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Mittwoch, 10. Juni 2015

Das Tragen politischer Uniformen wird verboten

Als das schwedische Parlament am 10. Juni 1933 ein Gesetz verabschiedete, das das Tragen jeder politischen Uniform verbot, sollte dieses Gesetz, das am 1. August des gleichen Jahres in Kraft trat, nur bis 1935 gelten, aber das veränderte Weltbild führte dann dazu, dass das Gesetz auf unbegrenzte Zeit ausgedehnt wurde. In der Tat blieb dieses Gesetz dann bis 2002 in Kraft und verbot nicht nur Uniformen, sondern auch das Tragen jedes deutlichen Kennzeichen, das die Zugehörigkeit zu einer politischen Gruppe darstellt. Schweden war damit eines der ersten Länder weltweit, die ein entsprechendes Gesetz verabschiedeten.

Bevor das Gesetz in Kraft trat, hatten die meisten politischen Gruppen Schwedens eine Kleidung, die die Zugehörigkeit zur Partei ausdrückte, was jedoch kaum Probleme verursachte, bis die nazistischen Gruppen Schwedens ihre Uniformen nach deutschem Vorbild wählten. Mit Auftauchen mehrere extrem rechter Gruppen vermehrten sich die Schlägereien und Gewalttätigkeiten auf den Straßen der schwedischen Städte, wobei die Konfrontation teilweise auch zu Verletzten führten. Die Regierung sah daher nur die Lösung das Tragen von politischen Uniformen und anderer politischer Kennzeichen zu verbieten, damit linke und rechte Gruppen nicht mehr auf Anhieb zu erkennen waren.

Nur kurz nachdem das Gesetz in Kraft getreten war, traf sich eine Gruppe der nazistischen Bewegung mit Birger Furugård und sämtliche Personen trugen bei diesem Treffen blau-gelbe Armbinden. Der anschließende Polizeieinsatz und die entsprechenden Geldstrafen führten in Schweden zu einer heißen Diskussion, denn gleichzeitig hatte die Polizei die Augen vor einer linken Demonstration geschlossen bei der alle Teilnehmer eine rote Armbinde trugen. Dies war dann auch der Grund, warum die nazistischen Gruppen Schwedens davon sprachen verfolgt zu werden und behaupteten, dass das Gesetz nur geschaffen wurde damit sie ihre Unterstützung der deutschen Politik jener Zeit nicht mehr öffentlich zeigen konnten.


10. Juni 1815: Emilie Risberg und der historische Roman Schwedens
10. Juni 1926: Die schwedische Schauspielerin Brita Borg
10. Juni 1982: Prinzessin Madeleine feiert ihren 30. Geburtstag
10. Juni 1982: Laleh Pourkarim, als Musikerin bekannt als Laleh
10. Juni 2005: Svinesundsbron, die Grenze zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 2. Mai 2015

Der schwedische Künstler Gunnar Hallström

Gunnar Hallström kam am 2. Mai 1875 in Stockholm zur Welt und studierte von 1893 bis 1897 an der dortigen Kunstakademie bevor er sich als Landschaftsmaler und Illustrator selbstständig machte, allerdings unterbrochen von einer einjährigen Studienreise nach Paris, die er durch ein Stipendium finanzieren konnte. Nur drei Jahre nach seiner Rückkehr aus Frankreich wurde Hallström als Kunstlerner und Vorstand an die Kunsthochschule Valand in Göteborg berufen. Nur zwei Jahre später gab der Künstler jedoch die beiden Ämter wieder auf um sich ganz seinen eigenen Werken widmen zu können.

Im Jahre 1912 zog Gunnar Hallström mit der Künstlerin Signe Hallström, geborene Löfgren, seiner Ehefrau, und den gemeinsamen Kindern auf die Insel Björkö im Mälaren, der Insel, auf der seine bekanntesten Landschaftsgemälde entstanden. Allerdings diente die Insel dem Künstler nicht nur der künstlerichen Inspiration, sondern er setzte ich auch aktiv dafür ein die historischen Teile Björkös zu erhalten. Dies mit großem Erfolg, denn Hallström konnte den Staat davon überzeugen gewisse Teile der Insel zu erwerben und damit den Bau von Ferienwohnungen an historisch wertvollen Stellen eindämmen.

Auf Björkö trat allerdings auch die konservative Einstellung Gunnar Hallströms immer mehr in den Vordergrund, denn nicht nur, dass er seine Signatur auf seinen Werken grundsätzlich in Form eines Hakenkreuzes anbrachte, er brach auch mit den künstlerischen Strömungen und der Welt der damaligen Künstler. Während sich die Malerei erneuerte, blieb Hallström permanent bei seinem nationalromantischen Stil. Es geht auch das Gerücht, dass Hermann Göring durch eine Signatur des Künstlers in einer von Hallström bemalten Jagdhütte die Idee bekam das Hakenkreuz als Parteisymbol der Nationalsozialisten anzuwenden. Im Jahr 1997 erschienen auch einige der Aufzeichnungen Hallströms, der am 6. Oktober 1943 starb, zu Björkö.


2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag 
2. Mai 1754: Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder
2. Mai 1797: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur 
2. Mai 1848: Harald Hjärne als Historiker und Politiker 
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens 
2. Mai 2007: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Mittwoch, 22. Januar 2014

Birger Furugård, der schwedische Politiker mit Hakenkreuz

Birger Furugård war am 8. Dezember 1887 unter dem Namen Birger Lundin im Värmland geboren worden und erklärte später, dass er dort bereits als Kind die Probleme der Bauern und Arbeitern aus nächster Nähe gesehen habe und diese auch verstand, was ihn später auf seine politische Bahn brachte. Inwieweit diese Aussagen zutreffen, kann niemand sagen, denn tatsächlich wuchs Furugård mit seinen beiden Brüdern in der Bürgerschicht auf, was dem damaligen Birger Lundin auch ermöglichte, mit entsprechender Bildung, sich im Herbst 1911 an der Universität Uppsala einzuschreiben.

In Uppsala kam Birger Furugård in Berührung mit dem sozialistischen Gedanken, wobei er sich jedoch vor allem für den nationalen Sozialismus und das nordische Denken, aufbauend auf die nordische Mythologie, interessierte. Sehr früh in den 20er Jahren hatte Furugård intensive Kenntnisse von der Bewegung Adolf Hitlers, der eine Nationalsozialistische Partei schaffen wollte, die sich sowohl gegen den Marxismus als auch den Kapitalismus stellen sollte. Ab 1922 pflegte Furugård dann enge Kontakte zu Anhängern der Rassentheorie und der deutschen nationalsozialistischen Bewegung und am 12. August 1924 veröffentlichten die drei Brüder Lundin einen Aufruf zur Gründung eines schwedischen nationalsozialistischen Freiheitsbundes.

Nach Gründung der Partei wechselte ihr Name mehrmals, bis man sich 1931 endgültig in Svenska Nationalsocialistiska Partiet umbenannte und dabei auch das Symbol des Hakenkreuzes benutzte. Nur ein Jahr später war die Partei so bekannt geworden, dass sich am 22. Januar 1932 rund 6000 Personen beim ersten Treffen der Partei einfanden, die Birger Furugård hören wollten. Einen gewissen Erfolg konnte die Partei bei den Reichstagswahlen im gleichen Jahr jedoch nicht erreichen, denn in der Hochburg Göteborg kam die Partei auf 5,7 Prozent, gefolgt vom Värmland mit lediglich 2,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Furugård setzte dann auf die Wahlen im Jahr 1936, aber da sich in diesem Jahr mehrere rechte Gruppen präsentierten, war diese Wahl ein Desaster, das dazu führte, dass sich Birger Furugard anschließend ganz aus der offiziellen Politik zurückzog.


22. Januar 1849: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
22. Januar 1891: Ivar Anderson zwischen Politik und Pressegeschehen
22. Januar 1912: August Strindberg erhält den Anti-Nobelpreis 
22. Januar 1922: Elsa Andersson, die erste Fallschirmspringerin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin