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Samstag, 12. Januar 2019

Der schwedische Diplomat Gunnar Hägglöf

Als Gunnar Hägglöf am 12. Januar 1994 im Alter von 89 Jahren in Stockholm starb, hatte er eine außerordentliche diplomatische Karriere hinter sich und ging als einer der bedeutendsten Diplomaten in die schwedische Geschichte ein. Hägglöf war nicht nur in der gehobenen Bürgerschicht Stockholms aufgewachsen, sondern traf dort bereits als Kind eine Reihe der einflussreichsten Personen des Landes, die im Elternhaus geradezu ein und aus gingen. Auch die Schulklasse und später die Vorlesungen an der Universität Uppsala teilte er mit Personen wie Dag Hammarskjöld. Als Hägglöf 1924 sein Jurastudium abgeschlossen hatte, stand ihm daher die Welt der Politik vollkommen offen.

Gunnar Hägglöf arbeitete ab 1926 als Attaché für die Regierungskanzlei und arbeitete in diesem Rahmen in Paris, London, Moskau und anderen Städten. Anschließend widmete sich der Diplomat für einige Jahre mehr politischen Aufgaben, nicht zuletzt dank seiner guten Beziehungen zu Per Albin Hansson, auch wenn er nicht auf dessen politischer Linie stand. Als jedoch Hägglöf 1939 für eine Regierungskoalition als Ministerpräsident zur Debatte stand, entschied sich dieser wieder ganz seiner diplomatischen Karriere zu widmen, zumal auch die politische Krise Schwedens sehr deutlich war, die auch Hägglöf nicht lösen hätte können.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Gunnar Hägglöf der Leiter der Handelsabteilung des Auswärtigen Amtes und hatte damit die schwierige Aufgabe nicht nur freies Geleit schwedischer Schiffe mit allen Kriegsteilnehmern auszuhandeln, sondern er musste auch über den Eisenhandel mit Deutschland entscheiden, gleichzeitig aber von England und USA geforderte Restriktionen umsetzen, und dies ohne den Krieg nach Schweden zu holen. Dieses Problem wird deutlich an den Entscheidungen des Diplomaten, denn je mehr Macht Hitler verlor, umso stärker wurden auch die Restriktionen. Nach Ende des Weltkriegs wurde Hägglöf ein Jahr lang als schwedischer Botschafter nach Moskau entsandt, bevor er dann der erste schwedische UN-Botschafter wurde, da der Diplomat ausgezeichnete Beziehungen zu führenden Politikern und Wirtschaftsgiganten weltweit hatte,also die idealen Voraussetzungen für dieses Amt mitbrachte.


12. Januar 1528: Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens 
12. Januar 1726: Das Konventikelplakatet verbietet freireligiöse Treffen
12. Januar 1726: Religiöse Treffen werden in Schweden verboten
12. Januar 1783: Erik Gustaf Geijer, der nationalistische Dichter Schwedens
12. Januar 1818: Der schwedische Bischof Johan Wingård stirbt in Göteborg
12. Januar 1854: Der schwedische Künstler Hugo Birger kommt zur Welt
12. Januar 1868: Der schwedische Schriftsteller Jeremias i Tröstlösa
12. Januar 1875: Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt
12. Januar 1885: Die schwedische Künstlerin und Keramikerin Hildur Haggård
12. Januar 1913: Der schwedische Ingenieur Gustaf Nerman stirbt in Uppsala
12. Januar 1938: Der Schauspieler Gösta Ekman wird in Stockholm beerdigt
12. Januar 1966: Gunnar Ekelöf erhält den Literaturpreis des Nordischen Rates
12. Januar 1979: Massenmord im Östra Sjukhus in Malmö

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 18. Januar 2015

Das schwedische Folkhemmet, ein Symbol der Sozialdemokraten

Am 18. Januar 1928 benutzte der Sozialdemokrat und später Ministerpräsident Per Albin Hansson das erste Mal bei einer öffentlichen Rede den Begriff Folkhemmet, da er dieses Wort für einprägsamer hielt als Medborgarhemmet, das im Grunde die Alternative war. Auch wenn das Folkhemmet bereits um diese Zeit extrem rechtslastig war und auch unter den Sozialdemokraten eine starke Diskussion herausforderte, sollte dieser Ausdruck die Politik der schwedischen Sozialdemokraten über Jahrzehnte prägen, zumindest bis Göran Persson die Politik der Sozialdemokraten zu prägen begann.

Vermutlich wäre der Begriff Folkhemmet, der für Hansson der Ausdruck dafür war, dass Schweden das Heim für ein ganzes Volk werden solle, sehr bald wieder aus dem Wortschatz der Sozialdemokraten verschwunden, da es auch vom rechten Staatswissenschaftler Rudolf Kjellén verwendet wurde und in Deutschland zur Volksgemeinschaft wurde, einer Idee, die die Nationalsozialistische Arbeiterpartei aufnahm, wenn Hansson das Paar Gunnar und Alva Myrdal 1934 nicht mit dem Buch Kris i befolkningsfrågan zu Hilfe gekommen wäre, denn dadurch wurde das Folkhemmet ein Symbol für das kommende Schweden, den sogenannten Wohlfahrtsstaat.

Der Begriff Folkhemmet, der in keinem Parteiprogramm der Sozialdemokraten zu finden ist, begann durch zahlreiche Reformen bereits in den 80er Jahren zu verblassen, denn ab dieser Zeit wurde die damit zusammenhängende Baupolitik aufgegeben und staatliche Unternehmen wurden mehr und mehr in wirtschaftliche Unternehmen verwandelt. Selbst die Arbeitspolitik änderte sich dann in den 90er Jahren, als die Sozialdemokraten plötzlich von der Idee der Vollbeschäftigung abgingen und eine vierprozentige offene Arbeitslosigkeit propagierten. Göran Persson und später auch Mona Sahlin geben dann dem Begriff Folkhemmet einen völlig neuen Inhalt und gingen, trotz der fortgesetzten Benutzung des Wortes, ganz von der Grundidee Hanssons ab.


18. Januar 1862: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte 
18. Januar 1865: Magnus Jacob Crusenstolpe der schreibende Revolutionär
18. Januar 1938: Die Beerdigung des Schauspielers Gösta Ekman 
18. Januar 1945: Jane Horney, mit 27 Jahren im Meer versenkt 
18. Januar 1972: Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha 
18. Januar 1980: Warum die Almöbron von der Tjörnbron ersetzt wurde 
18. Januar 2008: Kerstin Johansson i Backe, Kinderbücher aus dem Norden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Oktober 2014

Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident

Als Per Albin Hansson am 6. Oktober 1946 in Stockholm plötzlich an einem Herzinfarkt starb, hatte er knapp 14 Jahre lang als Ministerpräsident Schwedens über die Poltik des Landes entschieden und mit seiner Idee des schwedischen Volksheimes (Folkhemmet) den Sozialdemokraten eine Ideologie geboten, die die ideologische Basis für die folgenden Ministerpräsidenten Tage Erlander und Olof Palme festlegte. Ach wenn die Sozialdemokraten Schwedens noch heute den Begriff Folkhemmet verwenden um Wähler zu gewinnen, so ging die ursprüngliche Idee des Sozialstaats den der Begriff beinhaltet, nach Olof Palme verloren.

Per Albin Hansson von Emil Näsvall im Folkets Park in Malmö

Per Albin Hansson war am 28. Oktober 1885 in ärmlichen Verhältnissen in Malmö aufgewachsen und begann nach der vierjährigen Volksschule zu arbeiten. Als Hansson 16 Jahre alt war, schloss er sich dem Verband der Antialkoholiker Verdani an. Den Gedanken der absoluten Abstinenz verfolgte Per Albin Hansson sein Leben lang, auch wenn er selbst Abende mit Grog liebte. Die Forderung die absolute Abstinenz gesetzlich zu regeln verursachte auch bedeutende Spannungen mit Hjalmar Branting und führte dazu, dass der politische Aufstieg Hanssons, der ab 1910 bei der Zeitung Social-Demokraten in Stockholm arbeitete, bis zum Tode Brantings gebremst wurde.

Der Erfolg von Per Albin Hansson als Ministerpräsident lag jedoch weniger an seiner Einstellung zum Alkohol oder seiner Idee des Folkhemmet, sondern an einer Reihe von politischen Entscheidungen, die den Sozialdemokraten über viele Jahre hinweg die Vormacht boten. Hansson zwang 1917 die revolutionäre Gruppe der Partei, die heutigen Linken, die Sozialdemokraten zu verlassen, er spielte eine wichtige Rolle bei der Einführung des allgemeinen Wahlrechts in Schweden und er sorgte als Verteidigungsminister für die Abrüstung um Gelder für soziale Maßnahmen zu befreien. Mit der sogenannten Baltenauslieferung verursachte Per Albin Hansson allerdings auch den ersten politischen Skandal Schwedens nach dem Zweiten Weltkrieg, entging jedoch durch seinen plötzlichen Tod den bedeutendsten Kritiken.


6. Oktober 1550: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
6. Oktober 1820: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1869: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
6. Oktober 1888: Der schwedische Künstler Einar Nerman
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und die Bibel für Mütter
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin