Mittwoch, 15. August 2012

Der Vorname Estelle und Prinzessin Estelle von Schweden

Auch wenn der Name Estelle in seiner Originalform Stella (der Stern) in Italien bereits im 10. Jahrhundert vorkam, im 11. Jahrhundert in Frankreich und im 14. Jahrhundert in Großbritannien nachgewiesen werden kann, wo mehrere Romanfiguren den Namen Stella erhielten, kam die französische Form des Namens erst im 19. Jahrhundert nach Schweden und gehört bisher  zu den sehr seltenen Namen des Landes, was sich auch am Namenstagskalender bemerkbar macht, denn während Stella bereits am 15. August 1901 dort auftauchte, wurde Estelle erstmals 1986 dort eingetragen, um 1993 wieder zu verschwinden und 2001 erneut aufgenommen zu werden.

Als der Name Stella im 10. Jahrhundert in Italien nachweislich auftauchte, so handelte es sich damals noch um einen Familiennamen. Ein Zweig dieser Familie wanderte im Jahre 1011 vom italienischen Neapel in das französische Toulon aus, wo die Familie dann die französische Linie bildete. Im Laufe der Jahrhunderte verwandelte sich der Name dann in das französische Estelle und ab Mitte des 19. Jahrhunderts verwandelte sich der Familienname Stella und Estelle in den Vornamen Estelle, der in Frankreich allerdings am 11. Mai im Namenstagskalender zu finden ist und nicht am 15. August.

Prinzessin Estelle erhielt diesen Vornamen allerdings nicht nach dem italienischen Geschlecht, sondern in Erinnerung an Estelle Romaine Bernadotte, die im Jahre 1904 in New York zur Welt kam und mit Folke Bernadotte, dem Taufpaten  des Königs Carl XVI. Gustafs, verheiratet war, der 1948 bei einem diplomatischen Auftrag in Jerusalem ermordet wurde. Folke Bernadotte ist insbesondere durch die sogenannten „Weißen Busse“ bekannt geworden. Da sowohl Estelle Bernadotte als auch Folke Bernadotte philanthropische Eigenschaften hatten, soll der Vorname Estelle daher auch auf den Ruf einer Wohltäterin anspielen.


15. August 1247: Sigtuna, die Dominikaner und die Mariakyrkan
15. August 1794: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze 

Copyright: Herbert Kårlin

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