Posts mit dem Label Skara werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Skara werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 18. Dezember 2016

Peter Hernquist, der erste Veterinär Schwedens

Peter Hernquist starb am 18. Dezember 1808 als geachteter Professor und Veterinär im Alter von 72 Jahren in Skara. In seiner Veterinärschule, die Hernquist 1775 in Skara gegründet hat, findet man heute das einzige Veterinärhistorische Museum Schwedens, wo man, neben der Geschichte des Veterinärs, die gesamte Geschichte der Tierheilkunde erleben kann und selbst einen Blick auf die einstige Apotheke Hernquists werfen darf und alle Gerätschaften findet, die früher von einem Veterinär verwendet wurden. Die Bedeutung des Museums kann man auch daran erkennen dass es 1975 von König Carl XVI. Gustaf eingeweiht wurde.

Peter Hernquist war am 8. Mai 1726 in der Militärherberge seines Vaters in Härlunda geboren worden und wurde, mangels Kenntnissen, erst im Alter von zehn Jahren in der Schule in Skara aufgenommen. Da auch dort das Studium sehr langsam vor sich ging, begann Hernquist sein Studium an der Universität Uppsala dann erst 1750, allerdings ohne großen Enthusiasmus und mehrmals unterbrochen, da Hernquist das für das Studium nötige Geld immer wieder als Privatlehrer erwerben musste. Die wissenschaftliche Wende kam für Hernquist als er bei Carl von Linné begann Naturwissenschaften zu studieren, denn dieses Thema faszinierte den Studenten.

Als gegen 1760 dann in Schweden eine Epizootie unter Haustieren ausbrach, stellte man fest wie wichtig ein Veterinär war, aber auch dass es diesen Beruf in Schweden nicht gab. Auf Empfehlung von Linné wurde daher Peter Hernquist, gemeinsam mit zwei anderen Studenten, nach Lyon geschickt um sich dort innerhalb von drei Jahren zum Veterinär auszubilden. Hernquist war der einzige unter den dreien, der sich mit dieser Grundausbildung nicht zufrieden gab, sondern d.er Wissenschaftler setzte seine Studienreise 1766 nach Paris fort um dort ausführliche medizinische Studien zu betreiben und lernte in diesem Zusammenhang auch den Vaterinär Étienne Lafosse kennen, der eine moderne Schule für Veterinäre gegründet hatte, die niveaumäßig weit über jener in Lyon lag. Als Peter Hernquist dann nach Schweden zurückkehrte, war er der erste Schwede, der sich wirklich als Veterinär bezeichnen konnte. Nach dem Modell von Lafosse gründete er dann 1775 in Skara auch eine Schule für Veterinäre.


18. Dezember: Der Tag des Kuchens in Schweden
18. Dezember 1290: Der schwedische König Magnus Ladulås
18. Dezember 1661: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
18. Dezember 1793: Der schwedische Künstler Johan Niclas Byström
18. Dezember 1828: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte
18. Dezember 1869: Hilma Borelius, Wissenschaft und Frauenrecht in der Literatur
18. Dezember 1884: Die Tageszeitung Svenska Dagbladet, Svenskan
18. Dezember 1936: Ulla Trenter, zwischen Kriminalroman und Novelle
18. Dezember 2014: Die Sundsvallsbron, die längste Autobahnbrücke Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Die Domkirche (Kathedrale) in Skara

Die der Heiligen Maria geweihte Domkirche (Kathedrale) in Skara gehört mit zu den größten Kirchen Schwedens und geht bis zum elften Jahrhundert zurück, auch wenn aus dieser Zeit lediglich die Krypta erhalten blieb. Andere Teile der Kirche kamen im 13. Jahrhundert hinzu und zu Beginn des 14. Jahrhundert bekam die Kathedrale ihren hochgotischen Stil. Allerdings musste das Gebäude in den folgenden Jahrhunderten mehrmals restauriert werden, da die Kirche in anfälligem Sandstein des Västergötlands gebaut wurde, aber auch wegen dem Krieg gegen Dänemark bei dem die Domkirche stark beschädigt wurde und wegen der Stadtbrände.

Den kaum sichtbaren, noch heute erhaltene Stilbruch der Kathedrale kam mit der Renovierung ab 1886, die der Architekt Helgo Zettervall leitete, denn er fügte Teile einer Basilika bei und griff bei der Grabkapelle bei Details sogar zum Barock, einer Veränderung, die bereits Carl Johan Cronstedt über 100 Jahre früher begonnen hatte. Als die acht Jahre dauernden Arbeiten an der Domkirche in Skara abgeschlossen waren, wurde sie am 26. Oktober 1894 erneut eingeweiht, mit einem Aussehen, das sich bis heute nicht mehr verändert hat, da die letzte Renovation nur rein technischer Natur war und bei einem angelegten Brand vor vielen Jahren nur der Dachstuhl betroffen war, der dann im älteren Stil der Kirche wieder erneuert wurde.

Die ältesten Kunstschätze der Domkirche in Skara gehen ebenfalls bis zum elften Jahrhundert zurück und sind eines der Zeichen dafür dass die Stadt mit zu den ältesten Schwedens gehört und zudem sehr früh christianisiert wurde. Eines der größten Wunderwerke der Kathedrale sind allerdings die 37 Glasmosaikfenster des Künstlers Bo Beskow, die erst zwischen 1945 und 1976 hinzukamen und überwiegend biblische Motive darstellen, unter anderem auch die Heilige Birgitta und die Sankt Helena aus Skövde, einer Stadt, die nicht sehr weit von Skara entfernt liegt. Besonders interessant ist ein Bild neben drei Darstellungen aus dem Alten Testament, denn im sogenannten Skarafenster treffen sich Heidentum und Christentum im  Stift von Skara, ein deutlicher Hinweis auf die Religionsgeschichte Schwedens.


26. Oktober 1694: Der schwedische Barockkomponist Johan Helmich Roman
26. Oktober 1862: Die Künstlerin und Anthroposophin Hilma af Klint
26. Oktober 1900: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
26. Oktober 1900: Karin Boye und ihre melancholische Dichtkunst
26. Oktober 1905: In Karlstad endet die Union zwischen Schweden und Norwegen
26. Oktober 1942: Cecilia Torudd und der treffende Cartoon

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. Juni 2015

Bert Karlsson, vom Musikproduzent zum Millionär

Bert Karlsson kam am 21. Juni 1945 in Tidan im Västergötland in sehr einfachen Verhältnissen zur Welt, wuchs die ersten Jahre in einer Einzimmerwohnung auf und entschied sich bereits in sehr jungen Jahren diesen Verhältnissen zu entkommen. Schon als Jugendlichem war ihm klar, dass Reichtum nur in der Wirtschaft zu finden war, weswegen er begann im Keller der elterlichen Wohnung Lampenschirme zu bauen. Es folgten weitere Firmengründungen und mit 25 Jahren verfügte Karlsson über einen Lebensmittelladen im Zentrum Skaras mit insgesamt 20 Angestellten. Bald setzte Bert Karlsson dann in Bingohallen und schließlich gründete er eine Plattenfirma, die unter anderem die Vikingarna produzierte und einen enormen Gewinn einbrachte.

Mit den Gewinnen aus der Produktionsfirma öffnete Bert Karlsson 1984 dann Skara Sommerland, zur gleichen Zeit als die Zugkünstler seiner Plattenfirma ihn verließen. Auch Skara Sommerland musste Karlsson 1993 aus finanziellen Problemen abstoßen, obwohl es bereits damals das größte Wasser-Vergnügungszentrum Schwedens war. In diesen Jahren gründete Karlsson auch die Partei Ny Demokrati und nach dem Verkauf des Sommerlandes schuf er eine neue, erneut sehr erfolgreiche Schallplattenproduktionsfirma. Als der Unternehmer dann 2003 auch noch die Musik-Talentsendung Fame Factory schuf, wurde Karlsson zum Unternehmer des Jahres in Skara gekrönt.

Nach der Jahrtausendwende war Bert Karlsson nicht nur wegen seiner Tätigkeiten als Fernsehmoderator und Musikproduzent bekannt, sondern er bekam auch den Ruf in jede Art von Unternehmen seine Zeichen zu setzen, denn er wurde Haupteigner einer Poker-Online-Gesellschaft, war in Bauprojekten beteiligt und schuf für Dafgårds sogar einen eigenen Pfannkuchen. Einige seiner Bauprojekte sind mittlerweile in die Endphase der Planung eingetreten. Seit 2014 setzt Bert Karlsson vor allem in Wohnungen für Asylanten, die er an das schwedische Ausländeramt vermietet. Vor allem dieses letzte Projekt bringt Karlsson nun immer häufiger schlechtere Schlagzeilen ein, da er an seine bisher neun billig erworbenen Bauten Gewinne in Millionenhöhe macht ohne den dort wohnenden Asylanten wirklich etwas zu bieten, das die Einnahmen rechtfertigen würde.


21. Juni: Der schwedische Vorname Alf und die nordische Mythologie 
21. Juni 1863: Theaterdirektor Axel Engdahl 
21. Juni 1865: Bernhard Elis Malmström, von der klassischen Lyrik zum Realismus 
21. Juni 1874: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström 
21. Juni 1903: Alf Sjöberg, der Revolutionär des schwedischen Theaters 
21. Juni 1985: Tage Erlander und der schwedische Sozialismus

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Februar 2015

Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)

Auch wenn man heute vor allem die Sverigedemokraterna in die rechte und fremdenfeindliche Ecke Schwedens stellt, so darf man in diesem Rahmen nicht die Partei Ny Demokrati vergessen, die am 4. Februar 1991 von Ian Wachtmeister und Bert Karlsson in Skara gegründet wurde und nicht nur, in großen Linien, die gleiche Politik verfolgte wie die Sverigedemokraterna, sondern von 1991 bis 1994 auch im Parlament vertreten war und kurze Zeit die ausschlaggebenden Stimmen zur Politik Schwedens hatte. Zum Unterschied der Sverigedemokraterna, die mit nationalistischen Parolen auftreten, bezeichnete sich die Ny Demokrati als die Partei der gesunden Vernunft.

Ian Wachtmeister und Bert Karlsson hatten, wie viele kleinere Parteien Schwedens, kein Gesamtprogramm und erreichten ihre Wähler vor allem mit populistischen Aussagen. Ny Demokrati forderte geringere Steuern, weniger öffentliche Angestellte, ein reduziertes Parlament und vor allem eine restriktive Flüchtlingspolitik, wobei in diesem Rahmen die Parolen der Partei immer fremdenfeindlicher wurden, was letztendlich dazu führte, dass die Mitgliederanzahl schrumpfte, Ny Demokrati die Wahlen im Jahre 1994 verlor und die Partei 2000 dann sogar den Konkurs anmelden musste.

Wie Meinungsumfragen des Jahres 1991 zeigen, baute der Erfolg der Partei zum einen auf ihre Volksnähe und ihre Kritik an den Machthabern, zum anderen darauf, dass immer mehr Schweden keine zusätzlichen Flüchtlinge mehr im Land haben wollten. Diese beiden Punkte reichten für die Partei um bei den Parlamentswahlen des Jahres1991 rund 6,7 Prozent der Stimmen zu erhalten. Wegen internen Parteistreitigkeiten verließ Ian Wachtmeister die Partei bereits 1994 wieder und Bert Karlsson, der heute sein Geld vor allem mit steuerlich finanzierten Flüchtlingsunterkünften verdient, verließ die Partei ein Jahr später, um jedoch sofort die lokale Partei Skara Framtid zu gründen, die mittlerweile ebenfalls wieder aufgelöst wurde.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident 
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron 
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden In Scandic Hotels wohnen

Dienstag, 8. Mai 2012

Die ersten Veterinäre Schwedens

Peter Hernqvist wurde am 8. Mai 1726 in Härlunda geboren und studierte dann Philosophie in Uppsala und in Greifswald. Seine Kontakte mit Carl von Linné brachten ihm die Botanik näher, aber noch bevor sich Peter Helmqvist tatsächlich für einen klaren Weg entschieden hatte, wurde er, gemeinsam mit zwei anderen jungen Wissenschaftler, vom schwedischen Staat ins französische Lyon geschickt um sich dort zum Veterinär auszubilden. Nach seinem Studium wurde er in Paris als Lehrer angestellt und gründete, nahezu nebenbei, den dortigen Botanischen Garten, Jardin des Plantes.

Als Peter Hernqvist dann wenige Jahre später nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Lektor für Mathematik in Skara ernannt, eine Tätigkeit, die er allerdings nur drei Jahre lang ausübte, bevor er 1775 damit beauftragt wurde die erste Veterinärausbildung in Schweden einzurichten. Bereits 1778 wurde er dann der erste Professor Schwedens in diesem Bereich. Dabei hätte diese Ehre eigentlich Erland Tursén zufallen müssen, der bereits 1950 als königlicher Veterinär eingestellt worden war und zu Beginn ausgezeichnete Arbeiten zur Tierheilkunde veröffentlichte. Wenn er nicht einige Jahre vor Hernqvist nach Lyon geschickt wurde wegen Nachlässigkeiten entlassen worden wäre und dabei auch noch seine gesamten Pensionsansprüche verloren hätte.

Mittlerweile ist die Ausbildung zum Veterinär in Schweden von Skara nach Uppsala umgezogen, wo sich die einzige Hochschule des Landes für Veterinäre befindet. Obwohl für die Zulassung außerordentliche Noten vorausgesetzt werden, gibt es jedes Jahr eine lange Warteschlange und nur wenige Bewerber werden zur fast sechsjährigen Ausbildung zugelassen bei der Theorie und Praxis sich abwechseln. Für den Ansturm auf das Veterinärstudium ist jedoch nicht nur das Interesse für diesen Beruf verantwortlich, sondern auch die garantierten Arbeitsplätze für jeden Absolventen der Hochschule.


8. Mai 1968: Geschwindigkeitsbegrenzungen in Schweden
8. Mai 1992: Der schwedische Staat rettet die Nordbanken (heute Nordea)

Copyright: Herbert Kårlin

Messetermine in Göteborg