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Montag, 5. September 2016

Ebba Boström, die Gründerin des Samariterhemmet

Ebba Boström kam am 5. September 1844 als Tochter eines Juristen auf Gut Östanå in Roslagen zur Welt und erhielt daher auch eine für ihre Zeit sehr gute Ausbildung. Bei einem Aufenthalt in England, während einer Ausbildung im damals wachsenden Krankendienst, kam Boström mit der dortigen Erweckungsbewegung in Kontakt und begann auch in der Londoner Diakonissenanstalt zu arbeiten, wo ihr Plan reifte in Schweden ein Armenhaus zu gründen. Nach ihrer Rückkehr im Jahre 1882 übernahm Boström dann nahezu unmittelbar den Verein Sedlighetsföreningen in Uppsala, eine Unterkunft für Prostituierte, die in ein normales Leben zurückfinden wollten.

Ebba Boström hatte jedoch große Pläne und trennte sich daher bald wieder vom Verein, kaufte ein eigenes Gebäude, bildete dort erst Hausmädchen aus, erweitere die Einrichtung 1882 mit einem Kinderheim und baute 1899 schließlich auch ein Krankenhaus auf ihrem Grundstück. Nur wenig später bildete Boström, vor allem aber ihr Nachfolger Otto Centerwall, auch Krankenschwestern und Dakonissinen aus. 1899 übergab Ebba Boström die gesamte Einrichtung der Stiftung Samariterheim (Samariterhemmet), wobei 1970 das Krankenhaus von Uppsala übernommen wurde und 1975 die Ausbildung von Krankenschwestern auf die Region überging.

Ebba Boström, die am 10. Mai 1902 in Uppsala starb, ging davon aus dass die Heilung, insbesondere von ausgesetzten Personen, durch medizinisches Wissen und Beten erfolgen muss, wobei sich Boström vor allem für Arme, Kinder, junge Frauen und Nervenkranke einsetzte. Ein Teil ihrer Ziele wurde allerdings erst nach ihrem Tod verwirklicht, als der Priester Otto Centerwall das Samariterhemmet leitete. Auch wenn heute das Krankenhaus ein Teil des Universitätskrankenhauses Uppsala ausmacht, so gehören die Gebäude und das Grundstück weiterhin der Stiftung Samariterhemmet. Das Samariterheim beschäftigt sich heute vor allem mit dementen Personen, Gruppentherapien und ist in der Stadtmission engagiert.


5. September 1695: Carl Gustaf Tessin, Kunstsammler und Politiker
5. September 1774: Der deutsch-schwedische Künstler Caspar David Friedrich
5. September 1816: Axel Gabriel Silverstolpe, ein literarischer Revolutionär
5. September 1860: Die Stadtbibliothek in Helsingborg wird gegründet
5. September 1871: Carl Edward Norström, Pionier des schwedischen Eisenbahn
5. September 1987: Die beliebte Sendung På Spåret hat in Schweden Premiere
5. September 1995: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän
5. September 2001: Der schwedische König wird mit Torte beworfen

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Dezember 2015

Die Korskyrkan in Uppsala, früher Betaniaförsamlingen

Am 11. Dezember 1934 wurde in Uppsala die Betaniaförsamlingen geschaffen, die heute als Korskyrkan bekannt ist und über rund 400 Mitglieder aus der Region verfügt. Wie sehr viele Freikirchen Schwedens gab es diese Versammlung bereits viele Jahre vor ihrer offiziellen Existenz als Gebetsgruppe die den protestantischen Glauben auf ihre persönliche Weise deutete. Im Falle der Betaniaförsamling handelte es sich um eine Gruppe an Baptisten, die bei den regelmäßigen Treffen die Bibel deuteten. Im Jahre 1934 war diese Gruppe so homogen, dass es nur noch eine Schlussfolgerung gab, nämlich gemeinsam eine Kirchengemeinde zu gründen.

