Posts mit dem Label PUB werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label PUB werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 11. April 2017

Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller

Ragnar Ring kam am 11. April 1882 in Kinnarumma im Västra Götaland zur Welt, verbrachte jedoch seine Kindheit überwiegend im Småland. Nach seiner Hochschulreife in Växjö im Jahre 1901 verließ Ring jedoch das Småland um in Stockholm eine militärische Karriere zu beginnen. Schon 1905 wurde Ring dann Unterleutnant und begann eine Weiterbildung an der Kriegsschule Karlberg. Hier zeigte sich erstmals eines der Talente Rings, denn er komponierte während der Ausbildung den Walzer Karlsbergsboston, der nur wenig später zum ständigen Repertoire des Musikkorps KKS wurde.

Im Jahre 1906 wurde Ragnar Ring dann ins Regiment im Västernorrland versetzt, wo er zwei Jahre später zum Leutnant ernannt wurde. In diesen Jahren nahm der Rang dann das Pseudonym Lasse Rang an um, neben der militärischen Karriere, auch Feste zu arrangieren und vor allem um für die Härnösand-Posten und das Sollefteå-Bladet zu schreiben. In der Eigenschaft als Journalist fiel Ring 1912 dann dem Regisseur Mauritz Stiller auf, der ihn bat das Manuskript zu einem Film über die ersten Kriegshunde Schwedens zu schreiben, den Film När larmklockan ljuder. Diese Arbeit sollte die Zukunft Lasse Rings bedeutend beeinflussen.

Auch wenn Ragnar Ring weiterhin im Militärdienst blieb, so arbeitete er zwischen 1912 und 1918 immer wieder als Drehbuchautor für Svenska Biografen und die schwedische Niederlassung von Pathé Frères. Nach Ende des Ersten Weltkriegs erschien dann auch der erste Roman Rings, Madame de Menasjévitj, der stark autobiographisch war und vor allem ein Rückblick auf die Geschehnisse am Torne älv war. Ab dieser Zeit widmete Ragnar Ring immer mehr Zeit dem Film und, nach seinem Rückzug aus dem Militärdienst im Jahre 1923, begann er auch als Regisseur zu arbeiten, wobei er sich hierbei vor allem für den frühen Werbefilm einsetzte. Insgesamt verwirklichte Ring über 1000 Werbefilme für die schwedische Industrie, unter anderem den mittlerweile restaurieren Film Herr och Frau Stockholm über das Kaufhaus PUB des Jahres 1920, in dem auch Greta Garbo eine Rolle spielt. Ragnar Ring starb am 1. August 1956 in Stockholm.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. November 2014

Die Filmstadt Sergel in Stockholm

Die Geschichte der Filmstadt Sergel (Filmstaden Sergel) geht im Grunde zurück in die 40er Jahre, als der Plan auftauchte am Hötorget im zentralen Stockholm das Stadttheater zu bauen und die Sergelsgatan zu einer der wichtigsten Fußgängerzonen der schwedischen Hauptstadt zu gestalten. Die Glasfassade am Hötorget sollte einen Blick in das beleuchtete Foyer des Theaters bieten. Aber die Pläne realisierten sich nie und in Hötorgcity entstand letztendlich lediglich ein kleinerer Theatersaal, das Sergelteatern, das jedoch nie eine Theaterbühne wurde, sondern sich in einen Kinosaal verwandelte.


Auch die eindrucksvolle Glasfassade von Hötorgcity entstand daher erst Mitte der 90er Jahre, gleichzeitig mit dem Bau einer der größten „Filmstädte“ Schwedens, der Filmstadt Sergel, die heute über 14 Kinosäle verfügt in denen 2667 Filmliebhaber gleichzeitig Platz finden. Die Einweihung der Filmstaden fand am 3. November 1995 statt, wobei man unter dem gigantischen Kino nicht nur ein Parkhaus findet, sondern auch die unterirdische Markthalle des Hötorget, auf dem zusätzlich an allen Wochentagen bis zu 50 Markthändler ihre Waren anbieten.

Als die Filmstaden Sergel gebaut wurde, hatte man den alten Kinosaal Sergelteatern nicht vergessen und der zuständige Architekt bettete ihn im Gesamtprojekt ein, was den Kinobesuchern ermöglicht auch heute noch in einem bereits historischen Kinosaal moderne Filme zu sehen. Allerdings gehört das gesamte Gebäude der Stadt Stockholm und die SF Bio sind lediglich Mieter der Kinosäle. Verlässt man die Filmstaden Richtung Hötorget, so findet man dort sowohl die bekanntesten Hochhäuser Stockholms als auch das Kaufhaus PUB aus dem Jahr 1916 und das von Ivar Tengbom in den 20er Jahren gebaute Konzerthaus.


3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1905: Der schwedische Schauspieler Sigge Fürst
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Brandattentat auf das Stockholmer Kaufhaus PUB

Am 22. Dezember 1998, mitten während des weihnachtlichen Hauptgeschäfts, brach in der Parfümerie des Stockholmer Kaufhauses PUB, Ecke Hötorget/Kungsgatan, ein Brand aus, der von einigen kleineren Explosionen gefolgt wurde. Das Kaufhaus wurde problemlos geräumt und der Brand war, als die Feuerwehr ankam, bereits von der Sprinkleranlage nahezu vollständig gelöscht. Ein Unbekannter hatte in der Parfümabteilung Benzin ausgeschüttet und angezündet. Da die Videoüberwachung an diesem Tag nicht funktionierte, konnte weder der Täter identifiziert werden, noch aber konnte man etwas über die Motive des Attentats erfahren.

Kaufhaus PUB im zentralen Stockholm

Das PUB, das nach seinem Gründer Paul Urbanus Bergström benannt ist, ist das älteste Kaufhaus Stockholms und wurde im Jahre 1882 gegründet. Bergström gilt als einer der ersten Modekenner Schwedens, insbesondere in Hinblick auf Herrenkonfektion, und bot in seinem Kaufhaus exklusives Design an, das sehr schnell einen großen Kundenkreis anzog. Der bekannteste Kunde des PUB war im April 1917 Lenin während eines Besuches in der schwedischen Hauptstadt und die bekannteste Verkäuferin war die spätere Schauspielerin Greta Garbo, die auch erstmals für einen Reklamefilm des Kaufhauses vor der Kamera stand.

Nachdem das PUB erst von Bergström geleitet wurde und dann als Kooperative funktionierte, wurden die Gebäude 1994 erneut privat übernommen. Heute bietet das PUB, das zum Atrium Ljungberg Konzern gehört, auf fünf Etagen über 600 verschiedene Marken an, wobei der Schwerpunkt auf skandinavischem Design und skandinavischen Marken liegt. Alle bedeutenden schwedischen Unternehmen für Mode, Design, Einrichtung, Sport, Gesundheit oder Schönheit sind heute im PUB zu finden, das seit zwei Jahren wieder im Aufwärtstrend steht, trotz der etwas gehobenen Preise. Das PUB hat täglich geöffnet, wenn auch am Sonntag nur von 11 bis 17 Uhr.

22. Dezember 1775: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh
22. Dezember 1984: Jonas Erik Altberg, bekannt als Basshunter 


Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 15. April 2011

Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Am 15. April 1990 starb Greta Garbo (geborene Gustafsson) im Alter von 85 Jahren in New York. Erst neun Jahre später wurde ihre Asche dann nach Schweden überführt und im Skogskyrkogården in Stockholm begraben. Der dunkelrote Marmorstein auf dem Friedhof trägt ihren Schriftzug in Gold.

Als Greta Garbo in einem Friseursalon in Stockholm arbeitete, wurde ihr von einem Kunden ein Arbeitsplatz im Stockholmer Warenhaus PUB angeboten. Greta Garbo griff zu und verkaufte daher ab Juli 1920 Hüte, wird jedoch gleichzeitig als Fotomodell für verschiedene Werbekampagnen des Kaufhauses beschäftigt. Der Einstieg in die Filmwelt begann mit dem Werbefilm „Herrskap i Stockholm ute på inköp“, der ebenfalls noch für PUB gedreht wurde.

Bald danach gab Greta Garbo ihre Tätigkeit als Verkäuferin auf, bekam mehrere Nebenrollen und begann an der Dramatens Scenskola in Stockholm Schauspielerei zu studieren. Nach dem Fiasko des Films „Die Frau mit den zwei Gesichtern“ im Jahre 1941 lehnte die damals 37-jährige Greta Garbo jede weitere angebotene Filmrolle ab, obwohl sich die bedeutendsten Regisseure der Welt Mühe gaben die Schauspielerin zurück an die Arbeit zu bringen. Greta Garbo lehnte selbst eine handschriftliche Einladung der englischen Königin mit dem Argument, sie habe nichts anzuziehen, ab.

15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer
15. März 1942: Erik Femström, als Sänger bekannt unter dem Namen Jerry Williams 

Copyright: Herbert Kårlin