Mittwoch, 20. August 2014

Johan Liljencrantz, der Wirtschaftsberater von Gustav III.

Johan Liljencrantz wurde am 20. August 1730 als Johan Westerman in Gävle geboren und erhielt seinen späteren Familiennamen erst 1768, als er in den Adelsstand Schwedens aufgenommen wurde. Als Sohn eines Prosten war Liljencrantz bereits ab der frühsten Kindheit eine angemessene Erziehung und Ausbildung garantiert, was ihm auch die Möglichkeit bot an der Universität Uppsala eine Kombination von Fächern zu studieren, die heute der Volkswirtschaft am nächsten kommen. Diese Ausbildung ermöglichte es Liljencrantz erst als Notar zu arbeiten und in den Jahren 1755 und 1756 Sekretär in der Handels- und Manufakturdeputation zu werden.

Nach einer Studienreise durch mehrere europäische Länder kam Johan Liljencrantz mit umfassenden Kenntnissen des internationalen Handels zurück und nach seiner Ernennung zum Handelsindententen sowie der Gründung eines Fonds für die Eisenindustrie kam Gustav III. an die Macht, der von den Fähigkeiten des mittlerweile adeligen Liljencrantz überzeugt war und ihm daher weitgehend die Handelsgeschäfte Schwedens anvertraute. In dieser Zeit führte der Ökonom dann auch seine wichtigsten Reformen durch.

Die erste Reform von Johan Liljencrantz bestand darin das damalige Währungssystem zu modernisieren. Dies geschah zum einen dadurch, dass Liljencrantz dem König Gustav III. vorschlug die unterschiedlichen Münzen und Währungen jener Epoche abzuschaffen und den Reichstaler einzuführen. Gleichzeitig sollte der König die sich im Umlauf befindlichen Geldscheine zum halben Preis aufkaufen. Der Erfolg war nicht nur die Schaffung eines einheitlichen Zahlungssystems, sondern auch, dass durch die Entwertung des Geldes der Staatshaushalt gesundete. Die zweite bedeutende Reform von Liljencrantz war das Verbot des weitverbreiteten Brennens von Alkohol zu Hause. Der Wirtschaftler schlug daher die Einrichtung von königlichen Brennereien vor in denen die Bürger und einigen Unternehmern, gegen eine Gebühr, ihren Alkohol brennen konnten, was erneut sehr viel Geld in die königlichen Kassen brachte. Als Liljencrantz jedoch am 22. Januar 1815 in Stockholm starb, waren die Staatskassen erneut leer da der König an unbegrenzte Ressourcen glaubte und das Wort Sparsamkeit nicht kannte.


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Copyright: Herbert Kårlin

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