Posts mit dem Label Heilige Birgitta werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Heilige Birgitta werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 20. März 2018

Der Erzbischof Henrik Karlsson

Henrik Karlsson, auch Henricus Caroli genannt, kam vermutlich Mitte des 14. Jahrhunderts in Åbo (Turku) zur Welt und arbeitete, nach einem Hinweis in einem Brief, in Rom für die Heilige Birgitta, vor er 1383 zum Erzbischof ernannt wurde und nach Uppsala zog. Bereits ein Jahr vorher war Karlsson zum Bischof gewählt worden, ohne allerdings vom Papst ernannt zu werden, da er wegen nicht bezahlter Schulden ins Gefängnis musste und nur nach der Zahlung der Gerichtskosten wieder frei kam. Auch die Ernennung zum Erzbischof war mit einer Hürde verbunden, da König Albrecht von Mecklenburg Karlsson nicht anerkennen wollte, jedoch nichts gegen die Unterschrift des Papstes einwenden konnte.

Die Situation des Erzbischofs Henrik Karlsson verbesserte sich  ab 1389 deutlich, denn er war nicht nur in Söderköping anwesend als Königin Margareta den schwedischen Thron bestieg, sondern sie stellte dem Erzbischof sogar einen Schutzbrief aus. Nur ein Jahr später lieh sich die Regentin auch 1000 Mark vom Erzbischof und schickte Karlsson, nach dem Tode von Bo Jonsson, nach Åbo (Turku) um über die Übergabe der dortigen Schlösser zu verhandeln. Im Jahr 1396 nahm Karlsson dann an den Steinen von Mora auch von Erich von Pommern den Königseid ab und nur ein Jahr später gehörte der Erzbischof zu den zehn Personen, die ihr Sigel unter den Unionsbrief hinsichtlich der Kalmarer Union.

Obwohl Henrik Karlsson in einer politisch sehr bedeutenden Zeit Erzbischof Schwedens war, waren seine politischen Aktivitäten relativ beschränkt, da sich Karlsson mehr um seine persönliche Ökonomie als das Wohl des Staates kümmerte und daher einer der reichsten Schweden seiner Zeit wurde. Als Henrik Karlsson dann am 20. März 1408 starb, stellte man fest, dass er sein gesamtes Vermögen testamentarisch der Domkirche in Uppsala hinterlassen hatte. Königin Margareta war davon wenig begeistert und ließ dann, als die Schatzkiste Karlssons zur Domkirche transportiert wurde, diese unterwegs beschlagnahmen.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1600: Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie
20. März 1790: Der Justizienstaatsminister Lars Herman Gyllenhaal
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 27. Februar 2017

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson

Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson spielt in Schweden eine besondere Rolle, denn zum einen handelt es sich um einen katholischen Erzbischof, zum anderen den Erzbischof, der 46 Jahre lang im Amt war und damit den Rekord der Amtszeit aufstellt, und zum dritten, weil Ulvsson am 27. Februar 1477 vom Papst die Genehmigung erhielt die Universität Uppsala zu gründen, wobei der Erzbischof nur drei Jahre später auch den Buchdruck in Schweden einführte und damit eine neue Ära in Schweden einleitete, auch wenn der Katholizismus bereits 50 Jahre später in Schweden zu Grabe getragen wurde.

Jakob Ulvsson war zwischen 1430 und 1440 in Hacksta zur Welt gekommen und studierte ab 1457 in Rostock Theologie. Da Ulvsson zwischen 1465 und 1470 in der päpstlichen Kurie in Rom lebte, konnte er auch eine enge Beziehung zum damaligen Papst Paulus II. aufbauen, der ihn noch 1470 zum schwedischen Erzbischof weihte und damit den offiziellen Anwärter für das Amt überging. Als Ulvsson wenig später nach Schweden zurückkehrte, war eine seiner ersten Handlungen ein landesweites Gedenkfest zur in der katholischen Kirche verehrten Birgitta anzuordnen und sich dafür einzusetzen dass Birgitta heilig erklärt wird, was 1482 erst einmal zur Seligsprechung Birgittas führte.

Als Jakob Ulvsson im Jahre 1521 in Mariefred starb, geschah dies bereits im Umbruch zwischen Katholizismus und Reformation, denn nur zwei Jahre später wurde Gustav Vasa König Schwedens und verordnete die Reformation. Dies führte dazu, dass Ulvsson für über 300 Jahre aus der schwedischen Geschichte nahezu verschwand und erst beim 400-jährigen Jubiläum der Universität Uppsala wieder als der Gründer der Universität bedeutend und für seinen Einsatz das Wissen in Schweden zu verbreiten geehrt wurde. Auch seine Rolle als Politiker rückt seit dieser Zeit wieder mehr in die Öffentlichkeit.


27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting
27. Februar 1869: Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise
27. Februar 1984: Die schwedische Fußballspielerin Lotta Schelin 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Die Domkirche (Kathedrale) in Skara

Die der Heiligen Maria geweihte Domkirche (Kathedrale) in Skara gehört mit zu den größten Kirchen Schwedens und geht bis zum elften Jahrhundert zurück, auch wenn aus dieser Zeit lediglich die Krypta erhalten blieb. Andere Teile der Kirche kamen im 13. Jahrhundert hinzu und zu Beginn des 14. Jahrhundert bekam die Kathedrale ihren hochgotischen Stil. Allerdings musste das Gebäude in den folgenden Jahrhunderten mehrmals restauriert werden, da die Kirche in anfälligem Sandstein des Västergötlands gebaut wurde, aber auch wegen dem Krieg gegen Dänemark bei dem die Domkirche stark beschädigt wurde und wegen der Stadtbrände.

Den kaum sichtbaren, noch heute erhaltene Stilbruch der Kathedrale kam mit der Renovierung ab 1886, die der Architekt Helgo Zettervall leitete, denn er fügte Teile einer Basilika bei und griff bei der Grabkapelle bei Details sogar zum Barock, einer Veränderung, die bereits Carl Johan Cronstedt über 100 Jahre früher begonnen hatte. Als die acht Jahre dauernden Arbeiten an der Domkirche in Skara abgeschlossen waren, wurde sie am 26. Oktober 1894 erneut eingeweiht, mit einem Aussehen, das sich bis heute nicht mehr verändert hat, da die letzte Renovation nur rein technischer Natur war und bei einem angelegten Brand vor vielen Jahren nur der Dachstuhl betroffen war, der dann im älteren Stil der Kirche wieder erneuert wurde.

Die ältesten Kunstschätze der Domkirche in Skara gehen ebenfalls bis zum elften Jahrhundert zurück und sind eines der Zeichen dafür dass die Stadt mit zu den ältesten Schwedens gehört und zudem sehr früh christianisiert wurde. Eines der größten Wunderwerke der Kathedrale sind allerdings die 37 Glasmosaikfenster des Künstlers Bo Beskow, die erst zwischen 1945 und 1976 hinzukamen und überwiegend biblische Motive darstellen, unter anderem auch die Heilige Birgitta und die Sankt Helena aus Skövde, einer Stadt, die nicht sehr weit von Skara entfernt liegt. Besonders interessant ist ein Bild neben drei Darstellungen aus dem Alten Testament, denn im sogenannten Skarafenster treffen sich Heidentum und Christentum im  Stift von Skara, ein deutlicher Hinweis auf die Religionsgeschichte Schwedens.


26. Oktober 1694: Der schwedische Barockkomponist Johan Helmich Roman
26. Oktober 1862: Die Künstlerin und Anthroposophin Hilma af Klint
26. Oktober 1900: Karin Boye und die Zerbrechlichkeit einer Schriftstellerin
26. Oktober 1900: Karin Boye und ihre melancholische Dichtkunst
26. Oktober 1905: In Karlstad endet die Union zwischen Schweden und Norwegen
26. Oktober 1942: Cecilia Torudd und der treffende Cartoon

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 23. Oktober 2016

Das Kloster in Vadstena wird eingeweiht

Auch wenn das Kloster in Vadstena noch von der Heiligen Birgitta geplant und gezeichnet wurde, so verzögerte sich die Genehmigung des Papstes und es konnte erst am 23. Oktober 1384 eingeweiht werden, elf Jahre nach dem Tod Birgittas. In den folgenden zwei Jahrhunderten sollen das Kloster Vadstena jedoch eine tragende Rolle einnehmen, da es das Mutterkloster des Ordens war und hier zudem eine Abteilung für Nonnen und eine für Mönche existierte, die allerdings getrennt voneinander leben sollten und sich nur durch eine besondere Vorrichtung sprechen und Bücher austauschen konnten, ohne sich zu sehen und ohne sich zu berühren.

Die Grundlage für das Kloster Vadstena legten im Jahre 1346 König Magnus Eriksson und Königin Blanka von Namur, die das Grundstück testamentarisch dem zukünftigen Kloster schenkten, mit der Auflage, dass sie beide in der geplanten Klosterkirche begraben werden und die Priester des Klosters während der letzten Tage ihres Lebens für ihr Seelenheil beten würden. Allerdings sollte die Klosterkirche erst 1430 fertiggestellt werden, so dass der Wunsch des Paares nur teilweise erfüllt werden konnte, da beide starben noch bevor überhaupt das Kloster vom Papst genehmigt war.

Aber auch in anderer Hinsicht spielte das Kloster Vadstena eine besondere Rolle, denn auch wenn Birgitta klare Regeln für den Umgang zwischen Nonnen und Mönchen festgelegt hatte, so beweist ein Brief der Nonne Ingrid Pärsdotter aus dem Jahre 1498, zumindest zeitweise, ein wenig klösterliches Leben. Entgegen der Klosterregeln trafen sich Nonnen und Mönche zu gemeinsamen Festen, Nonnen nahmen Geschenke männlicher Bewohner der Umgebung an und einzelne Paare verbrachten die Nächte auch gemeinsam in den Klosterzellen. Mit der Reformation unter Gustav Vasa war die Entwicklung der katholischen Klöster, auch des Klosters in Vadstena, jedoch ab 1527 besiegelt und erst in jüngster Zeit konnte auch in Vadstena wieder ein Kloster in Erinnerung an die Heilige Birgitta entstehen.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1656: Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt
23. Oktober 2009: Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 25. Juni 2016

