Sonntag, 5. August 2012

Moa Martinson, die schwedische Autorin der Proletarier

Am 5. August 1964 starb Moa Martinson im Södermanland, die vermutlich bekannteste Arbeiterautorin Schwedens, die sich vor allem in den 20er und 30er Jahren als erste Frau der Literatur des Proletariats widmete und sich dabei in einer literarischen Gattung behauptete in der man zu dieser Zeit fast ausschließlich Männer fand. Ohne die schwedische Frauenbewegung der 70er Jahre wäre Moa heute vermutlich auch vergessen, aber zwei Biographien über Moa Martinson in den Jahren 1988 und 1990 machten sie innerhalb der literarische Welt Schwedens unsterblich.

Moa Martinson, deren richtiger Vorname eigentlich Helga Maria war, kam am 2. November 1890 unehelich zur Welt und verbrachte daher die ersten Lebensjahre bei den Großeltern, da die Mutter erst als Magd beschäftigt war und später in der Fabrik arbeitete und daher keinerlei Möglichkeit hatte die Tochter selbst zu erziehen. Als ihre Mutter dann 1895 Alfred Karlsson heiratet, kam Moa zur Mutter, was jedoch ihre persönliche Situation eher verschlechterte, da der Stiefvater sehr häufig den gesamten Lohn vertrank und die Familie dadurch sehr häufig umziehen musste und der Stiefvater zwangsweise die Arbeitsstellen wechselte. Erst als Moa Martinson ab 1906 selbst zu arbeiten begann, konnte sie dem Elternhaus entkommen.

Im Jahre 1922, als Moa ebenfalls mit einem Alkoholiker verheiratet war und sie die Familie selbst mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten musste, veröffentlichte sie ihre ersten engagierten politischen Artikel. Allerdings sollte es noch bis 1933 dauern, bis auch ihr erster Roman „Kvinnor och äppleträd“ veröffentlicht wurde. Ihr bekanntestes Werk war dann die autobiographische Trilogie mit den Werken „Mor gifter sig“, „Kyrkbröllop“ und „Kungens rosor“, wobei das tragende Thema ihrer Bücher um die Freundschaft zwischen Frauen ging. Moa Martinsons Werke ragen auch auf Grund ihrer realistischen Sprache und der offen behandelten Sexualität unter den Werken der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hervor.


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5. August 1926: Victor Hasselblad und seine legendäre Kamera

Copyright: Herbert Kårlin

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