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Montag, 4. März 2019

Magnus Brahe, der erste Präsident des Oberlandesgerichts

Magnus Brahe kam am 25. September 1564 auf Tynnelsö zur Welt und wurde ausschließlich zu Hause durch Privatlehrer unterrichtet. Seine Kenntnisse über andere Länder und ausländische Politik gewann Brahe vor allem durch seine zahlreichen Auslandsreisen, die er teilweise auch als Kammerherr des Königs Sigismund I. unternahm. Als sich das Verhältnis zwischen Sigismund und Herzog Karl verschlechterte, schlug sich Brahe, nach einigem Zögern, auf die Seiten von Herzog Karl, was wiederum dazu führte, dass er von beiden Seiten als Verhandlungspartner akzeptiert wurde, aber auch dazu, dass Brahe das Schloss Visingsborg erhielt.

Magnus Brahe gehörte nach seinem Verhandlungsgeschick, zum engsten Kreis um König Karl IX., so dass Brahe an allen wichtigen Ereignissen des Königshauses teilnahm und sich einen hohen Status schaffen konnte. Von Vorteil war dabei, dass sowohl Karl IX. als auch Brahe den Adelsstand als die wichtigste Gruppe im Reichstag betrachteten, gleichzeitig aber mehr zu individuellen Entscheidungen neigten. Die einzige etwas negative Entscheidung für Brahe war, dass ihn der König auch zum Regierungspräsidenten des Småland machte, also jenem Teil Schwedens, der sich am meisten gegen Dänemark verteidigen musste.

Gerade das Småland sollte für Magnus Brahe einige Probleme mit sich bringen, denn der folgende König, Gustav II. Adolf, beauftragte Brahe damit das Småland gegen die geplanten Angriffe des dänischen Befehlshabers Gert Rantzaus zu verteidigen, und dies mit Hilfe des gewöhnlichen Volkes. Auch wenn Brahe das Vordringen nur teilweise verhindern konnte, beauftragte ihn Gustav II. Adolf später auch Stockholm zu verteidigen und er machte Brahe zum obersten Richter des Oberlandgerichtes, eine der bedeutendsten Entscheidungen in der schwedischen Geschichte, denn Brahe schuf damit ein unabhängiges Rechtssystem, das Staat und Bürger respektierte. Magnus Brahe starb am 4. März 1633 als wohlhabender Mann auf seinem Gut.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1799: Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer 
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. März 2018

Der Archäologe und Volksforscher John Nihlén

John Nihlén kam am 8. März 1901 als Sohn eines Lehrers in Kristinehamn zur Welt und machte nach privatem Unterricht 1919 sein Abitur. Ein Jahr später schrieb sich Nihlén an der Universität Uppsala ein um dort Archäologie zu studieren. Nach seiner Disputation im Jahre 1927 unternahm Nihlén mehrere archäologische Untersuchungen auf Gotland, seinem Spezialgebiet. Bereits bei seiner Abschlussarbeit an der Universität hatte der Archäologe die Ansiedlungen aus der Steinzeit auf Gotland zum Thema, und zeigte dabei seine wissenschaftliche Eigenheit, sich nämlich nicht auf eine Richtung festlegen zu lassen, sondern bei seinen Forschungen Informationen aus allen Wissensbereichen einzubeziehen.

Kein anderer Archäologe Schwedens lieferte so viel Material über Gotland wie John Nihlén, denn auf der Suche nach archäologischen Werten setzte er, nach Einführungskursen, nahezu die gesamte Bevölkerung Gotlands ein, die ihm jede Kleinigkeit berichten sollte. Dank Nihlén wurde es möglich die Geschichte Gotlands bis zur Zeit der Völkerwanderung zurückzuverfolgen, wobei der Forscher auch ein sehr ausführliches Kartenmaterial und mehrere Bücher zum Thema hinterließ. John Nihlén zeichnete sich auch dadurch aus, dass er historische Bauten Gotlands so weit wie nur möglich rekonstituierte, da der Archäologe davon ausging, dass die Mehrheit der Bevölkerung dadurch einen besseren Zugang zur Geschichte finden kann.

Das zweite große Interesse von John Nihlén galt der Geschichte der Eisenherstellung in Schweden, was im Grunde mit einem Besuch in der Eisenhütte Laxå bruk in den 20er Jahren begonnen hatte. In Fragen der Eisenherstellung forschte Nihlén insbesondere auf Gotland und im Småland, wobei er jedoch nicht an einzelnen Eisenhütten interessiert war, sondern die Eisenherstellung in Regionen zusammenstellte um Zusammenhänge zwischen der Entwicklung von Orten und der verschiedenen Methoden der Eisenherstellung übergreifend erfassen zu können. Auf diese Weise gelang es Nihlén zu beweisen, dass die Eisenherstellung in Schweden bis zum Mittelalter zurückreicht, ein Ergebnis, das andere Forscher erst Jahre später bestätigen konnten. Ab den 70er Jahren interessierte sich John Nihlén, der am 26. März 1983 in Lund starb, vor allem für Energie- und Umweltprobleme.


Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 25. April 2017

Der Aufruhr gegen Gustav Vasa endet in Broddetorp

Auch wenn der Ort Broddetorp heute nur noch knapp 140 Einwohner zählt, so spielte er während der Reformation eine bedeutende Rolle, da hier am 25. April 1529 der Widerstand gegen Gustav Vasas protestantische Kirche beendet wurde, zwar auf Grund von wagen Versprechen des Königs, der damit Zeit gewinnen konnte um innerhalb weniger Tage einen Plan auszuarbeiten, der auch jeden zukünftigen Widerstand gegen die Lutherische Kirche begraben sollte, aber Gustav Vasa gelang es in Broddetorp auch die gesamte religiöse Linie Schwedens über Jahrhunderte hinweg festzulegen und den rotestantischen Glauben zur Staatskirche zu erheben.

Der Aufstand hatte Anfang April des Jahres 1529 im Småland begonnen, als katholische Bischöfe, die reiche Bürgerschicht und die Bauern Gustav Vasa absetzen wollten um damit ihren katholischen Glauben behalten zu können. Den Aufständischen gelang es Margareta, die Schwester des Königs, gefangen zu nehmen, den Vogt des Königs zu töten und begonnen die anderen Regionen Schwedens für einen Aufstand zu gewinnen, was Gustav Vasa zu schnellen Entscheidungen zwang, da er einen allgemeinen Bürgerkrieg nicht gewinnen konnte, jedoch weder die Macht verlieren wollte, noch die Reformation durch Sondergenehmigungen verändern wollte.

Bereits am 16. April 1529 schickte Gustav Vasa daher einen Brief an die Aufständischen, dankte diesen, dass sie seine Schwester so freundlich aufgenommen hatten, gab dem Vogt selbst Schuld an seinem Tod, da er eigenmächtig gehandelt habe und bat um ein Treffen bei dem die unterschiedlichen Standpunkte besprochen werden sollten und er den Bauern zuhören werde. Gleichzeitig warnte er jedoch auch die anderen Regionen davon sich den Aufständischen anzuschließen und er brachte einige Drohungen gegen die gehobene Bürgerschicht unter, die für den Aufstand verantwortlich war. Auf diese Weise gelang es Gustav Vasa die Bauern und die adeligen Führungsschicht zu trennen, wobei Ture Jönsson und Bischof Magnus die Drohung auch richtig interpretierten und unmittelbar das Land verließen, trotz der versprochenen Amnestie.


25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1892: Der schwedische Künstler Arvid Knöppel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 20. April 2017

Der Künstler Ragnar Person

Ragnar Person kam am 11. Juli 1905 in Angelstad zur Welt und bildete sich zum Maurer aus, da ihm, mangels Geld, der Weg zum Künstler unmöglich war. Erst als ihn sein Beruf im Jahr 1929 nach Halmstad brachte, kam Person seinem Traum näher, da er dort die Künstler der kurz vorher gegründeten Halmstadgruppe getroffen hatte und ihm der Künstler Esaias Thorén Unterricht im Zeichnen und Malen gab. Dank des Kontaktnetzes und der Unterstützung der Gruppe konnte Person nur wenige Jahre später eine längere Reise nach Paris unternehmen, was seine künstlerische Arbeit stark beeinflussen sollte, zumal er auch dort im Malen unterrichtet wurde.

Als Ragnar Person dann zurück ins Småland kam, konnte der Kontrast, den er entdeckte, nicht größer sein, denn vom glänzenden Leben in Paris kam er in eine Region der Armut, die nur durch lokale Feste und Traditionen aufgelockert wurde. Diesen Umbruch sieht man auch sehr deutlich in seinen Werken, da Person sowohl in Paris, als auch im Småland das Leben der Menschen bildlich festhielt, wobei er sich im Småland zu einem wahren Volksschilderer entwickelte und damit ein Stück bildliche Kulturgeschichte schuf.

Die Gemälde des Künstlers Ragnar Person gehen mit der Zeit und drücken daher in den 40er Jahren die Armut, die steinige Landschaft und das harte Leben auch in düsteren Farben aus und verändern sich ab den 50er Jahren, um dann mehr Freude und Licht auszudrücken. Ragnar Person, der am 20. April 1993 in seinem Geburtsort starb, versuchte in jedem Gemälde die abgebildeten Personen mit ihren Gefühlen auszudrücken und lässt sie gewissermaßen mit der Natur verschmelzen. Wer heute die Werke Persons im Museum in Jönköping oder Kalmar betrachtet, macht einen Ausflug in die Vergangenheit des  Småland, mit einem kurzen Ausflug nach Paris.


20. April 1535: Ein Sonnenphänomen und eine politische Auseinandersetzung
20. April 1794: Johan Henric Kellgren, erster Vorsitzender der Svenska Akademien
20. April 1903: Dagmar Edqvist und die selbständige Frau des 20. Jahrhunderts
20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden
20. April 1940: Das Bio Roy, einst Bio Royal, in Göteborg
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger
20. April 1956: Beatrice Ask, Justizministerin Schwedens
20. April 1978: Neues Thronfolgegesetz in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. November 2016

Eksjö im Småland erhält die Stadtrechte

Eksjö gehört zu den am besten erhaltenen Holzstädten Schweden mit 38 historischen Holzgebäuden, die teilweise bis zum 16. Jahrhundert zurückreichen. Nur wenige Kilometer davon entfernt, in Ingatorp, liegt sogar das vermutlich weltweit älteste Holzhaus, das schon vor 800 Jahren gebaut wurde. Während die Geschichte der Holzstadt Eksjö ab dem 16. Jahrhundert sehr leicht zu verfolgen ist, so ist die Gründung der Stadt nahezu im Dunkeln verborgen, auch wenn die Stadt ihre 600-jährigen Stadtrechte im Jahr 2003 feierte. Bis heute ist es jedoch unmöglich zu beweisen wann Eksjö wirklich zur Stadt erhoben wurde.

Wann die Umgebung von Eksjö besiedelt wurde, ist ebenso unklar wie das Datum der Stadtprivilegien. Schriftlich erwähnt wird der Ort im Småland erstmals im 14. Jahrhundert, als Eksjö als Thingplatz genannt wird. Das nächste bedeutende Dokument wurde dann im Jahre 1406 unterschrieben, in einem Kaufvertrag bei dem zwei der Zeugen nicht ihre eigenen Siegel verwendeten, sondern ein Siegel, das offiziell nur Städte haben durften, weswegen einige Geschichtswissenschaftler den Rückschluss zogen dass entweder Königin Margareta oder König Erik (Erich von Pommern) Eksjö zu Beginn des 15. Jahrhunderts die Stadtprivilegien verliehen haben, aber in der Tat können die Stadtrechte Eksjös auch weitaus älter sein.

Selbst wenn diese Hypothesen glaubhaft sind, so kann das tatsächliche Stadtsiegel erstmals am 24. November 1439 auf einem Dokument anlässlich einer Gerichtsversammlung nachgewiesen werden. Als der Stadtrat Eksjös ein Jahr später um die Stadtrechte ansuchte, da hierüber keine Papiere gefunden wurden, teilte ihnen der Reichsvorsteher Karl Knutsson, auch als König Karl Knutsson bekannt, mit dass dies nicht möglich sei, da Eksjö bereits als Stadt anerkannt wurde, gemäß Knutsson ausgestellt von König Erik. Noch zweimal wandte sich Eksjö dann an Könige, aber sowohl 1452 als auch 1526 kam die gleiche Antwort, was bedeutet dass Eksjö spätestens 1404 tatsächlich die Stadtprivilegien erhalten haben muss, aber vielleicht auch schon sehr viele Jahre früher.


24. November 1655: Die Krönung des Königs Karl XI. In der Domkirche in Uppsala
24. November 1715: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
24. November 1741: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin
24. November 1825: Der Palast Makalös in Stockholm brennt ab
24. November 1934: Der Schauspieler und Sänger Sven-Bertil Taube 
24. November 1939: Marit Paulsen, von der Arbeiterliteratur zur Politik
24. November 1944: Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt
24. November 1985: Das Lustige Haus in Gröna Lund brennt ab

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 4. November 2016

Das Begräbnismuseum in Ljungby

Der Ort Ljungby im Småland zählt heute rund 15.000 Einwohner und niemand weiß genau wann sich dort die ersten Menschen niederließen, denn historisch gesehen weiß man nur dass hier im elften Jahrhundert ein Runenstein aufgestellt wurde und im 12. Jahrhundert die erste Steinkirche errichtet wurde. Und obwohl man weiß dass die Anwohner Ljungbys im 13. Jahrhundert um die Stadtrechte kämpften, zählte man selbst 1828 nur fünf Landgüter in Ljungby, was mit Sicherheit ein bedeutender Rückschritt in der Entwicklung des Ortes war, auch wenn uns die Gründe dafür heute unbekannt sind.

Am 4. November 2004 sollte Ljungby dann jedoch erneut Geschichte machen, denn in einer kleinen Kirche im Waldfriedhof öffnete das erste Begräbnismuseum Schwedens, das einen Teil der Kulturgeschichte Schwedens erzählt, die nahezu unbekannt ist, da der Tod für viele kein Gesprächsthema ist. In der Tat geht es bei diesem Museum natürlich ebenfalls nicht um den Tod, sondern die Traditionen des 19. und 20. Jahrhunderts, die mit der Beerdigung verbunden sind. Jeder Besucher des Museums ist erstaunt welche Veränderungen dabei allein während der letzten 200 Jahre zu verzeichnen sind.

Das Begräbnismuseum in Ljungby führt den Besucher in Form von mehreren Räumen zu den verschiedenen Traditionen und erklärt nicht nur die Zusammenarbeit von Familie und Nachbarn bei der Vorbereitung einer Beerdigung, sondern zeigt auch frühere Särge, einen gedeckten Kaffeetisch und alle Gegenstände, die in dieser Epoche für kirchliche und private Zeremonien dienten. Beim Besuch des Museums, das im Sommer täglich geöffnet ist, versteht man auch, dass sich nicht nur die Art der Beerdigung innerhalb von 200 Jahren stark veränderte, sonder auch die Gesellschaft hat sich verändert und ging von einem gemeinsamen Handeln und Denken zum Individualismus über.


4. November 1520: Kristian II. wird in Schweden zum König gekrönt
4. November 1842: Olof Arborelius und die Landschaft Dalarnas
4. November 1925: Die schwedische Schauspielerin Kjerstin Dellert
4. November 1954: Stig Dagerman, ein zerrissenes Leben bis zum Tod
4. November 1954: Stig Dagerman, der depressive Schriftsteller Schwedens
4. November 1970: Die schwedische Opernsängerin Malena Ernman

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 12. November 2015

Elisabeth Bergstrand-Poulsen, Künstlerin und Schriftstellerin

Elisabeth Bergstrand-Poulsen kam am 12. November 1887 als Tochter eines Kantors und Lehrers in Långasjö im Småland zur Welt und zeigte bereits sehr früh eine Neigung zur Malerei. Da die Eltern jedoch über kein Vermögen verfügten, sollten die Söhne der Familie eine bessere Bildung erhalten und Bergstrand-Paulsen sollte all das lernen was sie später als Ehefrau benötigen würde. Die junge Frau gab jedoch nicht auf, sondern malte weiterhin so viel wie möglich und las neben Belletristik auch mehrere philosophischen Werke, die ihre sehr christliche Einstellung noch stärkten und ihr eine gewisse Privatbildung vermittelten.

Mit 20 Jahren kam dann jedoch für Elisabeth Bergstrand-Poulsen die Wende, als ihre Freundin, die spätere Schriftstellerin Gertrud Lilja, nach Karlskrona ging um dort eine Ausbildung in der Schule für Kunsthandwerk zu beginnen. Erst jetzt erklärten sich die Eltern Bergstrand-Poulsens bereit auch ihrer Tochter die gewünschte Ausbildung zu finanzieren. In Karlskrona entdeckten die Lehrer schnell die Begabung der zukünftigen Künstlerin und rieten ihr zur Kunstakademie in Stockholm zu wechseln um dort eine anerkannte Ausbildung zu erhalten. Bergstrand-Poulsen ging daraufhin nach Stockholm und bewarb sich an der Akademie, wurde jedoch abgelehnt. Da die Künstlerin nun jedoch sicher über ihre Zukunft war, besuchte sie eine private Schule für Malerei die sie auf eine zweite Prüfung vorbereitete, die sie danach erfolgreich bestand.

Im Jahre 1913 erhielt Elisabeth Bergstrand-Poulsen ein Stipendium, das ihr eine ausgedehnte Studienreise nach Frankreich, Algerien und Italien ermöglichte, wobei sie in Italien mit dem dänischen Künstler Axel Poulsen auch ihre große Liebe fand. Als Bergstrand-Poulsen dann 1916 nach Schweden zurückkehrte, hatten die beiden bereits entschlossen ihr zukünftiges Leben gemeinsam zu verbringen. In ihrem Haus bei Kopenhagen entstanden dann auch die bedeutendsten Werke der Künstlerin, die stark vom expressionistischen französischen Stil der Zeit beeinflusst waren. Die Motive für ihre Werke, sowohl die Bilder als auch die von ihr geschriebenen und illustrierten Bücher, entstammen nahezu alle aus ihrem Heimatort Långasjö, wobei die Künstlerin hierbei allerdings, im Kontrast zum Malstil, jeden gefühlsmäßigen Ausdruck vermied, sondern dokumentierte, was ihr allerdings auch sehr viel Kritik einbrachte. Eines der wichtigsten Werke Bergstrand-Polsens findet man heute in Form einer Altartafel in der Kirche des Heimatorts.


