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Freitag, 11. Januar 2019

Der Politiker und Ministerpräsident Carl Johan Thyselius

Carl Johan Thyselius kam am 8. Juni 1811 als Sohn eines späteren Bischofs in Österhaninge zur Welt und erhielt daher die damals standesgemäße Erziehung, besuchte also die Universität Uppsala und legte das Kanzleiexamen ab um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Mit 45 Jahren wurde Thyselius dann Justizrat und hatte damit die nötige Schwelle zu einer politischen Karriere überschritten.

Nach seiner ersten wichtigeren politischen Aufgaben wurde Carl Johan Thyselius dann Minister für Religionsfragen, Wirtschaftsminister und Präsident des Kammerkollegiums. Im Prinzip hatte Thyselius damit auch den höchst möglichen politischen Grad erreicht, wenn nicht Arvid Posse 1883 von seinem Amt als Ministerpräsident zurückgetreten wäre und damit einen nicht zu lösenden Konflikt in der Handelspolitik Schwedens hinterlassen hätte, und dies ohne dass ein möglicher Nachfolger Posses zu sehen war.

König Oscar II. entschied sich in dieser Situation jemanden zum Ministerpräsidenten zu ernennen, der in einer sehr verfahrenen Lage am wenigsten zusätzliche Probleme verursachen konnte und entschied sich daher für Carl Johan Thyselius. Auch wenn Thyselius in seinem neuen Amt absolut keine politische Funktion ausüben konnte, so gewann der König Zeit und hatte eine ideale Person für den Posten gefunden, denn zum einen war Thyselius der erste Ministerpräsident Schwedens, der keine adelige Herkunft hatte, also nicht einer gewissen Linie folgen musste, zum anderen war Thyselius mit seinen damals 72 Jahren der bis dahin auch älteste Ministerpräsident Schwedens, der bei einer Wahl kaum erneut die Macht Schwedens erhalten sollte. Carl Johan Thyselius, der am 11. Januar 1891 im Alter von 80 Jahren in Stockholm starb und nur ein Jahr lang sein hohes Amt ausübte, war eine ideale Zwischenlösung, auch wenn sein Nachfolger, Robert Themptander, das Land dann ebenfalls nicht aus der Krise holen konnte.


11. Januar 1436: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse 
11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus
11. Januar 1857: Die schwedische Künstlerin Fanny Låstbom
11. Januar 1858: Der schwedische Künstlerin und Illustratorin Gerda Tirén 
11. Januar 1860: Der schwedische Architekt Aron Johansson
11. Januar 1877: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens 
11. Januar 1905: Das Reichstagsgebäude in Stockholm wird eingeweiht
11. Januar 1934: Der schwedische Schauspieler Sven Wollter
11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen 
11. Januar 1985: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. März 2018

Der Justizminister Axel Adlercreutz

Axel Adlercreutz kam am 2. März 1821 als Sohn eines Generalleutnants in Skara zur Welt und schrieb sich 1838 in der juristischen Fakultät der Universität Uppsala ein, um sich dort auf eine administrative Karriere vorzubereiten, die ihn im Laufe der Jahre vom Kanzleiangestellten im Kammerkollegium bis zum Präsidenten des Göta Landesgerichts führen sollte. Im Jahr 1868 ernannte Karl XV. Adlercreutz zum Zivilminister, da er unter der Regierung von Louis de Geer dringend einen treuen Königsdiener benötigte, der nicht sehr an Reformen des Systems interessiert war.

Als De Geer auf Grund seiner Politik von seinem Amt zurücktreten musste, ernannte der König Axel Adlercreutz zum Justitizminister, was dem heutigen Ministerpräsidenten entspricht. Dies ermöglichte dem König seine persönlichen politischen Ideen durchzusetzen, auch gegen den Willen des Staatsrates. Als Karl XV. 1871 während eines Reichstags die Verteidigungsfragen nach seinem Willen regeln wollte, hatte er, außer Adlercreutz, niemanden, der seine Ideen unterstützte, so das es zu keiner endgültigen Entscheidung kam. Als der König dann nur ein Jahr später starb, war es Adlercreutz, der während des Thronwechsels Schweden führte.

Erst 1873 kam es dann, unter Oscar II. zu einem Kompromiss in der Verteidigungsfrage, wobei es jedoch im Folgejahr erneut zu einer Spaltung in der Frage der Organisation der Verteidigung kam. Axel Adlercreutz war überzeugt die Richtung des Königs durchsetzen zu können und stellte daher im Kabinett die Vertrauensfrage. Dies zeigte sich jedoch als Fehler, denn die Folge davon war, dass Adlercreutz zurücktreten musste und De Geer erneut einen starken politischen Einfluss ausüben konnte. Der König ernannte Axel Adlercreutz, der am 20. Mai 1880 in Stockholm starb, nach seiner Niederlage im Kabinett, zum Ministerpräsidenten Skånes (Schonen).


2. März 1760: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
2. März 1828: Frans Theodor Hedberg, ein Leben für das Theater
2. März 1851: Der schwedische Sprachforscher Axel Kock
2. März 1880: Die schwedische Künstlerin Tora Vega Holmström
2. März 1880: Ivar Kreuger, der meist gehasste Schwede und sein Selbstmord
2. März 1886: Die schwedische Künstlerin Agda Holst
2. März 1911: Verhütung in Schweden - eine Straftat 
2. März 1913: Die Centerpartiet (Zentrumspartei) in Schweden 
2. März 1992: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 22. Februar 2018

Der schwedische Politiker Lennart Groll

Leonard Groll, bekannt als Lennart Groll, kam am 22. Februar 1845 als Sohn eines Händlers in gut situiertem Milieu in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1863 an der Universität Uppsala ein, die er sechs Jahre später mit einem Juraexamen verließ, um anschließend eine Karriere als Richter zu machen. 1887 verließ er jedoch als Leiter des Landgerichts diese Karriere um eine Stelle in der Justizkanzlei der Regierung zu finden. Ein Jahr später wurde Groll von Oscar II. zum Stadthalter des Schlosses in Kalmar ernannt und in der Region Kalmar als Regierungspräsident eingesetzt.

