 erschien dann ihre erste Single Dumpa mig.

Der unmittelbare Erfolg der Single brachte Veronica Maggio eine Vertragsverlängerung und noch Ende des gleichen Jahres erschien ihr erstes Album Vatten och bröd, das der Sängerin nur ein Jahr später einen Grammis in der Kategorie Newcomer des Jahres brachte. Ab dieser Zeit war der Erfolg der Sängerin, die ihre Texte meist selbst schreibt, nicht mehr aufzuhalten und mit Måndagsbarn aus ihrem zweiten Album kam auch der internationale Erfolg. Bereits mit ihrem vierten Album brachten die Verkaufsziffern Maggio Platinscheiben ein, was sich allerdings auch dadurch auszeichnet dass ihre Konzerte regelmäßig ausverkauft sind.


15. März 1568: Johannes Bureus, Runensteine und Grammatik
15. März 1568: Johannes Bureus, der Vater der schwedischen Grammatik
15. März 1724: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
15. März 1821: Abraham Niclas Edelcrantz, der Skalde des Königs Gustav III.
15. März 1850: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
15. März 1907: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
15. März 1931: Unterwegs auf dem Göta Kanal
15. März 1935: Johan Ramstedt, eine Notlösung als Ministerpräsident 
15. März 1938: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden
15. März 1999: Der erste Nachrichtenkanal Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 17. Februar 2016

Die schwedische Sängerin Shirley Clamp

Shirley Clamp kam am 17. Februar 1973 bei Borås zur Welt und verdankt ihren Vornamen ihrem in England geborenen Vater, der der Tochter einen Namen geben wollte der unmöglich ins Schwedische zu übertragen sei. Clamp arbeitete sehr früh an einer Karriere als Sängerin und besuchte erst die Ballettakademie in Göteborg um dort Musical zu studieren. Neben ihrer Teilname an verschiedenen Bands, die allerdings sehr kurzlebig waren, setzte die Sängerin dann ihre Ausbildung an der Musiktheaterschule in Bjärnum fort. Mit 16 gewann die Künstlerin auch ihren ersten Talentwettbewerb, der ihr zwar einige Auftritte brachte, nicht jedoch den Durchbruch.

Shirley Clamp schloss sich neuen Musikgruppen an, gewann 1994 erneut einen Talentwettbewerb und 1997 war sie im Finale von Sikta mot stjärnorna. Auch wenn die Stimme der Sängerin bald bekannt war, da sie diese Rickard Engfors in einer Dragshow lieh und 2002 beim Pridelied des Jahres sang und sowohl 2001 als auch 2002 als Backgroundsängerin im Eurovision Song Contest mitwirkte, so sollte Clamp erst ab 2005 den nationalen Durchbruch haben, allerdings bereits auf zwei Ebenen, denn in diesem Jahr ging sie mit Robert Wells, Nanne Grönvall und Peter Jöback auf Tournee und hatte erstmals als Solokünstlerin bei der schwedischen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest Erfolg.

Allerdings gelang es Shirley Clamp mit ihrem Song Mr. Memory Im jahre 2003 nicht in die schwedische Endausscheidung zu gelangen. Im folgenden Jahr sang Clamp in der Vorausscheidung Min kärlek, den bisher größten Publikumserfolg der Sängerin. Beim dritten Anlauf beim ESC im Jahre 2005 gelang es Clamp mit Att älska dig direkt ins Finale zu gelangen, um dann jedoch nur auf dem vierten Platz zu landen. Der Einsatz der Sängerin führte jedoch zu ihrem ersten Album und zu zahlreichen Auftritten. Shirley Clamp nahm noch mehrmals an den Vorausscheidungen zum Eurovision Song Contest teil, hatte damit jedoch weitaus weniger Erfolg als auf der Bühne oder auch ihrem Weihnachtsalbum des Jahres 2014. Shirley Clamp lebt mit ihrem Partner und der gemeinsamen Tochter Vilja gegenwärtig in Stockholm.

Copyright: Herbert Kårlin