12. November 1860: Ola Hansson, der schwedische Schriftsteller ohne Heimat
12. November 1866: Carl Wilhelm Wilhelmson, der Maler des Bohuslän
12. November 1869: Carl Georg Brunius, ein Priester als Architekt und Kunstkenner
12. November 1921: Lars Gyllensten, philosphische Gedanken zum Alltagsleben
12. November 1921: Lars Gyllensten, ein schwarzes Schaf der Svenska Akademien
12. November 1961: Ernst Thörnberg, der vergessene sozioökonomische Schriftsteller
12. November 1964: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler
12. November 1965: Filippa K wird zum Modeimperium in Schweden
12. November 1987: Cornelis Vreeswijk, eine musikalische schwedische Legende

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. Januar 2015

Gränna im Småland erhält die Stadtrechte

Auch wenn Gränna im Småland heute von der Größe her eine recht bescheidene Stadt ist, so bekam sie ihre Stadtrechte bereits am 24. Januar 1652 verliehen, nur wenige Jahre nach Göteborg. Der Unterschied der beiden Städte zeigte sich allerdings bereits bei der Gründung, denn während alle anderen alten Städte Schwedens von den jeweiligen Königen gegründet wurden, ist Gränna die einzige Feudalstadt, die von einem Grafen die Privilegien erhielt, nämlich von Per Brahe dem Jüngeren. Entsprechend hieß die Stadt damals auch nicht Gränna, sondern Brahe-Grenna.

Vor 1652 war Gränna ein kleines Kirchdorf von geringer Bedeutung. Erst als Per Brahe im Jahre 1633 die Grafschaft Visingsborg erhielt und in seiner Grafschaft ein schwedisches Industriezentrum schaffen wollte, änderte sich das Schicksal Grännas. Brahe ließ das Schloss Visingsborg bauen, baute das Schloss Västanå um, errichtete das Brahehus und schuf rund um Gränna mehrere Kleinindustrien, unter anderem auch eine Papierfabrik und eine Druckerei. Um gut ausgebildetes Personal für seine Industrien zu finden, richtete der Graf auf Visingsö, trotz Widerstand der Kirche, selbst eine allgemeine Schule ein. Da ein damals so bedeutendes Gebiet auch eine Stadt benötigte, liegt auf der Hand. Kurzentschlossen schritt daher Graf Per Brahe zur Gründung Grännas, dem größten Ort innerhalb seiner Grafschaft.

Auch wenn in den folgenden Jahrhunderten mehrere Reformen die Situation Grännas immer wieder veränderten, so blieb die Gemeinde dennoch der wichtigste Ort der Umgebung und behielt daher auch die Stadttrechte. Heute ist die Gegend vor allem für seine Landwirtschaft und die Herstellung der schwedischen polkagrisar, der Lutscher mit Pfefferminzgeschmack, bekannt. Da hier auch die Fähren nach Visingsö anlegen und Gränna mit seinen traditionellen Holzvillen an einer der schönsten Stellen des Vättern liegt, ist der Ort, vor allem im Sommer, teilweise überlaufen. Viele der Besucher suchen dabei auch nach dem Gasthaus Gyllene Uttern aus dem Film Smultronstället, das Ingmar Bergman einst bekannt machte.


24. Januar 1664: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset 
24. Januar 1781: Das Toleranzedikt erlaubt die Ausübung anderer Religionen 
24. Januar 1882: Sigfrid Siwertz und die konservative Bourgoisie Schwedens 
24. Januar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident 
24. Januar 1954: Der Frufridagen in Schweden, ein freier Tag für die Frau 
24. Januar 1991: Bo Setterlind, das religiöse Erwachen in der Romantik

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. Februar 2014

Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens

Arvid Källström wurde am 17. Februar 1893 als Sohn der beiden Bildhauer Edward Källström und Ida Pettersson geboren und erlebte daher bereits als Kind die Welt der Kunst. Bereits als Sechszehnjähriger schuf er dann die ersten eigenen Werke ohne jedoch eine Kunstschule besucht zu haben, ein Wunsch, den er erst im Jahre 1916 verwirklichen konnte, als er auf Empfehlung von Carl Eldh vier Jahre lang an der Kunstakademie in Kopenhagen studieren konnte. Nach dem Studium und seiner Ehe ging Källström dann 1920 nach Paris um dort seine Kenntnisse zu perfektionieren. Sein Pariser Atelier hatte der Künstler im gleichen Gebäude wie Isaac Grünewald und Fernand Léger.

