Donnerstag, 28. November 2013

Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft

Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft SLRS (Svenska Lifräddningssällskapet) wurde am 28. November 1898 im Stockholmer Schloss gegründet. Der Grund dafür war, dass in Schweden kaum jemand schwimmen konnte und daher jedes Jahr über 1000 Personen ertranken, wobei es sich dabei überwiegend um Männer handelte, also nach dem Tod die Familie oft in große Schwierigkeiten geriet. Nur ein Viertel der Ertrunkenen waren Kinder beider Geschlechter. Bei einer Untersuchung Ende des 19. Jahrhunderts stellte man auch fest, dass gerade einmal zwölf Prozent der schwedischen Bevölkerung schwimmen konnten.

Die erste Aufgabe der schwedischen Lebensrettungsgesellschaft war es daher Schwimmlehrer auszubilden und dafür zu sorgen, dass im ganzen Land Schwimmschulen eingerichtet wurden, die man allerdings nicht mit den heutigen Schulen vergleichen kann, denn die SLRS begann vor allem in den Schulen mit dem Unterricht und, da es noch keine Schwimmhallen gab, im Trockenen. Immerhin war der Erfolg so hoch, dass nach dieser Elementarausbildung im Schwimmen über 80 Prozent der unterrichteten Kinder tatsächlich schwimmen konnten und die Zahl der Ertrunkenen bald rückläufig wurde.

Auf Grund dieses Erfolgs wurde der Unterricht im Trockenschwimmen ab 1920 in schwedischen Schulen zur Pflicht. In diesem Jahr erstellte die schwedische Lebensrettungsgesellschaft dann auch einen klaren Plan zum Schwimmunterricht mit einer Abschlussprüfung an den Schulen und es entstand der erste Plan zur Lebensrettung, wobei der Vorstand der Gesellschaft auch die ersten Regeln aufstellte welches Material an Badestränden und in Schwimmhallen vorhanden sein musste. Innerhalb von nur zehn Jahren entstanden dann in nahezu allen größeren Gemeinden Schwedens Schwimmhallen, nicht zuletzt auch deswegen, weil die offenen Gewässer durch Abwasser immer mehr verunreinigt waren und kleinere Seen eher einer Kloake glichen als einem Badewasser.


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Copyright: Herbert Kårlin

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