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Samstag, 24. Januar 2015

Gränna im Småland erhält die Stadtrechte

Auch wenn Gränna im Småland heute von der Größe her eine recht bescheidene Stadt ist, so bekam sie ihre Stadtrechte bereits am 24. Januar 1652 verliehen, nur wenige Jahre nach Göteborg. Der Unterschied der beiden Städte zeigte sich allerdings bereits bei der Gründung, denn während alle anderen alten Städte Schwedens von den jeweiligen Königen gegründet wurden, ist Gränna die einzige Feudalstadt, die von einem Grafen die Privilegien erhielt, nämlich von Per Brahe dem Jüngeren. Entsprechend hieß die Stadt damals auch nicht Gränna, sondern Brahe-Grenna.

Vor 1652 war Gränna ein kleines Kirchdorf von geringer Bedeutung. Erst als Per Brahe im Jahre 1633 die Grafschaft Visingsborg erhielt und in seiner Grafschaft ein schwedisches Industriezentrum schaffen wollte, änderte sich das Schicksal Grännas. Brahe ließ das Schloss Visingsborg bauen, baute das Schloss Västanå um, errichtete das Brahehus und schuf rund um Gränna mehrere Kleinindustrien, unter anderem auch eine Papierfabrik und eine Druckerei. Um gut ausgebildetes Personal für seine Industrien zu finden, richtete der Graf auf Visingsö, trotz Widerstand der Kirche, selbst eine allgemeine Schule ein. Da ein damals so bedeutendes Gebiet auch eine Stadt benötigte, liegt auf der Hand. Kurzentschlossen schritt daher Graf Per Brahe zur Gründung Grännas, dem größten Ort innerhalb seiner Grafschaft.

Auch wenn in den folgenden Jahrhunderten mehrere Reformen die Situation Grännas immer wieder veränderten, so blieb die Gemeinde dennoch der wichtigste Ort der Umgebung und behielt daher auch die Stadttrechte. Heute ist die Gegend vor allem für seine Landwirtschaft und die Herstellung der schwedischen polkagrisar, der Lutscher mit Pfefferminzgeschmack, bekannt. Da hier auch die Fähren nach Visingsö anlegen und Gränna mit seinen traditionellen Holzvillen an einer der schönsten Stellen des Vättern liegt, ist der Ort, vor allem im Sommer, teilweise überlaufen. Viele der Besucher suchen dabei auch nach dem Gasthaus Gyllene Uttern aus dem Film Smultronstället, das Ingmar Bergman einst bekannt machte.


24. Januar 1664: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset 
24. Januar 1781: Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen 
24. Januar 1882: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens 
24. Januar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident 
24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau 
24. Januar 1991: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 12. September 2014

Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern

Als Per Brahe am 12. September 1680 auf Schloss Bogesund im Uppland starb, hinterließ er ein Erbe, das ihn sowohl in Finnland als auch in Schweden unsterblich machte, obwohl er nur sehr kurze Zeit an Kriegsaktivitäten Gustav II. Adolfs beteiligt war, und dies nur als Kammerherr des Königs. Vor allem seinen Einfluss in Finnland verdankte Brahe allerdings seinem Widersacher Gabriel Gustafsson Oxenstierna, denn damit die beiden nicht, gemeinsam in Stockholm, die Politik des Landes schwächen konnten, wurde Per Brahe als Generalgouverneur über Finnland eingesetzt.

Als Per Brahe, der am 18. Februar 1602 auf Schloss Rydbyholmen geboren worden war, im Alter von 35 Jahren die Macht über Finnland erhielt, gründete er dort mehrere Städte, unter anderem Tavastehus (heute Hämeenlinna), Kristinestad (heute Kristiinankaupunki) und Veckelax Nystad (heute Hamina). Brahe verdankt man auch die strategisch günstige Lage von Helsingfors (Helsinki), die Gründung der Königlichen Akademie in Åbo (Turku) und die Einrichtung der ersten Grundschule auf finnischem Raum. Brahe dachte als Gouverneur Finnlands vor allem an eine wirtschaftliche Zukunft des Landes, das damit eine bedeutende Stütze Schwedens wurde.

Aber auch in Schweden hinterließ Per Brahe der Jüngere seine Spuren, denn als er 1633 die Grafschaft Visingsborg erbte, baute er das Schloss Västanå um und errichtete das Schloss Visingsborg und das Brahehus, die gemeinsam ein Dreieck bildetet in dessen Zentrum Brahe die Stadt Gränna, damals noch Brahe-Grenna, gründete. Auch hier dachte Brahe an die Zukunft des Ortes und den Fortschritt auf Visingsö, denn der Politiker schuf dort eine Papierfabrik, eine Waffenfabrik und eine Druckerei, neben anderen kleineren Industrien. Da Brahe Bildung sehr wichtig war, schuf er 1636 auf Visingsö auch eine Schule, was von der Kirche stark bekämpft wurde, die um diese Zeit  nahezu die gesamte Bildung des Landes in Händen hatte.


12. September 1745: Ostindiefararen Götheborg, Pier 4 in Göteborg
12. September 1818: Aurora von Qvanten, die vergessene Schriftstellerin
12. September 1921: Die ersten freien Parlamentswahlen in Schweden
12. September 1984: Die schwedische Sängerin Petra Marklund
12. September 1988: Die schwedische Sängerin Amanda Jenssen
12. September 1997: Stikkan Anderson, Musik für die schwedische Gruppe Abba

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 15. April 2014

Befehlshaber Adam Ludwig Lewenhaupt

Adam Ludwig Lewenhaupt wurde am 15. April 1659 in einem Feldlager bei Kopenhagen geboren und verlor seine Eltern im Alter von neun Jahren. Ab dieser Zeit wurde Lewenhaupt von Per Brahe dem Jüngeren erzogen, der ihm auch ein Studium an der Universität Lund ermöglichte. Zu dieser Zeit hatte sich Lewenhaupt dazu entschlossen Diplomat zu werden. Mit 25 Jahren wurde ihm, mangels der nötigen Beziehungen, jedoch klar, das er diesen Wunschberuf nie ergreifen konnte und er entschied sich daher für die militärische Laufbahn.

Auch wenn sich Adam Ludwig Lewenhaupt bereits während seiner Ausbildung zum Soldaten als mutiger Stratege gezeigt hatte, musste er erneut feststellen, dass ihm der geradlinige Weg im Dienste des schwedischen Königs unmöglich war und er entschied sich als Legosoldat für denjenigen zu kämpfen, der ihm am meisten bot. Lewenhaupt kämpfte daher erst auf katholischer Seite gegen die Osmanen und später gegen Frankreich. Erst als er zum Obersten ernannt worden war, kehrte der Krieger dann zurück nach Schweden.

In Schweden hatte Karl XII. gerade den Krieg gegen Russland begonnen und konnte daher die Dienste von Adam Ludwig Lewenhaupt gut benötogen, den im Jahre 1708, an der Spitze von 12.000 Mann, nach Lettland schickte um von dort aus gegen Russland zu ziehen. Allerdings war das Glück nun kaum auf der Seite von Lewenhaupt und als Karl XII. ihm 1708 bei Poltava auch nur die Infanterie anvertraute und der Feldherr Carl Gustaf Rehnskiöld unterstellt wurde, der den Oberbefehl hatte, kam es mehr zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Befehlshabern als zu einer konkreten Kriegsführung. Der Kampf gegen Russland ging verloren und Lewenhaupt wurde vom König für das Deaster verantwortlich gemacht, was jedoch nur bedeutete, dass sich Karl XII. in keiner Weise darum kümmerte Lewenhaupt aus der russischen Gefangenschaft freizukaufen. Am 12. Februar 1719 starb dieser daher einsam in Gefangenschaft in Moskau.


15. April 1624: Gustav II. Adolf gründet die Stadt Sala
15. April 1931: Tomas Tranströmer und die Renaissance der klassischen Versform 
15. April 1931: Die Lyrik des Tomas Tranströmer 
15. April 1942: Erik Femström, der schwedische Sänger Jerry Williams 
15. April 1942: Ludvig Nordström und das Paradies in Nordschweden 
15. April 1990: Greta Garbo, von der Friseuse zum Weltstar

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. Juni 2012

John Bauer und die Sagenwelt Schwedens

Am 4. Juni 1882 wurde John Bauer in Jönköping geboren, ein Künstler, dem heute in der Stadt ein eigenes Museum gewidmet ist und der den zahlreichen Märchenwesen Schwedens ein Gesicht gab. John Bauer wurde bereits mit 18 Jahren an der Stockholmer Kunstakademie aufgenommen, nachdem er sich vorher zwei Jahre lang durch Besuch mehrere Kunstschulen darauf vorbereitet hatte. Bevor er dann jedoch seine wahre Neigung fand, arbeitete er an Fresken und allgemeiner Kunst ohne damit den Durchbruch zu schaffen.

Als John Bauer dann im Jahre 1907 mit der Illustration des Buches Bland tomtar och troll einem breiten Publikum seine malerische Idee von Trollen und anderen Zauberwesen näher brachte, kam der absolute Durchbruch für den Künstler und nahezu über Nacht wurde John Bauer einer der bekanntesten Zeichner Schwedens, der seinem Publikum die Welt der Trolle nahe brachte. Jedes größeres Kunstmuseum Schwedens hat heute einige der Werke John Bauers in seiner Sammlung.

Die Karriere von John Bauer nahm dann jedoch ein schnelles und tragisches Ende, denn er befand sich am 20. November 1918 an Bord des Dampfers „Per Brahe“, der in einem schweren Sturm, der über den Vättern brauste, unterging. Alle, die sich an Bord des Bootes befanden starben im Wasser, darunter auch John Bauer mit seiner Ehefrau Ester und dem dreijährigen Sohn Bengt. Erst vier Jahre nachdem der Dampfer gesunken war konnte die Familie geborgen werden, die anschließend in Jönköping begraben wurde.


4. Juni 1870: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
4. Juni 1965: Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit

Copyright: Herbert Kårlin