Montag, 9. April 2012

Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus

Am 9. April 1947 wurde Maria-Pia Boëthius geboren, eine Frau, die ab 1976 vor allem für ihren Kampf für die Rechte der schwedischen Frau bekannt wurde. Nachdem sie acht Jahre lang Mitarbeiterin der schwedischen Abendzeitung Expressen war, publizierte sie ihr erstes Buch: „Skylla sig själv“, das zu einer der bedeutendsten Debatten zur Rolle eines Vergewaltigungsopfers führte, zumal zu jener Zeit alle Richter bei jedem Fall untersuchten inwieweit das Opfer eine Vergewaltigung provoziert hat.

Skylla sig själv“ war letztendlich auch der Anlass dazu, dass die schwedische Regierung im Jahre 1984 das Gesetz zur Vergewaltigung änderte und die Rolle des Opfers nicht mehr in die Debatte aufgenommen werden durfte. Maria-Pias erste Belletristik war indes eine Revanche auf das Buch „Jack“ von Ulf Lundell, der sie in seinem Werk wenig schmeichelhaft darstellte, obwohl die beiden zu jener Zeit ein Paar waren und Ulf Lundell das Buch in ihrer Stuga geschrieben hatte. Als Folge veröffentlichte dann Maria-Pia Boëthius ihren Roman „Svensson, Svensson“, wo sie Ulf Lundell in wenig schmeichelnder Form präsentierte.

Bereits 1994 forderte Maria-Pia Boëthius die Gründung einer Frauenpartei, was dann im Jahre 2005 zur Feministisk Initiativ führte, der sie zwar ideologisch nahe stand, jedoch keine Rolle innerhalb der Partei einnehmen wollte. Maria-Pia wollte sich in keinerlei Richtung festlegen und betrachtete sich mehr als Kämpfer gegen das allgemeine schwedische System, das nicht nur die Frau diskriminiert. So griff sie unter anderem auch die Berichtserstattung der Nachrichten an, die sie mit einer Okkupationsmacht verglich, da die ökonomische Abhängigkeit der Journalisten dazu führt nur populistische Informationen zu verbreiten und die Vielfalt der Medien zu einem Einheitsbrei wird.

9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter 

Copyright: Herbert Kårlin

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