Dienstag, 9. April 2013

Lars Norén und die schwedischen Außenseiter

Lars Norén wurde am 9. April 1944 in Stockholm geboren, verbrachte jedoch seine Kindheit in Genarp in Skåne, dem er in mehreren seiner Theaterstücke ein Denkmal setzte. Über die Probleme, auf die Norén in Stockholm traf, sprechen seine Gedichte, die ab 1963 erschienen und als Schizzo-Poesie bezeichnet werden, und natürlich seine sehr zahlreichen Theaterstücke, die bis heute auf dramatische Weise die Welt der Außenseiter und Ausgestoßenen Schwedens zeigen, deren Bild man jedoch in jeder Stadt der Erde treffen kann.

Lars Norén, der heute zu den weltweit bedeutendsten Gegenwartsdramaturgen zählt, folgt in gerader Linie den Wegen und Ideen von August Strindberg und Ingmar Bergman bei dem zwischenmenschliche Probleme immer im Vordergrund stehen, was den Zugang zu einigen seiner Werke nahezu zu einem Problem werden lässt und den Zuschauer mit Sicherheit berührt, da man auf der Bühne auf die Tiefe verschiedener Schicksale trifft und durch die Dramaturgie Noréns noch deutlicher spürt als in der täglichen Realität, falls man die Augen öffnet.

Den Zugang zu Lars Norén, der Regisseur am Dramaten war, am Reichstheater künstlerischer Leiter wurde und seit 2009 die gleiche Aufgabe am Folkteatern in Göteborg übernommen hat, gewinnt man am ehesten über seinen Roman Biskötarna aus dem Jahre 1970 in dem er dem Leser das Stockholm der Drogenabhängigen, der Prostituierten, der Kriminellen und anderer Außenseiter präsentiert, eine Welt, die bis heute in jedem seiner Theaterstücke in irgend einer Weise vorhanden ist. Lars Norén bietet kein angenehme Welt, sondern provoziert durch den Kontrast. Am Ende eines Stückes bleibt man unsicher, ob man der künstlerischen Leistung Noréns Beifall spenden soll oder tief betroffen das Theater durch die Hintertür verlassen muss.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus 

Copyright: Herbert Kårlin

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