Nur ein weiteres Jahr später holte der König Lennart Groll zurück nach Stockholm und gab ihm das Amt als Zivilminister. Während der Jahre als Zivilminister wurde Groll in mehreren Bereichen sehr aktiv, denn er genehmigte zwei Eisenbahnlinien, schuf die schwedische Krankenkasse, reformierte das Patentamt und verbesserte die Arbeitsbedingungen in den schwedischen Bergwerken und der Landwirtschaft, unter anderem durch verbesserte Arbeitsgesetze und die Einrichtung von Fabriksinspektionen. Groll behielt dieses Amt bis 1896, stolperte dann jedoch über eine wenig überdachte Entscheidung.

Lennart Groll plante eine Lotterie zur Stockholm-Ausstellung 1897, wobei der Gewinn aus der Lotterie einen Teil der Kosten der Ausstellung decken sollte, wählte dafür jedoch einen wenig vertrauenswürdigen Geschäftsmann, was seine Gegner sofort ausnutzten. Als dann ein finanzkräftiges Konsortium für die Lotterie eingesetzt wurde, das Abkommen jedoch mehr den Geschäftsleuten als der schwedischen Krone diente, hatte Groll nur noch die Wahl, nämlich von seinem Ministeramt zurückzutreten. Groll wurde vom König anschließend noch zum Regierungspräsidenten der Region Stockholm eingesetzt, konnte jedoch sein Amt nur noch wenige Wochen lang ausüben, da Groll bereits am 25. Oktober 1896 starb.


22. Februar 1805: Die schwedische Prinzessin Amalia
22. Februar 1806: Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums
22. Februar 1912: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin
22. Februar 1911: Der schwedische Künstler Carl Fredrik Hill
22. Februar 1932: Die schwedische Schauspielerin Elsa Prawitz
22. Februar 1944: Russische Bomben fallen auf Stockholm und Strängnäs
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 10. Februar 2018

Der Nationalromantiker August Söderman

August Söderman starb am 10. Februar 1876 im Alter von nur 43 Jahren an eine Leberzirrhose, deren Ursache jedoch nicht bekannt ist. Trotz seines kurzen Lebens entwickelte sich Söderman, der in mehreren künstlerischen Zweigen gleichzeitig aktiv war, zu einem der wichtigsten Repräsentanten der schwedischen Nationalromantik, was sich insbesondere an seinen Kompositionen, Liedern, den Musikeinlagen bei Schauspielen und seiner Kirchenmusik zeigt. Auf Grund des nationalistischen Gedankengutes, das mit dieser Bewegung einherging, geriet Söderman dann jedoch weitgehend in Vergessenheit.

August Söderman kam am 17. Juli 1832 als Sohn eines Kapellmeisters zur Welt und zeigte ursprünglich wenig Interesse für Musik, aber er konnte nicht verhindern, dass ihn sein Vater erst zum Klavierunterricht zwang und er auch Oboe und Violine spielen lernte. Ebenfalls über den Vater wirkte Söderman dann in Orchestern mit, wo er als 18-jähriger von Edvard Stjernström entdeckt wurde, der den jungen Söderman dann zu seinem Orchesterleiter machte. Nach einigen Tourneen in Schweden und Finnland ließ sich der Musiker dann 1854 in Stockholm nieder um dort für das Mindre Teater zu arbeiten.

August Söderman erhielt auch den Auftrag festliche Musik für Kronprinzessin Lovisa zu schreiben und die Musik zur Hochzeit des Königs Oscar II., neben seinen Aufgaben als Kapellmeister der Oper und Autor mehrerer Operetten mit nationalem Einschlag. Die deutlichste Neigung des Komponisten, Sängers, Malers und Kapellmeisters für die nationalromantischen Werte findet man indes bei seinen schwedischen Volksliedern, den Quartetten und seinen Kompositionen für verschiedene Schauspiele, wobei Söderman in diesem Rahmen dem schwedischen Publikum auch das deutsche Volkslied Heidenröslein näher brachte, ein Volkslied, das auch den deutschen Nationalismus jener Zeit ausdrückt.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2003: Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren 
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 6. Januar 2018

Der Künstler und Karikaturist Pelle Hedman

Pelle Hedman kam am 6. Januar 1861 als Per Erick Pärsson in Gimsbärke bei Borlänge als Sohn eines Landwirts zur Welt und begann mit 17 Jahren eine Kunstausbildung an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, die er anschließend an der Kunstakademie fortsetzte, bevor er seine Fähigkeiten bei einem Aufenthalt in Paris perfektionierte. Nach seiner Rückkehr aus Frankreich arbeitete Hedman für alle größeren Zeitungen Stockholms, um sich erst mit 72 Jahren zu pensionieren, ein halbes Jahr vor seinem Tod am 10. August 1933.

Pelle Hedman, der zeitweise im Künstlerkreis um Anders Zorn verkehrte, war Zeit seines Schaffens der vermutlich am häufigsten engagierte Zeichner der Stockholmer Presse, da, vor der Zeit der Fotografie, nur Künstler wie Hedman Leben in eine Zeitung oder Zeitschrift bringen konnten. Erst mit Einbruch des 20. Jahrhunderts musste Hedman daher von der Illustration vor allem zur Karikatur wechseln, was ihm hervorragend glückte, da er mit allen künstlerischen Methoden eng vertraut war.

Pelle Hedman hatte auch in der Stadt seine Kindheit auf dem Bauernhof nicht vergessen, denn zahlreiche seiner Zeichnungen und Illustrationen schildern sehr deutlich das ländliche Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein Erfolg lag jedoch nicht nur an den beeindruckenden Zeichnungen und Malereien, die das Leben der Bevölkerung schilderten, sondern der Künstler wagte sich, vor allem bei seinen Karikaturen, die Grenzen der offiziellen Darstellungen zu sprengen. Bereits 1895 veröffentlichte Hedman eine Zeichnung bei der sich der König Oscar II. und sein Gast, Senator Liss Olof Larsson, von hinten zeigen, sich also vom Künstler abwenden.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens
6. Januar 1852: Der schwedische Künstler Carl Kylberg
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. April 2017

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg liegt auf einem Hügel im Stadtteil Olivedal, dem Dahlins berg, und beeindruckt von weitem mit ihrem Aussehen. Ihren Namen erhielt die Kirche nach König Oscar II., der die Oscar Fredriks kyrka 1898 persönlich besuchte und sich im Gästebuch eintrug. Der Hügel erhielt seinem Namen nach dem Kaufmann Samuel Dahlin, der nur eine kurze Strecke davon entfernt auch eine Reederei hatte und sich bedeutend für den Bau der Kirche einsetzte. Trotz ihrer Größe und dem imposanten Aussehen, handelt es sich bei der Oscar Fredriks Kirche lediglich um eine Stadtteilkirche, die deswegen kaum von Besuchern der Stadt entdeckt wird.

Eingeweiht wurde die Oscar Fredrik kyrka am 2. April 1893, einem Ostersonntag, vom Bischof des Stiftes, Edvard Herman Rohde. Der Bau als solches gehört mit zu den bedeutendsten Werke des Architekten Helgo Zettervall, der der Kirche nicht nur seinen neugotischen Stil gab, sondern dabei zu Ziegeln griff, die ein Kennzeichen der Nationalromantik sind, eine Kombination, die man bei keinem anderen Bauwerk Schwedens finden kann, da es sich dabei im Prinzip um einen Stilbruch handelt und gegen die architektonische Linie jener Jahre lief.

Die Oscar Fredriks Kirche unterscheidet sich aber auch noch in anderen Punkten von den traditionellen Kirchen Schwedens, denn der Kirchturm wurde am Chor gebaut, was dem Bau eine besondere Charakteristik verleiht. Zum weiteren findet man in der Kirche nicht einen einzigen Gegenstand, der älter wäre als die Kirche selbst, da man nie versuchte dort Kirchenschätze zu sammeln, sondern die Einheit erhalten wollte, trotz mehrmaligen Restaurationsarbeiten und einigen kleineren Umbauten. Wer das Innere der Kirche besucht, kann sogar noch die farbliche Entwicklung der Oscar Fredriks kyrka verfolgen, da man bei der letzten Restauration im Jahre 1974 zur Dokumentation Flächen mit den ursprünglichen Farben freilegte und seither erhält.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 14. März 2017

Axel Jungstedt, Künstler und Kunstprofessor

Als Axel Jungstedt am 14. März 1933 in Stockholm starb, galt er als einer der bedeutendsten Porträtmaler Schwedens, der ab 1890 nicht weniger als 340 Porträts gemalt hatte, wobei 28 davon den schwedischen König Oscar II. darstellten. Jungstedt porträtierte in diesen Jahren nahezu jede bedeutende Persönlichkeit Stockholms und schuf damit ein bedeutendes kulturelles Erbe. Werke des Künstlers findet man heute im Nationalmuseum in Stockholm, dem Kunstmuseum in Göteborg, aber auch im Nationalmuseum in Oslo und jenem in Kopenhagen. Die Porträts Jungstedts zeichnen sich insbesondere durch den meist sehr neutralen Hintergrund aus, so dass die Persönlichkeit des Abgebildeten in den Vordergrund rückt.

Axel Jungstedt kam am 17. März 1859 als Sohn eines Zollbeamten zur Welt und studierte von 1878 bis 1883 unter Edvard Perséus an der Kunstakademie der schwedischen Hauptstadt. Nach Abschluss seines Studiums begab sich Jungstedt auf eine vierjährige Studienreise, die ihn nach Deutschland, Italien, die Schweiz und vor allem nach Frankreich führte. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahr 1888 wurde Jungstedt Lehrer an der Kunstakademie um 1909 dort auch zum Professor ernannt zu werden, eine Aufgabe, die er bis 1924 beibehielt. Während der ersten Jahre in Stockholm, arbeitete der Künstler allerdings nicht nur an der Kunstakademie, sondern hatte hatte für mehrere Jahre zudem eine eigene Künstlerschule an der er insgesamt 117 schwedische Künstler ausbildete.

Als Axel Jungstedt nach seiner Studienreise nach Stockholm zurückkam, widmete er sich insbesondere der Freilichtmalerei im klassischen Stil Schwedens, eine Kunstrichtung, die er auch seinen Schülern, in etwas veränderten Weise auch Elsa Beskow, weitergab. Bis Jungstedt Ende der 90er Jahre nahezu ganz zur Porträtmalerei überging, entstanden einige seiner künstlerisch vermutlich wertvollsten Bilder, die, unter anderem, auch die Schären vor Stockholm darstellen. In diesen Jahren entstanden auch mehrere Deckenmalereien in Kirche und Theatern, die die Vielseitigkeit des Künstlers zeigen und nicht nur die nahezu perfekte Kunst, die Jungstedt bei seinen Porträts zeigt.


14. März 1707: Der schwedische Sprachforscher Johan Ihre
14. März 1709: Sten Carl Bielke, Wissenschaftler und Politiker
14. März 1807: Josefina von Leuchtenberg wird Königin in Schweden
14. März 1812: Der Bischof und Sprachforscher Carl Gustaf Nordin
14. März 1816: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus
14. März 1848: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
14. März 1886: Die Textilkünstlerin und Innenausstatterin Elsa Gullberg
14. März 1907: Der nordschwedische Schriftsteller Björn-Erik Höijer
14. März 1918: Die erste Anwältin Schwedens
14. März 1922: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 13. Februar 2017

Die schwedische Uhrmacherin Betty Linderoth

Betty Linderoth, geborene Cedergren, kam am 13. Februar 1822 als Tochter eines Urmachers in Stockholm zur Welt und lernte in der Werkstadt des Vaters den Beruf einer Uhrmacherin, was um jene Zeit sehr ungewöhnlich war. Auf Grund des ständigen Mobbings der anderen, ausschließlich männlicher Lehrlinge, schnitt sich die junge Frau dann die Haare kurz und kleidete sich wie die männlichen Lehrlinge, was ihr eine gewisse Achtung einbrachte. Allerdings sollte Linderoth später nicht die Firma des Vaters übernehmen, sondern einen anderen Weg einschlagen.

Mit 22 Jahren heiratete nämlich Betty Cedergren den Uhrmacher Gustaf Wilhelm Linderoth, der seine Ehefrau zum Werkstattmeister in seiner Werkstätte in Stockholm machte. Die junge Frau hatte nun nicht nur die Aufgabe Uhren herzustellen oder zu justieren, sondern sie war auch für die Ausbildung von Lehrlingen zuständig. In dieser Aufgabe gelang es ihr acht Frauen für den Beruf eines Uhrmachers zu gewinnen und damit auch Frauen den Weg in diesen Beruf zu öffnen. Linderoth machte in diesen Jahren auch Studienreisen nach Paris und vor allem in die Schweiz um alle Geheimnisse eines Uhrmachers zu erforschen, was sich auch auszahlte, denn bald gehörten auch Prinzessin Eugénie und Josefina von Leuchtenberg zu ihren Kunden.

Als ihr Ehemann 1871 starb, übernahm Betty Linderoth das Geschäft, das mittlerweile zum Hoflieferant aufgestiegen war, bis sie es 1884 an den Adoptivsohn ihres Sohnes weitergab. Betty Linderoth war jedoch nicht nur die Hofuhrmacherin des Königs Oscar II., sondern sie sie war auch die erste Schwedin, die ihre Arbeiten 1862 in der Weltausstellung in London präsentiert und dafür einen Preis erhalten hatte. Als sich Betty Linderoth,  die am 10. Dezember 1900 in Stockholm starb, bereits von der aktiven Tätigkeit zurückgezogen hatte, wurde sie als erste Frau Schwedens Ehrenmitglied in der Uhrmachergesellschaft in Stockholm und in die die Schwedische Uhrmachergesellschaft aufgenommen und schuf Frauen damit einen offiziellen Platz in einem Gewerbe in dem sie selbst anfangs nur geduldet war.


13. Februar 1660: Karl X. Gustav stirbt an einer Blutvergiftung
13. Februar 1834: Der schwedische Künstler Alfred Wahlberg
13. Februar 1843: Der schwedische Künstler Georg von Rosen
13. Februar 1950: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus
13. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens
13. Februar 2003: Tore Fredrik Wretman und die schwedische Kochkunst

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 16. November 2016

Der schwedische Ministerpräsident Edvard Carleson

Edvard Carleson wurde am 16. November 1820 als Sohn eines Oberleutnants in Valstad im Östergötland geboren und war, vor der Staatsreform im Jahre 1876, der vorletzte Politiker Schwedens der den Titel Justitiestatsminister trug und damit gleichzeitig Ministerpräsident, Justizminister und Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs war. Bereits sein Nachfolger, Louis De Geer der Ältere war nur kurze Zeit noch Justitiestatsminister um dann 1876 vom König als Ministerpräsident eingesetzt zu werden. Edvard Carleson war daher während seiner kurzen Amtszeit, nach dem König natürlich, die wichtigste Person Schwedens.

Edvard Carleson studierte Jura an der Universität Uppala um unmittelbar danach eine Karriere am Svea Oberlandesgericht zu beginnen, wo er auch ab 1860 zum Richter ernannt wurde. Carleson verkehrte in diesen Jahren vor allem in liberalen Kreisen und war ein Fürsprecher der Religionsfreiheit  und der feien Wirtschaft, die die Macht und den Einfluss Schwedens stärken sollten. Der politische Einfluss Carlesons war indes bis 1875 relativ eingeschränkt, auch wenn er als Adeliger und Ritter bereits ab 1850 im Reichstag vertreten war. 1875 wurde Carleson dann von Oscar II. zum Justitiestatsminister ernannt und stand an der Spitze der Macht in Schweden.

Warum Oscar II. ausgerechnet Edvard Carleson dieses Amt anvertraute, lag vermutlich an seiner liberalen Einstellung und der Hoffnung des Königs dass dieser dadurch positiv auf das Volk einwirken könne, denn die Zeit war turbulent, da die Industrialisierung des Landes auch zur Armut führte, die Arbeiterbewegung wuchs und Schweden zudem in eine finanzielle Krise geriet. Sehr schnell zeigte sich jedoch dass Carleson der Aufgabe nicht gewachsen war und ein stärker Politiker nötig war um Schweden aus der Tiefphase zu führen. Bereits am 11. Mai 1875 setzte der König daher Louis De Geer als Nachfolger Carlesons ein. Edvard Carleson kehrte zurück zu seinem Amt als Richter und starb am 1. April 1884 in Stockholm.


16. November 1779: Pehr Kalm, ein Apostel des Botanikers Carl von Linné
16. November 1785: Johan Gottschalk Wallerius und die schwedische Landwirtschaft
16. November 1901: Die Nobelbibliothek der Schwedischen Akademie
16. November 1912: Volksbildung wird in Schweden zur Arbeiterbewegung
16. November 1940: Albert Engström, Humor als Ausdrucksmöglichkeit
16. November 1944: Expressen, die Zeitung gegen den Nationalsozialismus
16. November 1969: Die heutige Jakobskirche in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 20. Oktober 2016

Die Erzbahn zwischen Luleå und Narvik

Auch wenn das Eisenerz bei Kiruna bereits Mitte des 17. Jahrhundert abgebaut wurde, so waren die Mengen bescheiden, denn der Transport mit Rentieren und Pferden war aufwendig und sehr teuer. 1865 wollte man daher, nach dem Modell von Bergslagen, ein Kanalsystem bis Luleå bauen, das jedoch nach der halben Strecke eingestellt werden musste, da das Geld zu Ende war. Auch die Konzession für eine Eisenbahnlinie, die 1847 ausgestellt worden war verfiel bevor auch nur ein Gleis gelegt worden war. Ab 1884 baute dann ein englisches Unternehmen mit einer neuen Konzession eine Eisenbahnlinie von Malmberget bis zum Hafen in Luleå. Kiruna war daher weiterhin ohne Anschluss an die Häfen in Schweden und Norwegen.

Bald stellte man jedoch fest, dass die Strecke kaum den Ansprüchen für den nötigen Transport von Eisenerz gerecht war und erst als 1891 die schwedische Regierung die Eisenbahn übernahm, konnte sie ausgebaut werden und man konnte auch daran denken das Bergwerk LKABs in Kiruna, das 1890 entstanden war, an die Strecke anzuschließen. Auf diese Weise konnte am 20. Oktober 1899 der erste Erzzug in der erst wenige Monate später gegründeten Stadt Kiruna beladen werden um über Gällivare Eisenerz und Personen bis Luleå zu transportieren. Um diese Zeit hatte sich die Regierung bereits dazu entschieden die Strecke in die andere Richtung bis Narvik auszubauen. Die Gesamtstrecke zwischen Luleå und Narvik war im November 1902 fertiggestellt und konnte am 14. Juli 1903 von Oscar II. eingeweiht werden.

Auch wenn mit der Erzbahn das Transportproblem zwischen den Gruben in Kiruna und den Häfen in Narvik und Luleå geklärt werden konnte, so waren die Transportkosten für LKAB enorm, was die Konkurrenzkraft des staatlichen Unternehmens starkt schwächte. Die Lösung kam dann im Jahre 1996, als ein Subunternehmen LKABs die gesamte Eisenbahnstrecke und die Erzzüge übernahm und die Kosten innerhalb der eigenen Unternehmen blieben, denn auch die norwegische Strecke übernahm eine von LKAB gegründete Firma. Heute verkehren von Kiruna aus Erzzüge mit einer Länge von 750 Meter, die insgesamt jeweils 6500 Tonnen Erz transportieren können.


20. Oktober 1650: Kristina wird zur Königin von Schweden gekrönt
20. Oktober 1848: Der schwedische Künstler Ingel Fallstedt
20. Oktober 1852: Der schwedische Künstler Axel Otto Mörner
20. Oktober 1914: Der schwedische Künstler Arne Jones
20. Oktober 1940: Der schwedische Architekt Gunnar Asplund
20. Oktober 1978: Der Tod des schwedischen Rennfahrers Gunnar Nilsson

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 17. August 2016

Die schwedische Künstlerin Kerstin Cardon

Kerstin Cardon wurde am 17. August 1834 als Tochter eines Lithografen in Stockholm geboren. Die Basis für ihre spätere künstlerische Arbeit legte daher der Vater, der ihr sämtliche Kenntnisse beibrachte, die für eine Aufnahme an der Akademie der Künste nötig war und die Cardon zwischen 1864 und 1871 ein Studium an der Kunsthochschule in Stockholm ermöglichte. Wie die meisten anderen Künstler dieser Epoche unternahm Cardon nach Abschluss des Studiums eine längere Studienreise, die sie nach Paris, London und Wien führte, aber auch nach Holland und nach Italien.

Vor allem in Frankreich beschäftigte sich Kerstin Cardon mit der Porträtmalerei in Öl und Pastell, dem Kunstbereich mit dem sie später auch bekannt wurde, denn ihre Porträts von Oscar II., Prinz Gustaf und vor allem von Sven Hedin, öffneten ihr einen Platz im Nationalmuseum in Stockholm und im Kunstmuseum in Malmö, auch wenn man dort ihre Gravuren mehr schätzte als ihre Gemälde, die man nicht immer sehr positiv aufnahm, da die Künstlerin ihre Persönlichkeit und Individualität auch in der Malerei deutlich zeigte, in einem Schweden in dem um jene Zeit die akademische Malerei geschätzt wurde.

Kerstin Cardon war jedoch nicht nur an der eigenen Kreation interessiert, sondern wollte auch anderen ihre Kenntnisse vermitteln. Mit 15 begann sie an einer Haushaltsschule zu unterrichten, anschließend war sie neun Jahre lang Lehrerin am Seminar für Lehrerinnen und zwischen 1875 und 1911 hatte sie eine eigene Schule für zukünftige Künstler, wobei einige unter den rund 1000 Schülern, die sie auf eine künstlerische Karriere vorbereitete, später auch von ihrer Kunst lebten. Cardon war eine sehr vielseitige Künstlerin, die neben Porträts vor allem Stillleben malte, sich jedoch auch als Graveurin einen Namen machte.


17. August 1473: Nya Lödöse, ein Vorläufer der Stadt Göteborg
17. August 1605: Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen
17. August 1801: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
17. August 1850: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Literatur gegen Schundliteratur
17. August 1947: Prinz Eugen von Schweden und die Kunst
17. August 1995: Der Mord an John Hron bewegt Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 10. Juni 2016

Die erste Straßenbahn in Helsingborg

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert entwickelte sich Helsingborg mehr und mehr zu einer Großstadt. Es entstanden die Häfen, die Eisenbahn erreichte die Stadt und die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung führten gleichzeitig zu einem bedeutenden Bevölkerungswachstum, denn zwischen 1850 und 1890 hatte sich die Anzahl der Einwohner nahezu verdoppelt und lag bereits bei über 40.000 Einwohnern. Dieses Bevölkerungswachstum führte auch dazu, dass man sich Gedanken über die Infrastruktur machte, denn beim Wachstum der Stadt wurde es immer schwieriger zu Fuß die verschiedenen Arbeitsstellen zu erreichen und die von Pferden gezogenen Busse hatten die Grenze des Möglichen erreicht.

Im Jahre 1886 sprach man im Stadtrat von Helsingborg dann erstmals vom Bau einer Straßenbahn, jedoch ohne das Projekt je in Angriff zu nehmen. Erst 1899 taucht die Frage dann erneut beim Stadtrat auf, als die Bevölkerungsmenge bereits auf nahezu 50.000 Personen angestiegen war, aber erneut fehlte der Enthusiasmus. Weitere drei Jahre später begann man dann jedoch ernsthaft vom Bau einer elektrischen Straßenbahn zu sprechen, nicht zuletzt auch deswegen, weil für das Folgejahr die Helsingborgs Industri- och slöjdutställning geplant war. Die Arbeiten wurden nahezu unmittelbar aufgenommen um am Tag der Ausstellungseröffnung am 10. Juni 1903 auch die Straßenbahn einweihen zu können.

Da man ab März 1903 rund um die Uhr an der Straßenbahn Helsingborgs arbeitete, konnte man bereits Ende Mai die Strecke probeweise befahren. Dennoch ging nicht alles so wie geplant, denn als man am 10. Juni 1903 die Eröffnung der Straßenbahn vor dem Rathaus in Helsingborg zu feiern begann, lag die Konzession für den Fahrbetrieb noch nicht vor. Noch während der Einweihung kam jedoch ein Telegramm mit der Nachricht, dass König Oscar II. die Genehmigung auf Schloss Sofiero unterschrieben hatte. Damit erhielt Helsingborg als dritte Stadt Schwedens eine Straßenbahn, die jedoch 1967 wieder eingestellt wurde. Zwischen 2018 und 2020 soll die Stadt jedoch erneut eine Straßenbahn erhalten.


10. Juni 1815: Emilie Risberg und der historische Roman Schwedens
10. Juni 1926: Die schwedische Schauspielerin Brita Borg
10. Juni 1933: Das Tragen politischer Uniformen wird verboten
10. Juni 1982: Prinzessin Madeleine feiert ihren 30. Geburtstag
10. Juni 1982: Laleh Pourkarim, als Musikerin bekannt als Laleh
10. Juni 2005: Svinesundsbron, die Grenze zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 13. Mai 2016

Die schwedische Künstlerin Anna Nordgren

Anna Nordgren kam am 13. Mai 1847 als Tochter eines Gutsbesitzers in Mariestad zur Welt. Bereits als Jugendliche entschied sich Nordgren für die Kunst und 1867 begann sie in der Frauenabteilung der Kunstakademie in Stockholm ein Kunststudium unter Carl Gustaf Qvarnström und Johan Christoffer Boklund. Bereits während ihres Studiums erhielt Nordgren mehrere Medaillen für ihre Arbeiten und im letzten Studienjahr 1873 wurde ihr Bild mit einem biblischen Motiv mit einem Preis von 50 Reichstalern belohnt, was heute etwa 3000 Kronen entspräche.

Nach Abschluss ihres Studiums in Stockholm reiste Anna Nordgren nach Paris um dort die französische Gegenwartsmalerei an der Académie Julian zu studieren. Die Künstlerin sollte dann acht Jahre lang in Frankreich bleiben und dort vor allem Portraits und bretonische Landschaften malen, wobei Nordgren in diesen Jahren auch mehrmals im Salon de Paris ausstellte. Auch in der Farbwahl ihrer Genrebilder wurde Nordgren in Frankreich stark beeinflusst, insbesondere von Jules Bastien-Lepage, der um diese Zeit einer der anerkanntesten französischen Künstler der Genremalerei war, der Hauptrichtung in der sich auch Nordgren einen Namen machte.

Im Jahre 1883 zog Anna Nordgren nach London und konnte nahezu unmittelbar in der New Gallery in London ausstellen. Während der 16 Jahre, die die Künstlerin in London verbrachte, entwickelte sie sich zu einer der renommiertesten Malerinnen, die ihre Werke nahezu permanent ausstellen konnte, unter anderem auch in der Royal Academy. Umso größer war der Schock als Nordgren 1899 nach Schweden zurückkehrte, denn hier galten Künstlerinnen nicht sehr viel und stießen auf einen breiten Widerstand. Erschwerend war für die Künstlerin dabei auch, dass sie sich nie der nationalromantischen Bewegung anschloss, sondern in sehr vielen ihrer Gemälde das einfache Leben ausdrückte und zeigte. Ihr größter Erfog in Stockholm war, dass Oscar II. beim Besuch ihres Ateliers das Bild Ung kvinna som vinkar farväl från ett järnvägskupéfönster bestellte. Anna Nordgren starb am 10. September 1916 im Alter von 67 Jahren in Skara.


13. Mai 1707: Carl von Linné, der Botaniker Schwedens
13. Mai 1782: Der schwedische Botaniker Daniel Solander
13. Mai 1862: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
13. Mai 1901: Linnea, eine Blume wird zum schwedischen Vornamen
13. Mai 1917: Die Linken Schwedens, Entstehung der Vänsterpartiet
13. Mai 1921: Rassenstudien in Schweden
13. Mai 1979: Prinz Philip und der verlorene Thron Schwedens
13. Mai 2006: Östen Sjöstrand, der Dichter, der Antike und Gegenwart verbindet

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 13. Februar 2016

Der schwedische Künstler Georg von Rosen

Georg von Rosen kam am 13. Februar 1843 als Sohn des Generalkonsuls Adolf Eugène von Rosen in Paris zur Welt, wo er auch die ersten Lebensjahre verbrachte. Während der Februarrevolution im Jahre 1848 floh die Familie jedoch nach Schweden. Im Alter von zwölf Jahren schrieb sich von Rosen bereits an der Kunstakademie in Stockholm ein, wo er bis 1861 die klassische Kunst studierte. Ein Jahr später besuchte von Rosen die Weltausstellung in London und entdeckte dort die Arbeiten des belgischen Künstlers Hendrik Leys, die ihn nachhaltig beeindruckten und ihn auch bei seinen eigenen Werken stark inspirierten.

Zurück in Schweden entstand dann das erste bedeutende Werk Georg von Rosens, das historische Gemälde Sten Sture d.ä. intåg i Stockholm, das dem Künstler die königliche Medaille einbrachte. Bereits bei diesem Werk Rosens zeigt sich eine enorme Detailtreue des Künstlers bei der man selbst das Kopfsteinpflaster noch deutlich erkennen kann. Rosen folgte in diesem Punkt den künstlerischen Vorstellungen des Königs Oscar II. Während seines gesamten Lebens sollte sich von Rosen gegen neue Strömungen wehren und nur die akademische klassische Malerei akzeptieren.

Die folgenden fünf Jahre verbrachte Georg von Rosen mit Studienreisen in zahlreichen Länder. Erst 1871 kehrte der Künstler nach Schweden zurück und vollendete das in München begonnene Gemälde mit Erik XIV. und Karin Månsdotter. Nur ein Jahr später wurde von Rosen in die Kunstakademie gewählt um dort ab 1874 als Vizeprofessor zu arbeiten, was 1880 zu einer Professur in Malerei und im Zeichnen führte. Als von Rosen 1893 auch Direktor der Ausbildungseinrichtung wurde, galt er als der härteste Kämpfer gegen die modernen Maler, die eine Reform der Ausbildung forderten. Werke des Künstlers findet man in den bedeutendsten Museen Schwedens, unter anderem in Stockholm und Göteborg.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 30. November 2015

Die Markthalle auf Östermalm (Östermalmshallen) in Stockholm

Die Markthalle auf Östermalm in Stockholm, offiziell Östermalms Saluhall, meist jedoch nur Hallen oder Östermalmshallen genannt, wurde am 30. November 1888 von König Oscar II. eingeweiht und am Folgetag für die Kunden aus der schwedischen Hauptstadt geöffnet, eine Halle, die in der Rekordzeit von nur sechs Monaten entstanden war. Auch wenn die Hallen bis heute nicht unter Denkmalschutz steht, so wurde sie als bedeutendes kulturhistorisches Bauwerk unter Schutz gestellt, was nahezu einem Denkmalschutz entspricht und ihr noch eine lange Existenz garantiert.


Der Bau der Markthalle auf Östermalm wurde den Architekten Isak Gustaf Clason und Kasper Salin anvertraut, die ein Gebäude aus Gusseisen und Ziegel wachsen ließen, das stark von französischen Bauten jener Epoche inspiriert war und die erste „Ziegelkathedrale“ Schwedens wurde. Die Östermalms Saluhall gilt heute als einer der bedeutendsten nordischen Ziegelbauten des späten 19. Jahrhunderts und zieht mit dem Angebot, das man im Inneren findet, jede Gesellschaftsschicht an, und gilt auch als touristische Sehenswürdigkeit, die bei einem Besuch in Stockholm geradezu ein Muss ist.

Allerdings ist die Östermalmshallen mit seinen rund 3000 Quadratmetern Fläche, in der man vor allem Lebensmittel und Delikatessen findet, heute dringend renovierungsbedürftig, was bedeutet, dass sie zwischen Frühjahr 2016 und Ende 2018 geschlossen sein wird und die Händler in einen vorübergehenden Bau auf dem Marktplatz einziehen werden. Erstaunlich ist dabei, dass die Kosten für den provisorischen Bau ebenso hoch sind wie damals für das monumentale Gebäude. Da die Hallen von hohem kulturhistorischen Wert ist, dienen die Arbeiten ausschließlich der Konsolidierung des Bauwerks, denn alle Elemente im Inneren werden das gleiche Aussehen behalten wie bei der Eröffnung im Jahre 1888.


30. November 1718: Karl XII., der „Kriegskönig“ Schwedens
30. November 1833: Artur Hazelius, das Nordische Museum und Skansen
30. November 1868: August Blanche und das Stockholmer
30. November 1977: 67 Häuser verschwinden bei einem Erdrutsch bei Göteborg
30. November 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois
30. November 2010: Der Kåldolmens dag, der schwedische Tag der Kohlrouladen 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. Oktober 2015

Das Tullgarn Schloss im Södermanland brennt

Das Tullgarn Schloss im Södermanland, etwa eine Stunde Autofahrt von Stockholm entfernt, gehört zu den elf königlichen Schlössern in Schweden, kann jedoch teilweise besichtigt werden. Auch wenn der Ort Tullgarn nachweislich bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, so wurde dort das erste schlossähnliche Gebäude erst gegen 1600 gebaut, von dem allerdings kaum mehr als einige Mauerreste erhalten blieben als Magnus Julius De la Gardie im 18. Jahrhundert ein neues Schloss Tullgarn baute, das in einigen wichtigen Zügen, Seitenflügel ausgenommen, bereits dem heutigen Schloss gleicht.

Bis zum Tod von Herzog Fredrik Adolf im Jahre 1803 war das Schloss Tullgarn in Privatbesitz, wurde dann jedoch von der schwedische Krone beschlagnahmt und 1818 entschied der Reichstag, dass das Schloss, nach dem Tode von Sofia Albertina von Schweden, die um diese Zeit Schloss Tullgarn bewohnte, dem Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar I. zufallen sollte. Auch wenn dieser das Gebäude erweiterte und es im Sommer zeitweise benutzte, so machte es erst Gustav V. und Königin Victoria zu ihrem Sommerschloss. Unter Gustav V. erhielt das Schloss nicht nur sein heutiges Aussehen, sondern auch die Einrichtung stammt überwiegend aus jener Epoche, daher spricht man hierbei auch vom Gustavianischen Stil des Schlosses.

Unter Gustav V. brach am 3. Oktober 1853 auch der einzige bekannte Brand auf Schloss Tullgarn aus, wobei hierbei jedoch das schnelle Eingreifen des Kronprinzen Oscar, dem späteren Oscar II., der auch die Löscharbeiten leitete, die größten Schäden verhindert wurden und im Grunde nur das Dach abbrannte und in der obersten Etage einige Schäden zu verzeichnen waren.  Bereits ein Jahr später hatte Tullgarn ein neues Dach und neue Fenster. Seit 1975 verfügt König Carl XVI. Gustaf über eine Etage des Schlosses, die natürlich für die Allgemeinheit gesperrt ist.


3. Oktober 1341: Königin Märta, eine dänische Prinzessin wird Königin Schwedens
3. Oktober 1742: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1949: Die schwedische Sexologin Malena Ivarsson
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck
3. Oktober 2001: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 30. September 2015

Die Gustavianische Opern in Stockholm

Gustav III. hatte den Wunsch in nächster Nähe des königlichen Schlosses in Stockholm eine Oper zu bauen, die gleichzeitig den Gustav Adolf Torg aufwerten sollte und Stockholm zum Ruf einer internationalen Metropole verhelfen sollte. Als Bauherren wählte der König Carl Fredrik Adelcranz, der selbst ein Liebhaber von Opern war und bereits als Architekt von monumentalen Bauten bekannt war. Die Anregungen für das Gebäude holte sich der Architekt aus Frankreich, dem Land der damaligen Kultur, wobei er sich beim Innenraum insbesondere von der Oper in Lyon beeinflussen ließ.

Als das Gustavianische Opernhaus am 30. September 1782 eingeweiht wurde, sollte dies eigentlich mit der Oper Aeneas i Carthago mit einem Libretto von Johan Henric Kellgren geschehen, aber da die dänische Solistin ohne Ankündigung Schweden verlassen hatte, musste man zu Cora och Alonzo greifen, dessen Libretto Gudmund Jöran Adlerbeth geschrieben hatte. Wie auch in Frankreich, war die Oper auch der Ort, an dem die Maskenbälle der schwedischen Hauptstadt abhalten wurde. Nicht einmal zehn Jahre nach der Einweihung der Oper wurde Gustav III. auch während eines dieser Maskenbälle ermordet. Der Raum in den der schwer verletzte König nach dem Angriff geführt wurde, ist der einzige der Gustavianischen Oper, der bis heute erhalten blieb.

Als die Maschinerie der Gustavianische Oper 110 Jahre nach der ersten Vorstellung hoffnungslos veraltet war, entschied sich Oscar II. das Gebäude abzureißen und durch eine moderne Oper zu ersetzen. In der Übergangszeit zwischen Abriss und dem Bau der heutigen Königlichen Oper, die an der gleichen Stelle errichtet wurde, baute man auf der Eingangsseite eine Theaterfassade auf die das frühere Schloss Tre Kronor darstellte. Die neue Oper sollte erneut nach französischem Vorbild erbaut werden, dieses Mal allerdings mehr dem Opernhaus in Paris ähnelt. Der Architekt, der für den Neubau zuständig war, weigerte sich auch die alte Fassade der ursprünglichen Oper zu behalten, benutzte jedoch die interessantesten Bauteile der Gustavianischen Oper in anderen Häusern Stockholms für die er zuständig war. Daher findet man nach heute an mehreren Stellen Stockholms Elemente der ersten Oper der Stadt.


30. September 1916: Der schwedische Musiker Roland Bengtsson
30. September 1919: Ragnar Thoursie, ein Autor wider seinen Willen

30. September 1972: Die Ölandbrücke zwischen Småland und Öland
30. September 1984: Der schwedische Künstler Hilding Linnqvist
30. September 2002: Der schwedische Abenteurer Göran Kropp stürzt in den Tod

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 14. Februar 2015

Der schwedische Ministerpräsident Robert Themptander

Robert Themptander kam am 14. Februar 1844 als Sohn eines Leutnants in Stockholm zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife Jura an der Universität Uppsala, was ihm eine sichere und schnelle Karriere als Beamter garantierte, auch wenn sein Ziel von Beginn an war Politiker zu werden. Als Themptander 1879 erstmals in die Zweite Kammer des Parlaments gewählt wurde, stand er der regierungstreuen Zentrumsgruppe nahe, näherte sich dann jedoch mehr und mehr der konservativen Lantmannapartiet, die sich vor allem für Entwicklung der ländlichen Regionen Schwedens einsetzte.

Nur zwei Jahre später wurde Robert Themptander zum Finanzminister der Regierung Arvid Posses ernannt, eine Position, die er bis 1884 behielt, dem Jahr, in dem er zum Ministerpräsidenten Schwedens ernannt wurde. Diese Ernennung verdankte der Politiker vor allem der Tatsache, dass er von allen politischen Parteien des Landes anerkannt war und blockübergreifend gute Kontakte pflegte. Seine erste Aufgabe konnte Themptander auch tatsächlich klären, denn es gelang im 1885 eine Einigung in Verteidigungsfragen herbeizuführen und damit die heftigen Auseinandersetzungen in dieser Frage zu beenden.

Bei seiner zweiten und ebenso wichtigen Aufgabe gelang es Robert Themptander jedoch nicht sich durchzusetzen, was letztendlich auch zu seinem Rücktritt als Ministerpräsidenten im Jahre 1888 führte. Der Politiker wollte das von Louis De Geer dem Älteren eingeführte Freihandelssystem beibehalten und damit Schweden modernisieren. Da jedoch gerade um diese Zeit die Lebensmittelpreise in Nordamerika einbrachen, war in Schweden der Ruf nach hohen Importzöllen stärker. Vermutlich hätte sich Themptander auch in diesen Fragen durchsetzen können, aber da ein Mitglied der Gruppe, die für den Freihandel eintrat, seine Steuern nicht bezahlt hatte und deswegen die gesamte Liste der Gruppe für ungültig erklärt wurde, musste Themptander die Regierung an die Befürworter der Zölle abgeben. Als letzten Ausweg versuchte Themptander Oscar II. von Neuwahlen zu überzeugen, jedoch ohne Erfolgt. Ein Rücktritt als Ministerpräsident war daher nicht zu umgehen. Robert Themptander starb am 30. Januar 1897 im Alter von 52 Jahren in Stockholm.


14. Februar 1805: Carl Eneas Sjöstrand und das finnische Kalevala
14. Februar 1900: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
14. Februar 1944: Schwedens bester Formel 1 Fahrer stirbt nach Unfall
14. Februar 1960: Sven Lidman, ein Nihilist wird zum Autor von Psalmen
14. Februar 1995: Metro, die kostenlose Tageszeitung Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden