Sonntag, 15. Januar 2012

Der mysteriöse Tode von Carl Algernon

Am 15. Januar 1987 fiel der Kriegsmaterialinspektor Carl Algernon an der Haltestelle T-Centralen in Stockholm vor die einfahrende U-Bahn und starb noch am Unfallort. Bis heute kreisen um diesen Tod Gerüchte, da der offizielle Selbstmord eine ungemeine Menge an Fragen offen ließ und Carl Algernon, bevor er von der Bahn überrollt wurde, ein Gespräch mit dem Konzernchef der Nobel Industiers, Anders Carlgren, geführt hätte, die eine wichtige Rolle bei der Boforsaffäre spielte und ihm Probleme bereiten konnte.

Der Tod von Carl Algernon kam für mehrere Länder im richtigen Moment und vielleicht auch für ihn selbst, denn Algernon sollte die Boforsaffäre aufklären bei der der Kriegswaffenhersteller Bofors im Verdacht stand Waffen zu schmuggeln und, gegen Bestechung, diese an Krisenländer zu liefern in die der Waffenexport verboten war. Carl Algerdon hatte die Lieferung durch lasche Kontrollen genehmigt und war zudem persönlicher Freund eines Direktors des Konzern Bofors, eine Situation, die sich sehr schnell auch gegen ihn wenden konnte.

Carl Algerdon war im Laufe seiner Untersuchung zu einer Schlüsselfigur in der Affäre Bofors geworden und mit seinem Tod blieben viele Rätsel der Affäre im Dunkeln. Da der Zugführer aussagte, dass Algerdon rückwärts auf die Gleise gefallen sei, hieß es unmittelbar, dass er gestoßen wurde und keinen Selbstmord beging, aber die Staatsanwaltschaft konnte nichts beweisen. Um die Angelegenheit schnell abschließen zu können, erklärte man den Tod Algerdons daher als Selbstmord. Noch heute glauben jedoch viele, dass sein Tod etwas mit dem Mord an Olof Palme zu tun hat und dass ihn Mitarbeiter der Stasi vor die U-Bahn stießen.

15. Januar: Der Tag der Tulpen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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