Dienstag, 17. Januar 2012

Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller

Jan Guillou wurde am 17. Januar 1944 in Södertälje geboren und gehört mit zu den meistdiskutierten Schriftstellern Schwedens. Mit norwegischer Mutter und französischem Vater war Guillou bis 1975 französischer Bürger und wurde erst dann in Schweden eingebürgert, obwohl er in Schweden geboren wurde und hier aufwuchs. Politisch gesehen stuft sich Jan Guillou links ein, was ihn jedoch nicht davon abhielt zu erklären, dass die Führungsschicht der rechtsextremen Partei Sverigedemokraterna nach seinen Untersuchungen keine Rassisten seien.

Neben der Romantrilogie Arn Magnusson wurde Jan Guillou vor allem für seinen autobiographischen Roman Ondskan (Das Böse) bekannt, der in zahlreiche Sprachen übersetzt und auch verfilmt wurde. Das Buch beschreibt einen sadistischen Stiefvater, der das Kind Guillou täglich misshandelte. Außer dem Autor selbst gibt es jedoch niemanden, auch nicht die Mutter, die diese Aussagen bestätigt. Hingegen sagen alle seine früheren Schulfreunde und Lehrer, dass Jan Guillou immer eine so rege Phantasie hatte, dass er nie zwischen Lüge, Erfindung und Wahrheit unterscheiden konnte und bei jeder Kritik aggressiv wurde, so dass ihm niemand zu widersprechen wagte.

Aber bereits acht Jahre bevor er seine Autobiographie schrieb, errang Jan Guillou, der nach eigenen Aussagen zeitweise für das russische KGB arbeitete, einen etwas zweifelhaften Ruhm. Gemeinsam mit Peter Bratt veröffentlichte er, dass es in Schweden einen Geheimdienst gibt, wovon nicht einmal das Parlament informiert ist, und das links gerichtete Organisation ausspioniert und Meinungen einzelner Bürger registriert. Da die veröffentlichten Informationen unter Geheimhaltung standen, wurde Jan Guillou wegen der Veröffentlichung zu zehn Monaten Gefängnis wegen Spionage verurteilt. Später beschuldigte Guillou seinen Freund Peter Bratt ihn verraten zu haben, was dieser bestreitet.

17. Januar 1938: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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