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Samstag, 13. Januar 2018

Der Reichstag in Västerås und das schwedische Königreich

Der vierte Reichstag, den König Gustav Vasa 1544 in Västerås einberief gilt als einer der bedeutendsten Reichstage Schwedens, der das schwedische Königssystem völlig ändern sollte und auch im militärischen Bereich ein Schritt in die Zukunft war, da die Verteidigung modernisiert wurde und sich auch gegen innere Unruhen vrbereitete. Zudem wurde beim Reichstag 1544 die Svenska Kyrkan (Schwedische Kirche) endgültig zur dauerhaften Staatskirche Schwedens, eine Entscheidung, die bis zum Jahr 2000 gültig blieb.

Für die Königsmacht war indes nur die Entscheidung am 13. Januar 1544 von Bedeutung, denn beim Übereinkommen, das als Västerås arvförening in die Geschichte einging, sicherte den Nachkommen Vasas das königliche Erbrecht. Bis zu diesem Tag galt ein altes Gesetz, nach dem ein König Schwedens gewählt werden musste und ausdrücklich nicht über eine Successionsfolge innerhalb einer Familie an die Macht kommen durfte. Gustav Vasa legte damit den Grundstein der bis heute, wenn auch leicht veränderten, Erbfolge der schwedischen Könige, was nur mangels Erben unterbrochen werden kann.

Allerdings tauchte bereits einige Jahre später das erste Problem mit diesem Gesetz auf und man ergänzte die Bestimmungen. Erik XIV. hatte nämlich die Frechheit das Hoffräulein Karin Månsdotter zu heiraten und zur Königin zu machen. Dies führte dazu, dass der König letztendlich dem Thron enthoben, die Königin gefangen genommen wurde und der Sohn des Paares von der Thronfolge ausgenommen wurde und Johan III. als Thronerbe eingesetzt wurde. Ab dieser Zeit durfte ein künftiger König keine bürgerliche Frau mehr heiraten ohne die Thronrechte zu verlieren, zumindest bis die Linie Bernadotte Schweden zu regieren begann.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens
13. Januar 1544: Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen
13. Januar 1776: Der schwedische Dichter Johan David Valerius
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
12. Januar 1910: Die schwedische Künstlerin Stina Sörman
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin


Samstag, 28. Februar 2015

Prinz Bertil, nahezu an der Spitze Schwedens

Prinz Bertil kam am 28. Februar 1912 als Sohn des Königs Gustav VI. Adolf und Königin Margareta im Stockholmer Schloss zur Welt und stand an der ersten Stelle der Thronfolge so lange Carl XVI. Gustaf keine Kinder hatte. Dies war nach der im Jahre 1980 geänderten Successionsordnung allerdings nur durch eine Übergangslösung möglich, da bei der neuen Ordnung der Thronfolge die Krone nur in direkter Linie vom aktuellen König ausgehen durfte. Um jedoch die Krone im Hause Bernadotte mit Sicherheit behalten zu können, wurde Prinz Bertil vorübergehend an die erste Stelle der Thronfolge gesetzt. Das Risiko war natürlich nicht sehr hoch, da man davon ausging, dass Carl XVI. Gustaf, der damals 34 Jahre alt war, später Kinder bekommen sollte.

Das Leben von Prinz Bertil unterschied sich in mehreren Punkten von jenem eines schwedischen Prinzen, denn entgegen jeder Tradition des Königshauses erhielt er keine Amme sondern wurde von seiner Mutter gestillt, zudem erhielt er einen Rufnamen, der als wenig königlich galt und als 16-jähriger verursachte er, ohne einen Autoführerschein zu besitzen, einen Autounfall bei dem ein Mitschüler der Lundsbergs skola starb. Als Prinz Bertil 1943 als Marineattachée in London arbeitete, lernte er dann auch noch die verheiratete Lilian Craig kennen mit der er sehr bald ein Liebesverhältnis begann.

Das Verhältnis des Prinzen mit Lilian Craig, die sich später für Prinz Bertil von ihrem Mann scheiden ließ, verursachte einige zusätzliche Probleme, denn im Falle einer Ehe mit der Geliebten hätte der Prinz auch auf die Thronfolge verzichten müssen, obwohl er der einzige Thronerbe der Linie Bernadotte war, da der spätere Carl XVI. Gustaf schließlich sterben konnte bevor er Kinder bekommen hatte. Prinz Bertil führte daher eine nicht offizielle Partnerschaft und das Paar verbrachte die meiste Zeit in seinem Anwesen in Südfrankreich und in der Villa Solliden in Stockholm. 33 Jahre lang blieb diese Partnerschaft im Schatten, da die Presse die Affäre nie an die Öffentlichkeit trug, erst 1976 konnte das Paar dann mit Zustimmung des Königs heiraten. Prinz Bertil starb am 5. Januar 1997 nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren in Stockholm.


28. Februar 1819: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
28. Februar 1924: Hanna Ouchterlony und die schwedische Heilsarmee 
28. Februar 1960: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman 
28. Februar 1962: Die schwedische Künstlerin Karin Mamma Andersson 
28. Februar 1964: Lotta Lotass und die poetische Prosa des Surrealismus

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. Januar 2015

Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige

Bis zum Reichstag in Västerås im Jahre 1544 wurden die schwedischen Könige grundsätzlich gewählt, auch wenn verschiedene Monarchen durch unterschiedliche Methoden versuchten die Erbfolge so zu regeln dass einer ihrer Söhne an die Macht kam. Sowohl Karl Knutsson als auch König Hans scheiterten mit ihren Versuchen und erst Kristian II. hatte, 24 Jahre vor dem Reichstag in Västerås, einen gewissen Erfolg, der jedoch nur so lange gelten sollte bis ein König per Aufstand das Reich übernimmt.

Gustav Vasa, dem die Erbmonarchie extrem wichtig war, berief daher, auf dem Höhepunkt seiner Macht, im Jahre 1544 den Reichstag in Västerås ein bei dem einer der wichtigsten Punkte die Einführung der Erbmonarchie war. Am 13. Januar 1544 kam es in diesem Punkt zu einer Einigung, der sogenannten Västerås arvförening, einer Gesetzesänderung nach der in aller Zukunft jeweils der älteste Sohn eines Königs die Königswürde erben sollte. Erst wenn keinerlei Erben aus der Linie Vasa mehr vorhanden sein sollten, konnte nach der neuen Bestimmung ein König gewählt werden.

Auch wenn das Geschlecht Vasa bis zum 6. Juni 1654 regieren sollte und erst durch das Abdanken von Königin Kristina endete, so entsprach weder der Beginn der Erbmonarchie unter Gustav Vasa, noch das Ende der Linie Vasa, den Ideen des Königs, denn während die letzte Thronerbin eine Frau war, so wurde auch der älteste Sohn Gustav Vasas nur vorübergehend König, da die Stände entschieden dass der älteste Sohn Erik XIV. durch seine Ehe mit der bürgerlichen Karin Månsdotter, nach acht Jahren an der Macht, die Erbrechte verloren habe. An seiner Stelle wurde dadurch der zweite Sohn Vasas, Johan III., zum König erklärt. Um bürgerliche Ehen eines Königs auch in Zukunft zu unterbinden, entschied der Reichstag im Jahre 1582 dass jeder König die Krone bei einer bürgerlichen Ehe verliere. Erst unter der heutigen französischen Linie Bernadotte wurden diese Bestimmungen wieder geändert.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname 
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten 
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens 
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen 
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 26. September 2014

Die heutige schwedische Successionsordnung tritt in Kraft

Am 26. September 1810 trat in Schweden eine neue, vom damaligen Reichstag angenommene, Successionsordnung in Kraft, die noch heute in Kraft ist, auch wenn 1980 eine kleine Änderung der Thronfolge erfolgte, die es auch weiblichen Nachkommen des Königs ermöglichte die Krone zu erben. Die neue Ordnung der Thronfolge setzte nicht nur alle früheren Ordnungen außer Kraft, sondern war konkret auf den neuen König Karl XIV. Johan, geborener Jean Bernadotte, zugeschnitten, den ersten König Schwedens der Linie Bernadotte.

Mit der Seccessionsordnung von 1810 wurde dem Haus Bernadotte das dauernde Recht auf den schwedischen Thron zugesichert, aber es wurde ausgeschlossen, dass andere Verwandte des neuen Königs je einen Anspruch auf den Thron stellen konnten. Nach dem Tod von Prinz Bertil im Jahre 1997 hat daher nur noch die gerade Linie des Königs Carl XVI. Gustaf einen Anspruch auf den Thron. Dies bedeutet, dass in erster Linie Kronprinzessin Victoria den Thron besteigen wird und an zweiter Stelle ihre Tochter Estelle folgt. Nur wenn beide sterben sollten, so wird Prinz Carl Philip König. Die zweite Tochter von Kronprinzessin Victoria steht erst, nach Prinzessin Madeleine, an fünfter Stelle der Thronfolge.

Allerdings waren in der Successionsordnung von 1810 weitere Punkte zu finden, die noch heute gültig sind. Zum einen kann ein Mitglied des Königshauses nur dann den Thron besteigen wenn er oder sie dem protestantischen Glauben nach dem Augsburger Bekenntnis von 1593 folgt und eine Prinz oder eine Prinzessin benötigt zu einer Eheschließung mit einem bürgerlichen Partner die Zustimmung des Königs und des Parlamentes. Bei einer Eheschließung ohne diese Zustimmungen verlieren die Prinzessin oder der Prinz jedes Recht auf den Thron, eine Frage, die vor allem im Zusammenhang mit der Ehe von Prinzessin Madeleine aufkam, die im Grunde mit ihrer Ehe auf ihren Titel und die Erbfolge hätte verzichten müssen.


26. September 1748: König Karl XIII. von Schweden
26. September 1828: Nils Fredrik Sander und populärwissenschaftliche Mythologie
26. September 1832: Der Göta-Kanal, eine Verbindung zwischen Vänern und Vättern
26. September 1866: Carl Jonas Love Almqvist, ein Revolutionär zur falschen Zeit
26. September 1896: Aina Cederblom, schwedische Textilkünstlerin und Abenteurerin
26. September 1925: Ola Hansson, der schwedische Schriftsteller ohne Heimat
26. September 1956: Die Filmkrönikan im schwedischen Fernsehen
26. September 1978: Manne Siegbahn und der Nobelpreis in Physik
26. September 1982: Das erste Reagenzglasbaby Schwedens wird geboren

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 15. September 2014

Daniel Westling wird Prinz Daniel Westling Bernadotte

Prinz Daniel kam am 15. September 1973 als Daniel Westling in einer bürgerlichen Familie in Örebro zur Welt. Die Familie zog zu Beginn seines Lebens mehrmals um und etablierte sich schließlich in Ockelbo, dem Ort, in dem der heutige Prinz auch aufwuchs. Nach der Hauptschule besuchte er die zweijährige Soziallinie des Gymnasiums in Sandviken, dem erst der Wehrdienst folgte, anschließend einige Jahre im einfachen Schuldienst. Erst als Westling 1994 nach Stockholm zog, entdeckte er seine wahre Neigung.

In Stockholm begann Daniel Westling in der Volkshochschule auf Värmdö ein Studium zum Sportpädagogen, dem auch eine Ausbildung zum persönlichen Trainer folgte, was ihm 1997 wiederum eine Anstellung im Fitnesscenter Master Training brachte. Nur ein Jahr später machte sich Westling selbständig und sechs Jahre später gründete er, gemeinsam mit zwei Freunden, das Fitnesscenter Master Training AB, dem weitere Engagement in diesem Bereich folgten, unter anderem auch gemeinsam mit Björn Ulvaeus. Auf Empfehlung von Prinzessin Madeleine kam Westling dann in Kontakt mit Kronprinzessin Victoria von Schweden und wurde ihr persönlicher Trainer.

Wie schnell sich die Kronprinzessin und Daniel Westling näher kamen, ist weniger bekannt, aber bereits 2002 war das Verhältnis der beiden öffentlich und ab 2007 lebten die beiden mehr oder weniger in der Wohnung der Kronprinzessin. Erst am 24. Februar 2009 gab der königliche Hof dann die Verlobung der Beiden bekannt und noch im Herbst des gleichen Jahres verließ Westling die meisten seiner beruflichen Aufgaben. Am 19. Juni 2010 gingen Daniel Westling und die Kronprinzessin Victoria die Ehe ein. Bei dieser Angelegenheit wurde aus Daniel Westling auch Prinz Daniel Westling Bernadotte. Auch als Ehemann der Kronprinzessin kann Prinz Daniel weder den schwedischen Thron erben, noch kann er je Reichsvorstand werden. Seine offiziellen Aufgaben werden vom Hofstaat der Kronprinzessin koordiniert.


15. September 1664: Karlshamn wird zur Stadt ernannt
15. September 1907: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens
15. September 1969: Die Karriere von Åke Grönberg
15. September 1972: Flugzeugentführung in Schweden
15. September 1973: Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie
15. September 1975: Der Name Arla wird in Schweden geboren
15. September 1990: Der private Fernsehkanal TV4 sendet analog

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. April 2014

Carl Johan Adlercreutz nimmt den schwedischen König fest

Carl Johan Adlercreutz wurde am 27. April 1757 auf Gut Kiala im heute finnischen Nyland (Uusimaa) geboren und gehört zu jenen militärischen und politischen Größen, die der schwedischen Geschichte eine Wende brachten, da sie in entscheidenden Momenten nicht dem König treu waren, sondern an das Wohl des Volkes und des Landes dachten, auch wenn dies mit großen Risiken verbunden war und Adlercreutz daher in manchen Augen auch als Verräter galt.

Bereits mit 13 Jahren hatte sich Carl Johan Adlercreutz für eine militärische Karriere entschieden, was bedeutete, dass er unter Gustav III. am russischen Krieg teilnahm und auf Grund seines Mutes schon 1790 den Rang eines Majors erworben hatte. Gustav IV. Adolf ernannte Adlercreutz dann erst zum Befehlshaber der Dragoner und anschließend erhielt er von ihm die Führung des neu entstandenen Infanterieregiments. Da der König jedoch nach dem Krieg gegen Frankreich auch noch den finnischen Krieg anzettelte, geriet er beim Adel und vor allem bei mehreren militärischen Führern in Ungnade, die auf Grund der Engstirnigkeit des Königs einen Bürgerkrieg in Schweden sahen, da Herzog Karl (später Karl XIII.) bereits sein Heer im Värmland auf einen Kampf vorbereitete.

Am 13. März 1809 entschied sich daher Carl Johan Adlercreutz König Gustav IV. Adolf unter Hausarrest auf Schloss Gripsholm zu setzen und am 10. Mai wurde der König seines Amtes erhoben und Karl XIII. übernahm die Macht in Schweden. Durch die Machtübernahme verloren auch sämtliche Nachfolger des Königs das Recht auf die Krone. Als General und Staatsrat erlebte Adlercreutz dann noch zwei wichtige Änderungen im Laufe der schwedischen Geschichte, denn da Karl XIII. keine Erben hatte, kam mit Karl XIV. Johan das Geschlecht Bernadotte an die Spitze Schwedens, ein König, dem er auf seinem Feldzug gegen Napoleon folgte und für den er am Feldzug gegen Norwegen teilnahm, der 1814 zur schwedisch-norwegischen Union führte. Am 21. August 1815, nur ein Jahr nach der Gründung der Union, starb Adlercreutz.


27. April 1792: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
27. April 1861: Stockholm wird mit reinem Wasser versorgt
27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt
27. April 1903: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute 
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben 
27. April 1974: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. Oktober 2013

Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte)

Als Prinz Oscar am 4. Oktober 1953 im Alter von 93 Jahren starb, war er, trotz zahlreicher Krankheiten im Lauf seines Lebens, nicht nur älter geworden als alle anderen männlichen Bernadotte, sonder er ging auch als schwarzes Schaf in die Geschichte der schwedischen Monarchie ein, denn er hatte 1888, nach starkem Widerstand aus dem Königshaus, das nicht-königliche Hoffräulein Ebba Munck af Fulkila geheiratet und er war der einzige Nachkomme der gesamten Bernadotte-Linie, der sich von der Svenska Kyrkan abwandte und eine wichtige Rolle in der Erweckungsbewegung Schwedens spielte. Durch seine Ehe konnte er zwar den Titel „Prinz Bernadotte“ behalten, diesen jedoch nicht mehr vererben.

Prinz Oscar, der mit der Ehe mehrere Titel verlor und auf das Erbrecht der schwedischen und norwegischen Krone verzichtete, war 1859 als Sohn des Königs Oscar II. und dessen Frau Sofia geboren worden, wurde zuerst zu Hause unterrichtet um anschließend die Beskowska skolan zu besuchen und sich mit 13 Jahren der schwedischen Marine anzuschließen, wo er sehr schnell Karriere machte. Zwischen 1883 und 1885 nahm er, allerdings mehr unfreiwillig, auch an der Weltumseglung mit der HMS Vanadis, der einzigen schwedischen Dampffregatte, teil, die ihm aufgezwungen wurde, damit er Ebba Munck af Fulkila vergessen sollte.

Nachdem Prinz Oscar im Jahre 1903 zum Vizeadmiral ernannt wurde, nahm er nach 25 Jahren Dienst Abschied von der Marine und widmete sich vor allem der Wohltätigkeit und der Verbreitung des christlichen Wortes. Auch auf einen adeligen Titel musste der Prinz letztendlich nicht verzichten, denn sein Onkel, Adolf von Luxemburg, ernannte ihn zum Grafen von Wisborg, einem erblichen Titel, der später auch anderen Abkommen des schwedischen Königshauses verliehen wurde, die nicht königlich heirateten. Allerdings gehören sie alle dem Adel Luxemburgs an.


4. Oktober 1904: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht 
4. Oktober 1999: Kanelbullens dag, der Tag der schwedischen Zimtschnecke

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. August 2013

Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden

Als am 30. Juli 1810 der Reichstag in Örebro eröffnet wurde, so stand im Grunde nur ein einziger Punkt auf dem Programm, nämlich die Wahl eines neuen Königs, denn der offizielle Thronfolger, Kronprinz Karl August, war mit 41 Jahren nach einem Schlaganfall gestorben und ein anderer Nachfolger für Karl XIII. war im Grunde nicht vorgesehen, auch wenn sich Fredrik Kristian, Prinz Gustaf und der dänische König Fredrik VI., aus sehr verschiedenen Gründen, um den schwedischen Thron bemühten.

Als Favorit für den den schwedischen Thron galt im Grunde der dänische König, der damit auch ein vereintes Skandinavien schaffen wollte. Womit jedoch weder der König noch die damalige Regierung rechnete, war die Tatsache, dass sich Leutnant Carl Otto Mörner ohne offiziellen Auftrag nach Frankreich begeben hatte, nicht nur um Fürsten Pontecorvo, nämlich Jean Baptiste Bernadotte, zu bitten sich um die Krone Schwedens zu bewerben, sondern auch um mit Napoleon zu verhandeln und dessen Unterstützung zu erhalten.

Am 11. August 1810 wurde dann in Örebro Jean Baptiste Bernadotte als möglicher Thronfolger präsentiert, allerdings wurde gleichzeitig sehr deutlich auf die ökonomischen und politischen Vorteile aufmerksam gemacht, die diese Wahl für Schweden mit sich bringen würde. Als daher am 18. August 1810 ein geheimer Ausschuss zur Wahl schritt, war es nicht verwunderlich, dass sich zehn der zwölf Mitglieder für Jean Baptiste Bernadotte als Thronfolger aussprachen, der dann bereits am 21. August des gleichen Jahres zum Kronprinz ernannt wurde. Seit Jean Baptiste Bernadotte als Karl XIV. Johan an die Macht kam, regiert in Schweden die Linie Bernadotte.


18. August 1812: Der letzte Reichstag in Örebro 
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. Juni 2013

König Karl XIII. von Schweden

Auch wenn Karl XIII. nicht der direkte Thronfolger des Königs Adolf Fredrik war, so wurde er nach der Ermordung seines Bruders und nach der Landesverweisung dessen Sohnes am 29. Juni 1809 dennoch in Stockholm zum König Schwedens gekrönt und war vorher bereits 85 Tage lang der Reichsvorstand des Landes gewesen. Im Jahre 1814 wurde Karl XIII., unter dem Namen Karl II., auch zusätzlich König von Norwegen. Der König behielt beide Kronen bis zu seinem Tod am 5. Februar 1818.

Karl XIII. war im Grunde jedoch nur ein vorübergehender Notkönig, der zudem gezwungen wurde den dänischen Prinzen Kristian August zu adoptieren und damit zum Nachfolger zu machen. Als Kristian August 1810 an einem Schlaganfall starb, sprach man sofort von Giftmord, was unter anderem zum Mord an Axel von Fersen führte und Karl XIII. dazu zwang, unter Empfehlung von Kaiser Napoleon I., einen anderen Nachfolger zu bestimmen. Karl XIII. musste daher den Feldmarschall Jean Baptiste Bernadotte (später Karl XIV. Johan) adoptieren, den ersten Bernadotte der heutigen Königslinie.

Während Karl XIII., der am 7. Oktober 1748 geboren wurde, bereits vor der Adoption von Jean Baptiste Bernadotte nur sehr wenig Macht hatte, so übernahm sein Adoptivsohn bereits ab 1812 sämtliche Amtsgeschäfte und der König war in seinem Land nur noch eine Marionette. Da Karl Johan im Jahre 1814 Norwegen zu einer Union mit Schweden gezwungen hatte, was Karl XIII. offiziell auf den norwegischen Thron brachte, hatte der zukünftige König von Beginn an eine sehr starke Position in Schweden und ihm wurde sogar verziehen, dass er Finnland nicht wieder aus den russischen Fängen befreit hatte.


29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 27. Juni 2013

Carl Bernadotte und die Affäre Huseby

Als Carl Bernadotte aus dem Königshaus Bernadotte am 27. Juni 2003 im Krankenhaus in Malaga starb, gehörte er in gewisser Weise zu den Ausgestoßenen des Königshauses, da er durch seine bürgerliche Ehe erst alle Rechte eines schwedischen Adeligen verloren hatte und später auch noch in die Hysebyaffären (die Affäre Hyseby) verstrickt war. Vergeben wurde ihm erst nach 40 Jahren im freiwilligen Exil in Spanien, denn Carl Bernadotte wurde im königlichen Friedhof, neben anderen Mitgliedern des Königshauses, im Hagapark begraben.

Als Carl Bernadotte im Jahre 1911 zur Welt kam, war er noch Prinz von Schweden und Herzog des Östergötland, zwei Titeln, denen er entsagen musste als er am 6. Juli 1937 Gräfin Elsa von Rosen heiratete. Der Verlust des Titels und seines Erbrechts auf die königliche Krone machte dem Ehepaar jedoch relativ wenig aus, da Carl Bernadotte anschließend von seinem Schwager, Leopold III. von Belgien, den Erbtitel „Prinz Bernadotte“ erhielt und seine Frau damit zu Prinzessin Bernadotte aufstieg.

Sehr bekannt wurde Prinz Carl dann jedoch in den 50er Jahren, als er, bewusst oder unbewusst, eine wichtige Rolle in der Affäre Huseby spielte, als mehrere Personen Florence Stephens einen bedeutenden finanziellen Schaden zufügten. Unter den drei Angeklagten wurde nur Carl Bernadotte freigesprochen, da er ein Geständnis abgelegt hatte. Allerdings war diese Affäre von 1957 bis 1962 auf den Titelseiten aller Zeitungen zu finden, was Prinz Bernadotte letztendlich dazu bewegte nach Spanien zu ziehen wo niemand diese Geschichte kannte.


27. Juni 1895: Sophie Adlersparre und die schwedische Frauenbewegung 
27. Juni 1902: Der letzte Geadelte Schwedens: Sven Anders Hedin

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 14. Juli 2012

Folke, ein schwedischer Vorname am Aussterben

Auch wenn der schwedische Vorname Folke in Schweden problemlos bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann, so tauchte dieser Vorname erst ab dem 14. Juli 1901 in den schwedischen Kalendern auf, dem Jahr, als zahlreiche christliche Namenstage mehr nordischen Namen Platz machen mussten. Heute feiert man daher am 14. Juli den Vorname Folke und denkt nicht mehr an den katholischen Sankt Phocas, der vorher an der Stelle von Folke zu finden war.

Der Name Folke, der sowohl als Vorname als auch als Familienname existiert, hat seine Wurzeln im Altnordischen, und bedeutet soviel wie Führer oder Häuptling. Dies drückt sich auch darin aus, dass ein gesamtes Königsgeschlecht, das Bjälboätten, ursprünglich folkungar genannt wurde, da der erste König dieses Geschlechts Folke Filbyter war, eine Zentralfigur in Verner von Heidenstams Roman „Folke Filbyter“ aus dem Jahre 1903. Seit den 30er Jahren ist der Vorname Folke in Schweden allerdings immer mehr im Rückgang, so dass dieser alte schwedische Name mittlerweile nahezu am Aussterben ist.

Umso erstaunlicher ist diese Entwicklung, da der Vorname Folke in Schweden insbesondere mit Folke Bernadotte, einem Diplomaten des schwedischen Königshauses, in Verbindung gebracht wird, der durch die sogenannten Weißen Busse bekannt wurde und am 17. September 1948 während der Palästinakrise von extrem rechten Juden ermordet wurde. Unmittelbar nach seiner Ermordung wurde denn der Folke Bernadotte Minnesfond gegründet, der bis heute in Form von internationalen Jugendlagern Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 25 das Leben und Denken in anderen Ländern näher bringt.


14. Juli 1866: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg 
14. Juli 1918: Ingmar Bergman, eine schwedische Legende

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Juli 2012

Oscar I., König von Schweden und Norwegen

Am 4. Juli 1799 wurde Joseph François Oscar Bernadotte als Sohn des zukünftigen schwedischen Königs Karl XIV. Johan und seiner Ehefrau Desideria in bürgerlichen Verhältnissen geboren, denn nichts deutete bei seiner Geburt darauf hin, dass er einst seinem Vater auf den Thron Schwedens folgen sollte, denn sein Vater hatte zu dieser Zeit noch nicht sehr viel mit Schweden zu tun, sondern war Kriegsminister in Frankreich und auch seine Mutter kam lediglich aus einem reichen Handelshaus in Marseille.

Allerdings spielte Joseph François Oscar Bernadotte eine gewisse Rolle dabei, dass sein Vater im Jahre 1819 während des Reichstags in Örebro zum König gewählt wurde, denn er war der Garant dafür, dass Karl XIV. Johan einen Nachfolger hatte und sich daher das Problem der Successionsfolge nicht wiederholte. Beim Umzug nach Schweden zeigte sich zudem ein weiterer Vorteil, denn der junge Oscar lernte sehr schnell die schwedische Sprache und konnte daher sehr häufig als Dolmetscher für seinen Vater dienen.

Als Oscar I., der in der offiziellen Liste der schwedischen Regenten als Oskar I. verzeichnet ist, am 8. März 1844 zum König Schwedens und Norwegens wurde, änderte sich vieles in der Regierungsform, denn Oscar I. wollte jede Entscheidung selbst treffen und verließ sich nur selten auf seine Ratsherren, sondern befragte in Zweifelsfällen Gelehrte des entsprechenden Gebietes und nicht die offiziellen Ratgeber. Auf Grund seiner häufigen Krankheiten konnte Oscar I. allerdings weitaus weniger Reformen durchführen als er geplant hatte und wegen einem Gehirntumor musste er dann bereits 1857 die Regierung ganz an seinen ältesten Sohn abgeben.


4. Juli 1374: Die Heilige Birgitta im schwedischen Vadstena
4. Juli 2002: Der schwedische Architekt Sten Samuelson 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. Mai 2012

Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens

Am 11. Mai 1818 wurde Jean Bernadotte in Stockholm zum König Schwedens gekrönt und damit zu Karl XIV. Johan. Aber nicht nur Jean Bernadotte war vom bürgerlichen Kreis in die höchste Aristokratie aufgestiegen, sondern auch seine Ehefrau Désirée Clary, die Tochter eines Kaufmanns aus Marseille, wurde damit zur Königin Schwedens. Allerdings wurde auch sie nicht unter ihrem bürgerlichen Namen bekannt, sondern als Königin Desideria, was sie allerdings verabscheute.

Als Jean Bernadotte am 26. Januar 1763 im französischen Pau geboren wurde, deutete nichts darauf hin, dass er später König von Schweden werden konnte, denn sein Vater war Rechtsanwalt und nahm es für gegeben, dass auch der Sohn in diesem Beruf seine Zukunft sah. Jean, was im Schwedischen zu Johan wurde, hatte jedoch kein Interesse an diesem Beruf. Als sein Vater dann starb, musste er sich jedoch entscheiden und wählte am 3. September 1780 den Beruf eines Soldaten, wobei er dabei bei einem Regiment in Korsika landete. Dort erhielt er dann den Beinamen „Belle-Jambe“, weil er einen außerordentlichen Erfolg bei Frauen hatte.

Aber auch als Soldat stieg Jean Bernadotte sehr schnell im Rang und bereits 1804 ernannte ihn Napoleon I. zum ersten Reichsmarschall Frankreichs und wenig später auch zum Gouverneur. Nach einer französischen Legende hatte der zukünftige König Schwedens sich den Satz „Tot allen Königen“ tätowieren lassen, was auch Anlass zu einem französischen Theaterstück wurde (Le Camarade de lit), in dem sich der König „Lebe die Republik“ tätowieren lässt. Auch wenn diese Geschichte nicht belegt ist, so sagte Jean Bernadotte im Jahre 1797 auf jeden Fall, dass er bis zu seinem Tode alle Royalisten bekämpfen werde, was ihn jedoch nicht davon abhielt dann selbst König zu werden.


11. Mai 1762: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
11. Mai 1971: Stockholm rettet seine Ulmen im Kungsträdgården

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 20. April 2012

Neues Thronfolgegesetz in Schweden

Am 20. April 1978 entschied sich das schwedische Parlament dazu die seit 1810 geltende Thronfolge in Schweden zu ändern, was bedeutete, dass ab dem 1. Januar 1980 nicht mehr der älteste Sohn des Königs, Carl Philip, den schwedischen Thron erben konnte, sondern Victoria zur Kronprinzessin wurde. In der Tat bedeutete dies, dass Carl Philip den schwedischen Thron nur noch besteigen kann, falls Victoria keine Kinder hat oder sie sterben und Victoria selbst ebenfalls stirbt oder auf den Thron verzichtet. Estelle kann, selbst durch einen plötzlichen Tod Victorias, die Krone zwar in jedem Alter erben, darf ihr Amt jedoch erst mit Vollendung des 18. Lebensjahres ausüben und bekommt bis dahin einen amtlichen Vormund.

Als die Diskussion im April 1978 im Parlament begann, war indes nicht sicher in welcher Weise das Grundgesetz geändert wird, denn der König war zwar für eine weibliche Thronfolge, jedoch nur unter der Voraussetzung, dass kein Sohn als Thronfolger zur Verfügung steht. Die rechten Parteien pochten auf eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und wollten das Erstgeborene in jedem Fall zum Nachfolger machen, unabhängig ob Mädchen oder Junge. Die Sozialdemokraten hatten eine sehr schwierige Position, da sie nach ihrem Parteiprogramm die Monarchie ganz abschaffen wollten. Eine Weigerung die Thronfolge zu ändern bedeutet jedoch die nächste Wahl zu verlieren.

Historisch gesehen war jedoch bereits das Erbrecht als solches innerhalb der Linie Bernadotte diskutiert, da bis Gustav Vasa schwedische Könige gewählt wurden und die Krone nicht vererbt werden konnte. Aber auch nach Gustav Vasa kam es noch zu einer Königswahl. Erst mit Karl XIV. Johan, dem ersten Bernadotte, wurde endgültig festgelegt, dass die schwedische Krone grundsätzlich innerhalb der Familienlinie vererbt wird, obwohl Karl XIV. selbst adoptiert worden war und er die königliche Macht in Schweden erkauft hatte.

20. April 1907: Tradition der Majblomman (Maiblume) in Schweden
20. April 1947: Björn Skifs, mehr als nur ein schwedischer Sänger 

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg

Montag, 26. März 2012

Die missglückte Ehrung von Karl XIII.

Am 26. März 1822 verordnete Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte der schwedischen Monarchie, dass der Kungsträdgården, die königliche Gartenanlage, zu Ehre seines Adoptivvaters in Zukunft Karl den Trettondes Torg heißen solle. Karl XIV. Johan wollte mit dieser Geste seinem Vorgänger seinen Dank ausdrücken, da er nur durch diese Adoption zum König Schwedens geworden war und damit eine bedeutende politische Rolle in der Geschichte Europas erhalten hatte.

Bereits ein Jahr vorher hatte Karl XIV. Johan, der eigentlich Jean Bernadotte geheißen hatte und den Namen Karl von seinem Adoptivvater übernommen hatte, eine Statue seines Vorgängers im Kungsträdgården aufstellen lassen. Leider ahnte er dabei nicht, wie unbeliebt Karl XIII. beim Volke war, das die Statue regelmäßig beschädigte und den neuen König dazu zwang rund um die Uhr Wachen vor der Statue aufzustellen. Auch die Namensgebung der Gartenanlage wurde vom Volk mit wenig Freude aufgenommen.

Bereits bevor Jean Bernadotte zum schwedischen König auserkoren war, erhielt er von Napoleon das italienische Fürstentum Pontecorvo, so dass er bereits geadelt und unter dem Namen Jean Baptiste Jules von Pontecorvo nach Schweden kam. In Schweden nahm er dann den Karl von seinem Adoptivvater an und verwandelte den Jean in den schwedischen Johan. Seit Karl XIV. Johan dann zum König Schwedens wurde, wurde in das große Reichswappen auch die weiße Brücke von Ponecorvo mit aufgenommen, die seit dieser Zeit das Geschlecht Bernadotte repräsentiert, obwohl der König noch vor der Adoption auf das Fürstentum verzichtet hatte.

26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 3. März 2012

Die schwedische Kolonie ohne schwedische Führung

Am 3. März 1813 erhielt Schweden von den Briten die Kolonie Guadeloupe übertragen, die ihnen den Verlust ersetzen sollte, den sie erlitten hatten als sie zu den Feinden Napoleon I., nämlich England, übergelaufen waren und damit die Besitztümer in Frankreich verloren hatten. Guadeloupe war zu dieser Zeit gerade einmal drei Jahre von England okkupiert, ohne jedoch England bisher einen echten Gewinn erbracht zu haben.

Bevor jedoch die erste schwedische Expedition nach Guadeloupe aufbrechen konnte, kam es 1814 zum Frieden von Paris und die Insel sollte gegen eine Zahlung von 24 Millionen Francs an das schwedische Königshaus wieder an Frankreich zurückgegeben werden, was dem schwer verschuldeten Schweden sogar sehr gelegen kam. Auch wenn Guadeloupe 15 Monate lang offiziell in schwedischer Hand war, so hat in dieser Epoche nicht ein Schwede seinen Fuß auf die Besitzung gesetzt.

Da die Kolonie Guadeloupe dem König, und nach der Successionsordnung von 1810, jeweils all seinen Nachfolgern gehören sollte, das Geld jedoch zum Ausgleich des Staatshaushalts verwendet wurde, erhielt Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte, eine jährliche Rente ausbezahlt, die Teil der Apanage war. Diese Regel bestand bis 1983, dem Zeitpunkt, als dieser Pensionsfond abgeschafft wurde. Zum Ausgleich des Verlustes wurde dann die allgemeine Apanage des schwedischen Königshauses erhöht und die Zahlung dieser Entschädigung erfolgte direkt aus Steuergeldern.

3. März 1940: Terroristisches Attentat in Schweden
3. März 2003: Kenneth Gustafsson, bekannt unter dem Namen Kenta 

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Sonntag, 5. Februar 2012

Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich

Am 5. Februar 1818 starb der schwedische König Karl XIII., der gleichzeitig in Norwegen König Karl II. war. Mit seinem Tod endete eine lange Dynastie an schwedischen Königen des Hauses Oldenburg und die Krone ging an das französische Haus Bernadotte über, die seither die königliche Krone von Generation zu Generation weitervererbt. Ursache dafür war, dass der einzige Sohn und Thronerbe von Karl XIII. im Alter von nur einer Woche starb.

Eine weitere Ursache des Thronwechsels war die Ermordung seines Bruders Gustav III., unter dem Karl XIII. als Admiral im russischen Krieg teilnahm. Bis heute weiß man nicht welche Rolle Karl XIII. bei diesem Mord spielte, sicher ist jedoch, dass er sehr enge Kontakte zur Opposition hatte und gegen die Regierungsart seines Bruders war. Der Tod kam ihm jedenfalls erst einmal willkommen.

Die Erbfolge war für Karl XIII., der am 7. Oktober 1748 geboren wurde, vom ersten Tag an ein Problem, denn der Adoptivsohn Karl August des Oldenburger Hauses starb und der zweite Adoptivsohn, Kristian August aus Dänemark, erlag einen Schlaganfall. Der König war daher gezwungen nach einem dritten Adoptivsohn Ausschau zu halten. Das Ergebnis war, dass die schwedische Thronfolge dann an den französischen Feldmarschall Jean Baptiste Bernadotte verkauft wurde. Als daher Karl XIII. am 5. Februar 1818 starb, ging die schwedische Macht über an Karl XIV. Johan aus dem Geschlecht Bernadotte.

5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator

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Sonntag, 14. August 2011

Die Union von Schweden und Norwegen

Am 14. August 1814 wurde durch die Konvention in Moss Norwegen der schwedischen Krone unterstellt, ohne jedoch seine Autonomie in internen Fragen oder ihr Rechtssystem zu verlieren. Dieser Zusammenschluss wurde 1815 in den Reichsakten aufgenommen und besiegelte die Trennung von Dänemark und Norwegen. Norwegen konnte mit dieser Entscheidung sowohl seine Gesetze als auch alle seine staatlichen Einrichtungen behalten und musste lediglich den schwedischen König akzeptieren und sich in der Außenpolitik den Entscheidungen Stockholms unterwerfen.

Die Union zwischen Schweden und Norwegen, die durch die Konvention in Moss entstand, hatte Bestand bis zur norwegischen Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1905 und beruhte darauf, dass der schwedische König Karl XIII. bei seinem Kampf gegen Dänemark-Norwegen einen erfahrenen General hatte, der sich bereits unter Napoleon bewährt hatte und als neu ernannter schwedischer Kronprinz die Geschichte Schwedens bis heute beeinflusst. Der General war kein geringerer als Jean Baptiste Bernadotte, der späteren König Karl XIV. Johan.

Der neue König wurde von Norwegen mit Unmut anerkannt und hatte zu Beginn einen sehr schweren Stand in Norwegen, das die vollkommene Unabhängigkeit anstrebte. Innerhalb weniger Jahre stellte das Land jedoch fest, dass es unter dem schwedischen König nicht wie vorher unter Dänemark, als Untertan betrachtet wurde, sondern eher als gleichmäßiger Partner einer Union, was die Zusammenarbeit der beiden Länder förderte und beiden Ländern zu Gute kam.

14. August 1571: Anders Bure, der Vater der schwedischen Kartographie
14. August 1914: Stieg Trenter und der Stockholmer Kriminalroman

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Donnerstag, 16. Juni 2011

Gustav V., König von Schweden

Am 16. Juni 1858 wurde Gustav V. Von Schweden geboren, der 1907 zum König gekrönt wurde und damit der fünfte Regent aus dem Hause Bernadotte war. Gustav V. regierte Schweden während der beiden Weltkriege und herrschte 43 Jahre lang über das Land. Nur ein König Schwedens saß länger auf dem Thron als er, wobei jedoch kein früherer Monarch so alt wurde wie Gustav V., der am 29. Oktober 1950 im Alter von 92 Jahren starb.

Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges traf sich Gustav V. mit den anderen beiden Königen des Nordens um eine gemeinsame Neutralitätsfront gegen die Großmächte zu schließen, was nicht zuletzt damit zusammen hing, dass Gustav V. eine deutschstämmige Frau hatte, sehr enge Kontakte zu Deutschland hatte und daher Dänemark mit einem Überfall von schwedischer Seite fürchtete und der gesamte Norden davon überzeugt war, dass der König auf deutscher Seite eingreifen wurde. Durch seinen Neutralitätspakt konnte er jedoch die Einheit des Nordens retten.

Die Rolle des Königs Gustav V. während des Zweiten Weltkrieges ist noch schwieriger zu bewerten, da er in permanenten Schriftwechsel mit Hitler und den Führern des deutschen Reiches war, jedoch unmittelbar die Neutralität Schwedens erklärte. Die nordische, gemeinsame Neutralitätspolitik war jedoch bereits wenige Monate nach Kriegsbeginn gescheitert. Seine Einstellung zum Nazideutschland zeigt sich, unter anderem, an einem persönlichen Brief, den der Monarch am 22 Juni 1941 persönlich an Hitler schrieb und ihm darin für den Überfall auf die Sowjetunion dankte.

Da Gustav V. Angst vor einer russischen Invasion hatte und den Kommunismus hasste, so kann dieser Brief natürlich mehrschichtig betrachtet werden. Der König wollte nämlich auch aus Schweden jede kommunistische Bewegung verbannen, da der Kommunismus der Feind jeder Monarchie ist. Nicht belegt ist auch, warum Gustav V. jede Anti-Hitler Aktion in Schweden verurteilte und Agitatoren verfolgen ließ. War es die Angst vor einem Überfall durch Hitler oder die Freundschaft, die er zu Deutschland pflegte, niemand kann diese Antwort eindeutig beantworten. Sicher ist jedoch, dass Gustav V. in der Judenpolitik nicht die Meinung Hitlers teilte und die Bewegung unterstützte, die der jüdischen Bevölkerung in Ungarn helfen wollte.

16. Juni 1288: Der Stora Kopparberget in Falun
16. Juni 1943: Die Sandöbron schafft eine Landverbindung nach Haparanda

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