Posts mit dem Label Sozialstaat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sozialstaat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 17. Mai 2015

Gunnar Myrdal und der politische Wandel Schwedens

Als Gunnar Myrdal am 17. Mai 1987 im Alter von 88 Jahren in Stockholm starb, hatte der Wirtschaftswissenschaftler nicht nur den Nobelpreis in Wirtschaft erhalten und über Jahre hinweg die europäische Wirtschaftskommission der UNO geleitet, sonder er musste es auch nicht erleben, dass sich mehrere seiner Theorien als Irrtum erwiesen und selbst der schwedische Sozialstaat nicht nach seinen Theorien erhalten bleiben konnte, obwohl gerade seine Theorien Schweden der sozialen Gerechtigkeit näher gebracht hatten.

Gunnar Myrdal war am 6. Dezember 1898 in Gustafs in Dalarna als Sohn eines Eisenbahnkonstrukteurs zur Welt gekommen und studierte nach seiner Hochschulreife Jura. Auf Anregung seiner Ehefrau, Alva Myrdal, schloss er diesem Studium noch Studien in Volkswirtschaft, Soziologie und Finanzwissenschaften an. Von Beginn an zeigte sich Myrdal dabei als Sozialdemokrat, der sich jedoch in jedem Punkt gegen den Marxismus stellte. Dennoch unterzeichnete Gunnar Myrdal während seiner zwei Jahre als Wirtschaftsminister ein Handelsabkommen mit der Sowjetunion, das im allgemeinen stark kritisiert wurde. Als es dann 1947 auch noch zur schwedischen Währungskrise kam, legte Myrdal alle seine politischen Aufträge ab, ohne jedoch den Gedanken einer sozialen Reform Schwedens aus den Augen zu verlieren.

Jan Myrdal lehnte jedoch nicht nur jeden marxistischen Gedanken ab, sondern kritisierte auch sämtliche anderen Wirtschaftstheorien seiner Zeit und schuf die sogenannte Polarisationstheorie, nach der die lokale und regionale Wirtschaftskonzentration als Motor des Wirtschaftswachstums dient. Myrdal kam daher zum Schluss, dass der Staat in das Wirtschaftsgeschehen eingreifen muss um eine wirtschaftliche Machtkonzentration weitgehend zu verhindern, da diese Wirtschaftskonzentration auch zu sozialen Ungerechtigkeiten führen muss. In diesem Gedanken verfasste Gunnar Myrdal, gemeinsam mit seiner Frau, auch das Buch „Die Krise in der Bevölkerungsfrage“, das letztendlich zur Einführung der Sozialhilfe für Familien in Schweden führte.


17. Mai 1788: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens 
17. Mai 1900: Der erste Lastwagen Schwedens liefert Bier
17. Mai 1918: Die schwedische Opernsängerin Birgit Nilsson 
17. Mai 1936: Lars Gustafsson und die gesellschaftskritische Literatur der Gegenwart 
17. Mai 1979: Jimmie Åkesson, Vorsitzender der Sverigedemokraterna

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 6. Oktober 2014

Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident

Als Per Albin Hansson am 6. Oktober 1946 in Stockholm plötzlich an einem Herzinfarkt starb, hatte er knapp 14 Jahre lang als Ministerpräsident Schwedens über die Poltik des Landes entschieden und mit seiner Idee des schwedischen Volksheimes (Folkhemmet) den Sozialdemokraten eine Ideologie geboten, die die ideologische Basis für die folgenden Ministerpräsidenten Tage Erlander und Olof Palme festlegte. Ach wenn die Sozialdemokraten Schwedens noch heute den Begriff Folkhemmet verwenden um Wähler zu gewinnen, so ging die ursprüngliche Idee des Sozialstaats den der Begriff beinhaltet, nach Olof Palme verloren.

Per Albin Hansson von Emil Näsvall im Folkets Park in Malmö

Per Albin Hansson war am 28. Oktober 1885 in ärmlichen Verhältnissen in Malmö aufgewachsen und begann nach der vierjährigen Volksschule zu arbeiten. Als Hansson 16 Jahre alt war, schloss er sich dem Verband der Antialkoholiker Verdani an. Den Gedanken der absoluten Abstinenz verfolgte Per Albin Hansson sein Leben lang, auch wenn er selbst Abende mit Grog liebte. Die Forderung die absolute Abstinenz gesetzlich zu regeln verursachte auch bedeutende Spannungen mit Hjalmar Branting und führte dazu, dass der politische Aufstieg Hanssons, der ab 1910 bei der Zeitung Social-Demokraten in Stockholm arbeitete, bis zum Tode Brantings gebremst wurde.

Der Erfolg von Per Albin Hansson als Ministerpräsident lag jedoch weniger an seiner Einstellung zum Alkohol oder seiner Idee des Folkhemmet, sondern an einer Reihe von politischen Entscheidungen, die den Sozialdemokraten über viele Jahre hinweg die Vormacht boten. Hansson zwang 1917 die revolutionäre Gruppe der Partei, die heutigen Linken, die Sozialdemokraten zu verlassen, er spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Schweden und er sorgte als Verteidigungsminister für die Abrüstung um Gelder für soziale Maßnahmen zu befreien. Mit der sogenannten Baltenauslieferung verursachte Per Albin Hansson allerdings auch den ersten politischen Skandal Schwedens nach dem Zweiten Weltkrieg, entging jedoch durch seinen plötzlichen Tod den bedeutendsten Kritiken.


6. Oktober 1550: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
6. Oktober 1820: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1869: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
6. Oktober 1888: Der schwedische Künstler Einar Nerman
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und die Bibel für Mütter
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin