Montag, 2. April 2012

LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg

Am 2. April 1957 gründeten SAS, Dagens Nyheter und die Stockholmstidningen gemeinsam die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg, kurz LIN genannt. Die Maschinen der Gesellschaft sollten nachts vor allem Zeitungen und Post transportieren und am Tag dann Passagiere befördern. Linjeflyg verband zu Beginn elf schwedische Städte, wobei die gleichen Maschinen, allerdings unter dem Namen SAS, auch nach Kopenhagen flogen.

Im Laufe der Jahre flog Linjeflyg, die seinen Standort in Stockholm-Bromma hatte, dann 37 schwedische Flughäfen an und unter dem Namen SAS zusätzlich Kopenhagen und Oslo. Als die Gesellschaft LIN dann am 1. Januar 1993 innerhalb von SAS (Scandinavian Airlines System) aufging, hatte sich Linjeflyg zur größten Fluggesellschaft Schwedens im Inlandsflug entwickelt und war in ganz Skandinavien zu einem festen Begriff geworden.

Dennoch begannen bereits im Jahre 1990 Probleme für Linjeflyg, als SAS seinen Anteil an den Transportunternehmer Bilspedition verkauft hatte, denn in dieser Zeit plante LIN mit der norwegischen Gesellschaft Braathens und der dänischen Firma Maersk zu fusionieren und eine schwedische Billigfluggesellschaft aus LIN zu machen, was eine direkte Konkurrenz zu SAS bedeutete. Um das Monopol im skandinavischen Luftraum zu behalten, kaufte daher SAS im Jahre 1992 die gesamte Gesellschaft auf und gliederte sie in die Scandinavian Airlines System ein.


2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. April 2012

Sixten Sason und die Saab-Modelle

Am 1. April 1967 starb Sixten Sason, der Industriedesigner, der den Automobilen Saab ihr Aussehen gab. Eigentlich sprach bei Sixten Sason bis zu seinem 22. Lebensjahr nichts auf eine Karriere als Industriedesigner, denn der Vater war Steinmetz und er selbst arbeitete als Flugzeugmechaniker. Design war nur sein Hobby, das er bereits in frühen Jahren pflegte, wobei mehrere seiner Designs in Motorzeitschriften abgebildet wurden. Die ersten dieser Zeichnungen hatteSason bereits mit Fünfzehn Jahren gezeichnet.

Ein Flugunglück half Sixten Sason, der am 12. März 1912 in Skövde zur Welt gekommen war,  dann auf den Sprung, denn während seiner Krankenhausaufenthalte zwischen 1934 und 1939 begann er sich ernsthaft mit Design auseinanderzusetzen und arbeitete, vom Krankenhausbett aus, für zahlreiche Zeitschriften als Illustrator. In dieser Zeit entstanden auch einige seiner visionären Industriedesigns, zum Beispiel eine Öresundbrücke und ein kreisförmiges Parkhaus, beides revolutionäre Ideen in dieser Zeit.

Nachdem er das Krankenhaus verlassen hatte, begann Sixten Sason bei Saab-Flugzeugbau als Designer zu arbeiten und wurde auch für die Illustration der Produktinformationen und Kataloge zuständig. Als dann Mitte der 40er Jahre Saab auch Automobile bauen wollte, entstand unter seiner Feder der erste Saab, der sogenannte Saab 92. In den Folgejahren zeichnete Sixen Sason dann als Chefdesigner des Unternehmens alle Folgemodelle die heute als die klassischen Saab bekannt sind. Durch seinen Tod konnte er allerdings sein letztes Saab-Geschöpf, den Saab 99 nicht mehr vom Rollband laufen sehen.


1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 31. März 2012

Maria Lang, die vergessene Krimiautorin

Dagmar Maria Lange, die in der Krimiwelt unter ihrem Pseudonym Maria Lang bekannt wurde, wurde am 31. März 1914 in Västerås geboren und gehörte zu den 13 schwedischen Autoren, die die Svenska Deckarakademien gründeten. Nach ihrem Studium in Stockholm arbeitete sie erst mehrere Jahre lang an einer Mädchenschule in Stockholm, bevor sie dann 1968 hauptberuflich Kriminalromane zu schreiben begann. Gegenwärtig findet man einige ihrer Werke vor allem noch in dänischen und finnischen Ausgaben.

Ihren ersten Krimi schrieb Maria Lang im Jahre 1949. Mördaren ljuger inte ensam war als Mystery Krimi unmittelbar ein Erfolg und die beiden Hauptfiguren Puck Ekstedt (verheiratet dann Puck Bure) und Christer Wijk bleiben dem Leser dann in allen 43 Kriminalromanen, die sie im Laufe ihres Lebens schreibt, erhalten. Nur in den vier Kinderbüchern und den beiden Filmskripten verschwinden sie aus dem Leben von Maria Lang. Viele der Handlungen spielen in der Kleinstadt Skoga, die jedoch schnell als ihre Heimatstadt Nora in Bergslagen identifiziert wurde, wo noch heute Krimiwanderungen auf ihrer Spur angeboten werden.

Maria Lang begibt sich bei ihren Handlungen überwiegend in das bürgerliche Leben der Kleinstadt, in eine Schicht, die nach Außen eine ideale Fassade zeigt, aber in der erotische Geheimnisse, Homosexualität und Ausschweifungen eine bedeutende Rolle spielen. Maria Lang, die von Kritikern häufig als die Agatha Christie Schwedens bezeichnet wurde, zeigte zwar die Doppelmoral der bürgerlichen Schicht, aber in ihren Krimis kommt nur selten Blut oder Gewalt vor, wobei sie den Leser von einem Rätsel zum nächsten führt. Dagmar Lange starb am 9. Oktober 1991 in Nora, wo sie auch begraben wurde.

31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson
31. März 1977: Kista Einkaufszentrum in Stockholm


Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 30. März 2012

Ingvar Kamprad und das schwedische Imperium Ikea

Ingvar Kamprad, der Gründer der schwedischen Möbelkette Ikea, wurde am 30. März 1926 in Pjätteryd geboren und hatte bis kurz vor seinem Tod am 27. Januar 2018, aus Steuergründen, seinen Hauptwohnsitz in der Schweiz. Nach der Zeitschrift Forbes gehörte Kamprad jahrelang zu den reichsten Personen weltweit und zählte, trotz seines ausländischen Wohnsitzes und dank des schwedischen Passes, mit einem Vermögen von über 23 Milliarden Dollar als der reichste Schwede. Die zentrale Macht Ikeas liegt nach wie vor bei der Stiftung Interogo in Liechtenstein, die vollständig von der Familie Kamprad kontrolliert wird.

Um Ingvar Kamprad entwickelte sich die Geschichte, dass er bereits mit sechs Jahren Streichhölzer mit Gewinn verkaufte und mit zehn Jahren als „Unternehmer“ aktiv wurde, wobei dabei weniger genannt wird, dass bereits die Eltern den größten Hof der Gemeinde Ljungby besaßen und der Ikea-Gründer aus sehr reichem Haus stammte. Im Alter von 17 Jahren gründete Ingvar Kamprad dann das Postorder-Unternehmen Ikea, in dem er vier Jahre später auch die ersten Möbel anbot. 1951 verschickte er dann die ersten Ikea-Kataloge und 1958 eröffnete er das erste Möbelhaus in Älmhult im Småland. Als er dann 1965 ein Warenhaus bei Stockholm eröffnete, war Ikea zu einem Begriff in ganz Schweden geworden und begann die Welt zu erobern.

Im Jahre 1994 verlor die schwedische Vorzeigefigur Ingvar Kamprad dann etwas an Glanz, als bekannt wurde, dass er von 1942 bis etwa zur Zeit als er seinen ersten Laden eröffnete im faschistischen Nysvenska Rörelsen aktiv war und für die extrem rechte Vereinigung Mitglieder warb und ihr mit Geldspenden unter die Arme gegriffen hatte. Diese rechtsextremen Aktivitäten erklärte Ingvar Kamprad später als jugendliche Verirrungen, die auf seine deutschstämmige nazitreue und antibolschewistische Familie zurückzuführen sei. Inwieweit sich Ingvar Kamprad mittlerweile vom rechten Geist tatsächlich entfernt hat, ist unbekannt, zumal die schwedische Bevölkerung mehr vom Erfolg des Unternehmers wissen will als von seiner politischen Einstellung und seinen Steuererspanismodellen.

30. März 1933: Filip Månsson und die öffentliche Kunst Schwedens
30. März 1976: Dampferfahrt auf dem schwedischen See Mjörn

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. März 2012

Emanuel Swedenborg, der größte Mystiker Schwedens

Am 29. März 1772 starb Emanuel Swedenborg in London, eine Person, die nie viel von Bescheidenheit hielt und sich in den letzten 30 Jahren seines Lebens zum bedeutendsten Mystiker Schwedens entwickelte, was ihm selbst eine Anklage wegen Ketzerei einbrachte. Diese extrem religiöse Phase des Philosophen überdeckt bis heute seine naturwissenschaftliche Leistungen, wobei er sich bei seinen zahlreichen christlichen Schriften kaum an das Volk richtete, da er sich hierbei fast ausschließlich dem Latein bediente.

Emanuel Swedenborg, der bereits in seiner Jugend schrieb, dass er fühle, dass er zu einem großen Wissenschaftler bestimmt sei, begann ab seinem 54 Lebensjahr in eine permanente Phase der Visionen abzuwandern. Er begann mit Geistern und Engeln zu reden und erklärte, dass ihn Gott dazu auserkoren hätte die protestantische Religion zu reformieren. Seine Werke ab dieser Zeit sind teilweise schwer verständlich, da er permanent von seinen Reisen und Eindrücken zwischen Himmel und Hölle berichtet, an die Swedenborg ernsthaft glaubte und zu seinem 18. religiösen Werk „Himmel och Helvete“ führte. Seine Theorien haben indes so bedeutende Schriftsteller wie William Blake, August Strindberg, Balzac, Yeats oder Charles Baudelaire stark beeinflusst.

