Freitag, 22. Juni 2012

Elfjähriger findet Menschen aus dem Mittelalter

Am 22. Juni 1936 machte der elfjährige Thure G. Johansson eine der bedeutendsten Entdeckungen des vorigen Jahrhunderts als er seinem Vater half ein Moorgebiet dafür vorzubereiten, dass Torf gestochen und getrocknet werden kann. Am Tag vor Mittsommer war Thure damit beschäftigt mit den Pferden das Moos an der vorgesehenen Stelle zu beseitigen, als sich in der Gerätschaft plötzlich ein größerer Gegenstand verhakte. Als Thure, der zuerst dachte, dass es sich um einen Sack handelte, den Gegenstand näher betrachtete, entdeckte er, dass es sich dabei um Skelettteile handelte.

Der Vater Thures informierte dann den Polizisten, der gleichzeitig Kirchendiener war, den Arzt und den zuständigen staatlichen Juristen, da er davon ausging, dass es sich bei dem Toten um einen jüngst Ermordeten handelt, was sich jedoch sehr schnell als Irrtum herausstellte, da der Arzt sehr bald erklärte, dass die Knochen sehr alt seien, auch wenn er das tatsächliche Alter nicht einmal schätzen konnte. Noch am Mittsommertag kam dann der Museumsdirektor aus Varberg an die Fundstelle und informierte dann, wegen der Bedeutung des Fundes, das Naturhistorische Museum in Stockholm, das wiederum unmittelbar Fachkräfte nach Varberg schickte.

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen zeigten dann, dass Thure G. Johansson einen der bedeutendsten Funde des letzten Jahrhunderts gemacht hatte, da es sich bei dem Toten um einen maximal 35-jährigen Mann handelte, der vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts gelebt hatte und damals ermordet wurde. Da die Leiche im Moor lag, war es möglich den Bockstensmannen weitgehend zu restaurieren, insbesondere auch was seine Kleidung betraf, die im Moor kaum beschädigt wurde. Der restaurierte Bockstensmannen kann noch heute im Museum von Varberg besucht werden.


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Copyright: Herbert Kårlin

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