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Dienstag, 19. März 2019

Der schwedische Künstler Louis Masreliez

Louis Masreliez kam Anfang 1748 als Sohn des Bildhauers Jean Baptiste Masreliez in Paris zur Welt und kam im Alter von fünf Jahren mit seinem Vater nach Schweden, der damit beauftragt war das Stockholmer Schloss zu dekorieren. Im Alter von zehn Jahren schrieb sich der Junge bereits an der Zeichenschule des Schlosses ein. Da er sich jedoch mehr von der Malerei angezogen fühlte und dies Abteilung in der künftigen Kunstakademie noch nicht existierte, lernte er im Atelier von Lorens Gottman gleichzeitig die Malerei, und bei seinem Vater die Skulptur.

1769 erhielt Louis Masreliez dann ein staatliches Stipendium, das er für einen langen Studienaufenthalt in Frankreich und in Italien nutzte. Erst 1782 kehrte Masreliez dann zurück nach Schweden um dort unmittelbar Professor für Historienmalerei an der Kunstakademie zu werden, was erneut zu einem Umbruch in der schwedischen Kunstrichtung führte, da Masreliez zwar nach zu den späten Vertretern des gustavianischen Stils gehörte, jedoch aus Italien neue Ideen mitbrachte und damit die Groteske nach Schweden brachte, verbunden mit den ersten neoklassischen Elementen.

Auch wenn Louis Masreliez sich gerne als Historienmaler bezeichnete, so verwirklichte er sehr wenige Gemälde, sondern wurde gewissermaßen der Nachfolger von Johan Eric Rehn und zeigte seine Größe als Innenarchitekt. Für den türkischen Pavillon des Schlosses Haga komponierte Masreliez jedes Detail, angefangen von den Gardinen und der Wandbekleidung bis zu den Möbeln. Der Künstler arbeitete anschließend überwiegend an der Dekoration des Stockholmer Schlosses, was zwar vom Königshaus geschätzt wurde, jedoch Masreliez anschließend nahezu vergessen ließ, da er bei seinen Arbeiten freie Hand hatte und dadurch die unterschiedlichsten Stilrichtungen vermischte. Erst als der Neoklassizismus ab 1920 in Schweden Einzug nahm, wurde die tatsächliche Leistung von Louis Masreliez, der am 19. März 1810 in Stockholm starb, wieder erkannt, also über 100 Jahre nach seinem Tod.


19. März 1488: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
19. März 1692: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus
19. März 1793: Johan Eric Rehn, Architekt und Künstler des Hofes
19. März 1810: Louis Masreliez, schwedischer Künstler und Innenarchitekt
19. März 1863: Alfred Hellerström, der Baumeister Helsingborgs
19. März 1883: Der Katarinahissen in Stockholm
19. März 1896: Der streitbare Philosoph Fredrik Georg Afzelius
19. März 1910: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe
19. März 1911: Allan Hernelius macht die SvD zum politischen Organ
19. März 1914: Der Verein der freidenkenden Frauen Schwedens
19. März 1922: Der erste Vasalauf zwischen Sälen und Mora wird organisiert
19. März 1936: Die Schriftstellerin und Künstlerin Ottilia Adelborg 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. März 2019

Der Künstler und Zeichner Jonas Åkerström

Jonas Åkerström kam am 9. März 1759 unter dem Namen Johan Jonsson als Sohn eines Landwirts in Åkre im Hälsingland zur Welt. Sehr früh hatte er eine Neigung zur Malerei, denn statt in der Landwirtschaft zu helfen, dekorierte er bereits als Kind die Häuser der Nachbarn. Der Vater schickte ihn, um ihn von der Kunst abzubringen in die Grundschule nach Hudiksvall, wenn auch nicht mit dem erhofften Erfolg. Schließlich vermittelte ihm der Vater eine fünfjährige Lehre beim Malermeister Paul Michelsson Hallberg. Als Geselle reiste Åkerström dann nach Stockholm um bei Olof Åkerberg und anschließend bei Anders Holm zu arbeiten, wo er sich deutlich als Maler von Blumenmotiven auszeichnete.

Im Jahr 1783 schrieb sich Jonas Åkerström an der Kunstakademie ein, wo Künstler wie Carl Gustaf Pilo und Johan Tobias Sergel sehr schnell sein Talent entdeckten und ihn vor allem im Dekormalen ausbildeten, was dazu führte, dass er mehrmals von Louis Jean Despez für das Malen von Opernkulissen beschäftigt wurde. Allerdings war dies nicht gerade der Traum Åkerströms, der weder Dekor, noch eine vergängliche Kunst schaffen wollte, sondern davon träumte historische Szenen zu malen. Seine Abschlussarbeit an der Kunstakademie im Jahr 1787 war entsprechend auch das Thema Meleager, eine Szene der griechischen Geschichte. Åkerström gewann damit zwar den ersten Preis, aber die Akademie hatte um diese Zeit zu wenig Kapital um dem Künstler eine Studienreise zu finanzieren.

Um Jonas Åkerström dennoch den Weg zum Geschichtsmaler und einer Studienreise nach Italien zu ermöglichten, kontaktierte Carl Fredrik Adelcrantz und einige andere seiner Freunde eine Einsammlung bei den Kunztmäzenen der Stadt, so dass der Künstler 1788 tatsächlich nach Rom aufbrechen konnte. Seine Studien in Rom waren vielversprechend und die Gemälde, die Åkerström zur Kunstakademie schickte, führten dazu, dass er 1794 als Mitglied in die Akademie gewählt wurde. Allerdings sollten sich die Träume Åkerströms nicht mehr erfüllen, denn er starb bereits am 24. November 1795 an einer Lungenentzündung in Rom, gerade einmal 36 Jahre alt.


