Mittwoch, 20. November 2013

Das Schicksal des Dampfers S/S Brahe

Die S/S Brahe wurde 1857 von der Werft in Motala geliefert und transportierte die unterschiedlichsten Lasten auf dem Göta Kanal. Da um diese Zeit Kapitän und Steuermann Provisionen auf den Verkauf der von ihnen transportierten Waren bekamen, war es üblich den Dampfer regelmäßig zu überlasten und entgegen der Vorschriften zu beladen, da es als unpraktisch angesehen wurde zwei Drittel der Last unter Deck unterzubringen wenn diese bereits am nächsten oder übernächsten Hafen wieder entladen werden sollte.

Bereits bevor die S/S Brahe daher in der Nacht zum 20. November 1918 im Vättern versank, hatte sie sehr oft Probleme, konnte, ohne teilweise entladen zu werden, die Schleusen nicht passieren oder lief auch wegen dem Gewicht auf Grund. Bei Sturm war es auch nicht selten, dass die Passagiere ihre Füße im Wasser hatten. Wichtig war dem Kapitän jedoch die Last, nicht die Passagiere, die lediglich eine relativ billige Passagegebühr bezahlten. Die Legenden, die um den Dampfer kreisten, sind vielseitig und stellen die Fahrten und Transporte kaum in ein positives Licht.

Auch beim Ablegen am 19. November war die S/S Brahe überlastet, wobei man einige der Tonnen, die auf dem Deck standen, nicht einmal befestigte. Trotz der hohen Last, akzeptierte der Kapitän in Gränne noch zusätzlich noch sechs Tonnen Kartoffel und zwei Tonnen Birnen, die gerade noch Platz auf dem Schiff fanden. Die Sturmwarnung und die Warnung des Hafenmeisters, dass die Last schlecht befestigt war, interessierte den Kapitän nicht. Als in der Nacht ein Orkan losbrach, verschwand die S/S Brahe in den Fluten und nahm nicht nur die Last, sondern auch 24 Passagiere, darunter den Künstler John Bauer, mit in die Tiefe. Nach der Bergung im Jahre 1922 wurde die S/S Brahe mehrmals verkauft und erhielt auch neue Namen, aber der Ruf folgte dem Dampfer, so dass er nie mehr bedeutende Gewinne abwarf.


20. November 1872: Lars Johan Hierta, der Gründer des schwedischen Aftonbladets 
20. November 1949: Ulf Lundell, Musiker und Schriftsteller

Copyright: Herbert Kårlin

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