Dienstag, 8. Juli 2014

Johan Adam Tingstadius, ein Bischof als Orientalist

Johan Adam Tingstadius wurde am 8. Juli 1748 in Lunda im Södermanland geboren und galt bereits als Kind als Genie, wobei er natürlich als Sohn eines Priesters auch die beste Erziehung und Ausbildung seiner Zeit erhielt. Auf Grund seiner enormen Kenntnisse wurde Tingstadius bereits im Alter von zehn Jahren an der Universität Uppsala aufgenommen wo er dann 1763 eine seiner Arbeiten bereits in korrektem Hebräisch vorlegte. Weitere drei Jahre später ging der junge Wissenschaftler mit seinen Brüdern nach Greifswald, der im Grunde ältesten Universität Schwedens, und legte dort sein Magisterexamen ab.

Als Johan Adam Tingstadius nach seinem Examen in Greifswald nach Uppsala zurückkehrte, machte er eine, selbst für seine Zeit, sehr schnelle Karriere, denn schon 1786 wurde er an der Universität Uppsala zum Professor für orientalische Sprachen ernannt, fünf Jahre später war er der Rektor der Universität und 1803, im Alter von 55 Jahren, wurde Tingstadius zum Bischof in Strängnäs ernannt. Zum Teil verdankte Tingstadius seinen raschen Aufstieg allerdings auch Gustav III., den der Sprachforscher durch seine humanistische Idee gewinnen konnte nach der man auch in der westlichen Welt den Menschen als solches kennen muss, eine Meinung, die er dem asiatischen Buddhismus entnahm.

In gewisser Weise kann man Johan Adam Tingstadius heute als einen religiösen Revolutionär betrachten, denn er übersetzte das Alte Testament in einer poetischen und modernen Form, da er die damals übliche Bibel Karl XII. als veraltet betrachtete. Die Bibel, die Tingstadius „schrieb“, war erstmals keine wörtliche Übertragung mehr, sondern eine freie Gestaltung. Tingstadius war der Meinung, dass die ursprünglichen Autoren des religiösen Werkes heute ein modernes Werk vorlegen würden und er mit seiner Übersetzung nur die Gedanken der ursprünglichen Autoren in moderner Version vorlegte. Auf Grund des konservativen Gedankengutes der Staatskirche überlebte seine Bibel Tingstadius, der am 10. Dezember 1827 in Strängnäs starb, allerdings nicht.


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Copyright: Herbert Kårlin

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