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Montag, 15. Juni 2015

Die Stockholmer Ausstellung des Jahres 1866

Nachdem die Idee eines gemeinsamen politischen Skandinaviens ab Mitte des 19. Jahrhunderts als endgültig gescheitert betrachtet wurde, entschieden sich die nordischen Länder nun auf eine kulturelle Zusammenarbeit zu setzten um auf diese Weise eine nordische Einheit zu zeigen. In dieser Idee plante man für 1866 in Stockholm eine Kunst- und Industrieausstellung nach europäischem Muster, die am 15. Juni 1866 von Prinz Oscar, dem späteren Oscar II., und Königin Lovisa eingeweiht wurde. Man rechnet diese Ausstellung als die erste internationale Kunst- und Industrieausstellung im nordischen Raum.

Als Messeplatz wurde der Kungsträdgården, das neu eröffnete Nationalmuseum und der im Bau befindliche Södra tunneln gewählt. Im Kungsträdgården errichtete Adolf Wilhelm Edelsvärd das Ausstellungsgebäude aus Holz in dem 3800 Aussteller aus Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland Platz fanden. Gemäß der Eröffnungsrede des Prinzen sollte die Ausstellung dem schwedischen Volk neue technische Erkenntnisse erklären und ihnen die Kunst näher bringen um Schweden innerhalb der internationalen Konkurrenz zu stärken. Die gesamte Eröffnung wurde vom Hoffotografen Johannes Jaeger fotografiert, der die Bilder unmittelbar entwickelte und König Karl XI. an seinem Krankenbett präsentierte. In der Geschichte der schwedischen Fotografie gilt diese Handlung als die erste Reportagefotografie des Landes.

Auf der Stockholmer Ausstellung des Jahres 1866 konnte man die Molins föntän (Molin-Brunnen), der noch heute den Kungsträdgården dominiert, bereits als Modell sehen, ein Springbrunnen, der immer noch an diese Ausstellung erinnern soll. Allerdings zeigte diese erste große Ausstellung in Skandinavien nicht den gewünschten Erfolg, denn während die Ausgaben bei 400.000 Reichstalern lagen, erzielte man durch die Eintritte gerade einmal 135.000 Reichstaler und aus dem Ausland kamen während der vier Monate nur etwa 50.000 Besucher, ein Zehntel der erhofften Menge. Erst bei der nächsten Stockholm Ausstellung im Jahre 1897 zeigte sich dann auch der Erfolg, da man 31 Jahre später zwei Millionen Besucher zählen konnte.


15. Juni 1587: Freiherr Gabriel Gustafsson Oxenstierna
15. Juni 1587: Gabriel Gustafsson Oxenstierna auf Tyresö Schloss
15. Juni 1744: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad
15. Juni 1926: Gun Kessle und die Dritte Welt
15. Juni 1981: Kodjo Akolor, Komiker wider seinen Willen
15. Juni 1998: Jokkmokks-Jokke und das schwedische Volkslied

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Die schwedische Hofdame Ebba Munck af Fulkila

Ebba Munck af Fulkila starb am 16. Oktober 1946 als Ebba Henrietta Bernadotte und gehörte durch ihre Ehe mit Prinz Oscar, in gewissem Abstand, der königlichen Familie an, auch wenn sie selbst nicht königlicher Geburt war und daher ursprünglich auch nicht willkommen in diesem edlen Kreis war. Um die Ehe mit Prinz Oscar zu verhindern wurde sie nicht nur als Hofdame entlassen, sondern ihr späterer Ehemann musste auch eine zweijährige Bedenkzeit weit entfernt von Ebba Munck af Fulkila akzeptieren.

Ebba Munck af Fulkila gehörte durch ihre Geburt dem nordischen Adel an und wurde nur in dieser Eigenart auch das Hoffräulein der damaligen Kronprinzessin Victoria. Ihren zukünftigen Ehemann lernte sie in Amsterdam kennen, wo Prinz Oscar wegen Herzbeschwerden untersucht wurde. Es schien eine Liebe auf den ersten Blick zu sein, wobei die meisten der gemeinsamen Treffen allerdings in der norwegischen Seemannskirche, unter Unterstützung des Priesters, stattfanden, da beide wussten, dass diese Verbindung problematisch sein würde und sich daher nicht gemeinsam in der Öffentlichkeit zeigten.

Da die beiden jedoch fest entschlossen waren zu heiraten und die Liebe auch eine zweijährige Trennung überstanden hatte, genehmigte die königliche Familie 1887 die Verbindung, allerdings auch dann erst, als alle Brüder von Prinz Oscar vorher ein Dokument unterschrieben hatten, dass sie keine Ehe unter ihrem Niveau eingehen würden. Gerade dieses konservative Verhalten des Königshauses führte jedoch dazu, dass das Paar beim Volk sehr beliebt wurde, denn in ihren Augen wurde durch die Ehe eine Brücke zwischen Königshaus und Volk geschaffen. Dies war natürlich nur symbolisch zu sehen, denn Prinz Oscar musste durch die Ehe auf sämtliche schwedischen Titel verzichten und wurde vom Königspaar nicht mehr als Sohn gerechnet. Nicht zu nehmen war den beiden jedoch, dass Oscar weiterhin Prinz war und Ebba Munck af Fulkila zu Prinzessin Bernadotte wurde.


16. Oktober 1901: Die erste schwedische Antarktisexpedition 
16. Oktober 1946: Ulf Ivar Nilsson und die gezeichnete Gesellschaftskritik

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. Oktober 2013

Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)

Als Prinz Oscar am 4. Oktober 1953 im Alter von 93 Jahren starb, war er, trotz zahlreicher Krankheiten im Lauf seines Lebens, nicht nur älter geworden als alle anderen männlichen Bernadotte, sonder er ging auch als schwarzes Schaf in die Geschichte der schwedischen Monarchie ein, denn er hatte 1888, nach starkem Widerstand aus dem Königshaus, das nicht-königliche Hoffräulein Ebba Munck af Fulkila geheiratet und er war der einzige Nachkomme der gesamten Bernadotte-Linie, der sich von der Svenska Kyrkan abwandte und eine wichtige Rolle in der Erweckungsbewegung Schwedens spielte. Durch seine Ehe konnte er zwar den Titel „Prinz Bernadotte“ behalten, diesen jedoch nicht mehr vererben.

Prinz Oscar, der mit der Ehe mehrere Titel verlor und auf das Erbrecht der schwedischen und norwegischen Krone verzichtete, war 1859 als Sohn des Königs Oscar II. und dessen Frau Sofia geboren worden, wurde zuerst zu Hause unterrichtet um anschließend die Beskowska skolan zu besuchen und sich mit 13 Jahren der schwedischen Marine anzuschließen, wo er sehr schnell Karriere machte. Zwischen 1883 und 1885 nahm er, allerdings mehr unfreiwillig, auch an der Weltumseglung mit der HMS Vanadis, der einzigen schwedischen Dampffregatte, teil, die ihm aufgezwungen wurde, damit er Ebba Munck af Fulkila vergessen sollte.

Nachdem Prinz Oscar im Jahre 1903 zum Vizeadmiral ernannt wurde, nahm er nach 25 Jahren Dienst Abschied von der Marine und widmete sich vor allem der Wohltätigkeit und der Verbreitung des christlichen Wortes. Auch auf einen adeligen Titel musste der Prinz letztendlich nicht verzichten, denn sein Onkel, Adolf von Luxemburg, ernannte ihn zum Grafen von Wisborg, einem erblichen Titel, der später auch anderen Abkommen des schwedischen Königshauses verliehen wurde, die nicht königlich heirateten. Allerdings gehören sie alle dem Adel Luxemburgs an.


4. Oktober 1904: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
4. Oktober 1999: Kanelbullens dag, der Tag der schwedischen Zimtschnecke

Copyright: Herbert Kårlin