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Freitag, 31. Juli 2015

Der Philosoph und Pädagoge Frans von Schéele

Frans von Schéele kam am 31. Juli 1853 als Sohn eines Bergwerkbesitzers in Färnebo im Värmland zur Welt, was in jener Zeit auch bedeutete, dass von Schéele eine sehr gute Erziehung erhielt und sich 1873 an der Universität Uppsala einschreiben konnte. Dort studierte von Schéele Philiosophie, ein Studium, das er zwölf Jahre später mit einem Doktorat abschloss. Noch im gleichen Jahr wurde dem Philosoph eine Stelle als Dozent in Ästhetik angetragen, die er jedoch nur zwei Jahre später gegen eine Dozentur in praktischer Philosophie austauschte. 1888 wurde von Schéele dann Professor in theoretischer Philosophie in Uppsala.

Auch wenn Frans von Schéele mit der Ernennung zum Professor nun seinen wissenschaftlichen Aufstieg als gesichert ansah, so standen diesem zwei wichtige Punkte im Weg, denn Schéele zeigte wenig Eifer an einer literarischen Tätigkeit und er war ein Erneuerer seines Bereichs, da er die an der in Uppsala dominierenden Philosophie von Christopher Jacob Boströms weiterentwickelt hatte und sich teilweise auch davon abwandte. Von Schéele hat daher zahlreiche Feinde in der Philosophie und alle seine Bewerbungen für einen eigenen Lehrstuhl, sowohl in Uppsala, als auch in Göteborg und Lund, wurden auf Grund von Widersachern abgelehnt.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts wandte sich Frans von Schéele immer mehr der modernen Pädagogik zu, was auch dazu führte, dass er 1903 in diesem Bereich eine Professur erhielt und nur zwei Jahre später zum Volksschuldirektor in Stockholm ernannt wurde. Von Schéele begann in dieser Zeit intensive Fachstudien, sowohl in Schweden als auch in Deutschland und Frankreich und entwickelte dabei die Basis der heutigen Lehrmethoden Schwedens. Für von Schéele war es bedeutend, dass ein Schüler während des Unterrichts möglichst permanent zur Aktivität angehalten werden muss und, parallel hierzu, die Möglichkeit haben muss die individuelle Phantasie zu entwickeln. Frans von Schéele starb am 11. Mai 1931 im Alter von 77 Jahren, ohne allerdings je einen eigenen Lehrstuhl erhalten zu haben.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 22. Juli 2015

Die Schriftstellerin und Pädagogin Elisabet Ehrenborg

Elisabet Ehrenborg, die sich, nach ihrer Ehe, privat immer Betty Posse nannte und als Schriftstellerin Betty Ehrenborg blieb, kam am 22. Juli 1818 auf dem elterlichen Gut Råbäck in Westschweden zur Welt, erhielt eine relativ gute Ausbildung und wurde vor allem von ihrem Bruder beeinflusst, auch wenn die mystische Neigung der Mutter ebenfalls eine gewisse Rolle spielte. Entscheidend für ihre parallele Rolle als Pädagogin und Schriftstellerin waren jedoch die beiden Aufenthalte und die Studien Ehrenborgs in London.

Als Betty Ehrenborg 1853 von einem zweijährigen Studium an der British and foreign school in London nach Schweden zurückkehrte, wurde sie in der Diakonissenanstalt in Stockholm als Lehrerin angestellt. Nur zwei Jahre später gründete die Pädagogin dann im Bårs bruk eine Schule, 1855 eine Schule in Lindesberg und 1956 wurde Ehrenborg dann der Vorstand des Lehrerseminars in Stockholm und damit für die Ausbildung sehr vieler freidenkender Frauen jener Epoche verantwortlich.

Parallel zu ihrer pädagogischen Tätigkeit begann Betty Ehrenborg 1853 auch für die Zeitschrift Väktaren zu arbeiten, nachdem die junge Frau bereits in ihrer Jugend begonnen hatte Gedichte in einem Art Wettbewerb mit Thekla Knös zu schreiben, die sich gegenseitig in dieser Aktivität unterstützten. Mehrere Psalmen der Schriftstellerin wurden auch in den verschiedenen Psalmbüchern aufgenommen, wobei sie jedoch ihren größten Erfolg mit den drei Bänden Andeliga sånger för barn hatte, die zwischen 1852 und 1856 erschienen und Kindern das christliche Denken näher brachte.