Wenn man jedoch zur Kindheit von Emanuel Swedenborg zurückkehrt, so kann man seine religiösen Phantasien besser verstehen, denn sein Vater, Jesper Swedberg, entwickelte sich ebenfalls im Laufe seines Lebens zu einem bedeutenden Prediger und wurde im Alter zum Bischof in Skara ernannt, wo er ebenfalls an der Reformation der protestantischen Kirche arbeitete und die Bedeutung von direkten Gesprächen mit Gott hervorhob. Auch der Vater Emanuels war von der täglichen Existenz von Engeln, Geistern und Dämonen überzeugt, ohne jedoch mit ihnen den engen Kontakt zu bekommen wie Emanuel Swedenborg später.

29. März 1968: Ein Tunnel unter dem Göta Älv
29. März 2006: Niklas Lindgren, genannt Hagamannen 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. März 2012

Joakim Lindengren, Kapten Stofil und Faktum

Joakim Lindengren wurde am 28. März 1962 in Göteborg geboren, der Stadt, in die er nach einer Jugend in Upplands-Bro und einem Studium am Konstfack in Stockholm wieder zurückkehrte und wo er seit einigen Jahren, unter anderem, als Serienzeichner für die Monatszeitschrift Faktum tätig ist, die in Göteborg von Obdachlosen verkauft wird und als bedeutendes Reintegrationsprojekt der Stadt gilt.

Joakim Lindengren begann seine Karriere als Serienzeichner im Jahre 1982, als er drei Seiten in Svenska Serier unterbringen konnte. Allerdings dauerte es dann weitere vier Jahre bis Comics und Cartoons zu zeichnen zu seinem Beruf wurde, denn erst ab 1986 konnte er sich in Pox, Elixir und Galago etablieren, wo er schnell einen treuen Leserkreis fand, da er der erste Comiczeichner Schwedens war, der es wagte in seinen Zeichnungen kindlichen Humor auf respektlose Weise erwachsenen Leser zu bieten. Dies verhinderte zwar, dass seine Werke zu Beginn in Bibliotheken zu finden waren, dafür wuchs jedoch die Schicht seiner Fans.

Seinen wahren Durchbruch gewann Joakim Lindengren dann jedoch mit Kapten Stofil, einem Comic, den er seit 1999, gemeinsam mit David Nessle und Martin Kristenson, im Selbstverlag produzierte. Obwohl diese Serie, deren Doppelnummer 39/40 zur Buchmesse 2012 in Göteborg erschien, eine treue Leserschicht hatte, stellte sie Joakim Lindengren mit der Nummer 39/40 ein, da sie während der 13 Jahre seiner Existenz gerade einmal die Kosten decken konnte, aber einen hohen regelmäßigen Einsatz forderte. Außer Kapten Stofil und den regelmäßigen Arbeiten bei Faktum veröffentlichte Joakim Lindengren bisher 18 Comicalben und fünf Kinderbücher.

28. März 1927: Marianne Fredriksson, eine schwedische Schriftstellerin
28. März 1953: Der erste Roman Tjärdalen von Sara Lidman wird ein Erfolg 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 27. März 2012

Der erste Golfclub in Stockholm

Auch wenn Golf heute als schwedischer Nationalsport gilt, der nahezu von allen Gesellschaftsschichten ausgeübt wird, so war die Bildung des Stockholms Golfklubb am 27. März 1904 ein Ereignis, zu dem gerade einmal 30 Interessenten erschienen, die zudem alle zur obersten Gesellschaftsschicht des Landes gehörten. Das Ziel des Clubs war nicht nur das Golfspiel in Schweden zu verbreiten, sondern vor allem eine Golfbahn anzulegen auf der die Mitglieder regelmäßig spielen konnten.

Die Golfenthusiasten Stockholms spielten zu Beginn auf dem Fågelbacken auf Gärdet, einem Platz, den sie mit der Artillerie teilen mussten und durch die Pferdepassagen wohl kaum mit einem heutigen Golfplatz verglichen werden kann. Ein Jahr später konnte der Stockholmer Golfclub dann ein eigenes Grundstück auf Lidingö erwerben, was zwar die Pferdekonkurrenz fern hielt, aber im Frühling und Herbst nicht gegen die Überschwemmungen des Grundstücks hinweghalf, was die Spielsaison erheblich verkürzte.

Da auch die Qualität der schwedischen Golfspieler sehr zu wünschen ließ, suchte der Stockholmer Golfclub dann Lehrer und griff zuerst zu professionellen Spielern des Golfclubs Kopenhagen, der bereits 1898 gegründet worden war. Sehr schnell kam der Club dann jedoch zur Erkenntnis, dass ein guter Unterricht nur von englischen Profis erfolgen konnte. Als daher 1910 George Roberts nach Stockholm kam um den Mitgliedern die höchste Kunst des Golfsports näher zu bringen, begann auch für die Stockholmer Golfspieler der Aufstieg.

27. März 1940: Der schwedische Freiwilligen-Verband

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