Im Jahre 1934 kehrte Arvid Källström zurück nach Stockholm und drei Jahre später zog er nach Påskallavik bei Oskarshamn um dort 30 Jahre lang im sogenannten Källströmsgården als Skulpteur aktiv zu bleiben, auch wenn ihn seine Arbeit sehr häufig nach Öland, Gotland und auch nach Västergötland führte, wo man einige seiner bedeutendsten Werke im öffentlichen Raum finden kann. Sehr eindrucksvoll sind jedoch vor allem die Werke Källströms im Källströmsgården in Påskallavik, wo man während der Sommermonate auch einige späte abstrakte Skulpturen des Künstlers finden kann. Leider sind der Garten und die Ausstellungsräume nur von Mittsommer bis Ende August für die Allgemeinheit geöffnet.

Arvid Källström gehört mit zu den außergewöhnlichsten Skulpteuren Schwedens, da er nicht nur mit nahezu jedem Material arbeitete und sowohl auf traditionelle Weise als auch abstrakt arbeitete, sondern auch, weil er während seines Lebens etwa 3000 Kunstwerke schuf, darunter knapp 100 für den öffentlichen Raum. Um die Schaffenskraft Källströms wirklich erfassen zu können, muss man nur einen Streifzug durch die Kirchen Smålands machen, da er dort die deutlichsten Spuren hinterlassen hat und Skulpturen einiger Heiligen schuf, Taufbecken formte, Altarausätze schuf, an Orgelfassaden arbeitete und auch einig Kruzifixe schuf.


17. Februar 1347: Die Geschichte der Kupfergruben in Falun 
17. Februar 1753: Schweden greift zum Gregorianischen Kalender 
17. Februar 1859: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes
17. Februar 1931: Hitler und Goebbels erhalten in Stockholm Redeverbot
17. Februar 1992: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. Juli 2013

Annie Lööf bringt der Zentrumspartei wenig Wähler

Annie Lööf, geborene Johansson, wurde am 16. Juli 1983 in Värnamo im Småland geboren . Die Politikerin ist seit 2006 Mitglied im schwedischen Parlament und seit 2011 nicht nur die Vorsitzende der Centerpartiet (Zentrumspartei) sondern auch gleichzeitig Regions- und Wirtschaftsministerin. Lööf gehört damit zu den jüngsten Spitzenpolitikern des Landes, was sich jedoch nicht unbedingt als Vorteil erweist, sowohl hinsichtlich ihrer geringen Erfahrung als auch in einer Welt in der Männer und das Alter oft eine wichtige Rolle spielen und Vorurteile sehr schnell zur Barriere werden.

Als Tochter eines führenden Lokalpolitikers, schien es fast logisch, dass sich Annie Lööf noch Ende ihrer Gymnasialzeit ebenfalls für Politik zu interessieren begann, Mitglied des Jugendverbands der Partei wurde, die auch ihr Vater unterstützte und bald selbst eine wichtigere Rolle auf lokaler Ebene spielte. Nachdem Lööf einige Zeit bei der Partei angestellt war, begann sie ein Jurastudium, das sie im August 2011 mit einer Kandidatur beendete. Ihre politische Aktivität ab 2001, als sie Mitglied der Zentrumspartei wurde, ging in mehrere Richtungen, zeigte aber immer wieder die Tendenz zu Umweltfragen, deren Richtung jedoch nicht der Linie der Grünen folgte.

Ab 2006 zeigte sich Annie Lööf immer häufiger in den Media und war Mitglied in zahlreichen Ausschüssen, was einer politischen Karriere nur nützlich sein kann. Als man daher 2011 eine neue Vorsitzende für die Centerpartiet suchte, schien Annie Lööf die richtige Person zu sein, die auch bereit war der Partei einen eigenen Stempel zu geben. Nach Problemen der Wirtschaftsministerin Maud Olofsson ernannte sie Fredrik Reinfeldt nahezu zwangsweise auch zur neuen Wirtschaftsministerin. Einige kleinere Affären, Uneinigkeiten in der Partei und eine unklare Politik führten in der Folge jedoch dazu, dass Annie Lööf immer mehr Wählerstimmen verlor und die Centerpartiet bei den kommenden Wahlen im Jahr 2014 um ihr Überleben im Parlament kämpfen muss.


16. Juli 1661: Der erste Geldschein kommt aus Schweden 
16. Juli 1860: Der Tamms Kanal im Hälsingland

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. November 2012

Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) in Schweden

Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) wurde von den Freunden des Käsekuchen erstmals am 14. November 2004 ausgerufen, wobei der Verein, der nur ein Jahr vorher gegründet worden war, dabei natürlich vor allem an den Käsekuchen aus dem Småland dachte, der seine Ahnen bereits im 17. Jahrhundert hat und, zumindest früher, bei keinem Fest im Småland fehlte, was man auch in Astrid Lindgrens Buch Emil i Lönneberga nachlesen kann, wo eines dieser Feste sehr anschaulich beschrieben ist.

Auch wenn der Ostkaka als Nationalgericht des Småland betrachtet wird und jeder Schwede bei einem Käsekuchen zuerst an das Rezept aus dem Småland denkt, so gibt es andere Variationen von Käsekuchen in ganz Schweden und im Hälsingland schwört man daher auch auf die eigene Variante, den Hälsingeostkakan. Beide Regionen lassen es sich auch nicht nehmen am 14. November Backwettbewerbe zu veranstalten bei denen das beste Rezept und der beste Geschmack gesucht wird, wobei im Småland sogar eine Meisterschaft im Käsekuchenbacken ausgetragen wird.

Der Käsekuchen aus dem Småland wird als Zwischenmahl oder als Nachspeise gegessen, wobei das Dessert normalerweise mit etwas Schlagsahne und Sauerkirschmarmelade (
klarbärssylt) serviert wird. Traditionell wird der småländsk Ostkaka auch von innen nach außen gegessen, da in der Mitte der cremige Teil zu finden ist. Der etwas trockenere äußere Teil war für die weniger wichtigen Gäste oder auch Dienstboten gedacht, die die Reste des Kuchens essen durften. Die Hauptbestandteile des schwedischen Käsekuchens sind lediglich Milch, Weizenmehl und Käselab (Ostlöpe).

14. November 1907: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
14. November 1907: Astrid Lindgren und ein erfundenes Schweden
14. November 1948: Kristina Lugn, Poesie und Drama einer Außenseiterin
14. November 1994: Die nordländische Modeschöpferin Paula Fahlander 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. November 2011

Åsa-Nisse, der Kino-Erfolg Schwedens

Am 27. November 1949 hatte der erste von mittlerweile 21 Filmen über Åsa-Nisse Premiere im Kino von Vetlanda. Åsa-Nisse, bzw. Nils Nilsson, war eine Figur, die Stig Cederholm 1944 erfand und zu Beginn in wöchentlichem Rhythmus in der Zeitschrift Tidsfördriv mit großem Erfolg veröffentlichte. Der Erfolg der Cartoons übertraf alle Erwartungen, was anschließend zur Produktion der Filme führte, aber auch einem Musical, und natürlich zu einer Serienzeitschrift, die heute zu den begehrtesten Sammelobjekten Schwedens zählt.

Zwischen 1949 und 1969 wurden 20 Filme über Åsa-Nisse gedreht, einem kleinen Landwirt aus dem Ort Knoholt im Småland, der keinerlei geregelten Arbeit nachgeht, aber regelmäßig wildert, Karten spielt und eine skurrile Erfindung nach der anderen macht. Die Handlungen drehen sich immer um die gleichen Personen, wobei in jedem Film ein bekannter Musiker oder eine Musikgruppe mitwirkte und irgend eine verrückte Autofahrt gezeigt wurde. Auch wenn sämtliche Filme ein garantierter Kassenerfolg waren, gab es keinen Kritiker, der an den Filmen ein gutes Wort ließ. Im Jahre 1956 erhielt der Film „Åsa-Nisse flyger i luften“ die kürzeste Kritik, die je einem schwedischen Film gegeben wurde: „Fahr in Frieden!“. Im Februar 2011 kam nun erneut ein Film über die legendäre schwedische Figur Åsa-Nisse ins Kino, erneut mit großem Erfolg.

Åsa-Nisse war Stig Cederholms erster und größter Erfolg, wobei bis zu den 40er Jahren nichts darauf hinwies, dass Cederholm je einen so hohen Bekanntheitsgrad erreichen würde, denn in den 30er Jahren kämpfte er in Spanien auf Francos Seite und während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für die deutsche SS. Zurück in Schweden wurde er dann in eine psychiatrische Abteilung eingewiesen und erst entlassen, als er die Autorin Dagny Alm heiratete. Durch die Erfolge Åsa-Nisses angeregt schrieb Stig Cederholm anschließend noch einige Naturbücher, allerdings mit weitaus geringerem Erfolg.

27. November 1907: Astrid, die Entwicklung eines altnordischen Namens
27. November 1984: Die schwedische Sängerin Sanna Nielsen 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. November 2011

Astrid Lindgren und ein erfundenes Schweden

Am 14. November 1907 wurde Astrid Anna Emilia Lindgren in Vimmerby im Småland geboren, der Stadt, in der sie die ersten 19 Jahre ihres Lebens verbrachte, um dann jedoch permanent nach Stockholm zu ziehen. Es gibt keinen schwedischen Autor, der das Bild Schwedens weltweit so stark geprägt hat wie Astrid Lindgren mit ihren Kinderbüchern, die mittlerweile in 95 Sprachen übersetzt wurden und wovon nahezu 150 Millionen Exemplare verkauft wurden. Vor allem ihre Filme, von denen einige in der Astrid Lindgren Welt in Vimmerby gedreht wurden, zeigen ein etwas idealisiertes Schweden zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zeigen aber auch immer wieder Ansätze einer Gesellschaftskritik, die Astrid Lindgren in regelmäßigen Debattenartikeln vertrat.

Marie-Louise Ekmans Astrid Lindgren in Vimmerby

Astrid Lindgren war, vor allem ab den 70er Jahren, politisch stark engagiert. Sie kämpfte für die Rechte der Kinder, setzte sich für den Tierschutz ein und war engagierte Gegnerin der Kernkraft. Weltweit machte sie, wenn auch mit etwas irreführenden Angaben, auf die hohen schwedischen Steuern aufmerksam und kritisierte, dass man in Schweden unter gewissen Voraussetzungen mehr Steuern bezahlen muss als man einnimmt. Diese öffentliche Kritik war auch mit dafür verantwortlich, dass die Sozialdemokratische Partei unter Olof Palme 1976 die Regierung abgeben musste.

Als Astrid Lindgren am 28 Januar 2002 in Stockholm starb, hatte ihre Beerdigung mehr Aufmerksamkeit als die eines Königs und wurde von Dagens Nyheter mit einem Staatsbegräbnis verglichen. Ihr Sarg wurde auf einem schwarz gemalten Wagen von der Adolf Fredriks Kirche zur Storkyrkan transportiert, wobei ein Mädchen hinter dem Sargwagen einen weißen Hengst führte, was ein deutliches Symbol aus der heidnischen Zeit Schwedens ist. Nach der Zeremonie wurde die Leiche Astrid Lindgrens nach Vimmerby transportiert, wo die Autorin dann begraben wurde.

Die Astrid Lindgren Welt in Vimmerby entwickelte sich seit 1981 fortschreitend zu einem Themapark, der die Welt der Kinderbücher lebendig machen will und hat daher nicht sehr viel mit der Realität Schwedens zu tun. Das kleine Dorf soll während der Sommermonate träumen lassen und Kinder und Erwachsene in eine Parallelwelt der Bücher Astrid Lindgrens führen. Ab 2014 wird Astrid Lindgren auch auf den neuen 20-Kronen-Scheinen Schwedens zu finden sein.

14. November 1907: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
14. November 1994: Die nordländische Modeschöpferin Paula Fahlander 
14. November 2004: Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 8. August 2011

Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer

Auch wenn der 8. August vor allem als der Namenstag der aktuellen Königin Silvia von Schweden und als Flaggentag bekannt ist, so ist der 8. August 1973 der Tag, an dem sich der schwedische Schriftsteller, Journalist und Dramatiker Vilhelm Moberg das Leben nahm, ein Schriftsteller, der vor allem für die Bewohner Smålands eine größere Bedeutung hat als die Königin, da er in gewisser Weise als Nationalschriftsteller dieser schwedischen Landschaft betrachtet werden kann dessen Hauptfiguren zudem überwiegend aus dem Småland kamen.

Vilhelm Moberg vor dem Utvandrarnas Hus in Växjö

Am bekanntesten wurde Vilhelm Moberg, der am 20. August 1898 geboren worden war, mit seiner Buchserie über die schwedischen Auswanderer, die auch als „Emigranten“ und „Das neue Land“ verfilmt wurden. Moberg berichtet hier am Beispiel einer Gruppe von Personen aus dem Småland den Weg, den im 19. Jahrhundert über eine Million Schweden nahmen um ihr Glück in den USA zu suchen. Moberg fand das Material zu diesen Romanen in einem Tagebuch des Auswanderers Andrew Petersons und schrieb die ersten beiden Teile des Werkes noch in Kalifornien, wo der Autor sich vorübergehend niedergelassen hatte.

Für die schwedische höhere Gesellschaft war Vilhelm Moberg eine weniger geliebte Person, da er mit seinem Buch Rid i natt! die schwedische Kollaboration mit Hitler als sehr deutliche Parabel anprangerte, auch wenn der Schriftsteller die Handlung als solches in die Vergangenheit gesetzt hatte. 1950 entwendete und veröffentlichte Moberg einige Dokumente, die bewiesen, dass die schwedische Polizei mit der Gestapo zusammenarbeitete und in den 60er Jahren kritisierte er Olof Palme, der sich Republikaner nannte, aber dann Gustav IV. Adolf ehrte und das Königslied sang. Er bezeichnete Olof Palme in diesem Zusammenhang als Heuchler.

Vilhelm Moberg wandte sich gegen jede Dominanz über ein Volk, egal ob sie von rechts oder links kam und wollte am Ende seines Lebens eine schwedische Geschichte schreiben, die den Lauf der geschichtlichen Entwicklung aus der Warte von Soldaten, Arbeitern und Frauen zeigt, ein Werk, das der Autor leider nicht mehr vollenden konnte.

8. August 1878: Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden
8. August 1993: Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab 

Copyright: Herbert Kårlin