Samstag, 14. April 2012

Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt

Auch wenn man bei Straßenbahnen immer an die Stromleitungen denkt, oder, wenn man einen Ausflug in die Geschichte macht, an die Straßenbahnwaggons, die von Pferden gezogen wurden, so gab es in Stockholm auch eine Straßenbahn besonderer Art. Am 14. April 1924 wurde nämlich zwischen Karlaplan und Frihamnen eine Straßenbahn in Betrieb genommen, die Benzin benötigte. Ursache war, dass die schwedische Verteidigung im Stadtteil Gärdet keine Hochspannungsleitungen zuließ, da man das Gelände für eventuelle Militärflüge benutzen wollte.

Bereits am 1. März 1929 wurde dann die Linie 19 eingestellt und der Wagen aus dem Verkehr gezogen. Nur ein Jahr später wurde die Nummer 19 dann für die Örbybanan, eine elektrifizierte Linie benutzt, die von Slussen nach Örby verkehrte, verwendet, wobei jedoch auch diese Linie nur kurzlebig war und am 1. Oktober 1950 zu Gunsten der U-Bahn (Tunnelbanan) eingestellt wurde.

Heute verfügt Stockholm nur noch über vier Straßenbahnlinien und eine touristische Museumslinie, die im Sommer von historischen Straßenbahnen benutzt wird. Nachdem man seit 1950 in Stockholm das Straßenbahnsystem möglichst abschaffen wollte, begann man ab 2008, unter dem Namen „Spårväg City“ wieder über den Ausbau des Netzes zu sprechen, wobei allerdings der geplante Baubeginn einer Linie nach Fruängen und Älvsjö vorerst auf unbegrenzte Zeit aufgeschoben wurde.

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Copyright: Herbert Kårlin

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