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Sonntag, 7. April 2019

Das Konzerthaus in Stockholm

Das Konzerthaus in Stockholm war eines der ersten Gebäude Schwedens, das konkret für Orchestermusik gebaut wurde, also nicht mehr mehrere Funktionen gleichzeitig hatte. Zum anderen handelt es sich dabei um eines der bedeutendsten Gebäude Schwedens, das im Klassizismus der 20er Jahre erbaut wurde. Für die Formgebung des Konzerthauses wurden mehrere Künstler der Epoche beschäftigt, wobei der Bau so einzigartig wurde, dass er heute den Marktplatz Hötorget geradezu dominiert und den Blick auf sich zieht. Eingeweiht wurde das Konzerthaus in Stockholm am 7. April 1926.

Ab dem Jahr 1926 werden im Konzerthaus in Stockholm auch die Nobelpreise in Medizin, Physik, Chemie und Literatur ausgeteilt, seit 2004 der Polar Music Prize, seit 2008 der Augustpreis und seit 2010 auch der Literaturpreis zur Erinnerung an Astrid Lindgren. Diese Ereignisse zeigen, welche Bedeutung dieses Gebäude im kulturellen Leben Stockholms seit seiner Gründung übernommen hat und welches architektonische Denkmal sich der Architekt Ivar Tengbom mit dem Konzerthaus geschaffen hat, das schon heute alle Voraussetzungen für den Denkmalschutz erfüllt.

Der Gedanke zum Bau einer Konzerthalle tauchte in Stockholm bereits gegen 1860 auf, aber zur Realisierung der Idee fanden sich mehrere Hürden, zum einen die Platzfrage, zum anderen die Finanzierung, so dass der erste Bauplan des Architekten Johan Fredrik Åbom nie verwirklicht wurde und die Vorführungen der Symphonie Stockholms zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die alte Gasglocke gelegt wurden, was akustisch nicht unbedingt eine ideale Lösung war. Erst gegen Ende des Ersten Weltkriegs hatte man den idealen Platz für das Konzerthaus gefunden, auch wenn man für den Bau des Konzerthauses erst einmal Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert abreißen musste. Die Finanzierung wurde dann durch private Spenden und eine bedeutende Donation von Rosa Nachmanson geklärt, die der Stadt ein Vermögen für kulturelle Zwecke hinterlassen hatte.


7. April 1651: Der schwedische Feldherr Lennart Torstenson
7. April 1859: Der Künstler Johan Axel Gustaf Acke
7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1906: Die schwedische Rechtschreibreform von 1906 
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 10. Februar 2019

Der Möbeldesigner und Architekt Ernst Spolén

Ernst Spolén kam am 14. Oktober 1880 als Sohn eines Prosten in Halmstad zur Welt, wuchs jedoch in Fryksände im nördlichen Värmland auf. Spolén studierte nach seiner Hochschulreife an der Technischen Hochschule Chalmers, wo er auch den Künstler Ivar Arosenius kennen lernte mit dem ihm eine lebenslange Freundschaft verband. Nach seiner Hochzeit mit der Schwester des Künstlers ging Spolén 1905 nach Stockholm um dort seine Studien mit einem Architekturstudium an der Kunstakademie zu ergänzen. Nach Abschluss dieses Studiums im Jahr 1906 blieb das Ehepaar in Stockholm.

Ab 1906 arbeitete Ernst Spolén dann als Architekt bei Torben Grut, Ernst Stenhammar und Ivar Tengbom, die um diese Zeit bereits einen ausgezeichneten Ruf hatten. Nach den ersten Berufserfahrungen wurde Spolén von Ragnar Östberg angestellt und war damit auch an der Planung des Stockholmer Stadshuset beteiligt, was Spolén sehr wichtige Erfahrungen brachte, die ihm später zu seinem Ruhm verhalfen. Ab 1916 wurde Spolén nämlich für die Einrichtung des Gebäudes verantwortlich und er wurde zum Designer sämtlicher Möbel im Gyllene Saal und im Saal Tre kronor.

Ab dem folgenden Jahr ging die Karriere von Ernst Spolén dann parallel in zwei Richtungen, denn bereits 1917 nahm er mit einer Küche und einem Wohnzimmer, dessen Möbel er im gustavianischen Stil entworfen hatte, an einer Ausstellung in der Kunsthalle Liljevalch teil, aber er arbeitete auch als Architekt weiter. Wenige Jahre später wurde er zum Stadtarchitekten in Kristinehamn ernannt, anschließend in Filipstad und ab 1946 hatte er ein eigenes Architekturbüro in Karlstad, wo er bis zu seinem 80. Lebensjahr aktiv blieb. Ernst Spolén starb am 10. Februar 1974 in Bolum.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1876: Der Nationalromantiker August Söderman
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2003: Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren 
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. Februar 2019

Die Orgel im Konzerthaus in Stockholm

Wer heute das Glück hat während eines Konzertes im Stockholmer Konzerthaus die am 9. Februar 1982 eingeweihte Orgel zu hören, wird von diesem Klang geradezu berauscht sein, denn die von der Grönlunds Orgelbyggeri gebaute Orgel hat, vom Klang her, nur noch einen Konkurrenten, nämlich die Orgel im Concertgebouw in Amsterdam. Dennoch ist die Orgel in Stockholm bekannter, denn während der Nobelfeiern wird die Fassade dieser Orgel jedes Jahr einem weltweiten Publikum gezeigt, eine Orgel an der bereits die bekanntesten Organisten während eines Gastspiels saßen, wobei diese Orgel seit 2008 digital gesteuert wird und es ermöglicht 20.000 Klangkombinationen zu speichern.

Der Weg zu dieser Konzertorgel war allerdings sehr lang, denn als Ivar Tengbom den Auftrag für den Bau des Konzerthauses erhielt, hatte er seine eigenen Ideen hinsichtlich einer Orgel. Nicht nur dass im großen Saal ein Orchester mit 100 Musikern und ein Chor mit 150 Personen Platz haben sollte, die Orgel sollte geteilt werden und je eine Hälfte auf den beiden Seiten der Bühne Platz finden. Das Ergebnis war entsprechend, denn die dadurch auftretenden Klangverzögerungen machten ein Zusammenspiel zwischen Orchester und Orgel nahezu unmöglich. Da eine Orgel jedoch eine immense Investition ist, so musste diese noch bis 1970 dienen.

Im Jahr 1970 wurde das Konzerthaus renoviert und man entschied sich, als anschliessende Übergangslösung, eine elektronische Yamahaorgel zu kaufen. Bereits bei der Einweihung des modernisierten Konzerthauses im Jahr 1973 stellte man jedoch fest, dass die Idee nicht gerade ideal war, denn, nach Meinung der Musiker des Stockholmer Konzerthauses, entsprach der Klang dieser Orgel mehr einem Mückenscharm aus Nordschweden als einer Kombination von Tönen. Schon 1976 erhielt daher der Direktor des Konzerthauses den Auftrag sich Gedanken über eine andere Lösung zu machen. Letztendlich konnte man dann die heutige Orgel bauen lassen, was jedoch auch einige Zeit in Anspruch nahm, da die Kosten für das Wunderwerk bei 7,2 Millionen Kronen lagen.