9. März 1699: Der schwedische Rechtsgelehrte Lars Fleming
9. März 1735: Der Wissenschaftler Torbern Bergman
9. März 1846: Freiherr Johan Nordenfalk, Justizstaatsminister
9. März 1865: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
9. März 1910: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
9. März 1938: Barbro Margareta Svensson, alias Lill-Babs
9. März 1945: Schweden befreit Gefangene in Deutschland
9. März 1957: Die schwedische Sozialdemokratin Mona Sahlin
9. März 1975: Die schwedische Sängerin Lisa Miskovsky

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 5. Februar 2019

Die Künstlerin Christine Sundberg

Christine Sundberg kam am 5. Februar 1837 als Tochter eines Fabrikbesitzers in Kalmar zur Welt und besuchte von 1858 bis 1861 die Malereischule von Elise Brandt. Im Jahr 1964 gehörte Sundberg dann, neben Amanda Sidwall, Kerstin Cardon und anderen Künstlerinnen, zu den ersten Frauen, die  an der weiblichen Abteilung der Kunstakademie zugelassen wurden. Nach Abschluss der dortigen Ausbildung ging Sundberg für zwei Jahre nach Düsseldorf und schließlich Paris, um an der Académie Colarossi ihre Fähigkeiten weiterhin zu verbessern.

Im Gegensatz zu anderen schwedischen Künstlern, die sich um diese Zeit von Paris angezogen fühlten, widmete sich Christine Sundberg nicht der Landschaftsmalerei, sondern blieb insbesondere der Porträtmalerei treu. Sundberg blieb auch nach ihrem Studium in Frankreich und nahm mehrmals an den Ausstellungen im Salon de Paris teil, was dazu führte, dass die Künstlerin in Frankreich bald bekannter war als in Schweden, auch wenn sie die Kontakte nach Schweden aufrecht hielt und auch dort immer wieder an Ausstellungen teilnahm. In Paris war Sundberg auch bald ein Zentrum für Künstlerinnen, da sie diese nicht nur bei der Kontaktsuche unterstützte, sondern teilweise auch finanziell. Wenn Sundberg in Paris wahr, so hatte sie zudem jeden Freitag ein offenes Haus für Künstler, was gerade für schwedische Künstler geradezu eine feste Einrichtung wurde.

Auf Grund einer plötzlichen Augenkrankheit war es Christine Sundberg bald nicht mehr möglich unbegrenzt an ihrer Staffelei zu stehen, auch wenn dies nicht das Ende ihres Schaffens war, denn Sundberg erlernte dann das Kopieren wertvoller Gemälde und die Konservierung von Gemälden. Über Jahre hinweg arbeitete Sundberg dann als Konservatorin für den Louvre, schuf jedoch auch weiterhin eigene Werke und stellte, unter anderem, einige ihrer Werke während der Weltausstellungen der Jahre 1878 und 1889 aus. Die Künstlerin starb am 20. Januar 1892 im Alter von 54 Jahren in Paris.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1841: Die schwedische Schriftsteller Per Adolf Granberg
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens
5. Februar 1928: Der Komiker und Schriftsteller Tage Danielsson
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
5. Februar 1950: Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti
5. Februar 2010: Die Linnéuniversität in Kalmar 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. Februar 2019

Der schwedische Künstler John Arsenius

John Arsenius kam am 4. Februar 1818 als Sohn eines Richters und Regierungspräsidenten in Klämmestorp zur Welt und studierte ab 1837 an der Universität Uppsala, um jedoch anschließend eine militärische Karriere zu beginnen und bis 1878 im Leibregiment zu dienen. Im Jahre 1849 entschied sich Arsenius dann jedoch, neben seiner militärischen Tätigkeit, zu einem Kunststudium an der Kunstakademie in Stockholm mit anschließenden Studienreisen nach Düsseldorf und Paris, wobei insbesondere ein Aufenthalt in Paris notwendig war um in Schweden als Künstler anerkannt zu werden.

Dass John Arsenius eine parallele Künstlerkarriere anstrebte, geht gewissermaßen bis zu seinen Jugendjahren zurück, als er als Amateurzeichner zahlreiche Karikaturen fertigte, während des Studiums einige seiner Kameraden porträtierte und sich an Pferdeportraits versuchte. Seit diesen Jahren führte Arsenius den inneren Kampf zwischen der Freiheit als Künstler und der Sicherheit im Militärdienst, der zwar mit Zwang verbunden war, auf der anderen Seite ihm jedoch sehr viel Freizeit ließ. Erst als der Künstler wirklich Erfolg mit seinen Gemälden hatte, entschied er sich ganz für die Kunst.

Als Künstler zeichnete sich John Arsenius insbesondere durch seine Pferdeszenen aus, auch wenn der Künstler im Laufe seines Lebens auch zahlreiche Portraits malte. Aber gerade bei Pferden konnte Arsenius seinen Beruf und die Kunst am besten verknüpfend, da er durch seine Anstellung in der Kavallerie ständig mit Pferden umging und damit auch jede freie Minute für seinen zweiten Beruf nutzen konnte. Arsenius gilt als einer der besten Pferdeporträtisten Schwedens, dem es gelang jede Charakteristik der Tiere einzufangen, egal, ob es sich um Kavalleriepferde oder Sportpferde handelte. John Arsenius starb am 30. Mai 1903 in Uppsala, wobei seine Gemälde in allen größeren Museen Schwedens zu finden sind.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
4. Februar 1871: Die schwedische Schauspielerin Gerda Lundequist
4. Februar 1897: Der Künstler und Graphiker Nils Wedel
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2005: Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. Januar 2019

Die Künstlerin Ida von Schulzenheim

Ida von Schulzenheim kam am 8. Januar 1859 in einer sehr wohlhabenden Familie in Skedvi zur Welt und schrieb sich im Alter von 17 Jahren an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, in Stockholm ein, jedoch nur um sich auf den Besuch der Kunstakademie ab dem Jahre 1878 vorzubereiten. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1884 sollte es jedoch weitere sieben Jahre dauern bis sie mit ihrem Schaffen anerkannt war und ein Stipendium erhielt, das der Künstlerin ermöglichte zwei Jahre lang auch in Paris zu studieren.

Ida von Schulzenheim, die bei Tryggve Hermelin auch die Kunst des Kupferstichs gelernt hatte, nahm ab 1885 an den meisten Ausstellungen der Kunstakademie teil und konnte sich, nach der Rückkehr aus Frankreich vor allem über Ausstellungen einen Namen machen. Um gegen die männliche Dominanz in der Kunst angehen zu können, gründete Schulzenheim 1910 auch den Verein „Schwedische Künstlerinnen“, der bereits ein Jahr später eine Ausstellung in der Kunstakademie organisieren konnte und 180 Beiträge von weiblichen Künstlern zeigte. Die Künstlerin war damit eine der wichtigsten Frauen im Kunstleben, die den Frauen die Tür zum Künstlerdasein öffnete.

Die Künstlerin Ida von Schulzenheim wollte Frauen auch zur Kunstkritik anregen, ein weiteres Reich der Männer. 1911 gründete sie daher die Zeitschrift „Kunst“ die ein Ansatz dazu war Frauen auch den Weg zur Kunstkritik zu öffnen. Nach dem Tod der Künstlerin am 24. April 1940 organisierte das Nationalmuseum in Stockholm eine Erinnerungsausstellung, die die gesamte Schaffensbreite der Künstlerin zeigte, insbesondere auch ihre Landschaftsmalereien, die um diese Zeit weitaus weniger bekannt waren als ihre Hundeportraits, da Schulzenheim während der letzten Jahre ihres Lebens als die beste Hundeporträtistin Europas galt und eine enorme Menge an Hundeportraits hinterließ.


8. Januar 1810: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
8. Januar 1864: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur 
8. Januar 1917: Folgen des Ersten Weltkriegs in Schweden
8. Januar 1934: Der Komponist und Musiker Georg Riedel
8. Januar 1937: Der schwedische Theologe Olle Meurling stirbt in Spanien
8. Januar 1940: Briefzensur in Schweden
8. Januar 1994: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
8. Januar 2005: Der Orkan Gudrun hinterlässt ein Chaos in Schweden
8. Januar 2007: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 7. April 2018

Der Künstler Johan Axel Gustaf Acke

Johan Axel Gustaf Acke kam am 7. April 1859 als Sohn des Intendanten des Reichsmuseums mit dem Familiennamen Andersson in Stockholm zur Welt und illustrierte bereits als Kind die Forschungsberichte des Vaters mit Blumenzeichnungen. Mit 14 Jahren schrieb sich Acke, der vor allem als J.A.G. Acke bekannt ist, an den Vorbereitungskursen der Kunstakademie ein, um die Kunstakademie dann bis 1882 zu besuchen. Nachdem er anschließend noch für einige Zeit die Malerschule von Edvard Perséus besucht hatte, machte er einige Studienreisen in die Niederlande, nach Belgien und nach Frankreich.

Im Jahr 1886 ging Johan Axel Gustaf Acke nach Åland um sich dort der finnisch-schwedischen Künstlerkolonie Önningebykolonin anzuschließen, einer Gruppe an Künstlern, die sich vor allem gegen die klassische Kunstlehre der Kunstakademie und der Düsseldorfer Schule wehrten und sich auf Åland insbesondere der Freilichtmalerei widmeten und dabei vom Impressionismus und dem Naturalismus beeinflusst waren. Acke, der in der Künstlerkolonie auch seine künftige Frau, Eva Topelius, kennenlernte, galt auch auf Åland als etwas „kurioser Vogel“, denn er war der einzige der Künstler, der dort selbst im Winter noch im Freien malte.

Die Arbeit des Künstlers Johan Axel Gustaf Acke, der am 5. September 1924 in Vaxholm starb, ist von mehreren Stilen geprägt, wobei er auch als Möbeldesigner, Restaurator und teilweise als Architekt tätig war. Die späteren Werke Ackes zeichnen sich insbesondere durch sein Gefühl für Licht aus, das er während seiner Aufenthalte in Brasilien entdeckte. Während Acke zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch mit dem Expressionismus und dem Symbolismus arbeitete, kehrte er die letzten 15 Jahre seines Schaffens ganz zum Impressionismus zurück, da er hier Licht und Farbe vereinen konnte. Acke starb mitten in einer Arbeit für das Nationalmuseum an einem Herzversagen.


7. April 1651: Der schwedische Feldherr Lennart Torstenson
7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1906: Die schwedische Rechtschreibreform von 1906 
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. März 2018

Die dänisch-schwedische Künstlerin Esther Gehlin

Esther Gehlin wurde am 24. März 1892 als Tochter eines Direktors als Esther Henriques in Kopenhagen geboren und wuchs daher auch in Dänemark auf. Gehlin hatte sich sehr früh für die Kunst entschieden und begann daher ab dem Alter von 16 Jahren eine entsprechende Ausbildung. Nach zwei Jahren an Technischen Schule in Kopenhagen wechselte Gehlin zur Königlichen Kunstakademie der dänischen Hauptstadt um, nach Abschluss des Studiums im Jahre 1915 einige Studienreisen zu unternehmen und sich mit den unterschiedlichen Kunstrichtungen und Kunstströmungen vertraut zu machen.

Bereits 1915 hatte Esther Henriques in Kopenhagen den schwedischen Künstler Hugo Gehlin kennengelernt, den sie am 1. Juni 1917 heiratete. Nach Ende des Ersten Weltkriegs machte das Ehepaar eine mehrjährige Studienreise nach Italien, insbesondere nach Ravenna und Assisi, was bereits 1921 zu einer ersten gemeinsamen Ausstellung in der Kunsthalle in Stockholm führte. Im Jahr 1922 zog das Paar dann nach Helsingborg, wo Esther Gehlin bis zu ihrem Tod am 23. Oktober 1949 ihr Studio hatte und ihre zahlreichen Ausstellungen vorbereitete, auch wenn die künstlerische Aktivität bis 1940 immer wieder die Unterstützung der Eltern Gehlins benötigte.

Während der ersten Jahre als Künstlerin malte Esther Gehlin insbesondere Landschaften und Stillleben, die sehr eng mit den dänischen Traditionen verknüpft waren, verewigte dann jedoch auch Landschaften der südschwedischen Küste. In den 40er Jahren ging Gehlin überwiegend zur Textilkunst über, wobei zahlreiche ihrer Werke dieser Epoche mit der Bibel verknüpft werden können. Das Ehepaar Gehlin war auch ein Stützpfeiler der Künstler aus der Umgebung Helsingborgs, denn ihre Villa in der Stadt wurde in kürzester Zeit ein Treffpunkt des gesamten kulturellen Lebens Helsingborgs.


24. März 1381: Katarina von Vadstena und der Namenstag Karins
24. März 1801: Der Erfinder Immanuel Nobel der Jüngere
24. März 1817: Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte
24. März 1836: Die Opernsängerin Eufrosyne Abrahamson
24. März 1938: Die schwedische Künstlerin Ulrica Vallien
24. März 1948: Sigrid Hjertén, Malen bis zur Psychose
24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden
24. März 1979: Die regionale schwedische Skånepartiet (Schonenpartei)
24. März 2005: Mare Kandre und der moderne Frauenroman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 9. Februar 2018

Der schwedische Architekt Carl Hårleman

Als der schwedische Architekt Carl Hårleman am 9. Februar 1753 in Stockholm starb, ging er als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Architekten seiner Zeit in die schwedische Geschichte ein, da er das architektonische Bild Schwedens änderte. Dies lag nicht nur daran, dass er, nach dem Tod von Nicodemus Tessin dem Jüngeren, das Schloss in Stockholm fertigstellte, sondern auch, weil er damit den Rokokostil nach Schweden brachte, und für den Schlossbau sogar Handwerker aus Frankreich holte, und er gründete eine königliche Zeichenschule, die Kunstakademie.

Carl Hårleman war als Sohn des Architekten Johan Hårleman in Stockholm zur Welt gekommen und erhielt seine Ausbildung von Nicodemus Tessin dem Jüngerem, einem Mitarbeiter seines Vaters, der allerdings sehr früh gestorben war. Bedeutend für Hårleman waren drei Reisen nach Paris, die erste um an der Akademie für Architektur studieren, und die späteren Reisen um die Rokoko-Bauweise zu entdecken, eine damals völlig neue Bauweise, die in Schweden um diese Zeit noch völlig unbekannt war. Dies war auch der Grund, warum er die Arbeiter für den weiteren Schlossbau aus Frankreich holen musste.

Da Carl Hårleman die Kunstakademie gegründet hatte, war es selbstverständlich, dass er auch ihr erster Direktor wurde und die entsprechenden Lehrer wählte, die den Schülern die damals zukunftsweisende architektonischen Techniken und Stilrichtungen beibringen mussten. Als Hårleman im Jahr 1741 auch königlicher Oberintendant wurde, hatte er die Aufsicht über die gesamte Bautätigkeit Schwedens, wobei dies auch bedeutete, dass Hårleman in den Adelsstand erhoben wurde und 174 in die Wissenschaftsakademie gewählt wurde. Neben Schlössern und anderen bedeutenden Bauten, zeichnete Hårleman auch den Botanischen Garten in Uppsala, der heute als schwedisches Kulturminne gilt.


9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1853: Die Stiftung Arbetarbostadsfonden
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens
9. Februar 1974: Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg
9. Februar 1996: Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. Februar 2018

Der schwedische Künstler Nils Blommér

Als Nils Blommér am 1. Februar 1853 im Alter von nur 36 Jahren in Rom starb, ging er als einer der neuromantischen Maler Schwedens in die Kunstgeschichte ein, da er zu den wenigen Künstlern jener Zeit gehörte, die bedeutend von der nordischen Sagenwelt beeinflusst waren und er auch den Pflanzen eine eigene Seele zusprach. Bei seinen Motiven, die sehr häufig in der Sagenwelt zu suchen sind, war Blommér stark von Moritz von Schwind beeinflusst, dessen Kunst er bei einem zweimonatigen Aufenthalt in Deutschland kennengelernt hatte.

Nils Blommér war am 12. Juni 1816 als Nils Olsson und Sohn eines Lehrers in Blommeröd zur Welt gekommen, besuchte ab 1839, nach einer handwerklichen Malerlehre, die Kunstakademie in Stockholm und erhielt 1847 ein bedeutendes Stipendium, das ihm ermöglichte seine Ausbildung in Paris fortzusetzen. In Paris begann der Künstlers sich geradezu in die Sagenwelt einzuleben und er malte einige seiner bekanntesten Gemälde dieser mystischen Welt, die allerdings alle in Privatbesitz sind. Blommér schickte einige der Gemälde auch an die Kunstakademie, wo sie jedoch nicht sehr positiv aufgenommen wurden, denn für die Kunstelite Schwedens war es unverständlich, dass sich ein so begabter Künstler mit so trivialen Themen beschäftigte.

Nach einem längeren Studienaufenthalt in Paris ging Nils Blommér nach Italien um sich letztendlich in Rom niederzulassen. Auf Grund der Kritik von Seiten der Kunstakademie suchte der Künstler nun einen Kompromiss zwischen seinem Wunsch eine nationale, schwedische Kunst zu schaffen und sich dennoch den Strömungen der Zeit anzupassen. Natürlich wählte Blommér seine Motive weiterhin aus der nordischen Mythologie und Sagenwelt, aber er verzichtete weitgehend auf den verträumten Ausdruck seiner vorherigen Gemälde, die vollkommen ins Märchenland abdrifteten. Leider erkrankte Blommér Ende 1852 an einer Lungenentzündung und starb wenige Monate später, nur drei Monate nachdem er in Rom die finnische Künstlerin Edla Gustava Jansson geheiratet hatte.


1. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
1. Februar 1537: König Johan III., der Bauherr Schwedens
1. Februar 1743: Generalgouverneur Johan Christopher Toll
1. Februar 1801: Der schwedische Komponist Adolf Fredrik Lindblad
1. Februar 1803: Anders Chydenius, Nationalökonom mit neuen Ideen
1. Februar 1871: Der schwedische Geschichtswissenschaftler Holger Rosman 
1. Februar 1895: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
1. Februar 1947: Clark Oderth Olofsson und ein halbes Leben im Gefängnis 
1. Februar 1950: Harry Blomberg und die religiöse Literatur des 20. Jahrhunderts 
1. Februar 1986: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 15. Januar 2018

Der schwedische Künstler Alfred Bergström

Alfred Bergström kam am 15. Januar 1869 als Sohn eines Graveurs in Stockholm zur Welt und begann seinem Vater im Alter von 13 Jahren zu helfen. Der Schritt zur Kunstakademie im Jahre 1887 war daher eine logische Folge, auch wenn sich Bergström dort nicht nur für Gravur interessierte, sondern insbesondere für die Malerei. Im Abschlussjahr an der Kunstakademie wurde Bergström die königliche Medaille für seine Leistungen verliehen. Im Jahr 1884 reiste der Künstler für ein Jahr nach Frankreich, was teilweise eine Studienreise war, zum anderen aber dem Künstler dazu diente zahlreiche französische Landschaften zu malen.

Mit seiner Landschaftsmalerei hatte Alfred Bergström dann auch den größten Erfolg, denn bereits 1898 wurde er Lehrer in diesem Bereich an der Kunstakademie, zwei Jahre später wurde er Mitglied der Akademie und ab 1910 war der Künstler dort dann ordentlicher Professor mit dem Schwerpunkt der Landschaftsmalerei. Von 1911 bis 1913 war Bergström auch der Vorsitzende des Vereins schwedischer Künstler. Insbesondere die Winterlandschaften Stockholms gelten in diesen Jahren als die bedeutendsten Arbeiten Bergströms und deuten einen etwas zaghaften Übergang zum Impressionismus in seiner Kunst an.

Die Bedeutung des Künstlers Alfred Bergström, der am 15. November 1930 im Alter von 61 Jahren in Tullinge starb, kann man auch erahnen, wenn man bedenkt, dass er zu Beginn des 20. Jahrhundert einer der fünf Sachkundigen war, die neue Statuten für das Nationalmuseum ausarbeiteten, was dazu führte, dass das prestigiöse Museum, das auch Werke Bergströms in seinen Sammlungen hat, mit dem 1. April 1913 eine moderne Organisation erhielt und mit der konservativen Tradition des Museums brach. Unter den öffentlichen Werken des Künstlers ist insbesondere die Wandmalerei im Marmorfoyer des Dramaten zu nennen, das er, gemeinsam mit Carl Larsson, Gottfrid Kallstenius und Gustaf Cederström verwirklichte.


15. Januar 1860: Der schwedische Künstler Oscar Björk
15. Januar 1866: Nathan Söderblom,Träger des Friedensnobelpreises
15. Januar 1886: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre

15. Januar 1909: Die schwedische Künstlerin Eva Bonnier 
15. Januar 1912: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
15. Januar 1986: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
15. Januar 1987: Der mysteriöse Tode von Carl Algernon
15. Januar 1989: Der Tag der Tulpen in Schweden
15. Januar 2005: Sven Christer Swahn, von der Lyrik bis Science Fiction

15. Januar 2006: Die schwedische Piratenpartei (Piratpartiet)

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 11. Januar 2018

Die schwedische Künstlerin und Illustratorin Gerda Tirén

Gerda Tirén kam am 11. Januar 1858 als Gerda Rydberg in Stockholm zur Welt. Die Eltern unterstützten die künstlerischen Ambitionen der Tochter und ermöglichten ihr von 1875 bis 1882 ein Studium an der Tekniska Skolan und anschließend an der Kunstakademie, wo die künftige Künstlerin auch die Gravur studierte. Nach Abschluss des Studiums machte Tirén mehrere Studienreisen nach Frankreich, verbrachte einige Zeit in der Künstlerkolonie in Grez und malte insbesondere Landschaften, Portraits und Kinderbilder.

Gerda Tirén zeigte sich als sehr vielseitige Künstlerin, wurde jedoch vor allem wegen ihrer Illustrationen bekannt, insbesondere ihrer 116 Illustrationen des Buches Robinson Crusoe, das dank dieser Bebilderung einen enormen Erfolg hatte. Tirén illustrierte während ihres Künstlerlebens zahlreiche Bücher und Erzählungen, unter anderem auch Weihnachtsgeschichten, die in Schweden um diese Zeit eine sehr bedeutende Rolle einnahmen. Ähnlich Jenny Nyström zeichnete Tirén zudem zahlreiche Weihnachtskarten und Osterkarten, die heute als Sammelobjekte einen bedeutenden Wert erreichen.

Ab 1883 hatte die Künstlerin Gerda Tirén zahlreiche Ausstellungen, unter anderem im Salon de Paris und Liljevalch, was eine enorme Leistung ist, wenn man bedenkt, dass Tirén sich bereits 1884 in Paris mit dem Künstler Johan Tirén verlobte und während ihrer Schaffensphase auch vier gemeinsame Kinder erzog. Gerda Tirén starb am 9. Oktober 1928 im Alter von 60 Jahren in Penningby. Die Kunsthalle Lilevalch präsentierte dann 1935 eine größere Ausstellung zur Erinnerung der Künstlerin. Zwei ihrer Werke kann man heute auch im Nationalmuseum in Stockholm finden.


11. Januar 1436: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse 
11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus
11. Januar 1857: Die schwedische Künstlerin Fanny Låstbom
11. Januar 1860: Der schwedische Architekt Aron Johansson
11. Januar 1877: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens 
11. Januar 1905: Das Reichstagsgebäude in Stockholm wird eingeweiht
11. Januar 1934: Der schwedische Schauspieler Sven Wollter
11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen 
11. Januar 1985: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 10. Januar 2018

Der schwedische Künstler Oscar Berg

Oscar Berg kam am 10. Januar 1839 als Sohn eines Händlers in Stockholm zur Welt und begann sich sehr früh für die Ornamentschnitzerei zu interessieren, was letztendlich dazu führte, dass sich Berg 1858 an der Kunstakademie in Stockholm einschrieb um dort Skulptur zu studieren und dabei das Glück hatte Carl Gustaf Qvarnström als Lehrer zu bekommen. Noch bevor er sein Studium im Jahre 1869 abschloss und für seine Leistungen die königliche Medaille erhielt, hatte der Künstler einige öffentliche Werke fertiggestellt, wobei seine Themen um diese Zeit vor allem mit der nordischen Mythologie in Verbindung standen.

Zwischen 1873 und 1878 hielt sich Oscar Berg dann in Rom auf um sich intensiv mit der klassischen Skulptur zu beschäftigen. Diese Jahre waren für den Künstler von größter Bedeutung, denn er übernahm ab dieser Zeit die italienische Formsprache der Skulptur, die ihm später durch eine vereinfachte Komposition und realistische Darstellungen zu seinem persönlichen Stil verhalf. Als Berg 1878 nach Stockholm zurückkehrte, erhielt er den monumentalen Auftrag der dekorativen Ausschmückung der Universität Uppsala, die ihm allerdings auch eine Gesichtsneuralgie brachte.

Nach Abschluss der Arbeiten ging Oscar Berg für einige Jahre nach London um dort als Skulpteur zu arbeiten. Allerdings kehrte der Künstler 1888 zurück nach Stockholm um an den Relieffriesen der Kunstakademie zu arbeiten und eine größere Ausstellung vorzubereiten.  Um diese Zeit war jedoch die bedeutendste Schaffensphase des Künstlers bereits zu Ende, seine Neuralgie machte ihm immer mehr zu schaffen, und als seine Frau 1906 starb, war die Schaffensphase Bergs zu Ende. Oscar Berg starb am 18. Dezember 1914 im Alter von 75 Jahren in Råsunda.


10. Januar 1765: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
10. Januar 1778: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
10. Januar 1790: Anders Abraham Grafström, der religiöse Skalde
10. Januar 1800: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
10. Januar 1892: Der schwedische Skulpteur Carl Johan Dyfverman 
10. Januar 1904: Erste schwedische Antarktisexpedition
10. Januar 1916: Der schwedische Biochemiker Sune Bergström
10. Januar 1925: Der schwedische Schriftsteller Julius Regis 
10. Januar 2010: Ein Selbstmord nach dem Helénmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. Januar 2018

Der Künstler und Zeichner David Wallin

David Wallin wurde am 7. Januar 1876 in Östra Husby als Sohn eines Schreiners geboren, in einer extrem religiösen Familie, die ihn im Traum Künstlers zu werden kaum unterstützte. Daher ging Wallin 1893 nach Norrköping und begann dort eine Malerlehre, besuchte jedoch gleichzeitig die dortige Tekniska Skola um sich in Abendkursen zum Künstler auszubilden. Drei Jahre später zog Wallin nach Stockholm um um im Atelier von Carl Grabow zu arbeiten und erneut Abendkurse an der Tekniska Skola, dem heutigen Konstfack, zu nehmen. Von 1898 bis 1903 besuchte der angehende Künstler dann noch die Kunstakademie der schwedischen Hauptstadt.

Noch vor seinem Abschluss an der Kunstakademie erhielt David Wallin einige bedeutende Kunstpreise, und nachdem er 1905 die Künstlerin Elin Wallin geheiratet hatte unternahm der Künstler mit seiner Frau eine Studien-Hochzeitsreise nach Paris und London, wobei er ein Jahr später auch erstmals eines seiner Gemälde im Pariser Salon ausstellte und damit die Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte. Auch die Zeit zwischen 1908 und 1910 verbrachte Wallin überwiegend auf Reisen, insbesondere in Rom, Florenz und der skandinavischen Künstlerkolonie Volterra in der Toskana. In dieser Zeit malte Wallin zahlreiche Portraits seiner Ehefrau und seiner Kinder.