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 26. Mai 2015

Die pädagogische Reformatorin Anna Sandström

Als Anna Sandström am 26. Mai 1931 in Stockholm starb, hatte sie für die Schulbildung der schwedischen Frauen mehr geleistet als alle anderen Frauen ihrer Epoche, auch wenn ihr dies nur ermöglicht wurde, weil sie, wie alle modernen Frauen jener Epoche, nie heiratete und dadurch ihre Unabhängigkeit behielt. Da Sandströms Vater sehr früh starb, wurde das Mädchen von Oberst Hjalmar Hagberg erzogen, der ihr auch eine relativ gute Bildung im Heimunterricht vermittelte und es ihr ermöglichte mit 17 Jahren eine Ausbildung zur Lehrerin zu machen, die einzige höhere Ausbildung, die Frauen zu jener Zeit offen stand, denn Universitäten waren ihnen verschlossen.

Nach Ende ihrer Ausbildung begann Anna Sandström an der Åhlinska Mädchenschule zu unterrichten, stellte jedoch sehr schnell fest, dass die Ausbildungsmethoden kaum an die wirkliche Bildung von Frauen dachten und zudem die Einteilung bestand, dass junge Männer Latein lernen mussten und Frauen Französisch. Mit 26 schrieb Sandström daher ihren ersten Artikel und forderte eine pädagogische Reform. Da Sandström klar war, dass sie als junge Lehrerin kaum Gehör finden würde, veröffentlichte sie Gifva våra flickskolor berättigad anledning till missnöje? unter dem männlichen Namen Uffe. Bereits dieser Artikel erregte bedeutendes Aufsehen, zumal das Gerücht kursierte, dass dieser von einem älteren, sehr erfahrenen Pädagogen geschrieben sei und daher ernst zu nehmen war.

Als wenige Jahre bekannt wurde wer hinter diesen mittlerweile mehreren Reformartikeln stand, hatte sich der Ruf nach einer moderneren Bildung bereits verselbständigt und Anna Sandström konnte offen über ihre Unterrichtsmethoden und reformatorischen Ideen reden. Als die am 3. September 1854 geborene Sandström dann im Jahre 1883, gemeinsam mit Fredrique Runquist eine eigene Schule gründete, konnte sie ihre Methoden auch in der Praxis anwenden, auch wenn sich ihr Ziel eine gemischte Schule zu schaffen, nicht verwirklichen ließ. Immerhin erreichte es Sandström, dass sie 1900 auch ein Seminar für Lehrerinnen gründen konnte in dem ihre Methoden unterrichtet wurden und sie konnte damit den gesamten Umbruch des damaligen schwedischen Schulsystems einleiten.


26. Mai 1879: Der Streik von Sundsvall, der erste Großstreik Schwedens
26. Mai 1888: Karolina Widerström, die erste Ärztin Schwedens
26. Mai 1931: Sven Delblanc und die Nachkriegsliteratur Schwedens
26. Mai 1931: Sven Delblanc, Autor und Literaturwissenschaftler
26. Mai 1943: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens
26. Mai 2012: Die schwedische Sängerin Loreen und der ESC

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 9. August 2014

Die religiöse Schriftstellerin Jeanna Louise Oterdahl

Jeanna Louise Oterdahl wurde am 9. August 1879 in Uddevalla im Bohuslän geboren und bildete sich nach einem Besuch der Mathilda Hall Mädchenschule in Göteborg zur Lehrerin aus. Ab 1901 arbeitete Oterdahl an der gleichen Schule in die sie vor ihrer Ausbildung gegangen war, begann jedoch parallel dazu eine literarische Tätigkeit, die sie später in den Vordergrund stellte, ohne jedoch die pädagogische Arbeit je ganz aufzugeben, auch wenn die zahlreichen Vortrags-Reisen in Schweden eine regelmäßige Tätigkeit in der Schule nicht mehr zuließen.