Der Pilgerpfad Munkastigen in Tiveden

Am 25. Juni 2012 wurde der Pilgerpfad Munkastigen in Tiveden offiziell eingeweiht, der auf 96 Kilometern zwischen Riseberga und Olshammar verläuft, vorbei an 13 bedeutenderen Sehenswürdigkeiten und durch einen Wald, der früher wegen seinen zahlreichen Räubern bekannt war. Nach einer Legende nahm im Jahre 1028 auch Olav der Heilige diesen Weg als er aus Norwegen floh, auch wenn dies niemand bestätigte und der damalige Weg auch nicht den gleichen Streckenverlauf hatte als der heutige Pilgerpfad.

Der Munkastigen beginnt offiziell bei der Klosterruine Riseberga und führt zur Birgittakirche in Oshammar am Vättern, von wo aus die Mönche früher mit dem Boot weiter nach Vadstena oder Alvastra fuhren. Die Strecke führt, entlang mehrerer kleiner Seen, durch Tiveden, einen früher sehr dichten Wald, der wegen seiner Unzugänglichkeit auch schon früh die Grenze zwischen dem Götaland und dem Svealand ausmachte, heute allerdings mit mehreren Wanderwegen durchzogen ist und zum Großteil als Nationalpark deklariert ist.

Auch wenn die Legende mit Olav dem Heiligen nicht sicher ist, so war der Munkastigen im 15. Jahrhundert ein wichtiger Verbindungsweg zwischen mehreren Klöstern, was in mehreren geschichtlichen Quellen nachzulesen ist. In Olshammar, der Endstelle des Munkastigen wohnten im 14. Jahrhundert auch zeitweise der Rechtsgelehrte Ulf Gudmarsson und seine Ehefrau, die spätere Heilige Birgitta, die Olshammar auch dem Kloster Vadstena schenkten. Allerdings wurde das Gut Olshammar im Jahre 1527 im Rahmen der Reformation von Gustav Vasa konfiziert und das Kloster Ramundeboda wurde zwei Jahre später von ihm geschlossen.


25. Juni 1568: Gunilla Johansdotter wird Königin gegen ihren Willen
25. Juni 1630: Gustav II. Adolf tritt in den 30-jährigen Krieg ein
25. Juni 1676: Der schwedische Feldherr Carl Gustaf Wrangel
25. Juni 1722: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken
25. Juni 1878: Der schwedische Künstler Erik Tryggelin
25. Juni 1888: Vier Städte Schwedens brennen am gleichen Tag
25. Juni 1963: Der schwedische Spion Stig Wennerström

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 10. März 2016

Der schwedische Erzbischof Birger Gregersson

Als der schwedische Erzbischof Birger Gregersson am 10 März 1383 vermutlich auf Schloss Arnö am Mälaren starb, hatte er zwar die höchste Position innerhalb der Kirche Schwedens erreicht, aber dennoch waren nur wenige seiner ursprünglichen Pläne in Erfüllung gegangen, denn politisch hatte er unter Albrecht von Mecklenburg nur kurze Zeit einen politischen Einfluss und seine literarischen Ambitionen erstreckten sich auf ein einziges bedeutenderes Werk.

Birger Gregersson war 1327 zur Welt gekommen und erklomm langsam sämtliche Schritte innerhalb der katholischen Kirche. Während der ersten Regierung von Albrecht von Mecklenburg wurde Gregersson auch in die Regierung gewählt, ohne jedoch einen größeren Einfluss zu gewinnen. Problematisch war dabei vor allem dass Gregersson nach einer Nationalkirche strebte bei der der König nur noch wenig Einfluss hatte und dass er in allen seinen Entscheidungen sehr eigenmächtig handelte und nur an seine persönlichen Vorteile dachte. Kurze Zeit versuchte der spätere Erzbischof den Zehnten selbst in Randgebieten einzutreiben, die nicht zu seinem Bistum gehörten.

Birger Gregersson gehörte zu jenen Personen, die die Linie der Heiligen Birgitta folgten und an der Spitze Schwedens die Aristokratie und die Kirche sehen wollten. In dieser Linie setze sich Gregersson auch für die Kanonisierung der Heiligen Birgitta ein, schrieb die erste offizielle Biografie über die Heilige und veröffentlichte einige Legenden. Auch wenn diese Werke heute keine größere Bedeutung mehr haben, so spielten sie in jener Zeit eine wichtige Rolle in der Kultbewegung um die Heilige. Die poetischen Werke Gregerssons, abgesehen von einigen kirchlichen Schriften, sind kaum überzeugend und zeigen keine literarische Fähigkeit.