Einige der bedeutendsten Werke des Künstlers David Wallin, der am 27. Juni 1957 in Stockholm starb, entstanden zu Beginn der 30er Jahren, was nicht zuletzt auch damit zusammenhing, dass er sich bei einem Kunstwettbewerb zu den Olympischen Spielen in Los Angeles im Jahre 1932 mit fünf Gemälden in verschiedenen Kategorien beteiligte und anschließend mehrere Ausstellungen in den USA hatte. In diesen Jahren schloss sich Wallin jedoch auch rechtsextremen Kreisen an, die auch in Zukunft sein Weltbild veränderten, jedoch auch seine Karriere bremsten, da er nach 1936 nur noch vereinzelt Ausstellungen hatte. Werke Wallins findet man heute in allen größeren Kunstmuseen Schwedens.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden 
7. Januar 1770: Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker
7. Januar 1842: Der schwedische Komponist Johan Lindegren
7. Januar 1876: Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1940: Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation
7. Januar 1945: Salz wird in Schweden als Mangelware rationalisiert
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

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Dienstag, 4. April 2017

Joseph Magnus Stäck, Künstler und Kunstprofessor

Joseph Magnus Stäck kam am 4. April 1812 als Sohn eines Händlers und Perückenmachers in Lund zur Welt und schrieb sich nach der Hochschulreofe an der Latinskola an der Universität Lund ein um Arzt zu werden. Sehr bald ging Stäck dann jedoch zur Theologie über und legte anschließend sowohl das Philosophieexamen als auch jenes in Theologie ab. Mit den beiden Diplomen in der Tasche gewann dann jedoch plötzlich sein Hobby die Oberhand und Stäck schrieb sich 1832 an der Kunstakademie in Stockholm ein, wo er 1840 als Nachwuchskünstler ausgezeichnet wurde und zwölf Jahre später eine Professur erhielt.

1842 erhielt Joseph Magnus Stäck eine Reisestipendium, das es ihm ermöglichte innerhalb von fünf Jahren sein Kunststudium in München, Venedig, Rom und schließlich auch in Paris zu vervollständigen. Sämtliche Gemälde, die er in diesen Ländern malte, schickte er nach Schweden um sie an Mäzene, private Sammler und den Kunstverein Stockholms zu verkaufen. Vom frühen Erfolg des Künstlers zeugen auch seine Ausstellungen, denn bei der Ausstellung der Akademie im Jahre 1840 waren neun seiner zwölf Gemälde vor der Eröffnung der Ausstellung verkauft und drei Jahre später konnte bei der Eröffnung der Ausstellung keines seiner 13 Ausstellungsstücke mehr erworben werden, da sämtliche Gemälde bereits verkauft waren.

Noch 1848, als Joseph Magnus Stäck nach Stockholm zurückkehrte, wurde er zum Hofmaler ernannt und vier Jahre später erhielt er den Titel eines Professors. Auch wenn Stäck selbst, der am 21. Februar 1868 in Stockholm starb, seine Gemälde nicht als hohe Kunst betrachtete und heutige Kunstkritiker keine Entwicklung in seinen Bildern finden, sondern mehr eine gleichbleibende hohe Technik, war Stäck Mitte des 19. Jahrhunderts einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler Schwedens. Nur wenige Jahre vor seinem Tod verbrachte Stäck noch eine längere Zeit in einer schwedischen Künstlerkolonie in Düsseldorf, in der Hoffnung wieder inspiriert zu werden, aber es entstanden nur noch sehr wenige Bilder, die in keinem Punkt als herausragend bezeichnet werden können.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar
4. April 1764: Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
4. April 1895: Der Operakällaren in Stockholm
4. April 1904: Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt
4. April 1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

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Samstag, 25. März 2017

Die schwedische Künstlerin Wilhelmina Lagerholm

Wilhelmina Lagerholm wurde am 25. März 1826 als Tochter eines Landvermessers in Örebro geboren und hatte sehr früh eine Neigung zur Kunst. Auch wenn eine Frau um diese Zeit kaum Rechte hatte und in keiner Kunsthochschule aufgenommen wurde, halfen ihr die Eltern zu einer grundlegenden, wenn auch mehr privaten, Kunstausbildung von Ferdinand Fagerlin in Stockholm. Der Künstler verhalf Lagerholm auch zu einem Reisestipendium, das es ihr ermöglichte erst zwei Jahre lang Kunst in Paris zu studieren und anschließend ihr Studium noch in Düsseldorf fortzusetzen, erneut bei Fagerlin.

Wilhelmina Lagerholm schätzte die Selbständigkeit in Frankreich und Deutschland, war jedoch nach wenigen Jahren gezwungen nach Örebro zurückzukehren, da sie als einzige unverheiratete Tochter die Eltern pflegen musste. Während der ersten Jahre malte Lagerholm insbesondere Porträts der Bürgerschicht, ging jedoch mehr und mehr zur Malerei des Alltagslebens des 17. Jahrhunderts über. Noch mehr begann die Künstlerin dann jedoch die Fotografie zu interessieren und 1862, nur sechs Jahre nachdem Frauen in Schweden auch als mündig erklärt werden konnten, richtete sie das erste Fotoatelier in Örebro ein, das sie bis 1871 mit großem Erfolg betrieb.

Im Jahre 1871 entschied sich Wilhelmina Lagerholm nach Stockholm zu ziehen, gab dabei auch die Fotografie wieder auf und entwickelte sich zu einer der angesehensten Porträtmalerinnen der schwedischen Hauptstadt. Im gleichen Jahr wurde sie auch als Nachwuchskünstlerin von der Kunstakademie agreiert, was in jener Zeit für Frauen eine der wichtigsten Anerkennungen als Künstler war, da dies als Vorstufe für eine Mitgliedschaft bildete. Gemälde von Lagerholm, die am 19. Juni 1919 in Stockholm starb, findet man sowohl im Nationalmuseum in Stockholm als auch im Kunstmuseum in Göteborg.


25. März: Der Waffeltag in Schweden
25. März 1751: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden
25. März 1975: Die schwedische Sängerin Sofia Karlsson
25. März 2008: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
25. März 2012: Der schwedische Spion Bertil Ströberg 

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Mittwoch, 8. Februar 2017

Der Künstler und Mineraloge Gregori Aminoff

Gregori Aminoff kam am 8. Februar 1883 als Sohn eines Generalmajors in Stockholm zur Welt und studierte an der Universität Uppsala insbesondere Mineralogie, ein Fach, für das er sich bereits als Jugendlicher interessiert hatte. Seine Kenntnisse waren bald so umfassend dass er vom Polarforscher Adolf Erik Nordenskiöld freien Zugang zur Mineraliensammlung des Naturhistorischen Reichsmuseums erhielt. Nach seiner Kandidatur in Philosophie entschied sich Amonoff dann jedoch plötzlich Künstler zu werden, lernte malen und schloss sich der Künstlergruppe De Unga an.

In der Kunst zeigte sich Gregori Aminoff ebenso erfolgreich wie der Mineralogie, wobei er eine Zeit lang selbst von Henri Matisse unterrichtet wurde und in Paris, London und Italien unterwegs war. Ab 1909 stellte Aminoff seine Werke nicht nur bei De Unga aus, sondern auch im Herbstsalon in Paris, den Ausstellungen der Kunstakademie und in jenen des Künstlerverbands. Im Jahr 1912 hatte Aminoff dann seine erste eigene Ausstellung in Stockholm bei der er eine sehr große Palette seines Schaffens präsentierte. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendete Aminoff plötzlich seine Karriere als Künstler und setzte seine unterbrochenen Studien in Mineralogie und Kristallographie fort.

Vier Jahr später erwarb Gregori Aminoff den Doktorgrad und führte gleichzeitig die Röntgenkristallographie in Schweden ein. 1923 wurde der Wissenschaftler Professor in Mineralogie am Naturhistorischen Reichsmuseum. Das zentrale Forschungsgebiet Aminoffs wurde nun die Symmetrie beweglicher Kristalle, was wiederum dazu führte dass Aminoff auch die Elektronendiffraktion in Schweden einführte. Im Laufe der Jahre hatte der Wissenschaftler auch zahlreiche in Schweden vorkommende Mineralien beschrieben und dabei einige neue entdeckt. Eines dieser Mineralien erhielt zu seinen Ehren auch den Namen Aminoffit.


8. Februar 1782: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala
8. Februar 1878: Elias Magnus Fries, der erste schwedische Fachmann für Pilze
8. Februar 1903: Der schwedische Nationalsozialist Sven Olov Lindholm
8. Februar 1911: Gustaf Fröding, der Dichter mit der geistigen Verwirrung
8. Februar 1914: Die Sozialdemokraten antworten auf die Provokation des Königs
8. Februar 1952: Das Folkets hus (Haus des Volkes) in Göteborg
8. Februar 1966: Carl-Henning William Crafoord bringt den Hiphop nach Schweden
8. Februar 1969: Pippi Langstrumpf wird in Schweden zum Fernseherfolg

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Dienstag, 31. Januar 2017

Der Künstler und Spielmann Pehr Hörberg

Pehr Hörberg kam am 31. Januar 1746 als Sohn eines Soldaten in Virestad im Småland zur Welt und hatte daher nur eine grundlegende Bildung. Schon als Kind hatte Hörberg den Traum zu malen und begann daher mit den einfachsten Mitteln einfache Bilder zu malen und Figuren in Holz zu schnitzen. Seine besten Arbeiten zeigte der Jugendliche Jacob Danielsson, einem Maler von ländlichen Wandbehängen. Dieser war von der Leistung Hörbergs so beeindruckt, dass er ihm riet seine Arbeiten einem Künstler in Växjö zu zeigen und sich dort ausbilden zu lassen.

In Växjö fand Pehr Hörberg zwar keinen Künstler, der ihn im Malen ausbilden konnte, aber er begann eine Ausbildung zum handwerklichen Maler. Als Hörberg 1767 als Geselle nach Göteborg kam und über diesen Weg die Genehmigung hielt sich in Växjö als Handwerksmaler niederzulassen, wandte sich Hörberg immer mehr der Kunst zu, was sich anfangs dadurch ausdrückte dass er Tapeten für reichere Bauern malte, Möbel schnitzte und diese auch im Stil jener Zeit bemalte, wobei viele seiner Motive dem Småland entnommen waren. Hörberg war in dieser Zeit auch als Spielmann unterwegs, was ihm zahlreiche Kontakte verschaffte und ihm einen tiefen Einblick in das Leben auf dem Lande brachte.

Da Pehr Hörberg als Lehrling auch die Ausbildung als Kirchenmaler erhalten hatte, was um jene Zeit als Handwerk betrachtet wurde, ist auch nicht verwunderlich dass der Künstler im Laufe seines Lebens 87 Altartafeln schuf, wobei man die meisten davon im Östergötland finden kann. Als Hörberg 1783 für einige Monate nach Stockholm ging, hatte er das Glück an der Kunstakademie als Schüler aufgenommen zu werden und endlich eine grundlegende Kunstausbildung zu erhalten. Als Hörberg, der am 24. Januar 1816 in Falla im Östergötland starb, zurück nach Växjö kam, blieb er seinen ländlichen Motiven und der Kirchenmalerei treu, aber man sieht bei diesen neueren Werken deutlich den Fortschritt, denn die Züge eines Amateurs werden in seinen Arbeiten zu jenen eines Künstlers.


31. Januar 1208: Die Schlacht bei Lena (Slaget vid Lena)
31. Januar 1802: Nils Ericson und die schwedische Eisenbahn
31. Januar 1838: Der schwedische Dekormaler Fritz Ahlgrensson
31. Januar 1902: Alva Myrdal, ein Leben für die Schulreform und den Frieden
31. Januar 1942: Die legendäre Marathonläuferin Evy Palm
31. Januar 1972: Fritiof Nilsson Piraten und die überspitzte Selbstdarstellung
31. Januar 1976: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens 

31. Januar 1982: Tomas Gustafson und der Weltrekord im Eisschnelllauf

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