Die Korskyrkan, die ihren Namen mit dem Bau eines eigenen Versammlungsheims im Jahre 1966 ihren aktuellen Namen erhielt, gehört dem Verband der protestantischen Freikirchen an und bekennt sich damit zur christlichen Glaubensgemeinschaft, auch wenn die Gemeinschaft auf die Erweckungsbewegung baut und damit eine eigene Deutung der Bibel als Grundlage des Glaubens hat. Wie bereits die Erweckungsbewegung, so sind auch bei der Korskyrkan regelmäßige Gespräche und Treffen wichtig, wie auch die Missionierung, also die Verbreitung ihres Glaubens, weswegen die Gemeinschaft oft auch als Sekte betrachtet wird.

Wie sehr viele andere Freikirchen Schwedens, so bietet auch die Korskyrkan sehr viele Aktivitäten für die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen und Altersstufen an, was dieser Glaubensrichtung auch einen gewissen Zulauf garantiert. Auch wenn die Missionierung, eine sehr wichtige Aufgabe der Korskyrkan, in Schweden kaum auffällt, so ist die Gemeinschaft in Uppsala auch in Afghanistan, Japan, Zentralafrika und mehreren anderen Ländern aktiv. Indem man dort praktische Entwicklungshilfe leistet, die oft von Familien der Glaubensmitglieder Uppsalas vor Ort unterstützt wird, ist der Einfluss in einigen dieser Orte sehr bedeutend.


11. Dezember 1317: Birger Magnusson kommt in Schweden an die Macht
11. Dezember 1741: Der Militärpriester und Dichter Jacob Fabricius
11. Dezember 1849: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
11. Dezember 1849: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
11. Dezember 1865: Frida Stéenhoff und die Revolution der Frau
11. Dezember 1898: Nils Ferlin, der Bohemien unter den schwedischen Dichtern
11. Dezember 1921: Die Gründung des Vereins junger schwedischer Ärzte
11. Dezember 1966: Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod
11. Dezember 2010: Terroristisches Attentat im weihnachtlichen Stockholm
11. Dezember 2010: Der Citytunnel in Malmö und die unterirdische Eisenbahn 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 15. November 2015

Der Komponist und Psalmendichter Joël Blomqvist

Joël Blomqvist kam am 15. November 1849 als Sohn eines Schneiders in Stockholm zur Welt und entschied sich nach Abschluss der Grundschule eine Ausbildung zum Polsterer zu machen. Mit 19 Jahren fand er in diesem Beruf auch eine Anstellung in Uppsala, wo er sich mit der Arbeitsaufnahme auch der Erweckungsbewegung anschloss und sich einen Ruf als Organist und als Leiter des Chores machte, sich aber auch mehr und mehr dem Predigen zuwandte, einer Tätigkeit, die ihm in der Staatskirche Schwedens verschlossen war.

Bald verbrachte Joël Blomqvist seine Wochenenden damit die Dörfer um Uppsala zu besuchen um dort religiöse Schriften zu verkaufen und als Prediger für die Erweckungsbewegung aufzutreten. In den folgenden Jahren verlagerte sich die Arbeit Blomqvists nach Gävle und später auch nach Stockholm und Motala, was insbesondere mit seiner Arbeit als Polsterer zusammenhing, da die religiöse Aktivität, der sich auch seine Frau anschloss, nicht bezahlt wurde und nur den Weg zum Himmel öffnen konnte.

Ab wann Joël Blomqvist begann Psalmen zu schreiben und die Musik dazu zu komponieren, ist unbekannt, aber da er im Laufe seines Lebens über 400 religiöse Lieder schrieb und die meisten davon auch vertonte und in Buchform veröffentlichte, muss er spätestens bei seinem Aufenthalt in Uppsala damit begonnen haben. Die Lieder Blomqvists gingen nahezu um die ganze Welt, wobei er nicht nur im Psalmenbuch des Jahres 1986 mit drei Liedern verewigt wurde, sondern seine Werke auch in den Gesangsbüchern der Missionskirche, jenem der Heilsarmee und jenen mehreren Freikirchen Schwedens einzogen. Joël Blomqvist starb am 30. Oktober 1930 in Kullerstad im Östergötland.


15. November 1668: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt
15. November 1776: Per Henrik Ling, der schwedische Vater der Gymnastik
15. November 1817: Frans Suell, ein schwedischer Kaufmann mit neuen Ideen
15. November 1859: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)
15. November 1945: Von Anni-Frid von Abba bis zur Prinzessin Reuss
15. November 1959: Tomas Staffan Riad, Mitglied der Svenska Akademien 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 16. Juni 2014

Der schwedische Schriftsteller Torgny Lindgren

Torgny Lindgren wurde am 16. Juni 1938 in Raggsjö in Västerbotten geboren, einem Ort mit starker freileligiöser Bindung. Nach einem Studium zum Lehrer und seiner Ehe mit ebenfalls einer Lehrerin zog Lindgren ins Småland, wo er bereits sehr früh begann Gedichte zu schreiben. Während der Schriftsteller mit seinem ersten Gedichtband Plåtsax, hjärtats instrument im Jahre 1965 noch seinen literarischen Weg suchte, findet man bereits im zweiten Poesieband Dikter från Vimmerby die klare Richtung Lindgrens, seine Gesellschaftskritik, seine religiöse Neigung und seinen Drang zu regionalem Sprachgebrauch.

Vom Lehrer ging Torgny Lindgren immer mehr zum Schriftsteller über und, obwohl er in den 80er Jahren immer häufiger zu Mythen und Phantasien greift, blieb der Schriftsteller bei der Gesellschaftskritik und behandelt die Frage inwieweit Politik in unserer Gesellschaft als zuverlässig und neutral betrachtet werden kann. Die einzige Veränderung in diesem Jahrzehnt bleibt, dass Lindgren literarisch zum Västerbotten zurückkehrt und er den dortigen Dialekt in seinen Werken aufnimmt. Mancher Kritiker ist der Meinung, dass Lindgren ab diesem Zeitpunkt mit der Erweckungsbewegung seiner Heimatgegend abschließen will.

Torgny Lindgren, der von der Freireligion zum katholischen Glauben wechselt, schließt seine literarische Laufbahn im Jahre 2007 mit dem Roman Norrlands Akvavit ab, einem Roman, der die Erweckungsbewegung in Nordschweden in neuer Form wieder auferstehen lässt und damit die Anpassungsfähigkeit der Freikirche an das Zeitgeschehen ausdrückt. Diesem Roman folgten 2010 nur noch die „Erinnerungen“, eine Autobiographie des Mitglieds der Svenska Akademien. In den Werken Lindgrens spürt man, neben seinem Aufwachsen in einer freikirchlichen Gemeinde, auch sehr deutlich die Philosophie Schopenhauers und Kierkegaards, die für den Autor immer einen Leitfaden für seine Denkweise boten.


16. Juni 1288: Der Stora Kopparberget in Falun
16. Juni 1798: Johan Henrik Thomander und die Kirchengeschichte Schwedens
16. Juni 1858: Gustav V., König von Schweden
16. Juni 1925: Östen Sjöstrand, der Dichter, der Antike und Gegenwart verbindet
16. Juni 1943: Die Sandöbron schafft eine Landverbindung nach Haparanda
16. Juni 2011: Eine Moschee für die Gläubigen Göteborgs
16. Juni 2012: Mora-Nisse, eine schwedische Legende des Skisports

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. Mai 2014

Edvard Hedin, der Gründer der Freikirche Helgelseförbundet

Edvard Hedin wurde am 29. Mai 1856 in Kräcklinge bei Örebro geboren und pachtete im Alter von 23 Jahren ein 300 Hektar umfassendes Gut in seinem Heimatort das er nur neun Jahre später aufkaufte. Bereits kurz nachdem Hedin das Gut Torp gepachtet hatte, gründete er die Molkereikooperative des Ortes und engagierte sich in mehreren Unternehmen sowie der Politik der Region, was ihn zu einem der einflussreichsten Personen seiner Umgebung machte.

Mit 27 Jahren hatte Edvard Hedin seinen ersten Kontakt mit der schwedischen Erweckungsbewegung und als er eine Predigt über das Blut Christi hörte, das den Menschen von allen Sünden befreien kann, nahm er diesen neuen Glauben an. Als Hedin dann nur wenig später an einer Gebetsstunde in der Säterie Riseberga teilnahm, spürte der Gutsbesitzer eine tiefe innere Berufung und wollte aller Welt seinen neuen Glauben näher bringen. Hedin sprach öffentlich so überzeugend, dass sich bald mehr und mehr Personen in der Umgebung zum neuen Glauben bekehrten.

Edvard Hedin entdeckte dann jedoch sehr bald, dass die von ihm geschaffene Bewegung nur Bestand hatte wenn regelmäßige Treffen möglich waren und eine Vereinigung geschaffen wurde. Hedin gründete daher einen christlichen Verband, den Helgelseförbundet,  dessen Leiter er wurde und er öffnete sein Gut für die Sonntagsmessen. Nach offiziellen Quellen wurde dort Mittsommer 1887 auch die erste Glaubenskonferenz des Helgelseförbundet abgehalten. Der christliche Verein wuchs in einer unglaublichen Geschwindigkeit und bei der Konferenz des Jahres 1891 zählte man bereits etwa 6000 Teilnehmer. Edvard Hedin blieb nicht nur seinem Glauben treu, sondern blieb auch bis zu seinem Tod der Führer der von ihm geschaffenen Bewegung.


29. Mai 1766: Baltzar von Platen, der Gründer des Göta Kanals
29. Mai 1772: König Gustav III. wird in Stockholm zum König gekrönt
29. Mai 1938: Körperstrafe und Dunkelhaft werden in Schweden abgeschafft
29. Mai 1940: Hemvärnet, eine paramilitärische Einheit in Schweden
29. Mai 1956: Långholmen, ein Gefängnis wird zum Hotel
29. Mai 1985: Der mysteriöse Tod der Journalistin Cats Falck

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. Mai 2014

Die Erweckungsbewegung innerhalb der Svenska Kyrkan

Am 7. Mai 1856 gründete der Priester Hans Jakob Lundborg mit der Unterstützung des Predigers und Schriftstellers Carl Olof Rosenius die Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen EFS um die Erweckungsbewegung, die sich um diese Zeit in ganz Schweden verbreitete, auch zu einem Teil der offiziellen Staatskirche, der Svenska Kyrkan, zu machen und die Gläubigen davon abhalten zu einer der zahlreichen Freikirchen überzulaufen, die zwar keine Werbung für sich machen durften, die Mitglieder jedoch durch Mund zu Mund Propaganda bekamen. Die Religionsfreiheit Schwedens war um diese Zeit noch stark eingeschränkt.

Die Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen gehört, trotz vieler Parallelen zu Freikirchen, bis heute zur Svenska Kyrkan und zählt gegenwärtig etwa 15.000 Mitglieder, die sich auf rund 350 lokale Missionsvereine verteilen und seit ihrer Gründungszeit die Bibelkunde und die Bibeldeutung im Zentrum ihrer Lehre haben. Der protestantische Glaube sollte sich nach Lundborg von Beginn an vor allem über die Volksbildung verbreiten. Die Aufgabe der früheren reisenden Prediger übernehmen heute allerdings mehr die acht Volkshochschulen des Landes, die von der Glaubensgemeinschaft gegründet wurden. Allerdings werden die Priester der EFS seit 1990 ausschließlich nach den Regeln der Svenska Kyrkan ausgebildet und von dieser auch zum Priester geweiht, was dabei hilft, dass die Gemeinschaft mehr und mehr mit der Svenska Kyrkan in Verbindung gebracht wird und ihr den Ruf der Freikirche nimmt.

Der Aufschwung der Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen kam sehr schnell, insbesondere dadurch, dass die Stiftung bereits 1857 die Zeitschrift Budbäraren herausgab, die eine Mischung aus Literatur und der Verbreitung von religiösen Theorien war und von Kolporteuren in ganz Schweden verkauft wurde, Reisenden, die später auch zu Predigern ausgebildet wurden. Parallel zu dieser Zeitschrift gründete die EFS einen Verlag, der insbesondere christliche Literatur veröffentlichte und seit 1992 in den Verbum Förlag eingeht. Die Bedeutung dieser Veröffentlichungen wird dadurch dokumentiert, dass bereits das erste Werk des ursprünglichen EFS-Verlages, die Kirchenpostille Luthers, in acht Auflagen und insgesamt 70.000 Exemplaren verkauft wurde.


7. Mai 1697: Das königliche Schloss Tre Kronor in Stockholm brennt nieder
7. Mai 1840: Der deutsch-schwedische Künstler Caspar David Friedrich
7. Mai 1921: Abschaffung der Todesstrafe in Schweden
7. Mai 2013: Die Swedish Music Hall of Fame in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 3. Februar 2014

Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche

Carl Olof Rosenius wurde am 3. Februar 1816 als Sohn eines Priesters in Västerbotten geboren und wurde vom Vater nach den Regeln der Erweckungsbewegung erzogen. Als er dann mit 15 begann die ersten Predigten zu halten, machte er sich vor allem dadurch bemerkbar, dass er fundamentale Kenntnisse der Lehre Luthers hatte und seine Ideen zur Religion daher auch mit der Staatsreligion des Landes, der Svenska Kyrkan, zu vereinbaren waren.

Im Jahre 1838 begann Carl Olof Rosenius an der Universität Uppsala Religion zu studieren, musste jedoch das Studium bereits ein Jahr später aus Geldmangel wieder aufgeben. Rosenius kam anschließend als Privatlehrer nach Stockholm, wo er ernsthaft an seinem Glauben zu zweifeln begann. In dieser Phase lernte er jedoch den Methodistenprediger George Scott kennen, der Rosenius nicht nur zurück zum Glauben brachte, sondern ihn auch bald zu seinem Assistenten machte.

Als Scott Schweden im Jahre 1842 verlassen musste und sich damit auch die von ihm gegründete sogenannte Englische Kirche auflöste, übernahm Carl Olof Rosenius die Bewegung und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Neuevangelisten der Erweckungsbewegung. Ab dieser Zeit reiste Rosenius als Prediger durch ganz Schweden und wurde auf diese Weise 1854 auch der Mitgründer der Versammlung in Västervik aus der sich zahlreiche Missionsvereinigungen entwickelten. Nur zwei Jahre später gründete Carl Olof Rosenius, gemeinsam mit Hans Jakob Lundborg, dann die Evangeliska fosterlandssiftelsen (EFS) und öffnet parallel dazu auch die frühere Englische Kirche wieder, der er allerdings nun den Namen Betlehemskirche gab.


3. Februar 865: Der Heilige Ansgar, der Spostel der Schweden, stirbt in Bremen 
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman
3. Februar 1916: Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. Januar 2014

Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke

Adam Smedberg wurde am 30. Januar 1813 in Borgunda geboren und folgte bereits sehr früh den Spuren seines Vaters und wurde Schmied in Tidaholm. Aus unbekannten Gründen ließ sich Semdberg dann jedoch im Jahre 1836 zum Militärdienst werben und wurde in Göteborg zum Artilleristen ausgebildet. Da die Armee allerdings nicht unbedingt seinen Ideen vom Leben entsprach, desertierte Smedberg Ende Mai 1842 und kehrte in seine Heimat zurück.

Wieder in Närke bekam Adam Smedberg nahezu unmittelbar Kontakt mit der Erweckungsbewegung der Rufer (ropare) und entdeckte dabei seine Fähigkeit als Prediger. Im Januar des Folgejahres begann Smedbergs, damals verbotene, Reformationsbewegung, wobei es ihm gelang durch meisterhafte theatralische Leistungen sein Publikum in den Bann zu ziehen. Seine Anhängerschaft wurde beachtlich und selbst in Nachbarregionen gelang es ihm sehr bald bei jeder Predigt bis zu 3000 Zuhörer um sich zu sammeln. Auf Grund seines steigenden Ruhmes hatte sich Smedberg allerdings auch die Regionalregierung und die Staatskirche zu Feinden gemacht und als der Prediger zu Midsommar 1843 auch noch zum „Religionskrieg“ aufrief, wurde gegen ihn ein Haftbefehl ausgestellt.

Nur wenige Tage später landeten Adam Smedberg und einige andere Rufer der Erweckungsbewegung im Schlossgefängnis in Örebro. Erst einige Monate später kam es zur Verhandlung bei der Smedberg um Verzeihung bat und beteuerte in die Irre geführt worden zu sein. In erster Instanz wurde er und 14 andere seiner Prediger dennoch zu knapp einem Jahr Gefängnis verurteilt, das in seinem Fall vom Landesgericht anschließend in ein Bußgeld verwandelt wurde. Nach seiner Freilassung im Februar 1844 trat Smedberg nie wieder als Prediger an die Öffentlichkeit. 1882 wurde er im Armenhaus in Hova aufgenommen wo er am 5. Februar 1892 starb.


30. Januar 1716: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
30. Januar 1896: Die schwedische Internatsschule Lundsberg 
30. Januar 1941: Erik Lindorm, ein Anarchist wird zum Schriftsteller
30. Januar 1945: Die größte menschliche Katastrophe auf der Ostsee
30. Januar 1982: Tora Dahl, die Bewältigung einer unehelichen Geburt
30. Januar 2009: Ingo wird Weltmeister im Schwergewicht

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Dienstag, 7. Januar 2014

Carl Boberg, Politiker, Schriftsteller und Prediger

Carl Boberg starb am 7. Januar 1940 im Alter von 80 Jahren in Kalmar gilt bis heute als einer der bedeutendsten Personen innerhalb der freikirchlichen Bewegung Schwedens, dessen konservative Ideen der Prediger sein Leben lang in Wort und Schrift vertrat. Auf Grund seiner strengen Einstellung zum Glauben und seinem Bekanntheitsgrad als Politiker war es ihm auch gelungen in jenen Häusern Zugang zu finden, die sich im allgemeinen negativ zu Freikirchen verhielten.

Carl Boberg wurde im Alter von 18 Jahren von der Erweckungsbewegung überzeugt, die sich um diese Zeit in seinem Heimatort Kalmar ausbreitete. Nur ein Jahr später gründete er dann dort eine Jugendversammlung zur Verbreitung seines Glaubens und durch Kurse in der Missionsschule schuf er sich die Grundlage für sein gesamtes religiöses Wirken. Ab 1882 war Boberg als Prediger tätig und begann seine Ideen zusätzlich in journalistischen Beiträgen in Stockholm zu verbreiten, wobei er hierbei Religion, gesellschaftliche Probleme und Politik verband so dass seine Artikel auch in nicht religiösen Zeitungen veröffentlicht wurden.

Ab 1889 wurde Carl Boberg Redakteur der konservativen Wochenzeitung Sanningsvittnen, eine Tätigkeit auf die er sich vor allem im Selbststudium vorbereitet hatte. Diese Tätigkeit ermöglichte es ihm auch im gleichen Verlag seine zahlreichen religiösen und politischen Schriften und Gedichte in einer Art Selbstverlag zu veröffentlichen. Da Boberg nicht nur schreiben konnte, sondern auch die religiöse Haltung jener Epoche sehr deutlich auszudrücken vermochte, erreichten seine Veröffentlichungen sehr respektable Auflagen. Der Schriftsteller und Prediger wurde, wegen seiner starken Ausdruckskraft, auch bald als Prediger in der Staatskirche eingeladen, was nur sehr wenigen Anhängern der Freikirche gelang. Drei seiner Psalmen sind noch heute in den Psalmbüchern der Svenska Kyrkan zu finden, darunter sein Werk O store Gud.


7. Januar 1685: Jonas Alströmer bringt die Kartoffel nach Schweden
7. Januar 1876: Die schwedische Künstlerin Anna Sahlström
7. Januar 1926: Die Thielska Galleriet, ein Kunstmuseum in Stockholm 
7. Januar 1945: Yrsa Stenius und die Grenzen der linken Manipulation 
7. Januar 1949: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen 
7. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. Oktober 2013

Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)

Als Prinz Oscar am 4. Oktober 1953 im Alter von 93 Jahren starb, war er, trotz zahlreicher Krankheiten im Lauf seines Lebens, nicht nur älter geworden als alle anderen männlichen Bernadotte, sonder er ging auch als schwarzes Schaf in die Geschichte der schwedischen Monarchie ein, denn er hatte 1888, nach starkem Widerstand aus dem Königshaus, das nicht-königliche Hoffräulein Ebba Munck af Fulkila geheiratet und er war der einzige Nachkomme der gesamten Bernadotte-Linie, der sich von der Svenska Kyrkan abwandte und eine wichtige Rolle in der Erweckungsbewegung Schwedens spielte. Durch seine Ehe konnte er zwar den Titel „Prinz Bernadotte“ behalten, diesen jedoch nicht mehr vererben.

Prinz Oscar, der mit der Ehe mehrere Titel verlor und auf das Erbrecht der schwedischen und norwegischen Krone verzichtete, war 1859 als Sohn des Königs Oscar II. und dessen Frau Sofia geboren worden, wurde zuerst zu Hause unterrichtet um anschließend die Beskowska skolan zu besuchen und sich mit 13 Jahren der schwedischen Marine anzuschließen, wo er sehr schnell Karriere machte. Zwischen 1883 und 1885 nahm er, allerdings mehr unfreiwillig, auch an der Weltumseglung mit der HMS Vanadis, der einzigen schwedischen Dampffregatte, teil, die ihm aufgezwungen wurde, damit er Ebba Munck af Fulkila vergessen sollte.

Nachdem Prinz Oscar im Jahre 1903 zum Vizeadmiral ernannt wurde, nahm er nach 25 Jahren Dienst Abschied von der Marine und widmete sich vor allem der Wohltätigkeit und der Verbreitung des christlichen Wortes. Auch auf einen adeligen Titel musste der Prinz letztendlich nicht verzichten, denn sein Onkel, Adolf von Luxemburg, ernannte ihn zum Grafen von Wisborg, einem erblichen Titel, der später auch anderen Abkommen des schwedischen Königshauses verliehen wurde, die nicht königlich heirateten. Allerdings gehören sie alle dem Adel Luxemburgs an.


4. Oktober 1904: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
4. Oktober 1999: Kanelbullens dag, der Tag der schwedischen Zimtschnecke

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. November 2012

Hans Jakob Lundborg und die schwedische Erweckungsbewegungen

Am 26. November 1867 wurde Hans Jakob Lundborg in einer Priesterfamilie in Gagnef geboren, was in jener Zeit auch nahezu richtungsweisend für die Kinder war, so dass Lundborg vom ersten Tag an auf seinen späteren Beruf innerhalb der Svenska Kyrkan vorbereitet wurde. Dennoch arbeitete Lundborg nach seinem Studium erst einige Jahre lang in Uppsala als Lehrer, bis er 1851 plötzlich den Ruf Gottes spürte. Bereits 1853 wurde Lundborg dann in Västerås zum Priester geweiht.

Da  Hans Jakob Lundborg, der sehr gut predigen konnte, im Amt jedoch deutlich zeigte, dass er das Priesteramt und die Lehre der Svenska Kyrkan etwas anders sah als die offizielle Lehre forderte und sich Lundborg geistig zudem der Erweckungsbewegung (Väckelserörelsen) angeschlossen hatte, wurde er ständig an neue Orte versetzt, in der Hoffnung, dass sich dadurch seine Theorien nicht bei der Bevölkerung festsetzen können, was sich jedoch sehr bald als Irrtum herausstellte, denn überall wo Lundborg ankam, kam auch der Kern der Erweckungsbewegung an.

Dass Hans Jakob Lundborg ganz zum Erweckungsbewegung kam, lag an einer Krankheit im Jahre 1855, denn dadurch bekam er einen längeren Erholungsurlaub und konnte seine Brieffreunde in Schottland und Irland besuchen, insbesondere aber auch James Lumsden von der freikirchlichen Universität in Aberdeen. Sein Aufenthalt dort vertiefte nicht nur seinen Glauben an die Erweckungsbewegung, sondern er erfuhr auch wie er diese Glaubensrichtung in Schweden verbreiten konnte, nämlich durch gedruckte Schriften. Zurück in Schweden begann Lundborg dann unmittelbar vier Zeitschriften zur Erweckungsbewegung herauszugeben, was der Bewegung in Schweden letztendlich zum Durchbruch verhalf.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
26. November 1951: Bruno K. Öijer, das enfant terrible der schwedischen Poesie
26. November 1952: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm 

Copyright: Herbert Kårlin