10. März 1222: Johan Sverkersson, der letzte König eines Geschlechtes
10. März 1724: Urban Hjärne und die schwedischen Hexenprozesse
10. März 1880: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
10. März 1911: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden
10. März 1940: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern
10. März 1997: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
10. März 2002: Erik Lönnroth revolutioniert das geschichtliche Denken
10. März 2013: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 22. Mai 2014

Der schwedische Künstler Axel Wallenberg

Axel Wallenberg, oft nur Wallis genannt, wurde am 22. Mai 1898 als Sohn eines Dekorationsmalers in Nässjö geboren, begann eine Ausbildung als Buchhalter und arbeitete in verschiedenen Berufen bis er den Weg zur Kunst fand und sich in Abendkursen an der Tekniska skolan (Konstfack), der Althins målarskola und anderen Einrichtungen zum Künstler ausbildete. Als Wallenberg dann 1922 an der Kunstakademie in Stockholm zu studieren begann, hatte er das Glück Carl Milles als Lehrer zu haben, einen Künstler in dem er langsam einen Freund für das Leben fand.

Carl Milles vermittelte seinem Schüler Axel Wallenberg auch die ersten Aufträge als Skulpteur. Einer der ersten Aufträge war die Herstellung einer Kopie der Birgitta-Statue aus dem Jahre 1430, die man in der Klosterkirche in Vadstena finden kann. Da Wallenberg seinen Lehrer nicht enttäuschen wollte, hatte er den Wunsch ein Meisterwerk zu schaffen, das die Schönheit der Heiligen Birgitta ausdrücken sollte, aber da die Arbeit weitaus schwieriger war als der Künstler erst gedacht hatte, musste er sich fast drei Wochen lang auf diese Arbeit vorbereiten. Sein Werk in gemaltem Holz findet man heute in der Svenska Kyrkan in Helsinki (Helsingfors), die endgültige Bronzestatue in der Kirche San Lorenzo in Rom.

Während die Mehrheit der Skulpturen von Axel Wallenberg im klassischen Stil von Carl Milles geschaffen sind, begann der Künstler ab den 50er Jahren einen neuen Ausdruck in seiner Kunst zu suchen, was vor allem ab den 60er Jahren zu einem abstrakten Kunststil führt, der am deutlichsten im Werk Bågarna in Nässjö zu sehen ist. Da Axel Wallenberg sehr häufig in Milles Atelier auf Lidingö gearbeitet hatte, war es selbstverständlich, dass der Künstler nach dem Tod seines Lehrers im Jahre 1955 auch die Verwaltung des Millesgården übernahm. Wallenberg starb am 14. Januar 1996 in Danderyd bei Stockholm.


22. Mai 1640: Die Gründung der Stadt Kristianstad
22. Mai 1934: Sibylla, mehr als eine Gatukök in Schweden
22. Mai 1946: Die Probleme des schwedischen Künstlers Isaac Grünewald
22. Mai 1974: Walter Ljungquist und der psychologische Roman Schwedens
22. Mai 2011: Die Frauenkämpferin Eva Moberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. August 2013

Olaus Magnus schreibt im Exil schwedische Geschichte

Als Olaus Magnus am 1. August 1557 im Exil in Rom starb, hinterließ er eines der merkwürdigsten Vermächtnisse zur schwedischen Geschichte. Der schwedische katholische schwedische Bischof ohne Amt hatte das Pech, dass er als als Katholik in die Reformbewegung Schwedens geriet, jedoch daran glaubte, dass sich der Katholizismus halten würde. Da Olaus Magnus daher zu jenen Katholiken gehörte, die sich nicht dem neuen Glauben anschließen wollten, der für Gustav Vasa der einzige Glaube Schwedens wurde, blieb ihm nur noch die Flucht und das Exil.

Noch bevor Olaus Magnus nach Rom kam, machte er in Venedig bei Hieronimo Quirino Halt, der sich sehr für die Situation in Schweden interessierte, aber natürlich eine verfälschte Meinung bekam, denn Olaus Magnus war überzeugt davon den Katholizismus wieder in Schweden einführen zu können und wollte das Land als äusserst interessant darstellen. Als ihn denn der Papst 1944 zum Erzbischof in Uppsala ernannte, glaubte sich Olaus Magnus nahezu am Ziel, was sich jedoch als Illusion erwies, denn der Erzbischof konnte nie wieder nach Schweden zurückkehren.

Weit entfernt von Schweden wurde man dann auch auf die Arbeiten von Olaus Magnus zur Geschichte Schwedens aufmerksam, wobei der Erzbischof dabei das Land in ein Phantasiegebilde verwandelte, obwohl er Schweden wegen seiner früheren Reisen im Land sehr gut kennen musste. In seinen Schriften sind die schwedischen Krieger allen anderen weit überlegen, die Runensteine wurden in der Urzeit von Riesen geschaffen und in der Ostsee findet man gigantische Seeungeheuer. Diese und andere Phantasien machten das nordische Reich geradezu zu einem heidnischen Inferno, das christianisiert werden musste. Olaus Magnus ist auch die Geschichte zur Heiligen Birgitta zu verdanken, die leider ebenfalls von seinen Phantasien untermalt wurde.


1. August 1593: Die Universität Uppsala wird allgemeine Universität 
1. August 1929: Rückwanderer aus der Ukraine kommen in Trelleborg an

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Juli 2013

Visionen der Heiligen Birgitta

Als die Heilige Birgitta am 23. Juli 1373 in Rom starb hatte sie mehr für den katholischen Glauben auf schwedischem Raum geleistet als die Mehrheit der Missionare, die überwiegend sogar ungenannt blieben. Der Erfolg Birgittas lag allerdings weitgehend an ihrer Herkunft aus dem politisch gehobenen Kreis Schwedens, ihrem extremen Egoismus und auch der Tatsache, dass sie alle ihre Möglichkeiten und Vorteile bis zum letzten ausnutzte, damit sie ihre Visionen verwirklichen konnte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie von einem Teil der Menschen als Heilige gesehen wird und von anderen als egoistische Fanatikerin.

Bereits als Kind hatte die Heilige Birgitta zahlreiche Visionen, die fast immer eine Verbindung zur Jungfrau Maria und Jesus hatten. Die größte Bedeutung dabei hatte der „Traum“ bei dem Maria ihr eine Krone auf das Haupt setzte und sie damit zu ihrer geistigen Erbin machte. Als Birgitta mit 13 eine Zwangsehe mit Ulf Gudmarsson einging, gelang es ihr ihren Ehemann die ersten Jahre lang auch davon zu überzeugen, dass sie, wie Maria, Jungfrau bleiben musste, auch wenn sie später dann dennoch acht Kinder bekam. Ihren strengen Glauben zwang Birgitta auch ihrem Ehemann auf, der sie auf mehreren Pilgerfahrten begleiten musste, unter anderem nach Nidaros und nach Santiago de Compostela.

Nach dem Tod ihres Mannes zog sich die Heilige Birgitta in einen Anbau des Klosters Alvastra zurück und ihre Visionen nahmen zu. Von dieser Zeit an bezeichnete sie sich als die Braut Christi und erklärte, das sie die Sprecherin von Jesus sei. Dies zeigte sich jedoch auch in einer kaum christlichen Weise, da Birgitta sich dabei auch in die größte Intrigantin ihrer Zeit verwandelte und Magnus Eriksson und Blanka von Namur mit den übelsten Nachreden einen großen Schaden zufügte. Da die Heilige Birgitta politische Macht und religiösen Einfluss verbinden konnte und noch zu Lebenszeiten mit ihren Schriften auch auf den Adelsstand einwirken konnte, waren auch viele ihrer Visionen auf politischer Ebene zu finden und hatten sehr wenig mit dem geistigen Wohl der Bevölkerung zu tun.


23. Juli 1756: Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken 
23. Juli 1896: Untergang der S/S Freja af Fryken in den Frykensjöarna

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 4. Juni 2013

Maria Elisabeth Hesselblad erweckt den Birgittaorden

Maria Elisabeth Hesselblad wurde am 4. Juni 1870 in Fåglavik geboren und machte sich auf mehrere Weisen bemerkbar, da ihr Leben etwas eigene Wege ging und sie zu den sehr wenigen Schwedinnen gehört, die auf dem Wege sind von der katholischen Kirche heilig erklärt zu werden, nachdem Papst Johannes Paulus II. sie im Jahre 2000 bereits als selig erklärt hat, neben 1338 anderen Personen, denen der Papst während seiner Amtszeit die gleiche Ehre erwies und einen Rekord in der Geschichte der katholischen Kirche darstellt.

Maria Elisabeth Hesselblad emigrierte im Jahre 1870 während der großen Auswanderungswelle in die USA und begann dort als Krankenschwester zu arbeiten. Während dieser Arbeit kam sie in sehr engen Kontakt mit dem katholischen Glauben, den sie wenige Jahre später annahm. Im Jahre 1911 hatte Hesselblad dann eine Offenbarung von Gott, der sie damit beauftragte nach Rom zu gehen und den Birgittenorden, auch Erlöserorden genannt, zu gründen und damit die Geschichte der Heiligen Birgitta weiterzuführen.

Das Vorhaben von Maria Elisabeth Hesselblad war von Erfolg gekrönt und seit 1931 findet man in Rom, im Casa di Santa Brigida, den Sitz der Comunità delle Suore Brigidine, auch wenn der Papst den Orden erst am 2. Dezember 1940 offiziell zuließ. Die Zulassung wurde dabei sogar etwas beschleunigt, da sich Hesselblad während des Zweiten Weltkrieges in Rom dafür einsetzte verfolgten Juden zu helfen. Heute verfügt der Orden über rund 40 Klöster in den verschiedensten Ländern, unter anderem auch eines in Vadstena, dort wo einst die Heilige Birgitta bereits ein Kloster errichtet hatte.


4. Juni 1882: John Bauer und die Sagenwelt Schwedens 
4. Juni 1965: Wadköping, vom Traum zur Wirklichkeit

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 20. Februar 2013

Der schwedische Maler Gotthard Werner

Der schwedische Maler Gotthard Werner, geboren am 9. Dezember 1837 mit einem deutschen Vater und eine schwedische Mutter, starb am 20. Februar 1903 im Alter von 65 Jahren in Rom. Der Künstler wurde vor allem mit seinen historischen Motiven bekannt und hatte eine gewisse Vorliebe für die Heilige Birgitta, die er auf mehreren Gemälden abbildete. Auch wenn er eine für Schweden ungewöhnliche Art zu malen hatte, so gehört er bis heute nur zu den Künstlern, die es zwar geschafft haben in der Kunstgeschichte Schwedens verewigt zu werden ohne jedoch zu den bedeutendsten Malern des Landes zu zählen.

Gotthard Werner, dessen Mutter Ida Werner einen gewissen Ruf als Malerin von Blumenmotiven hatte, studierte an der Kunstakademie in Stockholm. Nach Abschluss des Studiums im Jahre 1861 ging er in Begleitung seiner Mutter nach Paris, eine Zeit, in der man wenig über seinen Werdegang weiß, jedoch umso mehr über seine Wandlung, denn in dieser Epoche trat der Künstler zum katholischen Glauben über und ging mit der Kapuze eines Mönches durch die Stadt. In Briefen seiner Bekannten wird Werner nun als extremer Katholik bezeichnet, der über alles Schwedische negativ spricht.

Parallel zu dieser Wandlung, die ihn wenige Jahre später nach Spanien und nach Italien führt, beginnt Gotthard Werner nahezu ausschließlich biblische und religiöse Motive zu malen. Erst nach 1870 kehrt der Künstler zurück nach Stockholm und beginnt hier historische Motive zu malen und sich auf das Ausschmücken von Kirchen zu spezialisieren. Sowohl die Altartafeln der alten katholischen Kirche in Malmö als auch die Fresken der Kapelle Sankta Birigitta in Göteborg stammen von Werner. Wenn man seine Arbeiten betrachtet, so sieht man unmittelbar den Einfluss, den alte italienische und spanische Meister auf ihn ausübten. Einige seiner Werke sind im Nationalmuseum in Stockholm und im Kunstmuseum in Göteborg zu betrachten.


20. Februar 1636: Die Entwicklung der schwedischen Post
20. Februar 1955: Klas Östergren, das exzentrische literarische Genie 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. September 2012

Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht

Nach geschichtlichen Dokumenten starb Håkan Magnusson am 11. September 1380, ein König, der in Schweden gerade einmal eine Regierungszeit von zwei Jahren nachweisen kann. Allerdings ist nicht sicher, ob er nicht in Wirklichkeit die Macht in Schweden mit seinem Vater teilen musste, da Magnus Eriksson in dieser Zeit noch sehr aktiv in Schweden war, unabhängig davon, dass sein Sohn offiziell zum König gewählt worden war.

Die Macht des Königs Håkan Magnusson stand allerdings auf sehr wackeligen Beinen, so dass man seine Wahl eigentlich als Notlösung gesehen werden muss. Da Håkan Magnusson gleichzeitig König von Norwegen war, waren ihm die Belange Schwedens weitgehend unbekannt oder sie interessierten ihn nicht, denn dass er sich 1359 mit Margareta, der Tochter Valdemar Atterdags verlobt hatte, der Skåne im Jahre 1360 erobert hatte, war bereits ein grundlegendes Problem, zumal er die Verlobung im Laufe der Konflikte aufgelöst hatte und damit zeigte, dass er kein diplomatisches Gefühl hatte.

Aber Håkan Magnusson gelang es seine Probleme in Schweden noch zu vergrößern, denn er verlobte sich nahezu unmittelbar mit Elisabet von Holstein, die von Atterdag auf der Reise nach Schweden gefangen genommen wurde. Nach Friedensverhandlungen mit Dänemark musste er nun die neue Verlobung brechen und doch Margareta heiraten, eine Voraussetzung um Skåne zurück zu gewinnen. Diese Handlung brachte ihm die Feindschaft von Albrecht von Mecklenburg, der nun die Chance sah den schwedischen Thron zu erobern. Unterstützt wurde dieser von der Heiligen Birgitta, die ohnehin unzufrieden mit Håkan Magnusson und Magnus Eriksson war und einen absolut gläubigen Katholiken auf dem Thron sehen wollte. Das Ergebnis war, dass Håkan bereits 1364 zu Gunsten von Albrecht als König abgesetzt wurde.


11. September 1929: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben
11. September 1988: Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert 
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 24. August 2012

Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens

Sven Stolpe wurde am 24. August 1905 in Stockholm in einem bürgerlichen Milieu geboren und begann seine schriftstellerische Karriere im Alter von 24 Jahren mit der Essaysammlung „Två generationer“, die nahezu unmittelbar vom Roman „I dödens väntrum“ gefolgt wurde, einer autobiographischen Erzählung, die vor allem über seine Erfahrung in einem Sanatorium für Tuberkulosekranke in der Schweiz berichtet wo er sich in den Jahren 1927 und 1928 aufgehalten hatte.

Diese Erfahrung im Sanatorium und ein Unfall, der ihm die Funktionsfähigkeit einer halbe Lunge kostete, machten Sven Stolpe zu einem Denker, der sich immer mehr der katholischen Religion annäherte, bis er sich 1947 zum Katholizismus konvertierte. In dieser Zeit entfernte sich Stolpe auch von der Belletristik und begann Biografien zu schreiben. Seine Arbeiten über Königin Kristina, die Heilige Birgitta und später auch Jeanne d'Arc öffneten ihm selbst die Archive in Rom.

Von Kritikern und Literaturwissenschaftlern wird Sven Stolpe als extrem konservativ betrachtet, was sich insbesondere bei seiner schwedischen Literaturgeschichte, an der er ab 1970 arbeitete, ausdrückt, da seine Bewertungen rein subjektiv sind, da er Autoren wie Verner von Heidenstam oder Selma Lagerlöf kritiklos lobt, August Strindberg, Olof Lagercrantz oder Eyvind Johnson jedoch als destruktive Ketzer behandelt, die die schwedische Gesellschaft negativ beeinflussen. Auch wenn Stolpes Werke eine wichtige Rolle innerhalb der schwedischen Literatur spielen, so sind seine Bücher mangels einer objektiven Einstellung mit gewissen Abstand zu lesen.


24. August 1901: Carl Ludvig Granlund, der letzte Wegelagerer Schwedens
24. August 2003: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. Juli 2012

Magnus Erikssons Weg nach Russland

Der extrem gläubige König Magnus Eriksson, der am 8. Juli 1319 zum König Schwedens gewählt wurde, hatte den schwedischen Staat gegen 1344 in eine tiefe finanzielle Krise gestürzt, gegen den Willen des Adels seinen Sohn Erik als Nachfolger für den schwedischen und seine Sohn Håkan als den Nachfolger seines norwegischen Thrones ernannt und 1346 auch noch Birgitta Birgersdotter eine große Spende gemacht, damit diese das Kloster in Vadstena errichten konnte. Kurz bevor sich dann das Volk und der Adel gegen ihn auflehnte, glaubte Magnus Eriksson die rettende Idee zu haben.

Im Frühjahr 1348 schickte er einen Boten in das russische Novgorod und forderte den dortigen Adel auf den katholischen Glauben anzunehmen und fügte gleichzeitig hinzu, dass die Alternative nur ein Kreuzzug war, der Russland in die Knie zwingen würde. Sicher war dem König auch die Verbreitung des katholischen Glaubens wichtig, aber noch wichtiger war ihm, dass er durch einen Kreuzzug den Staatshaushalt sanieren konnte. Noch bevor die negative Antwort aus Novgorod eintraf, hatte Magnus Eriksson bereits Nöteborg belagert und nach der Ablehnung wurden die Bauern der Umgebung unmittelbar zwangsweise getauft. Wer sich weigerte, wurde getötet. Der Adel Nöteborgs konnte sich indes freikaufen. Als Eriksson nach Schweden zurückkehrte, nahmen die Russen Nöteborg nahezu unmittelbar wieder ein und töteten die schwedische Besatzung.

Als dann die Pest in Schweden zuschlug, gab es für Magnus Eriksson nur eine Ursache: Gott war mit ihm unzufrieden, weil er den katholischen Glauben nicht nach Russland gebracht hatte. Als er erneut Zwangsgelder in Schweden eingetrieben hatte, machte sich der König 1350 erneut auf den Kreuzzug nach Russland. Dieses Mal nahm er Orechov ein, ließ die Bevölkerung zwischen Taufe und Tod wählen, aber hatte erneut nicht mit dem mächtigen Russland gerechnet, das die Stadt in kurzer Zeit zurückeroberte. Magnus Eriksson konnte gerade noch dem Massaker entgehen und floh nach Schweden. Nach dieser erneuten Niederlage war für den König ein Kreuzzug keine Diskussion mehr, aber er verstrickte Schweden in die größten Unruhen seiner Zeit.


8. Juli 1319: Magnus Eriksson wird als Dreijähriger Schwedens König 
8. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. November 2011

Das Vadstena Kloster wird aufgelöst

Am 22. November 1595 löste Herzog Karl, der spätere König Karl IX. das Kloster Vadstena auf. Von den elf Nonnen, die sich um diese Zeit noch im Kloster aufhielten, verließen alle, außer dreien, Schweden und wurden in einem Birgitta-Kloster in Polen aufgenommen. Nur eine Nonne erhielt nach der Schließung des Klosters die Genehmigung sich auch noch nach 1595 im Vadstena Kloster aufzuhalten, allerdings nicht als Nonne. Karin Johansdotter, wie die ehemalige Nonne hiess, sollte sich um die Gartenanlagen kümmern.

Bis sich der Birgittinenorden dann im Jahre 1935 wieder in Vadstena, allerdings nicht im alten Kloster, ansiedelte, wurden die Gebäude auf sehr verschiedene Weise angewendet. Was auf Wunsch von König Karl IX. eine Universität werden sollte, entwickelte sich 1641 in ein Wohnheim für ehemalige Soldaten und wurde zum sogenannten Krigsmanhus (dem Haus der Soldaten). 1795 wurde dann in den Räumen der früheren Nonnen und Mönche eine Krankenhaus für Geschlechtskrankheiten eingerichtet, was sich später in ein allgemeines Krankenhaus verwandelte, das erst 1909 geschlossen wurde. Im Jahre 1757 wurde neben den alten Gebäuden zusätzlich das „Stora Dårhuset“ gebaut, wo Geistesgestörte untergebracht wurden. Im Teil der Nonnen fand man von 1810 bis 1825 ein Gefängnis und dann bis 1951 die Psychiatrie Vadstenas.

Das Vadstena Kloster wurde nach Zeichnungen der Heiligen Birgitta errichtet, konnte jedoch erst von ihrer Tochter Katarina Ulfsdotter (Katarina von Vadstena) in Angriff genommen werden, da für den Klosterbau die Zustimmung des Papstes nötig war. Das Grundstück hatte Birgitta Birgersdotter, die Heilige Birgitta, vom schwedischen König Magnus Eriksson und seiner Frau Blanka av Namur erhalten. In seiner Glanzzeit war das Vadstena Kloster das Mutterhaus für zahlreiche andere europäische Kloster, ein bedeutendes geistiges Zentrum des Mittelalters und der größte Grundbesitzer Schwedens.

22. November 1844: Oscar Norén und die Entstehung des Svenska Dagbladet
22. November 1977: Die nordschwedische Sängerin Annika Norlin 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 8. Juli 2011

Magnus Eriksson wird als Dreijähriger Schwedens König

Am 8. Juli 1319 wurde der dreijährige Magnus Eriksson zum König Schwedens gewählt. Sein Vormund, der an seiner Stelle das Reich führte, war seine Mutter Ingeborg Håkansdotter. Die Krönung des Königs fand an den Mora Stenar statt, dem Monument, wo während des Mittelalters jede Königswahl stattfand und das etwa zehn Kilometer südöstlich von Uppsala liegt, in der heutigen Gemeinde Knivsta. Das Monument Mora Stenar, das gegen 1515 zerstört wurde, ist von mehreren schwedischen Legenden umwoben.

Magnus Eriksson wurde 1319 formell König von Norwegen und Schweden. Mit seiner Wahl wurde auch der sogenannte „Frihetsbrevet“ ausgefertigt, der die Macht des Königs regelte und beschränkte, um den früheren Missbräuchen Einhalt zu gebieten. Diese Schriften dienten Magnus Eriksson später dazu eine Rechtssammlung zu erstellen, die in großen Zügen bis 1719 gültig blieb, also nahezu 400 Jahre lang Schweden prägte.

Das Bild, das von Magnus Eriksson auf die Zukunft überging, war großenteils von den Weissagungen der Heiligen Birgitta geprägt und den daraus folgenden Pamphleten, die den König als unmoralisch und homosexuell bezeichneten und damit die große Leistung dieses Königs schwächten, der für die größte Rechtssammlung jener Zeit verantwortlich war und ein moderneres Schweden schuf in dem Korruption wenig Platz fand. Magnus Eriksson schuf sowohl die Leibeigenschaft ab als er auch Rittern untersagte die Bauern auszubeuten.

8. Juli 1319: Magnus Erikssons Weg nach Russland
8. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. Juli 2011

Die Heilige Birgitta im schwedischen Vadstena

Am 4. Juli 1374 kamen die Reste der Heiligen Birgitta nach einer halbjährigen Reise von Rom in Vadstena an, um in der dortigen Klosterkirche, die nach Vorgaben der Heiligen Birgitta ab 1370 erbaut wurde, in einem Schrein aufbewahrt zu werden. Untersuchungen im Jahre 2010 belegen jedoch, dass die Reliquien im Grab Birgittas nicht der Heiligen und ihrer Tochter zugeordnet werden können, da die C-14-Analysen beweisen, dass die beiden Personen einen zu hohen Altersunterschied aufweisen und nicht aus dem 14. Jahrhundert stammen können.

Die Heilige Birgitta in Vadstena

Die Heilige Birgitta, die als Birgitta Birgersdotter geboren wurde, gehört zu den umstrittensten Heiligen Schwedens, auch wenn einige ihrer Weissagungen tatsächlich eintrafen. Schon als Kind hatte Birgitta Visionen, die meist um Maria und Jesus Christus kreisten. Sie wurde von Martin Luther, der schwedischen Königin Kristina und selbst von August Strindberg mehr als verrückt als als Heilige betrachtet. Untersuchungen aus den 50er Jahren schienen dann zu bestätigen, dass die Heilige einen Gehirntumor hatte, der zu Visionen führte, bis man feststellte, dass nicht die Heilige Birgitta im Grabe lag, also eine andere Frau den Gehirntumor hatte, nicht die Heilige Birgitta.

Vadstena ist ein Ort in Östergötland, dessen Zentrum das Mittelalter noch erahnen lässt und in dem die Heilige Birgitta ihre deutlichen Spuren hinterlassen hat, denn das Krankenhaus wurde nach ihr benannt und die Klosterkirche wurde nach ihren Anweisungen ausgestattet, da ihr Jesus offenbart hatte, wie die Innenräume gestaltet sein sollten. Das Kloster selbst wurde dann 1384 eingeweiht. Der Birgittinorden ist noch heute aktiv und die 1920 gegründete Societas Sanctae Birgittae feiert die Heilige jeden 23. Juni in Vadstena, am Tag ihres Todes.

4. Juli 1799: Oscar I., König von Schweden und Norwegen
4. Juli 2002: Der schwedische Architekt Sten Samuelson 

Copyright: Herbert Kårlin