Dienstag, 29. Juli 2014

Johan Gabriel Oxenstierna zwischen Politik und Literatur

Als Johan Gabriel Oxenstierna am 29. Juli 1818 in Stockholm starb, gehörte er, trotz seiner hohen Stellung am Hof, zu den vermutlich unbedeutendsten Politikern des Landes und seine literarischen Werke waren nur in sehr kleinem Kreis bekannt. Wäre Oxenstierna nicht von Gustav III. bei der Gründung der Svenska Akademien nicht als einer der Achtzehn ernannt worden, so wäre der Namen des Grafen heute vermutlich längst in Vergessenheit geraten. In den Tagebuchaufzeichnungen von Königin Charlotta (Hedvig Elisabet Charlotta av Holstein-Gottorp) kann man lesen, dass Oxenstierna eine anspruchslose Person ohne Charakter war, der sich im gesellschaftlichen Leben am Hof wohler fühlte als in der Politik.

Johan Gabriel Oxenstierne, der am 19. Juli 1750 auf Gut Skenäs im Södermanland geboren worden war, hatte von Privatlehrern eine ausgezeichnete Bildung erhalten und begann nach seinem Studium an der Universität Uppsala und dem Kanzleiexamen eine politische Laufbahn am Hof. Im Grunde verdankte Oxenstierena seinen Aufstieg jedoch der Tatsache, dass Gustav III. einige loyale Personen am Hof haben wollte, die sich nicht zu sehr um Politik kümmerten und ihn regieren ließen ohne zu viele Fragen zu stellen. Von Vorteil war jedoch sicher auch, dass Oxenstierna sich für Kunst und Kultur interessierte.

Gustav III. wusste vermutlich nicht, dass Johan Gabriel Oxenstierna ab seinem 16. Lebensjahr regelmäßig Tagebuch führte, aber er kannte mit Sicherheit die Poesie des Dichters, die sich deutlich von der Dichtkunst jener Zeit unterschied. Oxenstierna Poesie schildert den ländlichen Hochadel im Södermanland des 18. Jahrhunderts mit einem gewissen Humor und sich durch eine gewisse Naivität auszeichnen. Trotz seiner guten Bildung blieb die Sprache Oxenstiernas einfach und verständlich. Zwischen den Zeilen fühlt man, dass der Dichter eine Vorliebe für das Land hatte und die Stadt nur als notwendiges Übel sah.


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Copyright: Herbert Kårlin

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