Die Schriften von Jeanna Louise Oterdahl sind von einem starken christlichen Glauben geprägt, den sie mit Selma Lagerlöf teilte, die eine enge Freundin von ihr wurde. Im Gegensatz zu Lagerlöf schrieb Oterdahl jedoch, von einigen Gedichten und Psalmen abgesehen, vor allem Bücher über und für Mädchen, die jedoch auch dazu dienen sollten, dass Eltern und Erzieher die damaligen Probleme von Mädchen besser verstehen lernen. Christliche Pädagogik und schöngeistige Literatur sind bei der Schriftstellerin sehr eng verknüpft und bilden nahezu eine Einheit.

Während des Zweiten Weltkriegs gehörte Jeanna Louise Oterdahl zu jener Gruppe an Frauen, die den steigenden Antisemitismus in Schweden bekämpften und zeigte ihre antifaschistische Einstellung selbst dadurch, dass sie sich jener Gruppe an Personen anschloss, die sich gegen den deutschen Transitverkehr auflehnten, wenn auch ohne Erfolg. Persönlich trat Oterdal für den absoluten Individualismus einer Person ein, auch in pädagogischer, politischer und religiöser Hinsicht, was auch dazu führte, dass sie Personen, die im gesellschaftlichen Strom schwammen, nahezu verachtete. Nach Ende des Krieges setzte sich Oterdahl insbesondere für die Volksbildung ein und hielt in ganz Schweden Vorträge in denen sie ihre persönliche Lebensphilosophie im Stile von Natanael Beskow verbreitete.


9. August 1612: Sven Bröms, ein Arzt gründet die Ockelboverken
9. August 1896: Arvid Olson und die Filmanimation in Schweden
9. August 1914: Tove Jansson schrieb nicht nur Mumintrollen
9. August 1955: Maud Olofsson, die ungeliebte Ministerin Schwedens
9. August 1985: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour
8. August 2008: Das letzte Konzert der Gruppe Broder Daniel

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. November 2013

Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten

Am 19. November 1973 wurde der erste von 40 Teilen der legendären Kindersendung Fem myror är fler än fyra elefanter (Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten) im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt, ein Programm, das Kindern in unterhaltsamer Weise und mit zahlreichen Sketschen und Musik Buchstaben und Zahlen näher brachte. Die Sendungen dauerten jeweils 30 Minuten und gehören zu den Klassikern des pädagogischen Fernsehprogramm Schwedens. Im Jahr 2006 wurde die Serie sogar mit dem Titel des besten Kinderprogramms aller Zeiten ausgezeichnet.

Als 1974 der letzte der 40 Teile gesendet war, blieb im Kinderprogramm Schwedens geradezu eine Leere übrig. Aus diesem Grund tauchte dann die Idee auf einen Adventskalender aus der Serie zu machen, was allerdings auf das Problem stieß, dass 24 Tage nicht für das Alphabet ausreichten und der Adventskalender Fem myror är fler än fyra elefanter daher bereits ab dem 27. November 1977 gesendet wurde. Die Türchen des Kalenders wurden von den gleichen Schauspielern geöffnet, die auch die ursprüngliche Sendung moderierten. Eva Ramaeus ist eine der drei Schauspieler, die durch das Kinderprogramm auch ihren Durchbruch hatten.

Inwieweit die Idee der Sendung Fem myror är fler än fyra elefanter wirklich schwedisch war, wurde nie eindeutig erklärt, denn so manches kommt aus vorhergehenden Kindersendungen und der nordischen Sagenwelt, anderes erinnert an die Anfangszeit von Sesam Street, die damals vom Konkurrenzkanal TV2 übertragen wurde. Der Erfolg der einheimischen Serie war in Schweden auf jeden Fall bedeutender als die amerikanische Idee, denn bald wurden gezeichnete Versionen davon übertragen und es entstanden zwei aufeinander folgende DVD-Ausgaben, die allerdings aus Zeitgründen beide sehr stark bearbeitet waren.


19. November 1915: Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas 
19. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen

Copyright: Herbert Kårlin