Dienstag, 5. Juni 2012

Prinz Wilhelm Ludvig, ein gemeinsames Leben ohne Trauschein

Am 5. Juni 1965 starb Carl Ludvig, Prinz von Norwegen und Schweden, sowie Herzog von Södermanland. Seine Eltern waren Gustav V. und Viktoria von Baden, die Großeltern des gegenwärtigen Königs. Aus politischen Interessen wurde der Prinz über die Vermittlung von König Oscar II. mit Maria Pavlovna verheiratet, einer Kusine des Zaren Nikolai II. Die sehr unglückliche Ehe hielt gerade einmal sechs Jahre und wurde dann aufgelöst, wobei Maria Pavlovna dabei auch ihren Titel als Großfürstin zurückerhielt.

Als Wilhelm Ludvig dann Jeanne Leocadie Tramcourt traf, entwickelte sich zwischen den beiden ein sehr enges Verhältnis, das 30 Jahre dauerte und mit einem Autounfall endete bei dem Jeanne ums Leben kam. Die 30 Jahre verbrachten der Prinz und Jeanne als Sambo, also als Partner ohne Trauschein, obwohl dies in königlichen Kreisen ein absolutes Tabu war und bedeutete, dass sich Jeanne Leocadie Tramcourt bei keinem öffentlichen Empfang an der Seite ihres Mannes zeigen konnte. Nach dem Tod von Jeanne zog sich der Prinz, der das Unfallfahrzeug gesteuert hatte, ganz aus dem öffentlichen Leben zurück.

Prinz Wilhelm Ludvig war in Schweden vor allem als Filmproduzent und Autor bekannt und weniger mit dem königlichen Haus verknüpft, wobei er etwa 30 Reisereportagen und Expeditionsfilme realisierte. Seine Reisen führten ihn dabei nicht nur durch ganz Schweden, sondern auch nach Afrika und Zentralamerika. Auch die Bücher des Prinzen waren überwiegend Reiseschilderungen, wobei Wilhelm Ludvig ab 1936 auch regelmäßig Mitarbeiter des Svenska Dagbladet war.


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Copyright: Herbert Kårlin

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