9. Februar 1753: Der schwedische Architekt Carl Hårleman
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1853: Die Stiftung Arbetarbostadsfonden
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens
9. Februar 1974: Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg
9. Februar 1996: Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

Copyright: Herbert Kårlin

Oslo Führer

Dienstag, 7. März 2017

Das Rathaus in Borås

Das vermutlich am häufigsten fotografierte Gebäude in Borås ist das Rathaus, das noch heute mit seinem nationalromantischen Stil alle Augen auf sich zieht. Als das Rathaus Borås am 7. März 1910 eingeweiht wurde, fand man hier natürlich nicht nur, wie heute, ein Gerichtsgebäude und ein Restaurant, sondern im Rathaus fand man, wie zu jener Zeit üblich, auch die Stadtverwaltung und die Polizei, die beide längst in neue Gebäude umgezogen sind, so dass das Gericht nahezu den gesamten Platz einnehmen konnte. Aus dem einstigen Plenarsaal für den Stadtrat wurde mittlerweile ein Gerichtssaal. Die zahlreichen Kalkmalereien im Inneren waren ursprünglich für die Stadtverwaltung gedacht und wirken mittlerweile in einem Gerichtsgebäude etwas fehl am Platz.

Bereits im Juni 1906 hatte der Stadtrat in Borås sich für den Bau eines neuen Rathauses entschieden und eine Ausschreibung für Architekten bekannt gemacht. Es kamen 33 verschiedene Vorschläge, wobei sich die Stadt dann für die Arbeiten von Ivar Tengbom und Ernst Torulf entschied, zwei Architekten, die um diese Zeit auf der Spitze ihrer Karriere standen und einige der bedeutendsten nationalromantischen Gebäude Schwedens errichteten. Dass das Gebäude, trotz zügigem Baubeginn, erst 1910 fertiggestellt wurde, lag an zwei längeren Streiks bei denen die Arbeiten still lagen.

Das Rathaus in Borås wurde ganz aus handgeschlagenen Ziegelsteinen gebaut, wobei das Fundament aus Granit aus dem Bohuslän besteht. Sehr interessant sind nicht nur die zahlreichen Wand- und Deckengemälde, die weitgehend noch aus aus dem Jahr 1910 stammen, sondern auch der Brunnen Richtung Allégatan, den die beiden Architekten zeichneten und Phantasietier (Fanatsidjur) heißt. Seit 1944 findet man im südlichen Turm auch ein Glockenspiel, das man viermal pro Tag hören kann, erstmals um acht Uhr morgens und letztmals um 21 Uhr, als Zeichen dafür, dass der Tag zu Ende ist.


7. März 1768: Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm
7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
7. März 1910: Die Bergbahn in Åre, Bergbanan
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Juni 2016

Die Dreifaltigkeitskirche (Trefaldighetskyrkan) in Arvika

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts tauchte im Handelsort Arvika Köping der Gedanke auf eine eigene Kirche zu bauen, da jene des ursprünglichen Arvikas zu klein geworden war und auf Grund der Industrialisierung und der Ankunft der Eisenbahnlinie Köping und Arvika zusammenwuchsen. Arvika hatte zu jener Zeit knapp 4000 Einwohner und Arvika Köping etwas über 2000 Einwohner, betrachteten sich jedoch immer noch als zwei Orte und Köping strebte daher auch nach einer eigenen Kirchengemeinde.

Erst 1905 wurde Arvika Köping dann offiziell eine eigene Kirchengemeinde und der Bau einer Kirche rückte in die Nähe. Etwas schwieriger war es dann jedoch einen Architekten zu finden, der beim Bau der Kirche die verschiedenen Wünsche der Bevölkerung erfüllen konnte. Es dauerte zwei Jahre bis man sich für den Vorschlag der Architekten Ivar Tengbom und Ernst Torulf bestimmte, unter der Voraussetzung, dass die beiden ausschließlich Material aus dem Värmland, wenn möglich sogar aus Arvika, benutzten, eine Herausforderung, die Tengbom und Torulf glänzend erfüllten.

Wenn man heute die Dreifaltigkeitskirche (Trefaldighetskyrkan) in Arvika betrachtet, so ist es sehr schwere einen klaren Stil zu finden, denn auch wenn die Architekten sich von der zu jener Zeit dominierenden Nationalromantik beeinflussen ließen, so entstand eine dreischiffige Basilika in der man vom Barock bis zur Nationalromantik jeden Stil finden kann, was die Kirche geradezu einzigartig macht. Ivar Tengbom ist auch für die gesamte Einrichtung der Kirche verantwortlich und beauftragte lokale Künstler mit der Dekoration, was natürlich auch dazu führte, dass auf der Altartafel einige bekannte Gesichter der Region auftauchten. Auch wenn die Trefaldighetskyrkan in Arvika bereits am 11. Juni 1911 offiziell eingeweiht wurde, so entstand die Malerei im Chor, die göttliche Suche des Menschen, erst im Jahre 1949.


11. Juni: Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens
11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit
11. Juni 1900: Walter Ljungquist und der psychologische Roman Schwedens
11. Juni 1904: Clas Theodor Odhner und die schwedische Geschichte
11. Juni 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juni 1972: Joakim Bonnier, der erste Autorennfahrer Schwedens
11. Juni 2006: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna
11. Juni 1994: Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder
11. Juni 1997: Das Königliche Münzkabinett in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 14. März 2016

Die Textilkünstlerin und Innenausstatterin Elsa Gullberg

Elsa Gullberg kam am 14. März 1886 als Elsa Svensson in einer gut bürgerlichen Familie in Malmö zu Welt und hatte ursprünglich das Ziel Ärztin zu werden. Da jedoch die Firma des Vaters während ihrer Jugend in Konkurs ging und dieser dann plötzlich starb als Gullberg gerade einmal 17 Jahre alt war, zerschlug sich dieser Traum aus finanziellen Gründen und Gullberg musste nach einem neuen Beruf Ausschau halten, in einer Zeit, als die Berufswahl für Frauen in Schweden sehr beschränkt war.

Elsa Gullberg ging nach Stockholm um sich dort an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack einzuschreiben um Gebrauchskunst zu studieren. Nach dem Abschluss ihres Studiums hatte Gullberg das Glück von Lilli Zickerman im Verein für schwedisches Kunsthandwerk angestellt zu werden, die um diese Zeit ländliche Textilien aus ganz Schweden erfasste, was Gullberg tiefgreifende Kenntnisse in der Textilkunst brachte. Mit dieser Anstellung verdiente die Künstlerin mehr Geld als sie benötigte, was ihr Studienreisen nach Paris, London und Dresden ermöglichte. Bei diesen Reisen beschäftigte sich Gullberg nicht nur mit künstlerisch hergestellten Textilien, sondern auch mit ihrer industriellen Fertigung.

Im Jahre 1917 begann Elsa Gullberg dann in Schweden an der Herstellung von industriellen Textilien zu arbeiten die die gleiche Qualität hatten wie handwerklich oder künstlerisch hergestellte Textilien, wobei sie dabei gleichzeitig auch eine Arbeitsvermittlung gründete, die Textilkünstler an die Textilindustrie vermittelte um dort die Qualität und die künstlerische Entwicklung zu fördern. Der Durchbruch kam für Elsa Gullberg im Jahre 1924, als sie von Ivar Tengbom beauftragt wurde sämtliche Textilien für das Konzerthaus in Stockholm zu liefern. Nur wenige Jahre später gründete Elsa Gullberg, die am 1. März 1984 starb, das erste Einrichtungsunternehmen Schwedens, wobei die Künstlerin 1930 auch mit einem Gobelin an der Stockholmausstellung 1930 teilnahm und 1935 den künstlerischen Filmdruck auf Textilien nach Schweden brachte.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 29. Januar 2015

Der schwedische Architekt Peter Celsing

Peter Celsing wurde am 29. Januar 1920 als Sohn eines Bankdirektors in Stockholm geboren und studierte nach seiner Hochschulreife erst an der KTH (Kungliga Tekniska högskolan) und anschließend noch an der königlichen Kunsthochschule Architektur. Noch während der Ausbildung und nach Abschluss seines Studiums arbeitete Celsing einige Jahre bei den Architekten Ivar Tengbom und Paul Hedqvist, die ihm dann auch das praktische Handwerk der Architektur näher brachten. Der Haupteinfluss Celsings kam jedoch von seinem zweijährigen Aufenthalt in Mittelosten und im Mittelmeerraum, wobei ihn vor allen die Bauten in Beirut stark beeinflussten.

Die Karriere von Peter Celsing sollte dann jedoch auf sehr ungewöhnliche Weise beginnen, denn 1948 wurde er Direktor des Architekturbüros der Stockholmer Straßenbahnen. Wer heute daher die Vororte der schwedischen Hauptstadt besucht, wird nicht verhindern können die Stationen zu sehen, die Celsing gezeichnet hat und für deren Bau er verantwortlich ist. In den 50er Jahren, nachdem er sein Amt bei der Straßenbahn aufgegeben hatte, widmete sich Celsing dann vor allem dem Bau von mehreren Kirchen, unter anderem in Göteborg und in Uppsala.

Im Jahr 1960 wurde Peter Celsing dann als Professor an die Königliche Technische Hochschule in Stockholm berufen und es entstanden seine bekanntesten Bauten, nämlich das Kulturhaus am Sergels Torg und das Gebäude der schwedischen Reichsbank. Diesen Arbeiten und auch den Restaurationen anderer Gebäude Stockholms verdankte es Peter Celsing dass seine Gebäude im Jahre 1998, als Stockholm die Kulturhauptstadt Europas wurde, im Zentrum standen und als repräsentativ für die Nachkriegszeit Stockholms betrachtet wurde. Celsing starb allerdings bereits am 16. März 1974 im Alter von 54 Jahren, mitten in einem neuen Projekt.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh 
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

In Scandic Hotels wohnen

Montag, 3. November 2014

Die Filmstadt Sergel in Stockholm

Die Geschichte der Filmstadt Sergel (Filmstaden Sergel) geht im Grunde zurück in die 40er Jahre, als der Plan auftauchte am Hötorget im zentralen Stockholm das Stadttheater zu bauen und die Sergelsgatan zu einer der wichtigsten Fußgängerzonen der schwedischen Hauptstadt zu gestalten. Die Glasfassade am Hötorget sollte einen Blick in das beleuchtete Foyer des Theaters bieten. Aber die Pläne realisierten sich nie und in Hötorgcity entstand letztendlich lediglich ein kleinerer Theatersaal, das Sergelteatern, das jedoch nie eine Theaterbühne wurde, sondern sich in einen Kinosaal verwandelte.


Auch die eindrucksvolle Glasfassade von Hötorgcity entstand daher erst Mitte der 90er Jahre, gleichzeitig mit dem Bau einer der größten „Filmstädte“ Schwedens, der Filmstadt Sergel, die heute über 14 Kinosäle verfügt in denen 2667 Filmliebhaber gleichzeitig Platz finden. Die Einweihung der Filmstaden fand am 3. November 1995 statt, wobei man unter dem gigantischen Kino nicht nur ein Parkhaus findet, sondern auch die unterirdische Markthalle des Hötorget, auf dem zusätzlich an allen Wochentagen bis zu 50 Markthändler ihre Waren anbieten.

Als die Filmstaden Sergel gebaut wurde, hatte man den alten Kinosaal Sergelteatern nicht vergessen und der zuständige Architekt bettete ihn im Gesamtprojekt ein, was den Kinobesuchern ermöglicht auch heute noch in einem bereits historischen Kinosaal moderne Filme zu sehen. Allerdings gehört das gesamte Gebäude der Stadt Stockholm und die SF Bio sind lediglich Mieter der Kinosäle. Verlässt man die Filmstaden Richtung Hötorget, so findet man dort sowohl die bekanntesten Hochhäuser Stockholms als auch das Kaufhaus PUB aus dem Jahr 1916 und das von Ivar Tengbom in den 20er Jahren gebaute Konzerthaus.


3. November 1896: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
3. November 1902: Die Göteborgs-Tidningen (GT) erscheint zum ersten Mal
3. November 1905: Der schwedische Schauspieler Sigge Fürst
3. November 1911: Der schwedische Kapellmeister William Lind

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 20. Oktober 2014

Der schwedische Architekt Gunnar Asplund

Als Gunnar Asplund am 20. Oktober 1940 im Alter von nur 55 Jahren in Stockholm starb, hatte er im Grunde zwar nur relativ wenige Bauwerke realisiert, aber dennoch die Architektur Schwedens zwischen den beiden Weltkriegen maßgeblich beeinflusst. Asplund machte dabei eine Reise vom nordischen Klassizismus zum Funktionalismus, dessen Pionier er in Schweden wurde. Wie sehr viele Architekten jener Zeit, so war für Asplund auch jedes Detail im Inneren einer Wohnung von Bedeutung, was ihn bereits 1917 sehr bekannt machte, als der Architekt bewies dass auch die Küche einer Arbeiterwohnung menschlich gestaltet werden kann.

Gunnar Asplund kam am 22. September 1885 in Stockholm zur Welt und studierte nach seinem Abitur im Jahre 1904 an der Tekniska Skolan in der schwedischen Hauptstadt Architektur. Wie mehrere andere moderne Architekten jener Zeit weigerte er sich jedoch sein Studium an der sehr konservativen Kunsthochschule fortzuführen, sondern er schrieb sich in der Klara Skola ein, die, unter anderem von Ivar Tengbom mitgegründet worden wurde. Ein Jahr später machte Asplund eine Studienreise nach Deutschland und 1912 wurde er von der Stadt Stockholm als Architekt im Bauamt eingestellt und begann als Assistent an der KTH (Kungliga Tekniska högskolan) zu arbeiten.

Eines der bekanntesten Bauwerke von Gunnar Asplund ist ein frühes Werk, das er gemeinsam mit Sigurd Lewerentz verwirklichte, nämlich der Skogskyrkogården in Stockholm, wobei jedoch seine radikale Einstellung dazu führte, dass seine Auftragslage meist zu wünschen ließ. Wirklich Aufmerksamkeit erregte Asplund jedoch erneut im Jahre 1930, als er für die Architektur der Stockholmausstellung beauftragt wurde. Als der Architekt im Folgejahr Professor an der Kungliga Tekniska högskolan wurde und er in dem sehr diskutierten Buch acceptera mitwirkte, gingen auch die Anzahl der Aufträge wieder etwas in die Höhe, aber auf Grund des Zweiten Weltkrieges konnte Asplund dennoch nicht mehr als rund 40 Bauten fertigstellen, etwas über die Hälfte jener, die auf dem Reißbrett entstanden waren.


20. Oktober 1650: Kristina wird zur Königin von Schweden gekrönt
20. Oktober 1848: Der schwedische Künstler Ingel Fallstedt
20. Oktober 1914: Der schwedische Künstler Arne Jones
20. Oktober 1978: Der Tod des schwedischen Rennfahrers Gunnar Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 24. August 2014

Der schwedische Architekt Curt Björklund

Wer heute in Stockholm über das Architekturbüro BOT Arkitekter AB stolpert, kommt kaum auf den Gedanken, dass dieses Unternehmen auf den schwedischen Architekten Curt Björklund zurückgeht und in großen Zügen auch hinsichtlich der Bauprojekte weiterhin der Linie des Gründers folgt, auch wenn Ricardo Ortiz, der heutige Besitzer des Büros, seine Aktivitäten etwas ausdehnte und neben Häusern für anspruchsvolle Kunden auch Abenteueranlagen plant und baut.

Curt Björklund kam am 24. August 1895 als Sohn eines beim Staat angestellten Generaldirektors in Stockholm zur Welt und studierte erst an der KTH (Kungliga Tekniska Högskolan) und später auch der KKH (Kungliga Konsthögskolan) Architektur. Bevor sich Björklund dann im Jahre 1929 selbständig machte, arbeitete er für den renommierten Architekten Ivar Tengbom in dessen Auftrag er auch die Funäsdalens Kyrka im Härjedalen verwirklichte und mehrere Umbauten von Stadthotels unternommen hat. Nachdem Björklund vor seiner Anstellung bei Tengbom bereits im Stockholmer Bauamt tätig gewesen war, hatte er 1929 die besten Voraussetzungen um als Architekt Erfolg zu haben.

Da Curt Björklund, der auch Architekt für das Schulamt und die Marine war, sehr häufig mit Umbauten und Erweiterungen von Gebäuden beauftragt wurde, tritt sein persönlicher Stil in relativ wenigen Gebäuden Schwedens zu Tage. Abgesehen vom Länssparbankens hus am Sergels torg in Stockholm baute Björklund mehrere Villen im sogenannten Diplomatenviertel der schwedischen Hauptstadt, unter anderem die Villa Hjorth. Die Bauten des Architekten wirken meist kantig und extrem vereinfacht, denn sie wurden nicht für ein imposantes Aussehen geschaffen, sondern sie sollten einem Ziel dienen, was bedeutet, dass vor allem Wert auf die Verteilung der Räume und ihre Größe gelegt wurde. Curt Björklund starb am 5. Dezember 1958 im Alter von 63 Jahren.


24. August 1901: Carl Ludvig Granlund, der letzte Wegelagerer Schwedens
24. August 1905: Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens
24. August 2003: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
24. August 2014: Die Gärten von Jonsered bei Göteborg

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 14. Juni 2013

Das Grand Hotel in Stockholm entsteht

Als 1966 die erste Stockholmausstellung stattfand und Schweden plötzlich international bekannter wurde, stellte man fest, dass man in ganz Stockholm kein Hotel der Oberklasse hatte nach dem viele der einflussreichen Gäste aus den anderen europäischen Ländern suchten. Aus diesem Grund erhielt der erfolgreiche Hotelier Jean-François Régis Cadier, der seit 1852 in der schwedischen Hauptstadt war und dort seit 1859 das bis dahin exklusivste Hotel betrieb, den Auftrag ein Luxushotel zu bauen, eine Aufgabe die der ehemalige Schlosskoch gerne annahm.

Im Februar 1872 legte der Architekt Axel Kumlien die ersten Pläne für das Grand Hotel vor und nur einen Monat später wurde mit dem Bau begonnen. Am 14. Juni 1874 konnte das neue Hotel bereits eingeweiht werden und die ersten Gäste konnten mitten in Stockholm ein wenig französische Atmosphäre schnuppern. Bis 1897 blieb das Grand Hotel in der Familie Cadier. Im Jahre 1899, zwei Jahre nach dem Verkauf, wurde die Fassade neu gestaltet und das Hotel durch Neuerwerbungen weiter ausgedehnt. Schon 1926 musste das Hotel dann erneut renoviert werden und der Architekt Ivar Tengbom verlieh der Fassade dabei ihr heutiges Aussehen.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg der Tourismus in Schweden einsetzte, begann sich der schwedische Finanzmann Marcus Wallenberg für die Hotelbranche zu interessieren und er erwarb das Carlton Hotel. Am 1. Januar 1968 übernahm er dann über diesen Weg auch das Grand Hotel, das heute im Besitz der Investor AB ist, die vollständig von der Familie Wallenberg kontrolliert wird. Auch heute ist das Grand Hotel in Stockholm noch das exklusivste Hotel der schwedischen Hauptstadt in dem das billigste Zimmer pro Nacht nicht unter 300 Euro zu erhalten ist und die Suite bei knapp 1600 Euro pro Nacht liegt.


14. Juni 1897: Jan Fridegård, der Autor der modernen Klassik Schwedens 
14. Juni 2001: EU-Gipfel in Göteborg mit Unruhen

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg