Freitag, 1. November 2013

Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus

Torgny Segerstedt wurde am 1. November 1876 in Karlstad geboren und wurde als einer der streitbarsten Kritiker des deutschen Nationalsozialismus bekannt. Als Chefredakteur der Göteborgs Handels- och Sjöfarts-Tidning hatte er auch ein Sprachrohr mit dem er sich die Führungsschicht Schwedens bereits vor Kriegsausbruch zum Feinde machte, da sowohl Königshaus als auch die Regierung auf der Seite Hitlers standen, auch wenn beide nicht unbedingt in den Krieg eingreifen wollten.

Bis heute gehört Torgny Segerstedt, trotz seiner Weitsicht, die er hinsichtlich Hitlers Ideen zeigte, zu den umstrittensten Personen Schwedens, denn während man heute seinen Kampf gegen den Nazismus in der Vordergrund bringt, so gehörte Segerstedt, der Theologie studiert hatte, als Person zu einer konservativen Schicht mit einem übersteigerten Selbstgefühl. Der Religionswissenschaftler vertrug keine Kritik und ging eigenwillig seine Wege, was letztendlich auch zum Untergang der Göteborgs Handels- och Sjöfarts-Tidning führte. Sein engster Freund war der Finanzgigant Marcus Wallenberg, was auch seine rechte Einstellung zur Finanzpolitik Schwedens sehr deutlich zeigt.

Torgny Segerstedts Kritik gegen das deutsche Naziregime muss von schwedischer Warte aus betrachtet werden, denn der Theologe wollte in erster Linie die Unabhängigkeit und die Entwicklung Schwedens stützen, nicht gegen den Nationalsozialismus als solches vorgehen. Für Segerstadt war Hitler eine Gefahr für Schweden. Dass Segerstedt letztendlich in die Weltpolitik hineingezogen wurde, lag daran, dass die schwedische Regierung die Göteborgs Handels- och Sjöfarts-Tidning mehrmals beschlagnahmte und man Segerstedt jede Kritik gegen Deutschland untersagen wollte. In diesem Rahmen muss man auch sehen, dass sich Torgny Segerstedt gegen den deutschen Transitverkehr in Schweden aussprach, für die Pressefreiheit in Schweden kämpfte, aber die Ereignisse in ganz Europa mit einem weitaus größeren Abstand behandelte und der Theologe in den 20er Jahren Benito Mussolini sogar als einen der größten Staatsmänner bezeichnete. Torgny Segerstedt starb, nur kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, am 31. März 1945 in Göteborg.


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Copyright: Herbert Kårlin

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