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Montag, 1. Dezember 2014

Der erste Adventskalender im schwedischen Fernsehen

Genau 26 Jahre nachdem der erste Adventskalender in Schweden erschienen war, übernahm auch das schwedische Fernsehen diese Idee, die bis heute bei Kindern ein durchschlagender Erfolg ist, auch wenn sich im Laufe der mittlerweile 54 Jahre der Julkalender, wie er in Schweden genannt wird, einige Veränderungen erfuhr und eine Herausforderung für die Autoren ist, die dabei Tradition und modernes Denken mit Humor mischen müssen und dann auch noch eine Spannung erzeugen sollen die 23 Tage lang wächst.

Als man 1960 im Fernsehen den Julkalender (Weihnachtskalender) Titteliture zeigte, war dieser Kalender noch keine eigene Sendung, sondern er wurde im Kinderprogramm, das täglich um 18 Uhr begann, eingebettet. Titteliture wurde von Gösta Knutsson geschrieben, dem legendären Erfinder von Pelle Svanslös. Die Moderatorin Victoria Kahn öffnete bei diesem Adventskalender täglich ein Türchen hinter dem sich ein Gast, eine kleine Geschichte oder auch ein Rätsel verbarg. Die Handlungen spielten in diesem Jahr in einem Adventshaus das im Studio aufgebaut worden war und in dem man währen der Sendezeit alle möglichen pädagogischen Spiele machte, lernte Weihnachtsdekoration zu basteln und einfache Kreuzworträtsel löste.

Da man allerdings die 24 Türchen beibehalten wollte und der Kalender am 24 Dezember offen sein sollte, jedoch am Mittwoch nicht gesendet wurde, musste man sich etwas einfallen lassen. Man entschied sich daher dafür das erste Türchen bereits am 27. November zu öffnen. Heute beginnen natürlich auch in Schweden alle Julkalender am 1. Dezember. Da 1960 die Religion und der Namenstag noch eine wichtige Rolle in Schweden spielten, so verknüpfte man jeden Tag auch mit dementsprechenden Namenstag und erklärte die Herkunft und die Bedeutung biblischer Vornamen. Auf Grund des Erfolgs sind die meisten der Julkalender, die im Fernsehen übertragen wurden, mittlerweile auch auf DVD zu erhalten.


1. Dezember 1374: Magnus Eriksson und das Problem mit Skåne
1. Dezember 1751: Johan Henric Kellgren und die Svenska Akademien
1. Dezember 1856: Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden
1. Dezember 1859: Das Södra Teatern in Stockholm 
1. Dezember 1879: Viran Rydkvist und das schwedische Theater
1. Dezember 1900: Die schwedische Bevölkerung zur Jahrtausendwende 1900
1. Dezember 1934: Der schwedische Adventskalender
1. Dezember 1947: Der schwedische Musiker Pierre Isacsson
Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. November 2013

Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten

Am 19. November 1973 wurde der erste von 40 Teilen der legendären Kindersendung Fem myror är fler än fyra elefanter (Fünf Ameisen sind mehr als vier Elefanten) im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt, ein Programm, das Kindern in unterhaltsamer Weise und mit zahlreichen Sketschen und Musik Buchstaben und Zahlen näher brachte. Die Sendungen dauerten jeweils 30 Minuten und gehören zu den Klassikern des pädagogischen Fernsehprogramm Schwedens. Im Jahr 2006 wurde die Serie sogar mit dem Titel des besten Kinderprogramms aller Zeiten ausgezeichnet.

Als 1974 der letzte der 40 Teile gesendet war, blieb im Kinderprogramm Schwedens geradezu eine Leere übrig. Aus diesem Grund tauchte dann die Idee auf einen Adventskalender aus der Serie zu machen, was allerdings auf das Problem stieß, dass 24 Tage nicht für das Alphabet ausreichten und der Adventskalender Fem myror är fler än fyra elefanter daher bereits ab dem 27. November 1977 gesendet wurde. Die Türchen des Kalenders wurden von den gleichen Schauspielern geöffnet, die auch die ursprüngliche Sendung moderierten. Eva Ramaeus ist eine der drei Schauspieler, die durch das Kinderprogramm auch ihren Durchbruch hatten.

Inwieweit die Idee der Sendung Fem myror är fler än fyra elefanter wirklich schwedisch war, wurde nie eindeutig erklärt, denn so manches kommt aus vorhergehenden Kindersendungen und der nordischen Sagenwelt, anderes erinnert an die Anfangszeit von Sesam Street, die damals vom Konkurrenzkanal TV2 übertragen wurde. Der Erfolg der einheimischen Serie war in Schweden auf jeden Fall bedeutender als die amerikanische Idee, denn bald wurden gezeichnete Versionen davon übertragen und es entstanden zwei aufeinander folgende DVD-Ausgaben, die allerdings aus Zeitgründen beide sehr stark bearbeitet waren.


19. November 1915: Joe Hill, der berühmteste Schwede Amerikas 
19. November 1919: Die schwedische Kinderhilfsorganisation Rädda Barnen

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. April 2013

Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder

Klas Möllberg, besser bekannt „Klasse Möllberg“, wurde am 21 April 1948 in Katrineholm geboren und begann seine Bühnenkarriere mit 18 Jahren, auch wenn er damals noch nicht wusste wie sich seine Karriere tatsächlich entwickeln würde, denn nach seinen Anfängen als Musiker und Schauspieler hatte er bald vor allem Kinder als sein Publikum, denn ab 1976 stand er mit Lasse Åberg für die Kinderrevue Trazan & Banarne vor den Fernsehkameras und 1979 nahm er die Platte Klasse Möllberg i Smurfland auf und interpretierte die Schlümpfe so gut, dass vermutlich bald jede Kindergärtnerin verzweifelte, weil die Kinder die Lieder immer wieder hören wollten.

In den Folgejahren kamen sehr viele Rollen hinzu, die den schwedischen Kindern unvergesslich blieben, denn Klasse Möllberg spielte in Hemlige Arne eine skurrile Figur mit Brille und großen Zähnen, er war einer der Hauptdarsteller in Pulver & Nicko und 1992 vollbrachte der Künstler ein enorme Leistung, indem er live im Lasses Julkalendern (Adventskalender) sein junges Publikum täglich eine halbe Stunde auf Weihnachten vorbereitete. Kaum ein Schauspieler würde heute eine solche Herausforderung akzeptieren.

Nachdem Klasse Möllberg bereits 1985 im zweiten Teil der legendären Sällskapsresen bewies, dass er auch ein erwachsenes Publikum erreichen kann, machte er als Musiker eine parallele Karriere, denn er bewährte sich auch als Sänger von Volksweisen und Swing, wobei er in seinem Repertoire vor allem zu Liedern von Carl Michael Bellman, Evert Taube und Cornelis Vreeswijk greift. Heute tritt der Künstler vor allem bei größeren Festen oder Ereignissen auf, wbei denen er einen engen Kontakt zu seinem Publikum hat.


21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden 
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. April 2012

Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Am Gründonnerstag, dem 5. April 2007, starb die schwedische Kinderbuchautorin Maria Gripe nach einer längeren Krankheit im Alter von 83 Jahren in Rönninge. Maria Gripe gehörte mit ihren 38 Büchern zu den produktivsten Autoren Schwedens, die zudem international anerkannt wurden, denn einige ihrer Jugendbücher wurden in 30 verschiedenen Sprachen aufgelegt und waren die Vorlage für mehrere erfolgreiche Filme. „Trolltider“ wurde selbst zum Julkalender (Adventskalender) des Jahres 1979.

Maria Gripe, die in vielen Punkten mit Astrid Lindgren verglichen werden kann, nicht zuletzt auch gemessen an ihrem Erfolg, forderte von den Lesern ihrer Büchern vom ersten Tag an den Respekt vom Einzelindividuum und vertrat die Theorie, dass jeder Mensch einzigartige Charaktereigenschaften besitzt, die man nur entdecken muss. Am deutlichsten tritt dies bei ihrer Serie „Elvis“ zu Tage, die in den 70er Jahren entstand. Diese Serie war eine Zusammenarbeit mit ihrem Mann, Harald Gripe, der auch nahezu alle Umschläge und Illustrationen für die Bücher seiner Frau lieferte.

Bei Büchern, die Maria Gripe ab Ende der 70er Jahre schrieb, entdeckt man auch einen starken Einfluss von Autoren wie den Geschwistern Brontë oder Edgar Allan Poe, denn Maria Gripe versucht, im Gegensatz zu anderen Jugendbuchautoren dieser Zeit, ihre Spannung nicht durch das Einflechten von Gewalt zu schaffen, sondern indem sie mehr im Mystischen sucht. In diesem Stil schrieb sie dann in den 80er Jahren zahlreiche Hörspiele bei denen sie bei den Hörern eine Gänsehaut schaffen konnte ohne je eine gewaltsame Szene zu benutzen.


5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Der schwedische Adventskalender

Während der deutsche Papier-Adventskalender bereits gegen 1880 erfunden wurde, wurde er in Schweden erst zum 1. Dezember 1934 unter der Bezeichnung Julkalender (Weihnachtskalender) eingeführt, auch wenn Schweden bereits vorher seinen vorweihnachtlichen „Adventskalender“ hatte, da die verschiedenen Tage im Dezember jeweils bestimmten vorbereitenden Arbeiten gewidmet waren. Man war sich daher immer bewusst wie viele Tage noch bis Weihnachten blieben. Man könnte daher von einem „praktischen Adventskalender“ sprechen der in den Alltag integriert war. Der erste schwedische Papierkalender im Jahre 1934 stellte dann Tomtenissar (Hauswichtel) aus dem Dalarna dar und wurde von Pfadfindermädchen verkauft.

Am 1. Dezember 1957 wurde dann vom schwedischen Staatsradio Sveriges Radio der erste gesprochene Adventskalender ausgestrahlt. Jeden Tag wurde ein kleiner Teil einer Geschichte in Form eines Hörspiels ausgestrahlt, das dann am Heiligen Abend mit der Auflösung der Handlung endete und bis 1960 nahezu alle schwedischen Kinder in der Adventszeit vor die Radiogeräte zog, bis das Fernsehen mit einem eigenen Adventskalender einen Teil des jungen Publikums für sich gewann. Die gesprochenen Adventskalender des Radios wurden von einem gedruckten Kalender begleitet, der aus Reklamegründen kostenlos verteilt wurde. Auch heute noch ist dieser "Weihnachtskalender" eine Tradition des schwedischen Rundfunks.

Am 1. Dezember 1960 wurde dann der erste schwedische Adventskalender im Fernsehen ausgestrahlt. Die Idee wurde vom Radioprogramm übernommen, wobei diese Sendungen noch immer einen außerordentlichen Erfolg haben und, wie auch das Beispiel „Pelle Svanslös“ bewies, der Adventskalender von 1997, ein Teil der schwedischen Kultur. Die etwa 15-minütigen Abschnitte, die mit dem Öffnen eines Türchens enden, werden sowohl früh morgens als auch am Abend ausgestrahlt und helfen dabei Kinder auch in der dunklen Zeit des Jahres sehr früh aus dem Bett zu bekommen.

1. Dezember 1856: Die erste staatliche Eisenbahn in Schweden
1. Dezember 1900: Die schwedische Bevölkerung zur Jahrtausendwende 1900 

Copyright: Herbert Kårlin