Freitag, 1. August 2014

Erik Lönnroth revolutioniert das geschichtliche Denken

Erik Lönnroth wurde am 1. August 1910 in Göteborg geboren, machte in der westschwedischen Stadt auch seine Hochschulreife und studierte ab 1928 an der Universität Göteborg nordische Geschichte. Bereits 1934 wurde Lönnroth dann Dozent an der gleichen Universität und 1942 wurde er als Professor an die Universität Uppsala berufen. Neben seiner Tätigkeit als Professor, erst in Uppsala und ab 1953 in Göteborg, erhielt der Geschichtswissenschaftler mehrere Staatsaufträge und arbeitete in mehreren staatlichen Kommissionen mit.

Schon bei seiner Doktorarbeit über die Kalmarer Union zeigte sich, dass Erik Lönnroth sehr wenig von der früheren Geschichtsschreibung hielt und den Ereignissen neue Werte gab und dabei der kritischen Quellforschung eine bedeutende Rolle zusprach. Kaum eine der früheren Theorien über die geschichtlichen Ereignisse des schwedischen Mittelalters ließ Lönnroth unangetastet, was die junge Generation der Geschichtswissenschaftler auf seine Seite zog, ihm unter der etablierten Schicht jedoch sehr viele Feindschaften brachte. Lönnroth machte sich mit seinen Theorien zum Revolutionär der schwedischen Geschichtsschreibung und schuf damit die heutige Betrachtungsweise der nordischen Vergangenheit.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahm Erik Lönnroth, ähnlich wie Torgny Segerstedt, Stellung gegen den Nationalsozialismus, jedoch von nordischer Warte, denn wie schon Segerstedt, so berührte den Wissenschaftler weniger das Geschehen in Europa, sondern er sah lediglich den deutschen Überfall von Dänemark und Norwegen als Vergewaltigung des nordischen Reiches, einen Überfall auf Brüder. Auch wenn seine Schriften, die den Nationalsozialismus Deutschlands verurteilten, während der Kriegszeit eher als Gefährdung Schwedens betrachtet wurde, so erhielt Lönnroth nach Ende des Krieges bedeutende staatliche Aufträge übertragen, die teilweise weit über die Geschichtswissenschaft hinausgingen und über die gesamte Bildungspolitik Schwedens mit entschieden. Noch heute wird Lönnroth, der am 10. März 2002 in Göteborg starb, als der Gründer der modernen schwedischen Geschichtsschreibung betrachtet.


1. August 1557: Olaus Magnus schreibt im Exil schwedische Geschichte
1. August 1593: Die Universität Uppsala wird allgemeine Universität
1. August 1865: Prinz Eugen von Schweden und die Kunst
1. August 1929: Rückwanderer aus der Ukraine kommen in Trelleborg an

Copyright: Herbert Kårlin

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