Mittwoch, 13. April 2016

Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens

Als Henrik Thore Cedergren am 13. April 1909 in Stockholm an Herzproblemen starb, hatte er das Kommunikationssystem in Schweden völlig verändert, denn bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte seine Telefongesellschaft  Stockholms Allmänna Telefon AB über 20.000 Abonnenten in seinem Telefonnetz zählen, die dreifache Menge, die sein amerikanischer Konkurrent Bell im Raum Stockholm erreichen konnte. Gleichzeitig hatte Cedergren mit seiner Leistung auch die Basis für das spätere Handyimperium Ericsson geschaffen, denn sehr früh hatte der Ingenieur sich mit Lars Magnus Ericsson verbunden um gewisse Techniken gemeinsam zu entwickeln.

Henrik Thore Cedergren war am 31. Dezember 1853 als Sohn eines Juweliers in Stockholm zur Welt gekommen, was ihm auch eine gute Bildung ermöglichte. Im Jahre 1875 schloss Cedergren sein Ingenieurstudium am Teknologiska Institutet ab, der heutigen Königlichen Technischen Hochschule, und war anschließend die ersten Jahre in mehreren Bereichen aktiv, bis er sich 1883 ernsthaft begann für die Telefonie zu interessieren und sich durch zahlreiche Reisen mit der neuen Technik vertraut machte. Am 13. April 1883 gründete Cedergren die Stockholms Allmänna Telefon AB, mit der Idee durch billige Abonnementsgebühren das Telefon in jeden Haushalt Schwedens zu bringen. Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, entschied er auch die Gewinne weitgehend in der Firma und die Aktienausschüttung so gering wie möglich zu halten.

Der Erfolg von Henrik Thore Cedergren lag jedoch nicht nur an seiner Geschäftsidee, sondern auch daran, dass er sich weltweit über die Entwicklung und die Möglichkeiten des Telefonsystems auf dem Laufenden hielt und in seinem Unternehmen immer zur modernsten Technik griff. Die Konkurrenz mit Bell sollte sich in Schweden sogar fruchtbar zeigen, denn auf Grund der Konkurrenz war es nirgends so billig zu telefonieren wie in Schweden und 1885 gab es in Stockholm bereits mehr Abonnenten als in irgend einer anderen Stadt weltweit. Dass Cedergren das Rennen in Schweden vollkommen gewann, lag dann an seiner Geschäftsidee des Jahres 1897, denn der Ingenieur bot jedem, der bei ihm einen Vertrag abschloss, ein kostenloses Telefon, eine Idee, die rund 100 Jahre später mit den Handys erneut modern wurde.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. April 2016

Die Markthalle Hötorget in Stockholm

Der Hötorget als solches existiert vermutlich seit der Gründung Stockholms, erhielt aber seinen Namen erst im Jahre 1644, und ist einer der wenigen Plätze Stockholms, der seinen Namen bis heute behalten hat. Bis man gegen 1880 die erste Markthalle am Hötorget baute, war der Marktplatz in zwei Teile geteilt. Der südliche Teil wurde Månglartorget genannt, da hier Fleisch, Fisch, Gemüse und Blumen verkauft wurden, und den nördlichen Teil nannte man Bondetorget, da man hier ein den jeweiligen Jahreszeiten angepasstes Angebot fand, wo man aber auch Milch und hö, nämlich Heu, kaufen konnte. Allerdings wurde der Verkauf von Heu bereits 1856 an einen anderen Platz ausgelagert, so dass der „echte“ Bauernmarkt mehr Platz einnehmen konnte.


Da die hygienischen Anforderungen an den Warenverkauf mit der Zeit stiegen und die damalige moderne Bewegung eine Markthalle forderte, wurde die erste Markthalle Hötorget zwischen 1880 und 1884 gebaut, ohne dass jedoch der Platz Hötorget ganz vom Bau eingenommen wurde. Diese Halle wurde für 120 Händler gebaut, die nicht nur über ihren Stand verfügten, sondern auch über einen Keller der gleichen Größe. Diese Markthalle wurde vom Architekten Axel Fredrik Nyström mit einer Eisenkonstruktion gebaut, dem gleichen Stil, in dem in diesen Jahren alle Markthallen Schwedens gebaut wurden.

Dass diese Markthalle im Jahre 1953 abgerissen wurde, lag an den neuen Bebauungsplänen Stockholms. Als daher Gustav VI. Adolf am 12. April 1959 die heutige Markthalle Hötorget einweihte, lag sie im Tiefgeschoss und Hötorgetcity dominierte nun die Gegend. Bei der Einweihung war allerdings der Bau über der Markthalle noch lange nicht fertiggestellt und die unterirdische Lage brachte den Händlern während der ersten Jahre bedeutende Verluste. Mittlerweile wurde nicht nur das Hötorgethuset mit seinem Kino fertiggestellt, sondern auch die Markthalle mehrmals erneuert. Heute vermittelt diese Halle allerdings weniger den Eindruck einer Verkaufshalle, denn nun findet an überwiegend einfache Restaurants, die Gerichte aus fast der ganzen Welt zu einem relativ günstigen Preis anbieten. Ein Bummel durch die Markthalle Hötorget ist daher mit einem wahren Geruchserlebnis verbunden.


12. April: Der schwedische Vorname Liv und seine Bedeutung
12. April 1106: Rikissa von Polen, zweimal schwedische Königin und einmal Fürstin
12. April 1116: Rikissa von Polen wird zweimal zur schwedische Königin
12. April 1167: Karl Sverkersson stirbt auf Visingsö
12. April 1537: Kristina von Holstein-Gottorp wird in Schweden Königin
12. April 1838: Axel Elmlund, vom Ballett zur Tragödie 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. April 2016

Die schwedische Sängerin Lena Andersson

Lena Andersson kam am 11. April 1955 in Fritsla im Västergötland zur Welt, kam jedoch mit sieben Jahren ins Halland, wo sie auch ihre Musikkarriere begann. Als Andersson mit zwölf Jahren ihre erste Gitarre bekam, begann sie vor allem Lieder von Joan Baez und Judy Collins zu spielen und zu singen. Als die spätere Sängerin 15 Jahre alt war, nahm sie sieben Lieder auf Band auf und interpretierte dabei Texte ihrer Freundin Pia. Dieses Demoband schickte sie an Janne Forsells, der einige der Lieder im Radio spielte. Dadurch wurde wiederum Stikkan Anderson auf Lena Andersson aufmerksam, der unmittelbar ein Album mit ihr aufnehmen wollte. So entstand die erste LP „Lena, 15“, die Anfang 1971 in den Schallplattenläden Schwedens auftauchte.

Bereits im April 1971 wurde Lena Andersson dann mit ihrem Lied Är det konstigt att man längtar bort nån gång in die Sendung Hylands hörna eingeladen und wurde dadurch in ganz Schweden bekannt. Dieser Song landete unmittelbar in den Svensktoppen, was wiederum dazu führte, dass Andersson nur ein Jahr später mit Säg det med en sång in der schwedischen Vorausscheidung des Eurovision Song Contests teilnahm, und dort den dritten Platz belegte. Auch wenn Andersson dadurch Schweden nicht vertreten konnte, so folgten Tourneen, ein Album in Japan und die Sängerin nahm, gemeinsam mit Björn Ulvaeus und Benny Andersson und dem Song Better To Have Loved im Tokyo Music Festival teil.

Leider konnte Lena Andersson an ihre ersten großen Erfolge nicht anschließen und in den 80er Jahren wurden ihre Sammelalben besser verkauft als die neuen Aufnahmen. Während eines Aufenthalts auf Mallorca im Jahre 1985 wurde Andersson plötzlich christlich und schloss mit ihrem früheren Leben weitgehend ab. Musikalisch wandte sich Andersson nun mehr und mehr dem Jazz zu und sang vor allem im kleineren Kreis. Kurz nachdem Lena Andersson im Jahre 2001 den amerikanischen Priester Tobe Hubbart geheiratet hatte, zog das Paar in die USA. Heute singt Andersson, neben Jazz, vor allem Gospel und Balladen mit religiösem Inhalt, sehr häufig in der Kirche, wo sie bisweilen auch den Chor leitet.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 10. April 2016

Der Kunstsammler und Mäzen Pontus Fürstenberg

Als Pontus Fürstenberg am 10. April 1902 kinderlos starb, sollte er für immer eng mit Göteborg verknüpft sein, da er sein Lebenswerk der Stadt hinterlassen hatte. Während Fürstenberg 4,5 Millionen Kronen testamentarisch der Allgemeinheit hinterlassen hatte, schenkte er seine Kunstsammlung, die etwa 260 Werke umfasste, seinen Palast und eine weitere Million Kronen der Stadt Göteborg. 1922 kamen die Gemälde in das Kunstmuseum in Göteborg und sind dort bis heute in einer eigenen Abteilung zu finden, der Fürstenbergska galleriet.

Pontus Fürstenberg war am 5. Oktober 1827 als Sohn eines Textilfabrikanten in Göteborg zur Welt gekommen, wies in der Schule jedoch so schlechte Leistungen auf dass er nicht einem in der Handelsschule akzeptiert wurde. Mit 26 Jahren wurde er daher ohne besondere Kenntnisse Teilhaber des väterlichen Unternehmens. Da die Familie Fürstenberg sehr viel mit der Familie Magnus, damals eine der reichsten Familien Göteborgs, umging, lernte Pontus Fürstenberg auch Göthilda Magnus kennen und lieben. Die Geschichte von Fürstenberg änderte sich allerdings erst als Eduard Magnus im Jahre 1879 starb, denn das Paar durfte erst nach dem Tode von Göthildas Vater heiraten, und erbte dadurch gleichzeitig rund 3,5 Millionen Kronen, was heute über 200 Millionen Kronen entspräche.

Durch die Ehe mit Göthilda Magnus war Pontus Fürstenberg finanziell vollkommen unabhängig geworden und konnte sich nun ganztägig seinem Hobby zuwenden, der Kunst. Das Ehepaar Fürstenberg richtete nun den Fürstenbergska Palatset in Göteborg ein, das heutige Palace Hotel, und schuf im ersten Stock des Gebäudes im Laufe der Jahre die vermutlich bedeutendste Kunstsammlung Göteborgs, die auch der Öffentlichkeit zugänglich war. Parallel dazu unterstützte er zahlreiche Künstler jener Epoche, die ohne Unterstützung des Mäzenen, kaum die höchsten Stufen eines Künstlers erklommen hätten. Es handelte sich dabei um Künstler wie Carl Larsson, Ernst Josephson, Anders Zorn und viele andere heute weltweit anerkannte Künstler, die dem Mäzenen damals mit einigen ihrer Gemälde dankten. Viele unter ihnen konnten lange im Palast Fürstenberg wohnen und erhielten dort nicht nur eine Unterkunft, sondern auch die Kleidung, die Nahrung und alle Werkzeuge, die ihre Kunst erforderte.


10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1929: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 9. April 2016

Der schwedische Ingenieur Adolf Ahlsell

Adolf Ahlsell kam am 9. April 1844 als Sohn eines Zollverwalters in Stockholm zur Welt und besuchte von 1859 bis 1862 das Teknologiska Institutet in Stockholm, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule. In den folgenden drei Jahren arbeitete er bei der staatlichen Eisenbahngesellschaft um die praktischen Aspekten des Eisenbahnbaus zu beschäftigen. Dieser praktischen Tätigkeit folgte eine Ausbildung zum Ingenieur, die er 1872 an der Kriegshochschule in Marieberg mit Erfolg abschloss. Nach seinem Examen arbeitete Ahlsell noch fünf Jahre im Eisenbahnbau in Russland unf Österreich, bevor er dann als Stationsingenieur an den Bergslagernas Järnvägar zu arbeiten begann.

Die Arbeit in Bergslagen sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bereits 1873 wurde Adolf Ahlsell der Gasbeleuchtungsgesellschaft in Stockholm, wo er 1878 zum Oberingenieur aufstieg und 1884 schließlich für das gesamte Klaragasverket verantwortlich wurde. In diesen Jahren beschäftigte sich Ahlsell mit der Beleuchtung der schwedischen Hauptstadt und sammelte so viel Erfahrung und Kenntnisse, dass er auch in anderen Städten in Schweden und Finnland als Berater gefragt war, und in gewisser Weise auch die Gaswerke in Göteborg, Gävle und Helsingborg plante. Während seiner Zeit als Direktor des Gaswerkes stieg der Gasverbrauch in Stockholm von vier auf 35 Millionen Kubikmeter per Jahr an, was eine enorme Entwicklungsarbeit von Ahlsell forderte.

Aber auch wenn Adolf Ahlsell gegen Ende des 19. Jahrhunderts als die Fachkraft in Gas galt, so hatte er ein weiteres Interesse in dem er ebenfalls eine Pionierarbeit leistete. Ahlsell konstruierte zwischen 1890 und 1892 auch das erste Elektrizitätswerk Stockholms, das er bis zu seiner Rente im Jahre 1908 mit enormer Geschwindigkeit ausbaute. Der Erfolg des Ingenieurs Ahlsell lag vor allem daran, dass er nicht nur ein außerordentliches technisches Vermögen hatte, sonder bereits die Zukunft sehen konnte und zudem vor keinem administrativen Schritt zurückschreckte. Andererseits waren die finanziellen Ergebnisse, die er Stockholm brachte, so enorm, dass sich seinen Ideen auch kaum jemand widersetzen wollte.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1903: Die Schauspielerin und Regisseurin Mimi Pollak
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 1947: Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg
9. April 1970: Gustaf Tenggren, von Trollen zu Disneys Pinocchio
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman 
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 8. April 2016

Die Sophiakirche in Jönköping wird eingeweiht

Die Sophiakirche (Sofiakyrkan) in Jönköping ist mit ihrem 72 Meter hohen Kirchturm nahezu von der ganzen Stadt aus zu sehen und vermittelt den Eindruck einer Domkirche, obwohl es sich dabei um ein Basilika in neugotischem Stil handelt und die Kirche die Gemeindekirche des westlichen Jönköping ist. Auch wenn für diese Kirche im Stadtplan bereits ein Platz vorgesehen war, wurde sie auf einem Marktplatz erbaut, der damit zum zweiten Mal verlegt werden musste. An der Stelle an der die Kirche ursprünglich stehen sollte, findet man heute ein Gymnasium.


Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts war Jönköping so stark gewachsen, dass die damalige Kirche nicht mehr für die Besucher ausreichte und eine neue Kirche geplant werden musste. Dennoch dauerte es etwa 20 Jahre bis der Architekt Gustaf Dahl den Auftrag erhielt die Sophiakirche zu planen und zu bauen. In nur wenigen Jahren  stand der monumentale Bau und am 8. April 1888, am ersten Sonntag nach Ostern, konnte die Sofiakyrkan bereits eingeweiht werden, auch wenn ein Großteil der heutigen Innenausstattung erst sehr viel später hinzukam.

Die Benennung Sophiakirche war im Grunde sehr einfallslos, denn sie wurde nach Sophia von Nassau benannt, der Ehefrau des damaligen Königs Oscar II., einer sehr christlichen Königin, die auf Grund ihrer Wohltätigkeit und Bildung sehr beliebt in Schweden war. Sehr beeindruckend ist der Altar, der ganz in Holz geschnitzt wurde und über dem ein Triumphkreuz des Künstlers C. J. Dyfwerman hängt. In ganz Schweden bekannt wurde die Sophiakirche am 1. Mai 2014, als der Priester der Kirche während eines Umzugs der nazistischen Partei Svenskarnas Parti die Kirchenglocken lautstark läuten ließ um vor der Gefahr zu warnen, die von dieser Partei ausgeht. In seiner Erklärung meinte er dass die Glocken früher bei Feuer warnten, nun jedoch ein Zeichen gegen des Rassismus setzen müssen.

8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1938: Der schwedische Einzelhandelgigant ICA
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. April 2016

Die schwedische Rechtschreibreform von 1906

Mit der Bibelübersetzung von 1526 entwickelte sich in Schweden erstmals eine gewisse Rechtschreibregelung, die zwar nicht offiziell war, aber sich mit Hilfe der Bibel, die bald in jedem Haushalt vorhanden war, durchzusetzen begann. Die ersten Normen für eine einheitliche Rechtschreibung setzte dann jedoch Carl Gustav af Leopold im Jahre 1801 durch, auch wenn af Leopold nicht den ganzen Weg ging. Als daher 1842 die allgemeine Volksschule in Schweden obligatorisch wurde, zeigte sich schnell dass man eine weitere Rechtschreibreform benötigte, da nur dadurch das Lesen und Schreiben im ganzen Land vereinheitlicht werden konnte.

Eine Wende kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, denn mit dem Aufkommen des Skandinavismus wollten sowohl Lehrer als auch Sprachwissenschaftler und Politiker wieder an die altnordische Tradition anknüpfen, aber gleichzeitig auch eine einheitliche schriftliche Verständigungsmöglichkeit schaffen. In erster Linie wurden daher Fremdworte ins Schwedische übertragen und aus dem englischen "sport" wurde "idrott", viele der „e“ wurden zu „ä“, „qv“ wurde zu „kv“ und die Abschaffung der deutschen Vorsilben be- und ge- radierte das deutsche sprachliche Vermächtnis des Mittelalters aus. Lediglich die Svenska Akademien weigerte sich diese Veränderungen zu akzeptieren und behielt die Schreibweise des Schriftstellers af Leopold.

Als dann am 7. April 1906, unter dem Kirchenminister Fridtjuv Berg auf Druck der Lehrer Schwedens die Rechtschreibung des Schwedischen erneut reformiert wurde und der Grundstock des heutigen Schwedisch geschaffen wurde, verschwand das „h“ vor den „v“, aus „dt“ wurde t und andere verwirrende Schreibweisen wurden der Aussprache angepasst. Allerdings sollten nun die ältere und die neuere Schreibweise noch lange parallel existieren, denn das Wörterverzeichnis der Svenska Akademien führte die neue Schreibweise erst 1923 ein und das Nordische Familienbuch sogar erst 1926. Erst in den 50er Jahren verschwanden dann auch die Pluralformen der Verben und das moderne Schwedisch nahm seinen wahren Einzug, zumindest im Prinzip, denn noch 1971 entschied sich die Stadt Helsingborg das „ä“ des Hälsingborg wieder zu streichen und erneut die alte Schreibweise zu benutzen.


7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden