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Mittwoch, 22. März 2017

Der schwedische Künstler Axel Kulle

Axel Kulle kam am 22. März 1846 als Sohn eines Bierbrauers und Gastwirts in Lund zur Welt und begann, bevor er sich für die Kunst entschied, eine Lehre als Maler, was ihn jedoch wenig befriedigte. Daher bereitete er sich in seiner Freizeit auf ein Kunststudium vor und schrieb sich 1865 an der Kunstakademie in Stockholm ein. Nach Ende seines Studiums im Jahre 1873 kehrte Kulle zurück nach Lund und begann sich langsam als Maler von Alltagsmotiven durchzusetzen, wobei sämtliche Gemälde jener Jahre vom Kunstverein in Lund gekauft wurden.

1875 entschied sich Axel Kulle seine Kunststudien in Düsseldorf fortzusetzen, wo er bis 1880 blieb und vor allem Ferdiand Fagerlin als Lehrer hatte. Von Düsseldorf aus schickte Kulle zahlreiche bedeutende Gemälde nach Schweden, unter anderem auch das Gemälde  Kyrkoråd i Skåne, das man heute in der Nationalgalerie in Stockholm finden kann. Stipendien im Jahre 1880 ermöglichten es Kulle seine Kunststudien weitere drei Jahre lang in Paris fortzusetzen, wo sich der Künstler vor allem mit der Freiluftmalerei auseinandersetzte und begann mit helleren und kräftigeren Farben zu arbeiten.

Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1883 malte Axel Kulle weiterhin Alltagsmotive, aber auch Porträts und Stillleben. 1887 wurde der Künstler in die Kunstakademie aufgenommen und begann dort auch als Lehrer zu arbeiten, wobei er sich allerdings wenig um die Erneuerung der Kunst kümmerte, auch wenn Kulle diese Forderung der Opponenterna mit unterschrieb. In diesen Jahren betrieb Axel Kulle, der am 27. Februar 1908 in Stockholm starb, auch eine eigene Kunstschule im Stil der Düsseldorfer Schule, der auch der Künstler selbst zugeordnet wird. Da Kulle als zurückgezogener Eigenbrötler galt, gelang es ihm nie wirklich bekannt zu werden, auch wenn man seine Gemälde in den bedeutendsten Museen Schwedens finden kann.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1777: Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke
22. März 1792: Johan Bielke und der Mord an Gustav III.
22. März 1819: Der Schriftsteller und Literaturkritiker Gustaf Regnér
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Februar 2017

Der schwedische Skiläufer Sixten Jernberg

Sixten Jernberg wurde am 6. Februar 1929 in ärmlichen Verhältnissen in Lima in Dalarna geboren und begann nach sieben Jahren Schulbildung in einer Schmiede zu arbeiten. Nach nur wenigen Monaten wurde er Waldarbeiter, was, zumindest indirekt, der Beginn seiner Karriere ausmachte, denn um im Winter zum Arbeitsplatz zu kommen, musste er Skier benutzen. Um diese Wege etwas spannender zu machen, wurden die Wege zu kleinen Ausscheidungen bei denen er seine Geschwindigkeiten ständig verbesserte und beginnen konnte bei Jugendausscheidungen in Dalarna teilzunehmen.

Als Sixten Jernberg im Jahre 1949 gerade 20 Jahre alt war, gewann er die Junior-Dalarna-Meisterschaft und begann seine Skikarriere, die ihn zu einem der legendären Wintersportler Schwedens machen sollte. Nur fünf Jahre später nach seinem ersten Sieg gewann Jernberg seine erste Medaille bei der Weltmeisterschaft in Falun und im folgenden Jahr kehrte er mit vier Medaillen von der Winterolympiade in Cortina nach Schweden zurück. So nebenbei gewann Sixten Jernberg auch zweimal den Vasalauf und reihte sich damit in die Liste der unvergesslichen Skiläufer ein.

Bereits 1964 beendete Sixten Jernberg dann seine professionelle Karriere als Skiläufer und konnte in den wenigen Jahren allein bei schwedischen Meisterschaften auf 32 Goldmedaillen zurückblicken. In seiner Freizeit blieb Jernberg, der am 14. Juli 2012 an einem Schlaganfall in Mora starb, dem Skilauf jedoch bis zu seinem 79. Jahr treu, wenn auch nur in seiner Freizeit. In seinem letzten Lebensjahr konnte Jernberg noch den ersten Spatenstich zum Sixten Jernbergmuseum in Limedsforsen erleben, aber die Einweihung des Museums, das regelmäßig zahlreiche Besucher anzieht, konnte der Skiläufer, der sein gesamtes Leben in Lima verbracht hatte, nicht mehr erleben.


6. Februar 1816: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
6. Februar 1837: Johan Anders Wadman, der Skalde, der an Alkoholmangel stirbt
6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige
6. Februar 1927: Der nordschwedische Künstler Leander Engström
6. Februar 1975: Das Verbot von DDT in Schweden
6. Februar 1988: Die nationalistische Partei Sverigedemokraterna
6. Februar 1992: Der Nationaltag der Samen in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. Dezember 2016

Peter Hernquist, der erste Veterinär Schwedens

Peter Hernquist starb am 18. Dezember 1808 als geachteter Professor und Veterinär im Alter von 72 Jahren in Skara. In seiner Veterinärschule, die Hernquist 1775 in Skara gegründet hat, findet man heute das einzige Veterinärhistorische Museum Schwedens, wo man, neben der Geschichte des Veterinärs, die gesamte Geschichte der Tierheilkunde erleben kann und selbst einen Blick auf die einstige Apotheke Hernquists werfen darf und alle Gerätschaften findet, die früher von einem Veterinär verwendet wurden. Die Bedeutung des Museums kann man auch daran erkennen dass es 1975 von König Carl XVI. Gustaf eingeweiht wurde.

Peter Hernquist war am 8. Mai 1726 in der Militärherberge seines Vaters in Härlunda geboren worden und wurde, mangels Kenntnissen, erst im Alter von zehn Jahren in der Schule in Skara aufgenommen. Da auch dort das Studium sehr langsam vor sich ging, begann Hernquist sein Studium an der Universität Uppsala dann erst 1750, allerdings ohne großen Enthusiasmus und mehrmals unterbrochen, da Hernquist das für das Studium nötige Geld immer wieder als Privatlehrer erwerben musste. Die wissenschaftliche Wende kam für Hernquist als er bei Carl von Linné begann Naturwissenschaften zu studieren, denn dieses Thema faszinierte den Studenten.

Als gegen 1760 dann in Schweden eine Epizootie unter Haustieren ausbrach, stellte man fest wie wichtig ein Veterinär war, aber auch dass es diesen Beruf in Schweden nicht gab. Auf Empfehlung von Linné wurde daher Peter Hernquist, gemeinsam mit zwei anderen Studenten, nach Lyon geschickt um sich dort innerhalb von drei Jahren zum Veterinär auszubilden. Hernquist war der einzige unter den dreien, der sich mit dieser Grundausbildung nicht zufrieden gab, sondern d.er Wissenschaftler setzte seine Studienreise 1766 nach Paris fort um dort ausführliche medizinische Studien zu betreiben und lernte in diesem Zusammenhang auch den Vaterinär Étienne Lafosse kennen, der eine moderne Schule für Veterinäre gegründet hatte, die niveaumäßig weit über jener in Lyon lag. Als Peter Hernquist dann nach Schweden zurückkehrte, war er der erste Schwede, der sich wirklich als Veterinär bezeichnen konnte. Nach dem Modell von Lafosse gründete er dann 1775 in Skara auch eine Schule für Veterinäre.


18. Dezember: Der Tag des Kuchens in Schweden
18. Dezember 1290: Der schwedische König Magnus Ladulås
18. Dezember 1661: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
18. Dezember 1793: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
18. Dezember 1828: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte
18. Dezember 1869: Hilma Borelius, Wissenschaft und Frauenrecht in der Literatur
18. Dezember 1884: Die Tageszeitung Svenska Dagbladet, Svenskan
18. Dezember 1936: Ulla Trenter, zwischen Kriminalroman und Novelle
18. Dezember 2014: Die Sundsvallsbron, die längste Autobahnbrücke Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 8. November 2016

Der schwedische Naturwissenschaftler Carl Bovallius

Als Carl Bovallius am 8. November 1907 im Alter von 58 Jahren in Georgetown im britischen Guyana starb, ging er weniger als Wissenschaftler in die Geschichte Schwedens ein, sondern als Abenteurer mit sehr verschiedenen Interessen. Dank seiner Reiseberichte und seiner wissenschaftlichen Schriften, die er der Universitätsbibliothek in Uppsala überließ und seiner ethnographischen Sammlung, die man heute im Ethnographischen Museum in Stockholm findet, kann man sich jedoch einen Eindruck über das Leben des Naturwissenschaftlers Bovallius machen, der seine letzten Lebensjahre vor allem in Südamerika verbrachte.

Carl Bovallius war am 31. Juli 1849 als Sohn eines Geschichtswissenschaftlers in Stockholm zur Welt gekommen und legte 1868 dort auch seine Hochschulreife ab um anschließend Naturwissenschaften an der Universität Uppsala zu studieren. Sieben Jahre später erhielt Bovallius mit einer Arbeit über die Embryologie die Doktorwürde in Philosophie und wurde noch im gleichen Jahr Dozent in Zoologie und Hilfskraft im Zoologischen Museum. Seiner Karriere an der Universität stand allerdings seine Reiselust und seine zahlreichen Interessen im Weg, denn Bovallius war wenig für die Lehre geeignet, dafür jedoch für die Forschung vor Ort.

Carl Bovallius, der zahlreiche Publikationen hinterließ, besuchte nach seinem Studienabschluss die gesamte schwedische und norwegische Küste für seine zoologischen Studien, reiste durch ganz Europa und landete schließlich in Westindien, Zentralamerika und Südamerika, wo er sich insbesondere von den Wäldern und bis dahin unerforschten Gegenden angezogen fühlte. Da der Wissenschaftler seine Erkenntnisse nicht nur schriftlich festhielt, sondern möglichst viele Fundstücke und Sammlungen nach Schweden schickte, verdankt man viele der Entdeckungen Ende des 19. Jahrhunderts Bovallius. Der Wissenschaftler erkannt auch sehr früh die Bedeutung von Gummi, denn 1901 gründete er auf Trinidad sogar einer eigene Kautschukplantage.


8. November 1622: Karl X. Gustav, der deutsch-freundlichste König Schwedens
8. November 1777: Königin Desideria, die unschwedische Königin
8. November 1789: Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater
8. November 1890: Ester Lindin und der vergessene Bestseller
8. November 1903: Die Teilnehmer der Antarktisexpedition werden gerettet
8. November 1922: Carl Magnus von Seth, ein Schriftsteller, der nach Worten sucht
8. November 1923: Alfhild Agrell und die Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
8. November 1942: Åke Göransson erkennt seine eigenen Gemälde nicht
8. November 1966: Die Älvsborg-Brücke (Älvsborgsbron) in Göteborg
8. November 2011: Die religiöse Künstlerin Eva Spångberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. November 2016

Das Begräbnismuseum in Ljungby

Der Ort Ljungby im Småland zählt heute rund 15.000 Einwohner und niemand weiß genau wann sich dort die ersten Menschen niederließen, denn historisch gesehen weiß man nur dass hier im elften Jahrhundert ein Runenstein aufgestellt wurde und im 12. Jahrhundert die erste Steinkirche errichtet wurde. Und obwohl man weiß dass die Anwohner Ljungbys im 13. Jahrhundert um die Stadtrechte kämpften, zählte man selbst 1828 nur fünf Landgüter in Ljungby, was mit Sicherheit ein bedeutender Rückschritt in der Entwicklung des Ortes war, auch wenn uns die Gründe dafür heute unbekannt sind.

Am 4. November 2004 sollte Ljungby dann jedoch erneut Geschichte machen, denn in einer kleinen Kirche im Waldfriedhof öffnete das erste Begräbnismuseum Schwedens, das einen Teil der Kulturgeschichte Schwedens erzählt, die nahezu unbekannt ist, da der Tod für viele kein Gesprächsthema ist. In der Tat geht es bei diesem Museum natürlich ebenfalls nicht um den Tod, sondern die Traditionen des 19. und 20. Jahrhunderts, die mit der Beerdigung verbunden sind. Jeder Besucher des Museums ist erstaunt welche Veränderungen dabei allein während der letzten 200 Jahre zu verzeichnen sind.

Das Begräbnismuseum in Ljungby führt den Besucher in Form von mehreren Räumen zu den verschiedenen Traditionen und erklärt nicht nur die Zusammenarbeit von Familie und Nachbarn bei der Vorbereitung einer Beerdigung, sondern zeigt auch frühere Särge, einen gedeckten Kaffeetisch und alle Gegenstände, die in dieser Epoche für kirchliche und private Zeremonien dienten. Beim Besuch des Museums, das im Sommer täglich geöffnet ist, versteht man auch, dass sich nicht nur die Art der Beerdigung innerhalb von 200 Jahren stark veränderte, sonder auch die Gesellschaft hat sich verändert und ging von einem gemeinsamen Handeln und Denken zum Individualismus über.


4. November 1520: Kristian II. wird in Schweden zum König gekrönt
4. November 1842: Olof Arborelius und die Landschaft Dalarnas
4. November 1925: Die schwedische Schauspielerin Kjerstin Dellert
4. November 1954: Stig Dagerman, ein zerrissenes Leben bis zum Tod
4. November 1954: Stig Dagerman, der depressive Schriftsteller Schwedens
4. November 1970: Die schwedische Opernsängerin Malena Ernman

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 18. Juli 2016

Der schwedische Künstler Johnny Mattsson

Johnny Mattsson wurde am 18. Juli 1906 in Gävle geboren und fand über seinen Vater, der in seiner Freizeit Holzarbeiten machte, angefangen von Buchregalen bis zu Skier, seine Berufung. Mit der Liebe zu Holz gründete Mattsson im Jahre 1941 in Gävle die Firma Gävleslöjd, wo er Leuchter, Stehlampen und selbst Teller aus Holz herstellte und verkaufte. Privat begann er auch figurative und abstrakte Holzskulpturen herzustellen, meist aus Holz, das er beim Abriss alter Häuser fand, oft also auch aus altes Teak und Mahagoni. Seine Spezialität wurde dabei das Herstellen von Trinkgefäßen nach einer Idee, die er beim Besuch des Museums in Gävle hatte.

Während Johnny Mattsson die ersten Jahre vor allem im Kunsthandwerk arbeitete, ging er ab den 50er Jahren mehr und mehr auf Kunst über. Aufmerksamkeit erregte Mattsson als er in diesen Jahren den Varbergsbocken, die Ziege Varbergs, schuf, dem Wappentier der Stadt, das er dem Dalahäst nachempfand und ebenfalls rot bemalte. Seine Fähigkeit als Holzschnitzer verbreite sich immer mehr und Mattsson erhielt Aufträge aus ganz Schweden, wobei hierbei bis heute die Grenze zwischen Kunsthandwerk und Kunst kaum zu finden ist, da sich die Arbeit Mattssons in keinerlei Schablone pressen lässt.

Der Durchbruch als Künstler kam für Johnny Mattsson, der am 9. Februar 1970 im Alter von 63 Jahren in Gävle starb, als er im Jahre 1951 Besuch des Indententen des Gävleborgs Länsmuseum erhielt, denn dieser war von den Arbeiten Mattssons so beeindruckt, dass er ihn mit Künstlern wie Henry Moore und Jean Asp gleichstellte. Philibert Humbla hatte nämlich auf Anhieb gesehen, dass der Künstler eine eigene Formsprache geschaffen hatte bei der das Material über die endgültige Form des Objekts entscheidet und nicht der Künstler einen Zwang auf das Objekt ausübt. Nach diesem Besuch folgte eine Ausstellung im Museum in Gävle, der sehr viele weitere Ausstellungen in Schweden folgen sollten, insbesondere jene des Jahres 1952 in der Nordiska Kompaniet in Stockholm.


18. Juli: Der Tag des Bieres in Schweden
18. Juli 1210: Sverker den yngre (Sverker der Jüngere) unter päpstlichem Schutz
18. Juli 1667: Elias Palmskiöld rettet wertvolle schwedische Dokumente
18. Juli 1812: Der Frieden in Örebro, Frieden zwischen Schweden und Großbritannien
18. Juli 1871: Die Stockholms Centralstationen, der größte Bahnhof Schwedens
18. Juli 1881: Adolf Fredrik Munck und das Liebesleben von Gustav III.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. Juli 2016

Das Verteidigungsmuseum auf Gotland

Am 11. Juli 2009 wurde in Tingstäde, das etwa 20 Kilometer von Visby entfernt liegt, das Verteidigungsmuseum Gotlands eingeweiht, ein Museum, das zum Netzwerk der staatlichen verteidigungshistorischen Museen gehört und die gesamt Geschichte der schwedischen Verteidigung von der Frühzeit bis heute erklärt und dabei geschichtliche Ausstellung und die Präsentation von kriegstechnischen Geräten und Fahrzeugen mischt um eine möglichst breite Gruppe an Personen anzuziehen. Heute empfängt das Gotlands Försvarsmuseum in Tingstäde rund 10.000 Besucher pro Jahr, etwa die Hälfte der Besucher, die die Festungsanlagen in Boden besuchen.

Das Verteidigungsmuseum auf Gotland wurde in der Festung Tingstäde eingerichtet, die noch kurz vor dem Ersten Weltkrieg fertiggestellt wurde und die wichtigste Verteidigungsanlage im Ostseeraum war. Noch heute kann man bei einem Besuch der Anlage sehen wie die Soldaten jener Zeit untergebracht waren und auf welche Weise sie Schweden verteidigen wollten. Das daneben liegende Kriegskrankenhaus Lärbo wurde gebaut als der Zweite Weltkrieg ausbrach und war um diese Zeit das modernste Kriegskrankenhaus Schwedens. Ein Jahr bevor das Krankenhaus im Jahre 1946 eingestellt wurde, zeigten sich hier auch die Gräueltaten Hitlers, denn hier kamen 500 Personen an, die die deutschen Konzentrationslager überlebt hatten, wobei jedoch 45 unter ihnen nicht überlebten und im dortigen Friedhof begraben liegen.

Das Verteidigungsmuseum Gotlands besteht im Grunde aus drei verschiedenen Museen, nämlich dem Kriegskrankenhaus, der Festung als solches und dem Museumsteil, in dem man, unter anderem, auch die Geschichte der russischen Okkupation Gotlands im Jahre 1809 und die Geschichte Gotlands während des Ersten Weltkriegs genauer entdecken kann. Da Gotland in der Verteidigung Schwedens schon immer eine besondere Position einnahm, verbindet sich im Museum auch die Verteidigungsgeschichte des Heeres, der Marine und der Luftwaffe, was, auf Grund der russischen Bedrohung, auch heute wieder zu einem aktuellen Thema Schwedens wird.


11. Juli 1709: Johan Gottschalk Wallerius und die schwedische Landwirtschaft
11. Juli 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juli 1927: Dénis Lindbohm und die Science Fiction Bewegung in Schweden
11. Juli 1942: Der Untergang der M/S Luleå
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
11. Juli 1974: Pär Lagerkvist, ein Kämpfer für die Freiheit
11. Juli 1979: Sigvard Nilsson-Thurneman, der Anführer der Salaligan

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 29. Juni 2016

Das kulturistorische Museum Näktergalen in Vimmerby

Das Museum Näktergalen, seit 2012 offiziell Stadsmuseet Näktergalen, nimmt in mehrerer Hinsicht eine Sonderstellung innerhalb der schwedischen Museumswelt ein. Zum einen hat das Museum, das am 29. Juni 1996 eingeweiht wurde, das Ziel die gesamte kulturhistorische Entwicklung Vimmerbys darzustellen, einer Kleinstadt mit knapp 8000 Einwohnern, und zum anderen findet man das Museum in einem der kulturhistorisch interessantesten Bauten Schwedens, das gegen 1740 gebaut wurde und damit selbst von architektonischer Warte noch extrem interessant ist.

Das Stadtmuseum Näktergalen in Vimmerby will in erster Linie das lokale Kulturerbe erhalten und kauft daher Gegenstände und Kunstwerke ein, die entweder eine Geschichte der Gemeinde zu erzählen haben oder aber zu offiziellen Kunstwerken gehören, unter der Voraussetzung, dass diese Gegenstände und Kunstwerke von Handwerkern oder Künstlern geschaffen wurden, die auch eine echte Verbindung zu Vimmerby haben oder hatten. Auf diese Weise soll die Geschichte der Kleinstadt auch für die Zukunft erhalten bleiben.

Das Gebäude, in dem dass Museum Näktergalen eingerichtet wurde, entstand gegen 1740, mit einem Aufbau Mitte des 19. Jahrhunderts, und wurde in der traditionellen Holzbauweise erstellt. An den Decken und Wänden der Räume kann man noch großteils die ursprünglichen Barockmalereien finden, die typisch für das Vimmerby des 18. Jahrhunderts waren. 1990 sollte das Haus im Rahmen einer Stadtsanierung abgerissen werden, was glücklicherweise in letzter Sekunde verhindert werden konnte, nicht zuletzt auch dank einer Schenkung von Astrid Lindgren und Gaben der gesamten Gemeinde, die es ermöglichten dass Vimmerby das historische Gebäude aufkaufen und in ein Museum verwandeln konnte.


29. Juni 1561: König Erik XIV (Erich XIV.), der Nachfolger von Gustav Vasa
29. Juni 1613: Seved Ribbing, Reichsschatzmeister und Reichsrat
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, die erste Feministin Schwedens
29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1809: König Karl XIII. von Schweden
29. Juni 1861: Die schwedische Schriftstellerin Rosa Arbman
29. Juni 1865: Der schwedische Landschaftsmaler Nils Andersson
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 22. Juni 2016

Das Värmlands Museum in Karlstad

Auch wenn das Landesmuseum Värmlands Museum in Karlstad erst am 22. Juni 1929 offiziell eingeweiht wurde, so geht seine Geschichte zumindest bis 1839 zurück, als Anders Lignell sein Naturalienkabinett dem zukünftigen Stiftmuseum schenkte. Ab 1840 konnte die Öffentlichkeit diese Sammlung jeweils eine Stunde am Mittwoch und eine Stunde am Samstag besichtigen. Als 1857 der naturhistorische Verein des Värmlands gegründet wurde um die Sammlung zu vervollständigen, wuchs das Museum und zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte man bereits von einem ansehnlichen Museum reden.

Im Jahre 1917 wurde der Verein Värmlands Landesmuseum (Föreningen Värmlands läns museum) gegründet und man begann über den Bau eines eigenen Landesmuseums zu reden. Zehn Jahre später schenkte Karlstad dem Verein ein Grundstück und genehmigte dem Verein auch den Bau eines Museums. Der Auftrag ging an den Architekten Cyrillus Johansson, der ein Gebäude errichtete, das an einen Tempel erinnert und 1929 eingeweiht werden konnte. 1998 erhielt das Värmlands Museum dann noch einen Anbau, ein siebeneckiges falurotes Ziegelgebäude, das der Architekt Carl Nyrén zeichnete.
Das Värmlands Museum, das seit 1980 von einer Stiftung getragen wird, verfügt heute über rund 40.000 verschiedene kulturhistorische Gegenstände, etwa 9000 Kunstwerke und über eine Million Fotografien und kann daher als Kulturerbe des Värmlands bezeichnet werden, das jeder besuchen sollte, der etwas mehr über das Värmland wissen will, wobei das umfassende Archiv auch eine Fundgrube für historische Forscher ist. Das Värmlands Museum empfängt jedes Jahr rund 250.000 Besucher, also über 650 Besucher pro Tag. Im Jahre 2005 zeichnete der schwedische Museumsverband das Värmlands Museum als Museum des Jahres aus.

22. Juni 1622: Umeå, die schwedische Stadt der Birken
22. Juni 1851: Der schwedische Architekt Lars Johan Laurentz
22. Juni 1860: Eric Hermelin und die persische Poesie
22. Juni 1866: Das schwedische Zweikammersystem
22. Juni 1874: Elias Sehlstedt, der der Poet der Schären vor Stockholm
22. Juni 1906: Die Geschichte der schwedischen Flagge
22. Juni 1936: Elfjähriger findet Menschen aus dem Mittelalter
22. Juni 1942: Die S/S Ada Gorthon sinkt vor Öland
22. Juni 1945: Frida Stéenhoff und die Revolution der Frau
22. Juni 1975: Per Wahlöö und der politische Kriminalroman Schwedens
22. Juni 1997: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. Juni 2016

Die Malmö Museen im Schloss Malmöhus

Die Geschichte der Malmö Museen beginnt im Grunde bereits im Jahre 1841, als auf Initiative von Lorenz Bager das Malmö Museum gegründet wurde, das damals jedoch überwiegend ein naturhistorisches Museum im klassischen Stil war. Das private Museum Malmös dehnte sich aus und zog deshalb auch mehrmals um und richtete im Laufe der Jahre Abteilung für die Kulturgeschichte, die Kunst und das Kunsthandwerk ein. Als dieses Museum über eine beträchtliche Sammlung verfügte, wurde es 1891 von der Stadt Malmö aufgekauft. Am 12. November 1901 wurde das Malmö Museum dann im älteren Teil der heutigen Stadtbibliothek eingeweiht, und auf Grund der verschiedensten Einkäufe waren die Räume bereits 1907 erneut zu klein.

Dieses Mal war die Suche nach größeren Räumen ein Problem und als 1914 das Schloss Malmöhus seine Aufgabe als Gefängnis verlor, entstand der Plan das Museum in das historische Gebäude zu verlagern. Um dies zu ermöglichen, musste man das Schloss vollkommen restaurieren und entlang des Burggrabens auch einige zusätzliche Gebäude errichten. Die Arbeiten waren so umfangreich, dass das neue Museumsgebäude erst am 18. Juni 1937 eingeweiht werden konnte. Mit Ausnahme einiger Monate im Frühjahr und Sommer 1945 blieben dies Räume bis heute Museumsräume. Lediglich von Mai bis September 1945 wurde das Museum geräumt um Platz für Juden, die die Konzentrationslager überlebt hatten, zu schaffen.

Die Struktur und Organisation der Malmö Museen änderten sich im Laufe der Jahre mehrmals. Wenn man heute von den Malmö Museer spricht, so meint an das Kunstmuseum, das Seefahrtmuseum, das Technische Museum, das Aquarium, das städtische Museum und einige kleinere Museen, wobei sich das Zentrum dieser Museen weiterhin im Schloss Malmöhus befindet. Gemeinsam mit dem Museum Kulturen in Lund und dem Regionalmuseum in Kristianstad, bilden die Malmö Museen ein gemeinsames Regionalmuseum Skånes, wobei jedoch jedes davon  auf seine eigene Umgebung begrenzt ist, also diese also nicht zwangsweise zur gleichen Zeit besucht werden müssen.


18. Juni 1754: Anna Maria Lenngren, Frauenbewegung und Bourgeoisie
18. Juni 1796: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
18. Juni 1796: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
18. Juni 1827: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
18. Juni 1870: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
18. Juni 1947: Die Örebro-Ausstellung: Handwerk und Kleinindustrie
18. Juni 1954: Der schwedische Sänger Magnus Uggla
18. Juni 2003: Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Juni 2016

Das U-Bootmuseum in Karlskrona

Während das Marinmuseum in Karlskrona gewissermaßen bis zum Jahre 1752 zurückreicht, als König Adolf Fredrik entschied in Schweden gebaute Schiffe als Modell in einem Gebäude in Karlskrona unterzubringen, so wurde das U-Boot-Museum, das über eine eigene Halle im Anschluss an das Marinmuseum verfügt, erst am 4. Juni 2014 eingeweiht und zwei Tage später für die Allgemeinheit geöffnet, mit einer Attraktion, die der Vasa in Stockholm sehr nahe kommt, auch wenn sich weitaus weniger Personen für ein U-Boot interessieren wie für ein legendäres Kriegsschiff, das 1628 auf der Jungfernfahrt unterging.

Die Basis des U-Boot-Museums sind die bei beiden U-Boote HMS Neptun und die HMS Hajen, wobei es sich bei der Hajen um das erste U-Boot handelt, das je in Schweden gebaut wurde, und das seit 1922 nicht mehr benutzt wird. Im Gegensatz zur HMS Hajen, die in Stockholm gebaut wurde, so wurde der vordere und der hintere Teil der HMS Neptun in der Werft in Karlskrona gebaut und lediglich der Mittelteil kommt aus der Werft in Malmö. Die Neptun, die auch als Spionageboot eingesetzt wurde, war 18 Jahre lang im Dienst und wurde 1998 ausrangiert, glücklicherweise jedoch nicht verschrottet.

Der zweite Teil des U-Boot-Museums besteht aus einer Ausstellung, die eine über 100 Jahre lange Geschichte schwedischer U-Boote erzählt und in ein Milieu führt, das früher nur sehr wenigen Personen zugänglich war, da alles, was mit den U-Booten der schwedischen Marine zu tun hatte, streng geheim gehalten wurde und erst seit wenigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich ist. Ein Erlebnis ist natürlich auch der Besuch des Inneren eines U-Boots in dem die Technik und die Motoren mehr Platz zur Verfügung haben als die Besatzung.


4. Juni 1845: Lasse-Maja, der schwedische Dieb in Frauenkleidern
4. Juni 1870: Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden
4. Juni 1882: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens
4. Juni 1965: Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit
4. Juni 1971: Der schwedische Sänger Peter Jöback
4. Juni 2015: Der schwedische Fahrradweg Kattegattleden 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 9. Mai 2016

Das Moderne Museum (Moderna Museet) in Stockholm

Auch wenn sich Otte Sköld, der Oberintendant des Nationalmuseums in Stockholm, bereits ab 1908 dafür einsetzte die moderne Kunst Schwedens besser hervorzuheben, so dauerte es bis zum 9. Mai 1958 bis das Moderne Museum (Moderna Museet) im Exerzierhaus eingeweiht werden konnte. Allerdings war es nicht nur Sköld, der für dieses Museum kämpfte, sondern auch der Verein der Freunde des Modernen Museum, der bereits 1953 gegründet worden war. Ab Mai 1958 war die Kunst des 20. Jahrhunderts jedenfalls nicht mehr ein kleiner Teil des großen Nationalmuseums, sondern hatte ein eigenes Gebäude.

Aber bereits bevor das Moderne Museum in Stockholm eingeweiht wurde und während das Exerzierhaus noch im Umbau war, sollte sich der Ruf dieses Museums schon weltweit verbreiten, denn 1956 wurde, während des in einem einzigen Raum kurz unterbrochenen Umbaus, in diesem Gebäude Pablo Picassos Guernica mit den zugehörigen 93 Skizzen ausgestellt. Die Decke des Raumes war noch eine Bauplane, was Guernica noch dramatischer machte als in allen anderen Museen in denen das Werk gezeigt wurde. Ein besserer Vorstart war für das Moderne Museum nicht denkbar.

Was dem Modernen Museum in Stockholm ebenfalls zu einem sehr guten Start verhalf, geht darauf zurück, dass Pontus Hultén, der erste Oberintendant des Museums, in den 50er Jahren in Stockholm ein Filmstudio für Experimentalfilme geschaffen hatte, das ihn in weiten Kreisen bekannt gemacht hatte und ihm zu einem Netzwerk verhalf. Da das Moderne Museum sich nicht auf Malerei beschränkte, sondern auch Skulptur, Fotografie und Film integrierte, zog Hultén seinen Bekanntenkreis direkt zum Modernen Museum, das mittlerweile auch eine Zweigstelle in Malmö betreibt. Heute zieht das Museum in Stockholm, das 1994 in die Spårvagnshallarna umzog, jedes Jahr über 500.000 Besucher an, eine beachtliche Leistung für ein Modernes Museum.


9. Mai 1767: Der Uhrmacher Jean Fredman bleibt der Nachwelt erhalten
9. Mai 1845: Der schwedische Erfinder Gustaf de Laval
9. Mai 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. Mai 1945: Beda Hallberg und der Kampf gegen die Tuberkulose
9. Mai 1947: Penicillin in Schweden
9. Mai 2006: TV6, der Fernsehkanal für Männer bis 45

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Mai 2016

Das Ziegelmuseum in Heby im Uppland

Auch wenn der Ort Heby bei Sala bereits im Jahre 1370 erstmals genannt wurde, so sollte der Ort erst 1873 mit dem Bau der Eisenbahnlinie Dalabanan, der damaligen Norra stambanan, bedeutend werden und sich in einen Industrieort verwandeln. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand man hier ein Sägewerk, eine Eisengießerei, eine Brauerei, eine mechanische Werkstatt und jede Einrichtung über die ein bedeutenderer Ort jener Zeit verfügte. Um diese Zeit wurde Heby auch das schwedische Zentrum für die Ziegelherstellung, die mittlerweile ebenfalls zu Grabe getragen wurde. Seit 1975 nimmt nun auch die Bevölkerung des Ortes immer mehr ab, da die Arbeitsmöglichkeiten immer geringer werden.

Die Ziegelfabriken in Heby begannen sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu entwickeln, wobei es sich hierbei nie um größere Firmen handelte, sondern um Unternehmen mit nur drei bis fünf Angestellten, allerdings um bis zu zwölf Minifabriken gleichzeitig.  Ab den 50er Jahren war es jedoch diesen kleinen Unternehmen nicht mehr möglich den Großunternehmen Konkurrenz zu machen und der Rückgang war unausweichlich. 1980 wurde dann mit Olsson & Rosenlund die letzte Fabrik im Ort Heby aufgelöst und nur noch im Nachbarort konnte ein kleineres Unternehmen bis heute überleben, das letzte schwedische Unternehmen, das noch Dachziegel herstellt.

Um die industrielle Vergangenheit Hebys nicht in der Vergessenheit versinken zu lassen, entstand dort im Jahre 1989, unter Initiative des Schriftstellers Hans Möller, ein Verein, der das Ziel hatte ein Museum zur Ziegelherstellung in Heby zu gründen. Nach sechs Jahren Vorbereitung konnte das Ziegelmuseum in Heby am 1. Mai 1995 schließlich im alten Bahnhof das Licht sehen. Seit 2007 ist das Ziegelmuseum nun in der früheren Brauerei des Ortes untergebracht, die vollkommen aus in Heby geschlagenem Ziegel erbaut wurde. Im aktuellen Museum kann der Besucher den Weg der Ziegel in seiner gesamten Entwicklung verfolgen, entdeckt aber nicht nur wie der klassische Ziegel Hebys entstand, sondern lernt auch viel über die Geschichte der Arbeiter jener Zeit und, in Form einer Fotoausstellung, ihres täglichen Lebens kennen.


1. Mai 1890: Der 1. Mai in Schweden
1. Mai 1920: Die schwedische Kronprinzessin Margareta, genannt Daisy
1. Mai 1950: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
1. Mai 1958: Die nordische Passunion
1. Mai 1969: Schwedischer Reaktor entgeht nur knapp einer Kernschmelze
1. Mai 1974: Jan Olof Olsson, der historische Roman und Reiseschilderungen
1. Mai 2009: Hochzeit für Homosexuelle in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 16. April 2016

Die schwedische Künstlerin Margot Öjemark Wiik

Margot Öjemark Wiik kam am 16. April 1938 als Tochter eine Bauingenieurs in Gävle zur Welt und begann mit 16 Jahren eine künstlerische Ausbildung in der Reybekiels Kunstschule in Stockholm, der sie zwischen 1956 und 1961 ein Kunststudium am Konstfack anschloss. Unmittelbar nach Abschluss des Studiums hatte Öjemark die Chance ein Jahr lang als Designerin in der Porzellanfabrik Rörstrand zu arbeiten und damit eine gewisse praktische Erfahrung sammeln, denn ihr Ziel war von Beginn an freie Künstlerin zu werden um unabhängig arbeiten zu können.

Im Jahre 1964 ging dann der erste größere Auftrag bei Margot Öjemark Wiik ein, denn sie sollte ein zeitloses Muster für ICA schaffen, das vom Großkonzern ICA noch heute verwendet wird. Im Folgejahr begann Öjemark dann in ihrer eigenen Werkstatt in Brottby zu arbeiten, um jedoch bereits 1972 auf Gut Ingalunda in Bjuråker bei Hudiksvall zu verlagern.  Seit 1989 hat die Künstlerin nun ihre Werkstatt und ihr Atelier „Keramikbrunnen“ im zentralen Hudiksvall. Alle Kunstwerke Öjemarks tragen das Zeichen MÖW, die Anfangsbuchstaben ihres Namens Margot Öjemark Wiik.

Margot Öjemark Wiik gilt als skulpturale Künstlerin, die ihre Stärke vor allem in der Keramik zeigt, wobei sie hierbei nicht nur Tassen, Kannen und Vasen schafft, sondern vor allem durch ihre Gesichter, ihren Wandschmuck und ihre Vögel bekannt wurde. Werke Öjemarks, die auch mehrere Ausstellungen in Norwegen, Deutschland und Finnland hatte, findet man in zahlreichen Museen Schwedens, unter anderem in Sundsvall, Skara und Oskarshamn. Da die Künstlerin auch häufig mit der Schaffung von öffentlicher Kunst beauftragt war, sind zahlreiche ihrer größeren Werke auch in den verschiedensten Schulen Schwedens zu finden.


16. April 1851: Ernst Josephson, der Künster des Wahnsinns
16. April 1862: Hanna Rönnberg, Schriftstellerin und Künstlerin
16. April 1910: Gunnel Beckman, vom Kriminalroman zum Kinderbuch
16. April 1937: Henric Westman und die Stadt Linköping
16. April 1943: Schwedische U-Boot HMS Ulven spurlos verschwunden
16. April 1964: Der schwedische Jazzmusiker Esbjörn Svensson

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 12. März 2016

Das Musik- und Theatermuseum in Stockholm

Am 12. März 1899 wurde in Stockholm ein Musikhistorisches Museum in Form einer Stiftung gegründet, auch wenn es dann zwei Jahre dauern sollte bis das Museum auch für die Öffentlichkeit zugänglich war. Bis zu den 30er Jahren war die Aktivität des Museums relativ eingeschränkt, aber dank mehrerer Spenden und einem Zuschuss des Staates konnten die Sammlungen bald wachsen und, ebenfalls in den 30er Jahren wurde das Museum dann auch mit dem Konservatorium verknüpft.

Im Laufe der Jahre wuchs der Einfluss des Staates, aber auch seine Unterstützung, bis das Musikhistorisches Museum dann im Jahre 1981 ganz die Form einer Stiftung verließ und sich in ein staatliches Museum der schwedischen Hauptstadt verwandelte. Diese Veränderung führte 2010 auch dazu dass das Museum nun auch für die Sammlungen der schwedischen Volksmusik verantwortlich wurde und gleichzeitig das Marionettenmuseum und das Theatermuseum einverleibt bekam. Aus dem ursprünglich Musikhistorischen Museum wurde dadurch das Musik- und Theatermuseum.

Bereits im März 2014 schloss dann jedoch das Museum für Umbauten und auch um inhaltliche Veränderungen zu ermöglichen. Im Laufe des Jahres 2016 wird jedoch im gleichen Gebäude ein neues Museum öffnen das den Namen Museum für Bühnenkunst tragen wird. Aber auch wenn der Name Museum beibehalten wird, so werden dort auch weiterhin vor allem Veranstaltungen, Konzerte, pädagogische Aktivitäten und Workshops zu den entsprechenden Themen angeboten. Das Museum befindet sich im ältesten noch erhaltenen Industriegebäude Stockholms, direkt neben dem Dramaten.


12. März: Kronprinzessin Victoria hat Namenstag
12. März 1610: Schweden nimmt die russische Hauptstadt Moskau ein
12. März 1781: Eine schwedische Königin gibt drei Orten ihren Namen
12. März 1864: Alice Tegnér und die Kinderlieder Schwedens
12. März 1871: Oscar Hedström und die Erfolgsmotorräder der USA
12. März 1882: Victoria, der verschobene schwedische Namenstag
12. März 1890: Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens
12. März 1912: Sixten Sason und die Saab-Modelle
12. März 1932: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
12. März 1945: Leif GW Persson, ein Kriminologe als Autor von Kriminalromanen
12. März 1955: Der schwedische Architekt Folke Zettervall
12. März 1995: Der Mord an einem Jungen bringt ein neues Gesetz 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. März 2016

Der schwedische Künstler Gunnar Widholm

Gunnar Widholm wurde am 4. März 1882 als Sohn eines Schuhmachers in Stockholm geboren. Ohne größere Schulbildung besuchte Widholm sehr früh die Tekniska Skola, in der er auf eine künstlerische Ausbildung an der Kunsthochschule vorbereitet wurde.  Widholm schoss indes die Ausbildung an der Kunsthochschule nie ab und begann als 18-Jähriger als Zeichner und Karikaturist zu arbeiten, unter anderem für die humoristische Satirezeitschrift Kaspar. Bereits um diese Zeit zeichnete er sich als Zeichner von Frauen aus, da es ihm gelang diesen Frauen immer eine gewisse Eleganz zu verleihen.

Es dauerte nur wenige Jahre bis Gunnar Widholm dann vom Stockholms Dagblad als Zeichner beschäftigt wurde um die wichtigsten Ereignisse der schwedischen Hauptstadt auch bebildern zu können. Als Pressezeichner erhielt Widholm 1912 die Aufgabe die olympischen Kämpfer während der Olympiade in Stockholm zu zeichnen, was den Künstler zu einem Vorreiter der Sportzeichner und heutigen Sportfotografen macht, denn hier gelang ihm den richtigen Augenblick in seinen Zeichnungen festzuhalten. Diese Zeichnungen gelten als die bedeutendsten Kunstwerke Widholms.

Gunnar Widholm wurde jedoch nicht nur als Pressezeichner bekannt, denn er zeichnete auch zahlreiche Buchumschläge, Postkarten, Reklameplakate, malte Aquarellgemälde und die Altartafel der Kapelle in Grisslehamn. Während sein Stil zu Beginn zur Dokumentation neigte, findet man in den späteren Werken nahezu grundsätzlich die Zeichen eines Karikaturisten, der die Schwächen der Gesellschaft sehr deutlich auszudrücken versteht und eine Vermögen zur Ironie zeigt. Die größten Sammlungen des Künstlers findet man heute in den Museen in Norrtälje und Västerås, einige Aquarelle auch im Seefahrtmuseum in Göteborg.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Februar 2016

Das Schloss Skokloster wird Museum

Das Schloss Skokloster am Mälaren, zwischen Stockholm und Uppsala, wurde als Privatpalast auf einem Kloster aus dem 13. Jahrhundert  gebaut und gilt heute als das eindrucksvollste Barockkloster Schwedens. In der Tat handelt sich dabei um den größten je in Schweden gebauten privaten Palast während der schwedischen Epoche der Großmacht, auch wenn der Bauherr Carl Gustaf Wrangel noch vor der Fertigstellung des Schlosses starb und daher nie die volle Pracht sehen konnte. Wer heute das Schloss Skokloster betrachtet, versteht auch warum man für den Bau dieses Schlosses 30 Jahre benötigte.

Am 23. Februar 1967 kaufte der schwedische Staat das Skokloster mit rund 50.000 Einrichtungs- und Kunstgegenständen für den Preis von 25 Millionen Kronen, was heute über 200 Millionen Kronen entsprechen würde, und verwandelte das Schloss in ein Museum. Allerdings entfernte der letzte Privatbesitzer, die Familie von Essen, noch nahezu alle sehr wertvollen Gegenstände des Schlosses Skokloster, was der Besucher jedoch kaum bemerkt, da es so viel zu sehen gibt, dass dieser Verlust, von touristischer Warte, zu verschmerzen ist.

Nach dem Kauf des Skoklosters setzte eine enorme Restaurationsarbeit von zehn Jahren ein, die das Ziel hatte das Gebäude so lange wie möglich zu erhalten. Um Probleme mit modernem Baumaterial zu vermeiden, benutzte man ausschließlich Techniken und Material des 17. Jahrhunderts das möglichst jenem entsprach, das auch Wrangel beim Bau seines Schlosses benutzt hatte. Besucher des staatlichen Museum entdecken heute drei Waffensammlungen, Kunsthandwerk, Textilien, Keramik und andere historische Gegenstände, die die Privatbesitzer des Schlosses Skokloster zwischen 1550 und 1850 gesammelt hatten. Das Schloss ist zwischen Mai und September geöffnet, wobei die Grundausstellungen kostenlos besucht werden können.

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 26. Januar 2016

Der schwedische Künstler Carl Eldh

Als Carl Eldh am 26. Januar 1954 in Stockholm starb, gehörte er zu den bedeutendsten Skulpteuren Schwedens dessen öffentliche Werke im ganzen Land zu finden waren. Für die Nachwelt wurde Eldh sogar zum Symbol der Arbeiterbewegung, da er ursprünglich aus  sehr einfachen Verhältnissen kam und seine späteren Skulpturen eine große Stärke ausdrückten, die rein akademische Künstler um diese Zeit nicht erreichen konnten. Das letzte und größte Werk Eldhs, das Hjalmar Branting gewidmet ist, wurde bereits 1935 in Auftrag gegeben, 1947 gegossen und erst 1952 in Stockholm aufgestellt, zwei Jahre vor seinem Tod.

Carl Eldh kam am 10. Mai 1937 als Sohn eines Schmieds in Film im Uppland zur Welt und wuchs daher in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Für die Kunst entschied sich Eldh, nach mehreren verschiedenen Arbeiten, als er 19 Jahre alt war und er eine künstlerische Ausbildung an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack, in Stockholm begann. Da sich der Künstler vor allem auf Ornamente von Bauwerken spezialisiert hatte, wurde er nach Abschluss seines Studiums als Ornamentskulpteur bei der Restaurierung der Domkirche in Uppsala  eingesetzt, was Eldh letztendlich nicht auf die Dauer befriedigte, da er eigene Werke schaffen wollte und nicht nur nach Anleitung von Architekten arbeiten wollte, die ihn als Kunsthandwerker schätzten.

Im Jahre 1897 begab sich Carl Eldh auf eine mehrjährige Studienreise nach Paris, die er vor allem durch den Verkauf eigener Holzschnitzereien finanzierte. Bereits 1900 repräsentierte der Künstler dann mit sein Werk Oskuld (Unschuld) Schweden auf der Pariser Weltausstellung und nach weiteren zwei Jahren Ausbildung an der Académie Calorossi erhielt er im Salon von Paris eine Goldmedaille für sein Werk Modersorg och Linnea. Während seine Arbeiten in Paris noch als gefühlsmäßig weich bezeichnet werden können, wurden die Skulpturen Eldhs nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1904 zu Monumenten, die Stärke und Kraft ausdrückten.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte Carl Eldh, neben Carl Milles und Christian Eriksson, zu den meist beschäftigten Skulpteuren Schwedens, wobei man einige seiner bedeutendsten Porträtbüsten im Garten der Stockholmer Stadthaus (Rathaus) sehen kann. Seiner Tochter Brita verdankt man, dass man heute im Bellevueparken in Stockholm auch das frühere Atelier des Künstlers besuchen kann. In diesem Museum findet man, außer den Werkzeugen des Künstlers und vielen Privatgegenständen, über 400 Arbeiten in Gips, Stein, Ton und Bronze, die den Besuchern das Schaffen Eldhs vor Augen führen.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. November 2015

Das Weihnachtsmannmuseum im schonischen Sjöbo

Auch wenn der Weihnachtsmann von Deutschland aus nach Schweden kam, so spielt er heute in seiner neuen Heimat eine weitaus größere Rolle als in seiner ursprünglichen Heimat. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass man in Schweden mehrere größere Sammlungen zu diesem Thema findet und sich auch zwei Museen ganz auf den Weihnachtsmann spezialisiert haben. Eines dieser Museen ist das am 11. November 2006 eröffnete Sjöbo Tomtemuseum in Skåne (Schonen) in dem man heute etwa 75.000 Gegenstände zum Thema Weihnachten findet, die sich über die gesamte Zeit erstrecken seit der Weihnachtsmann im 19. Jahrhundert den schwedischen Weihnachtsbock bei der Übergabe der Geschenke zu ersetzen begann.

Die Geschichte des Sjöbo Tomtemuseum (Weihnachtsmannmuseum) geht auf Bertil Larsson zurück, der bereits sehr früh begann alle Gegenstände zu sammeln, die irgendwie mit Weihnachten zu tun hatten. Ein Großteil seines Einkommens, das er dabei verdiente Kirchen zu kalken und kleinere Schäden in ihnen zu reparieren, ging in den Kauf von Weihnachtsmännern und als Larsson 1948, im Alter von 25 Jahren, nach Malmö zog, war sein Interesse für Antiquitäten nicht mehr zu stoppen und viele der interessanten Ausstellungsstücke des Museums stammen noch aus dieser Zeit.

Als Bertil Larsson Ende des 20. Jahrhunderts erkrankte, begann er sich Sorgen über seine Sammlung zu machen und er versuchte eine Gemeinde zu finden, die daran interessiert war ein entsprechendes Museum mit seiner Sammlung einzurichten, aber vergebens. Als Larsson im Jahre 2005 starb, schien die Sache verloren und die Hinterlassenschaft des Sammlers wurde versteigert. Während einige der wertvollsten Gegenstände schnell von interessierten Sammlern gekauft wurden, gelang es Bertil Nilsson, einem Freund Larssons, dennoch den größten Teil der Sammlung zu erwerben, das Weihnachtsmannmuseum in Sjöbo zu eröffnen und durch das Land zu reisen um nach weiteren Gegenständen zu diesem Thema zu suchen.


11. November 1599: Königin Maria Eleonara, die schönste Königin Schwedens
11. November 1743: Carl Peter Thunberg, ein Leben für die Botanik und die Medizin
11. November 1882: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie
11. November 1887: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher
11. November 1935: Die schwedische Schauspielerin Bibi Andersson
11. November 2008: Lasse Sandberg und die Welt seiner Kinder
11. November 2008: Der Tag der Schokolade (Chokladens Dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

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