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Donnerstag, 11. April 2019

Der Schriftsteller Karl Vennberg

Karl Vennberg kam am 11. April 1910 als Sohn eines Landwirts in Blädinge zur Welt und wurde im strengen christlichen Glauben erzogen, da die Eltern ihn auch als Priester sehen wollten. Vennberg begann, nach seiner Hochschulreife, eine entsprechende Ausbildung an der Universität Lund, die er jedoch nicht zu Ende führte, sondern vorher nach Stockholm ging um dort, ebenfalls ohne Abschluss, die Universität zu besuchen. In diesen Jahren begann Vennberg auch erste Gedichte und Novellen in der Tagespresse zu veröffentlichen und versuchte sich, wenn auch wenig erfolgreich, ebenfalls an Kriminalnovellen.

Als Dichter zeigte sich Karl Vennberg erstmals 1937 mit seinem Erstlingswerk Hymn och hunger, das bereits die Zeitströmung der Dichter der 40er Jahre zeigte, jedoch vollständig um christliche Themen kreiste. Bereits in diesem Band fand man die Ironie, die Zeitkritik und die existentielle Fragestellung, die man auch in allen späteren Veröffentlichungen des Schriftstellers findet. Erst 1949 sollte Vennberg dann mit seinem Gedichtband Fiskefärd seinen Durchbruch haben, als er die Religion mehr mystifizierte, jedoch gleichzeitig zur Idylle neigte, womit sich der Leser weitaus einfacher identifizieren konnte. Erst ab den 70er Jahren sollte sich Vennberg etwas von den religiösen und politischen Themen, die seine Schöpfungen prägen, lösen und er sich selbst als Poet erneuern.

Über die Einstellung von Karl Vennberg zu Hitler wird noch heute diskutierte, da er vor allem in hitler-kritischen Zeitungen und Zeitschriften mitarbeitete, in den Jahren 1936 und 1937 jedoch Hitler auch verteidigte und mit ihm vor allem die Meinung teilte, dass Sigmund Freud den moralischen Verfall herbeileite, 1940 dann jedoch schrieb, dass alles Böse aus Deutschland komme. Wenige Jahre später kann man bei Karl Vennberg, der am 12. Mai 1995 starb, lesen, dass der Nazismus nichts anderes sei als der letzte Ausweg des Privatkapitalismus, er also die Bewegung Hitlers sogar in die linke Ideologie einbettete. Politisch schien sich Vennberg gegen Ende des Zweiten Weltkrieges auf jeden Fall ganz von Hitlers Ideologie abzuwenden, da er später die Neutralität Schwedens als Grundpfeiler der Weltpolitik sah.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1882: Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller
11. April 1896: Der schwedische Künstler Olof Sager-Nelson
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. April 2019

Der Schriftsteller Josef Bertil Kjellgren

Josef Bertil Kjellgren wurde am 13. November 1907 als Sohn eines Seemanns auf der Insel Mörkö geboren. Als Kjellgren sechs Jahre alt war, zog die Familie nach Stockholm, wo der spätere Schriftsteller nach der Grundschule auch in den verschiedensten Arbeiterberufen arbeitete. Als Kjellgren 15 Jahre als war, stellten die Ärzte erstmals Tuberkulose bei ihm fest, was seine Zukunft stark beeinflussen sollte, da er aus diesem Grund auch einige Jahre im Sanatorium verbrachte. Noch in seiner Jugend fing Kjellgren, gemeinsam mit seinem Freund Erik Asklund, die ersten Novellen zu schreiben, ermuntert und beraten vom Schriftsteller Rudolf Värnlund, der in der gleichen Straße wohnte wie Kjellgren.

1929, im Jahr als Josef Bertil Kjellgren erstmals in einer Anthologie veröffentlicht wurde, machte er sich mit Asklund zu Fuß auf den Weg nach Paris, eine Reise, die die beiden Schriftsteller durch Reisebriefe und Zeitungsartikel finanzierten. Nachdem Kjellgren einige Zeit mit Eyvind Johnson verbracht hatte, der sich in Paris niedergelassen hatte, heuerte er für die Rückfahrt nach Schweden auf einem Fahrzeug an. Das Ergebnis dieser Reise war dann På snålskjuts genom Eurpa, ein Reisebuch, das bereits 1930 erschien und als das erste Werk des Schriftstellers zählt. Im Jahr 1931 erschien dann Kjellgrens erster Gedichtband Frysken, den 1933 der Band Occident folgte.

Nach einem Winteraufenthalt auf Åland im Jahre 1936 kehrte Josef Bertil Kjellgren mit einer schweren Erkältung zurück, die allerdings zum Ausbruch der ruhenden Tuberkulose führte. Die folgenden zwölf Jahre verbrachte Kjellgren, der am 8. April 1948 in Stockholm starb, überwiegend in Sanatorien in denen er, trotz seiner Krankheit weiterhin schriftstellerisch tätig war. In diesen Jahren entstand, neben einem Filmmanuskript, das den Streik in den Götaverken in Göteborg behandelte, auch ein Theaterstück, das 1948 unter dem Titel Främmande hamn von Arne Lyden ebenfalls verfilmt wurde. Die schriftstellerische Breite des Arbeiterschriftstellers war enorm, denn neben Gedichten, Manuskripten für Film und Theater, schrieb er vor allem Reisebücher und auch Jugendbücher.


8. April 1800: Der schwedische Künstler Carl Jacob Lindström
8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1888: Die Sophiakirche in Jönköping wird eingeweiht
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts 
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1938: Der schwedische Einzelhandelgigant ICA
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1961: Claes Malmberg, Schauspieler und Stand-Up-Comedian
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. März 2019

Der schwedische Schriftsteller Gustaf Regnér

Gustaf Regnér kam am 11. Oktober 1748 als Sohn eines Priesters in Fivelstad im Östergötland zur Welt und begann 1767 ein Studium an der Universität Uppsala, wo er sich auch dem Studentenverein Apollini Sacra anschloss. Bereits 1772 wurde er auch Mitglied im Stockholmer Utile Dulci, wo er für eines seiner Skaldestücke einen Preis erhalten hatte. Nach Ende seines Studiums wurde Regnér als Kanzleiangestellter im Kanzleikollegium beschäftigt und zog in diesem Zusammenhang nach Stockholm, wobei er seiner schriftstellerischen Neigung nur in seiner Freizeit nachging.

Auch wenn sich Gustaf Regnér als Skalde und Schriftsteller sah, und ab 1784 auch Redakteur der Stockholms post tidning und der Inrikes tidningar war, so waren seine Leistungen in diesem Bereich, von heutiger Warte aus gesehen, wenig überzeugend, denn seine  Werke zwischen 1776 und 1788 zeigen keine Persönlichkeit des Autors, sondern sind lediglich den Zeitströmungen angepasst, auf eine Weise, dass er damit zwar literarische Preise der Vitterhetsakademien und der Svenska Akademien erhielt, jedoch von den Literaten der Zeit kaum wahrgenommen wurden.

Die tatsächliche Leistung des Schriftstellers Gustaf Regnér ist indes auf einem anderen Gebiet zu finden, nämliche seinen Kritiken und den Beiträgen zur literarischen Entwicklung des damaligen Schweden. Regnér widersetzte sich dabei dem damaligen Einfluss der französischen Literatur und des Theaters und kämpfte für eine modernere Literatur, die, seiner Meinung nach, vor allem aus Deutschland kam, aber auch im nordischen Raum keimte. Einerseits unterstützte Regnér Thomas Thorild, der sich vom gereimten Vers abwandte, andererseits wollte Gustaf Regnér, der am 22. März 1819 in Stockholm starb, die ältere schwedische Poesie wieder zum Leben erwecken, ein gewisser Widerspruch, was vermutlich mit dem Romantizismus verbunden ist, der um diese Zeit in der deutschen Literatur zu finden war, die Regnér als Leitbild zukünftiger schwedischer Literatur sah.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1846: Der schwedische Künstler Axel Kulle
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1918: Der Designer Olle Eksell
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 2. März 2019

Der Schriftsteller und Journalist Tage Aurell

Tage Aurell kam am 2. März 1895 als Sohne eines Eisengießers im norwegischen Kristiania, dem heutigen Oslo, zur Welt. Da die Familie jedoch 1901 zurück nach Karlstad zog, ging Aurell auch dort zur Schule. Im Jahr 1913 verließ Aurell, kurz vor dem Abitur, jedoch das Gymnasium um als Journalist zu arbeiten. Sechs Jahre später verließ Aurell Schweden um erst eine kurze Zeit in Berlin zu verbringen, sich dann jedoch rund zehn Jahre lang in Paris niederzulassen, wo er auch einige Zeit an der Universität Sorbonne studierte und, unter anderem, Stendhal ins Schwedische übersetzte.

In Paris lernte Tage Aurell seine norwegische Frau kennen und heiratete sie. Aber dort begann auch seine schriftstellerische Karriere, denn in Paris schrieb Aurell seinen ersten Roman Tybergs gård, der allerdings erst 1932 als Buch erscheinen sollte, als das Ehepaar bereits nach Mangskog im Värmland gezogen war. Seine Anerkennung als Schriftsteller kam dann jedoch erst 1943 mit seinem Buch Skillingtryck, das vor allem auch wegen der ausgeprägten Stilistik gut bewertet wurde. Allerdings musste Aurell während der 40er Jahre weiterhin in Radiosendungen mitwirken, Bücher übersetzen und, gemeinsam mit seiner Frau, an Filmmanuskripten arbeiten.

Auch wenn Tage Aurell nach seinem Buch Skillingtryck in den literarischen Kreis um Gunnar Ekelöf und Harry Martinson kam, so kann man seine literarischen Werke zählen, was damit zusammenhängt, dass Aurell sehr langsam arbeitete und einem komprimierten Stil hatte bei dem der Autor sich über jedes Wort Gedanken machen musste und jeder Satz stilistisch perfekt sein sollte. Aurell war daher mehr im Rundfunk aktiv, wobei ihm bei Hörspielen vor allem seine Frau eine sehr große Hilfe war, da Kathrine Aurell in diesem Bereich zu Hause war. Tage Aurell starb am 21. Februar 1976 in Mangskog und hatte sein letztes Buch bereits 1969 veröffentlicht.


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
2. März 1821: Der JustizministerAxel Adlercreutz
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Die schwedische Künstlerin Tora Vega Holmström
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1886: Die schwedische Künstlerin Agda Holst
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. Februar 2019

Der Kinderbuchautor Harry Kullman

Harry Kullman kam am 22. Februar 1919 in einer armen und kinderreichen Arbeiterfamilie in Malmö zur Welt, kam jedoch im Alter von sieben Jahren mit seinen Eltern nach Stockholm um dort die Volksschule zu besuchen. Nach Abschluss der Volksschule begann Kullman als Laufbursche zu arbeiten und besuchte gleichzeitig Abendkurse um die Realschulreife zu machen. Der spätere Schriftsteller zeigte sich als wissbegierig, machte anschließend noch das Abitur und studierte zudem Wirtschaftswissenschaften, ein Studium, das er Jahre später noch mit einem literaturwissenschaftlichen Studium ergänzte.

Nach seinem Studium an der Handelshochschule in Stockholm begann Harry Kullman in der Werbebranche zu arbeiten, strebte jedoch eine Karriere als Jugendbuchautor an. Während seine ersten Manuskripte alle abgelehnt wurden, kam 1948 mit seinem Buch Med hemlig order der erste Erfolg, da er hiermit nicht nur einen Jugendbuchwettbewerb gewann, sondern der ersten Auflage auch eine zweite mit 50.000 Exemplaren folgte, und sein zweites Buch Den svarta fläcken ein Jahr später eine bedeutende Aufmerksamkeit erregte, da seine Hautfigur auch Autos klaute, obwohl zu jener Zeit jede Straftat in einem Jugendbuch tabu war. Den svarta fläcken (Der schwarze Fleck) kam jedoch zur rechten Zeit., und das Buch gilt heute als Umbruch in der Jugendbuchliteratur Schwedens, und für Kullman bedeutete es, dass er in den 50er Jahren zu den bedeutendsten, schwedischen Autoren von Kinder- und Jugendbüchern zählte.

Ab dieser Zeit setzte sich Harry Kullman auch immer mehr für die Rechte von Jugendbuchautoren ein, schloss sich entsprechenden Verbänden an und schrieb zu diesem Thema zahlreiche Artikel. Neben zahlreichen Jugendbüchern schrieb Kullman zudem historische Romane, zwei Kriminalromane und er betätigte sich als Übersetzer von Jugendbüchern. Vor allem bei seinen Übersetzungen handelte es sich jedoch nahezu um Bücher Kullbergs selbst, denn er übernahm weder die Stilistik der Originale, noch die gesamten Texte und, in einem Fall, findet man kaum noch eine Übereinstimmung mit Kullmans Übersetzung und dem Originalwerk. Allerdings kann man heute nicht mehr sagen, ob dies vom Verlag oder vom Übersetzer entschieden wurde, denn in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte man in Schweden sehr klare Vorstellungen wie ein Jugendbuch geschrieben sein musste und Kürzungen oder gestrichene Texte waren daher  an der Tagesordnung.


22. Februar 1805: Die schwedische Prinzessin Amalia
22. Februar 1806: Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums
22. Februar 1912: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
22. Februar 1845: Der schwedische Politiker Lennart Groll
22. Februar 1911: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
22. Februar 1932: Die schwedische Schauspielerin Elsa Prawitz
22. Februar 1944: Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. Januar 2019

Per Ahlmark, schwedischer Politiker und Schriftsteller

Per Ahlmark kam am 15. Januar 1939 als Sohn eines Ärztepaares in Stockholm zur Welt und zeigte im Jahre 1956 erstmals sein politisches Engagement. Gemeinsam mit dem Mitschüler Hans Hederberg forderte er die Freistellung vom damals obligatorischen Morgengebet vor Schulbeginn und wandte sich damit an die damalige schwedische Regierung. Auch wenn sein Antrag abgelehnt wurde, so konnte er damit eine öffentliche Debatte zu diesem Thema in der Presse erreichen, was nur wenige Jahre später dazu führte, dass es Schülern grundsätzlich freigestellt wurde am Morgengebet teilzunehmen oder nicht.

Die politische Karriere Per Ahlmarks begann jedoch erst mit seiner Mitgliedschaft im Jugendverband der Volkspartei (Folkpartiet), die zur Mitgliedschaft in der Volkspartei, 1975 zum Vorsitz der Partei und zu späteren Ministerposten führte. Während Ahlmark sich in den 60er Jahren stark für die Abschaffung des Zweikammersystems interessierte, kämpfte er in der ersten bürgerlichen Nachkriegsregierung als Minister vor allem darum die Arbeitslosigkeit zu senken, wobei er beweisen konnte, dass auch bürgerliche Parteien dabei Erfolg haben können, was die Sozialdemokraten immer bestritten hatten. Nach dem Selbstmord seiner damaligen Partnerin, Maude Adelson, im Jahre 1977 geriet der Politiker jedoch in eine schwere Depression und brach seine politischen Ambitionen vollständig ab.

Nach seinem Rückzug aus der Politik engagierte sich Per Ahlmark beim Svenska Filminstitutet SF und später auch an der Elie Wiesel Foundation, setzte seine Energie jedoch vor allem in die Schriftstellerei, die nicht nur aus politischen Werken bestand, die sehr deutlich die schwedische Linke als Feind der Demokratie darstellten, sondern er schrieb auch aus drei Gedichtbände und einem Roman, und schrieb zahlreichen Artikeln in verschiedenen liberalen und rechts orientierten Zeitungen. Seine Nähe zu Israel drückte der Politiker und Schriftsteller auch dadurch aus, dass er, gemeinsam mit seiner Ehefrau, die Werke des israelischen Poeten Yehuda Amichai übersetzte.


15. Januar 1860: Der schwedische Künstler Oscar Björk
15. Januar 1866: Nathan Söderblom,Träger des Friedensnobelpreises
15. Januar 1869: Der schwedische Künstler Alfred Bergström
15. Januar 1886: Henning Hamilton und die Hamiltonaffäre

15. Januar 1909: Die schwedische Künstlerin Eva Bonnier 
15. Januar 1912: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
15. Januar 1986: Josef Högstedt, der beliebte Lyriker Pälle Näver
15. Januar 1987: Der mysteriöse Tode von Carl Algernon
15. Januar 1989: Der Tag der Tulpen in Schweden
15. Januar 2005: Sven Christer Swahn, von der Lyrik bis Science Fiction

15. Januar 2006: Die schwedische Piratenpartei (Piratpartiet)

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 28. April 2018

Der Schriftsteller und Zeichner Johan Herman Hofberg

Johan Herman Hofberg kam am 11. Juni 1823 als Sohn eines Priesters in Stora Malm im Södermanland zur Welt und begann 1843 ein medizin-philosophisches Studium an der Universität Uppsala. Nach seinem Examen in Uppsala im Jahr 1849, setze er seine medizinischen Studien in Stockholm fort und arbeitete von 1852 bis 1868 als Distrikarzt in der Provinz Örebro. Auch wenn Hofberg von seinen Patienten geschätzt war und er allgemein als guter Arzt gesehen wurde, so hatte er das Gefühl, dass dies nicht seine Berufung sei.

Bereits während seiner Zeit als Distriktarzt hatte sich Johan Herman Hofberg stark für die Vorgeschichte der Provinz interessiert und Sagen, aber auch Fundgegenstände des Gebietes gesammelt und einige Schriften zu diesen Themen veröffentlicht, wobei die Volksforschung in jener Zeit geradezu eine Volksbewegung war. Obwohl Hofberg keinerlei Ausbildung in diesem Bereich hatte, entschied er sich im Jahr 1868 den Beruf als Arzt aufzugeben um sich ganz der Erforschung der Vorgeschichte widmen zu können. Auch wenn sein Beitrag auf diesem Gebiet beachtlich war, so blieb die Arbeit Hofbergs als Volksforscher auf einem Amateurniveau.

Dennoch hinterließ Johan Herman Hofberg, der am 28. April 1883 in Stockholm starb, ein Grundlagenwerk Schwedens, denn er arbeitete zwischen 1973 und 1876 an einem biographischen Lexikon mit tauenden von Kurzbiographien bedeutender Schweden seit der Zeit der Reformation, ein einzigartiges Handlexikon, das zudem in einer einfachen Sprache geschrieben war, so dass damit eine sehr breite Schicht an Lesern angesprochen wurde. Da auch dieses Werk sehr oberflächlich bearbeitet war, jedoch einzigartig für seine Zeit, wurde es 1906 in einer vollkommen überarbeiteten und bebilderten Version erneut auf den Markt gebracht und weiterhin als das Hofbergs Handlexikon bezeichnet.


28. April 1662: Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck
28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1932: Der Regisseur und Schriftsteller Torbjörn Axelman
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. April 2018

Der Künstler und Schriftsteller Ernst Norlind

Ernst Norlind kam am 25. April 1877 als Sohn eines Priesters in Vellinge zur Welt und wuchs unter sehr armen Verhältnissen auf, auch wenn zu Hause Bildung und Kultur einen hohen Wert hatten. Nach seiner Hochschulreife im Jahr 1895 schrieb sich Norlind an der Universität Lund ein um der Laufbahn des Vaters zu folgen. Schon drei Jahre später ¨änderte er dann seine Einstellung und entschied sich für eine künstlerische Laufbahn, was vermutlich damit zusammenhing, dass Norlind während der Studienzeit künftige Schriftsteller als Freunde hatte, mit denen er eine kritische Einstellung zur Gesellschaft einnahm.

Ernst Norlind machte indes keine klassische Ausbildung als Künstler, sondern erwarb seine Kenntnisse während einer längeren Studienreise durch mehrere Länder Europas, was allerdings auch dazu führte, dass sich Norlind zu einem Multikünstler entwickelte, der zwischen der Ölmalerei und der Gravur nahezu mit allen künstlerischen Techniken vertraut war, inklusive der Schmuckherstellung in Gold und Silber. Die Stärke Norlinds wurde indes die Landschaftsmalerei und die Illustration, wobei er anfangs zu sehr düsteren Farben griff und erst später auch das Licht und die Farben entdeckte.

Ernst Norlind, der am 16. Dezember 1952 starb, war jedoch nicht nur als Künstler aktiv, sondern betätigte sich ab 1903 auch als Schriftsteller, wobei auch hierbei seine Breite enorm war, denn Norberg veröffentlichte Novellen, Poesie, Essays, Dramatik und andere literarische Gattungen mehr, wobei er, gemeinsam mit seiner Frau, auch junge Schriftsteller und Künstler unterstütze, da das Ehepaar aus ihrer Wohnung, dem Schloss Borgeby, ein regelrechtes kulturelles Zentrum machten. Ein typisches Zeichen der Literatur Norlinds war indes, dass es immer ein glückliches Ende gab, egal wie problematisch die Handlungen verliefen.


25. April 1529: Der Aufruhr gegen Gustav Vasa endet in Broddetorp
25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1892: Der schwedische Künstler Arvid Knöppel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. April 2018

Der schwedische Schriftsteller Ane Randel

Ane Randel kam am 23. April 1879 als Sohn eines Regimentspfarrers in Karlskoga zur Welt und bildete sich nach seiner Hochschulreife zum Lehrer aus, wobei er jedoch, nach seinem Examen als Lehrer im Jahr 1898, noch Philosophie an der Universität Uppsala studierte und dort 1904 seine Kandidatur machte. Nach Abschluss des Studiums begann Randel erst für das Svenska Dagbladet zu arbeiten, später wechselte er zu Ord och Bild, zum Aftonbladet und schließlich zur Göteborgs-Posten, wobei er seine Artikel grundsätzlich unter einem Pseudonym veröffentlichte.

Ab 1913 veröffentlichte Ane Randel jedes Jahr ein unterhaltsames Buch, das vor allem Tagesthemen, kulturhistorische Schriften und kulinarische Betrachtungen aus seiner sehr konservativen Haltung präsentierte. Trotz seiner permanenten Umschreibung und der Anwendung von einem Maximum an Synonymen konnte Randel mit seinem Humor und seinen lehrhaften Aussagen eine breites Publikum gewinnen, das sich auch mit seinen klassischen und konservativen Meinungen identifizierte. Während heute die kulturhistorischen Betrachtungen Randels überholt scheinen, haben seine Erzählungen über die Essenskultur noch heute eine gewisse Bedeutung.

Auch wenn Ane Randel als Übersetzer nicht sehr eifrig war, so ist seine Leistung bei der Übersetzung des Werkes Le Gran Testament von François Villon eine einzigartige Leistung, denn innerhalb von zehn Jahren übersetzte Randel das gesamte Werk und behielt bei der schwedischen Übersetzung selbst die Versform des Dichters, eine Leistung, die, nach Randel, nie wieder einem Übersetzer gelang. Um das Verständnis dieses gigantischen Werkes dem schwedischen Leser zu erleichtert, verfasste Randel ein wissenschaftliches Vorwort von 54 Seiten. Dieses Werk kam damals jedoch nicht nur in Buchform auf den Markt, sondern wurde auch ausschnittsweise im Svenska Dagbladet veröffentlicht.


23. April 1800: Carl Israel Hallman und die schwedische Opéra Comique
23. April 1803: Der Priester und Schriftsteller Gustaf Henrik Mellin
23. April 1847: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
23. April 1889: Die schwedische Prinzessin Eugénie
23. April 1889: Die Entstehung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schwedens
23. April 1906: Der religiöse Dichter Anders Frostenson
23. April 1938: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
23. April 1941: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
23. April 1942: Das nordische Folkbåt (Volksboot) läuft vom Stapel
23. April 1947: Christer Pettersson wird wegen Olof Palme Mord festgenommen
23. April 1967: Musik, Vergnügen und Essen im Stockholmer Nalen
23. April 1995: Das Statarmuseum in Torup bei Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. April 2018

Der Schriftsteller Otto von Feilitzen

Otto von Feilitzen kam am 22. Aril 1820 in Skeda zur Welt und schrieb sich nach seiner Hochschulreife in Linköping 1838 an der Universität Uppsala ein um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Nach seinem Magister im Jahr 1845 begann von Feilitzen im Reichsarchiv zu arbeiten, wurde jedoch ab 1851 gleichzeitig Direktor des Stockholmer Gymnasiums. Auch wenn die Arbeit im Reichsarchiv üblicherweise mit der Veröffentlichung wissenschaftlicher Werke verbunden war, veröffentlichte von Feilitzen nur sehr wenige historische Werke in jener Zeit, die zudem sehr oberflächlich gehalten waren und daher, in wissenschaftlichen Kreisen, wenig Einfluss hatten.

Ein weitaus größeres Interesse zeigte Otto von Feilitzen am Ausbildungssystem, sowie den religiösen und humanitären Problemen der Gesellschaft. Im Schulwesen strebte von Feilitzen eine durchgreifende Reform an, die vom reinen theoretischen Unterricht zur Schaffung einer rein intellektuellen Schicht mehr zu einem Ausgleich von Theorie und Praxis führen sollte, damit auch die gehobene Schicht Schwedens die Bedeutung und den Werk von körperlicher Arbeit verstehen könne. Um sein Ziel zu erreichen, veröffentlichte von Feilitzen hierüber zahlreiche Broschüren und auch umfassendere Publikationen, die insbesondere auch August Strindberg beeindruckten und dessen Anschauen zum schwedischen Schulwesen beeinflussten.

Otto von Feilitzen hatte bereits mit 20 Jahren sein erstes literarisches Werk Granneran i skärgården verfasst und sah sich in den Spuren des Schriftstellers Carl Jonas Love Almqvist, sowohl in seiner konservativen Einstellung zur Religion als auch den humanistischen Werten und der Darstellung des Lebens der Landbevölkerung. Otto von Feilitzen, der am 3. September 1889 in Stockholm starb, verfasste mehrere Romane zur Volksschilderung, die jeweils in mehreren Auflagen erschienen und auch ins Dänische und Finnische übersetzt wurden, wobei man jedoch diesen Werken, von heutiger Warte, kaum überzeugt ist, da von Feilitzen zu sehr seinem Idol nacheiferte als wirklich eine eigene Persönlichkeit in seinen Werken zu entwickeln.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1822: Der schwedische Künstler Bengt Nordenberg
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1919: Der Schriftsteller Torsten Ehrenmark
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 5. Februar 2018

Die schwedische Schriftsteller Per Adolf Granberg

Per Adolf Granberg kam am 17. April 1770 in einer kinderreichen und sehr armen Familie in Göteborg zur Welt, da der Vater drei Jahre vor seiner Geburt in Konkurs gegangen war und mit seiner Tätigkeit als Kontrolleur der Ostindien Gesellschaft kaum die Familie ernähren konnte. Erschwerend kam hinzu, dass Granberg ohne linken Unterarm geboren wurde und daher eine Holzhand hatte. Ohne eine besondere Bildung zu erhalten, gelang es Granberg jedoch einige Sprachkurse zu besuchen und eine Vielzahl der deutschen, englischen und französischen Schriftsteller zu lesen, um anschließend in der gehobenen Gesellschaft Anstellungen als Privatlehrer, insbesondere für Englisch und Französisch, zu erhalten.

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer betätigte sich Per Adolf Granberg insbesondere als Poet und 1797 erschien auch sein erster Gedichtband Odödlighetens hopp, dem während der folgenden 13 Jahre mehrere Weitere Gedichtbände und Novellen folgen sollten. Auch wenn Granberg Stimmungen sehr gut erfassen und darstellen konnte, so sind seine Werke leider mehr von seinen ausgezeichneten Kenntnissen anderer Autoren geprägt als einem persönlichen Stil, was auch verhinderte, dass er in literarischen Kreisen Schwedens wirklich anerkennt wurde. In diesem Punkt zeigte sich auch deutlich wie schwierig es war für einen Autodidakten den gesellschaftlichen Aufstieg zu schaffen.

Ab 1810 stürzte sich Per Adolf Granberg in eine bedeutende literarische Aktivität, ging jedoch nun mehr den Weg eines wissenschaftlichen Autors und arbeitete jahrelang an geschichtlichen und ökonomischen Werken, teilweise auch auf Auftrag, auch wenn ihn diese Aufgaben nicht aus der ständigen finanziellen Not befreien konnten. Letztendlich akzeptierte Granberg auch eine Tätigkeit als Beamter und übersetzte Dramen aus dem Englischen, die zwar aufgeführt wurden, aber von der gehobenen literarischen Schicht Schwedens auf das härteste kritisiert wurden, obwohl es Granberg gelungen war sogar einen Preis der Svenska Akademien zu erringen. Per Adolf Granberg starb am 5. Februar 1841 im Alter von 70 Jahren in Stockholm.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens
5. Februar 1928: Der Komiker und Schriftsteller Tage Danielsson
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
5. Februar 1950: Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti
5. Februar 2010: Die Linnéuniversität in Kalmar 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 28. April 2017

Der Regisseur und Schriftsteller Torbjörn Axelman

Torbjörn Axelman kam am 28. Aril 1932 in Eskilstuna zur Welt und studierte an der Universität Uppsala, ein Studium, das er 1956 mit einem Magister in Philosophie abschloss. Unmittelbar nach Abschluss des Studiums begann Axelman mit Owe Thörnqvist Revuen in Uppsala  aufzuführen, die so erfolgreich waren, dass einige der Sketche für die Casinorevue in Stockholm benutzt wurden und Axelman so bekannt machten, dass er ab 1956 vom schwedischen Fernsehen angestellt wurde und dort, unter anderem, die Sendung Aktuellt ins Leben rief.

Ende der 60er Jahre begann Torbjörn Axelman eine Zusammenarbeit mit Lee Hazelwood und setzte in die Film- und die Musikszene. In diesen Jahren nahm Axelman auch mehrmals an den Ausscheidungen in Montreux teil, unter anderem mit Lasse Åberg und Lill Babs, was dazu führte, dass er 1974 auch in die internationale Jury in Montreux gewählt wurde. Ebenfalls äb den 60er Jahren veröffentlichte Axelman mehrere Gedichtbände, die sämtliche im Verlag erschienen, den er gemeinsam mit Lee Hazelwood gegründet hatte. Nach dem Film Hommage á Harry Schein, bei dem Axelman 1984 Regie führte, wurde es ruhig um Axelmann, bis 2008, als er plötzlich wieder auf nationalem Niveau auf den Titelseiten zu finden war.

Am 1. Dezember 2008 führte ein persönlicher Streit zwischen Tornjörn Axelman und Joakim Hansson, der das Haus Axelmans gekauft hatte und Teile davon an diesen vermietet hatte, dazu, dass Axelman seinen Vermieterin in den Rücken schoss und, als die Polizei zum Tatort kam, auch auf die Polizei feuerte. Die Anklage lautete dann auf dreifachen Mordversuch. Der Gerichtspsychiater stellte schwere Störungen bei Axelman fest, der daraufhin in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen wurde, die er erst zwei Jahre später wieder verlassen durfte.


28. April 1662: Die deutsch-schwedische Gräfin Aurora von Königsmarck
28. April 1715: Carl Fredrik Scheffer zwischen Politik und Literatur
28. April 1846: Der Astronom Johan Oskar Backlund
28. April 1868: Hjalmar Procopé, ein finnlandschwedischer Dichter
28. April 1938: Wasser und Brot in schwedischen Gefängnissen
28. April 1973: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
28. April 2012: Das Naturreservat Slottsberget in Skärstad 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. April 2017

Der Schriftsteller Torsten Ehrenmark

Torsten Ehrenmark kam am 22. April 1919 als Sohn eines Schauspielerpaares in Lindesberg zur Welt, wuchs jedoch bei seinen Großeltern väterlicherseits in Örebro auf, wo er auch zur Schule ging, im Gegensatz zur Schwester, die bei der Mutter in Stockholm aufwuchs. Nach seiner Hochschulreife begann Ehrenmark ein Jahr lang bei der Nerikes Allehanda zu arbeiten, wechselte dann zur Sundsvalls Tidning, dem Östgöta Corresondenden, um schließlich 1942 bei der Stockholms-Tidningen zu landen.

Ab 1955 arbeitete Torsten Ehrenmark als Auslandskorrespondent für das Aftonbladet in London, wo er jedoch vom Journalismus mehr und mehr zu Plaudereien überging, die bisweilen mit einem gewissen Thema begannen, dann jedoch mit einem völlig anderen Thema endeten. Diese Fähigkeit mit sehr viel Ironie über jedes Thema zu plaudern, führte letztendlich auch dazu, dass Ehrenmark ab 1966, bis zu seinem Tod am 10. März 1985, jedes Jahr ein Buch mit seinen jährlichen Plaudereien veröffentlichte und sein Verlag auch nach seinem Tod weiterhin Sammelbände veröffentlichte. Die Arbeit als Journalist in Paris, London und New York wurde mit der Zeit aus diesem Grund nahezu zur Nebentätigkeit.

Die Bücher und Plaudereien Torsten Ehrenmarks spielen sehr häufig in Örebro, wobei auch seine Familie häufigt eine Rolle spielt, so dass sich seine ironischen Betrachtungen auch auf sein Privatleben erstrecken. Seine jährlichen Plauderei-Bände wurden in der Regel von Poul Ströyer illustriert, was den Humor Ehrenmarks sogar verstärkte. Torsten Ehrenmark, der seine Sommer in einer Stuga in Schweden verbrachte, gehörte zu den beliebtesten Personen Schwedens, was dazu führte, dass er auch 50 Sommersendungen im schwedischen Rundfunk hatte in denen er über alle Themen sprach, die ihm nur in den Sinn kamen. Der Schriftsteller und Journalist wollte unterhalten, so dass man die Tiefe seiner Gedanken zwischen den Zeilen suchen muss.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1822: Der schwedische Künstler Bengt Nordenberg
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. April 2017

Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller

Ragnar Ring kam am 11. April 1882 in Kinnarumma im Västra Götaland zur Welt, verbrachte jedoch seine Kindheit überwiegend im Småland. Nach seiner Hochschulreife in Växjö im Jahre 1901 verließ Ring jedoch das Småland um in Stockholm eine militärische Karriere zu beginnen. Schon 1905 wurde Ring dann Unterleutnant und begann eine Weiterbildung an der Kriegsschule Karlberg. Hier zeigte sich erstmals eines der Talente Rings, denn er komponierte während der Ausbildung den Walzer Karlsbergsboston, der nur wenig später zum ständigen Repertoire des Musikkorps KKS wurde.

Im Jahre 1906 wurde Ragnar Ring dann ins Regiment im Västernorrland versetzt, wo er zwei Jahre später zum Leutnant ernannt wurde. In diesen Jahren nahm der Rang dann das Pseudonym Lasse Rang an um, neben der militärischen Karriere, auch Feste zu arrangieren und vor allem um für die Härnösand-Posten und das Sollefteå-Bladet zu schreiben. In der Eigenschaft als Journalist fiel Ring 1912 dann dem Regisseur Mauritz Stiller auf, der ihn bat das Manuskript zu einem Film über die ersten Kriegshunde Schwedens zu schreiben, den Film När larmklockan ljuder. Diese Arbeit sollte die Zukunft Lasse Rings bedeutend beeinflussen.

Auch wenn Ragnar Ring weiterhin im Militärdienst blieb, so arbeitete er zwischen 1912 und 1918 immer wieder als Drehbuchautor für Svenska Biografen und die schwedische Niederlassung von Pathé Frères. Nach Ende des Ersten Weltkriegs erschien dann auch der erste Roman Rings, Madame de Menasjévitj, der stark autobiographisch war und vor allem ein Rückblick auf die Geschehnisse am Torne älv war. Ab dieser Zeit widmete Ragnar Ring immer mehr Zeit dem Film und, nach seinem Rückzug aus dem Militärdienst im Jahre 1923, begann er auch als Regisseur zu arbeiten, wobei er sich hierbei vor allem für den frühen Werbefilm einsetzte. Insgesamt verwirklichte Ring über 1000 Werbefilme für die schwedische Industrie, unter anderem den mittlerweile restaurieren Film Herr och Frau Stockholm über das Kaufhaus PUB des Jahres 1920, in dem auch Greta Garbo eine Rolle spielt. Ragnar Ring starb am 1. August 1956 in Stockholm.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. April 2017

Der Maler und Schriftsteller Akke Kumlien

Akke Kumlien wurde am 3. April 1884 als Axel Kumlien in Stockholm geboren, wo er 1903 auch seine Hochschulreife ablegte, bevor er sich zwei Jahre später an der Universität Uppsala einschrieb. 1910 legte er seine Kandidatur in Philosophie ab und ein weiteres Jahr später arbeitete er kurze Zeit als Lehrer an der Volkshochschule in Molkom um sich dann jedoch ganz der Kunst zu widmen, zum einen, indem er sich 1913 an der Universität Lund einschrieb, zum anderen weil er als Hilfskraft am Kunstmuseum der Universität beschäftigt wurde.

Noch während seiner Studienzeit hatte Akke Kumlien auch seine ersten Schritte als Dichter gemacht und zwei Gedichtbände veröffentlicht, sich aber auch stark für Kalligraphie interessiert. Diese Kombination an Kenntnissen verhalf Kumlien 1916 auch dazu dass er 1916 vom Norstedts Verlag in Stockholm als künstlerischer Ratgeber für die Bücher des Verlags angestellt wurde, mit dem Auftrag dem Verlag durch eine neue Graphik einen modernen Stempel zu geben und auch die technischen Möglichkeiten der Buchkunst zu erneuern.

Ab 1924, als Akke Kumlien Lehrer an der Kunsthochschule wurde, entwickelte er eine ungemeine Aktivität, die sein volles Können bewies, denn er erneuerte nicht nur die Typographie und die Buchkunst bei Nordstedt, sondern wurde wegweisend für die bildliche Reklame und er begann eine Parallelkarriere als nordischer Impressionist. Ab diesen Jahren verfasste Kumlien auch mehrere grundlegende Lehrbücher zur Technik der Kunst, die bis heute kaum etwas an ihrem wissenschaftlichem Wert verloren haben. Auch wenn Akke Kumlien, der am 4. Juni 1949 in Stockholm starb, als Maler im Nationalmuseum in Stockholm und im Museum Östersunds vertreten ist, so gilt er bis heute als Erneuerer der schwedischen Buchkunst, Werbegraphik und Typographie.


3. April 1581: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
3. April 1756: Der schwedische Hofdichter Carl Gustaf af Leopold
3. April 1780: Abraham Rydberg, vom Großhändler zum Wohltäter
3. April 1791: Die schwedische Hushållningssällskapet
3. April 1823: Erik Johan Stagnelius, der Aussenseiter unter den Dichtern
3. April 1868: Der schwedische Komponist Franz Berwald
3. April 1918: Olof Palme stirbt durch die Kugel eines unbekannten Schützen
3. April 1927: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
3. April 1945: Schwedischer Pilot über Blekinge abgeschossen
3. April 1952: Albin Hagström und das schwedische Akkordeon 

Copyright: Herbert Kårlin